Alte Verletzungen

Es sind fast immer die alten, eigenen Verletzungen, die eine Beziehung  zum Scheitern bringen. 

Er:„Du hörst mir gar nicht zu!“ Sie: „Doch, doch, ich bin nur gerade etwas durcheinander, hab so viel in meinem Kopf…“

Ihn erinnert es an Mutter oder Vater, die nie wirklich Interesse gezeigt oder ihm zugehört hatten. Er schlussfolgert, wie früher: ich werde nicht genug geliebt, bin nicht wichtig genug. 

Sie hat verlernt zuzuhören, ist oft sehr unkonzentriert. Ihr fehlt die innere Ruhe, sie ist sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Oft denkt sie, ihr Mann weiß gar nicht wirklich, wie sie sich fühlt. Sie wünscht sich mehr Verständnis und Entlastung, weniger Forderungen.

Genau betrachtet, hat jeder der beiden sein eigenes Problem. Doch es wird dem anderen vorgeworfen, übel genommen.

Die Beziehung wird in Frage gestellt, immer öfter über Trennung nachgedacht. Die Folge ist eine „innere Kündigung“, ein Rückzug der Liebesgefühle.

Es sind fast immer die alten, eigenen Verletzungen, die eine Beziehung  zum Scheitern bringen. 

Unbekanntes Minenfeld

Alte Wunden, die entstanden sind, lange bevor das Paar sich überhaupt kannte. Und dann passiert etwas, in der neuen Paarbeziehung, was an die alte Verletzung erinnert.

Alte Emotionen werden hervorgerufen und gelernte Verhaltensmuster werden getriggert. 

Der jetzige Partner/die Partnerin kann meist überhaupt nicht wissen, was ihr Verhalten oder seine Bemerkung gerade in uns auslöst.

Doch es schmerzt, es tut weh, es entfernt uns voneinander. Wir geben ihm/ihr die Schuld, die alten Wunden wieder aufgerissen zu haben.

Dabei ist es eigentlich unsere eigene Aufgabe, unsere Wunden zu heilen. Heilen und Altes loslassen.

Erst dann wird das Minenfeld, in dem sich beide Partner bewegen, allmählich entschärft, zunehmend befriedet und nach und nach sicherer.

Heilung der Beziehung ermöglichen

Also heile deine alten Verletzungen, sprich darüber, dann lass sie los und finde neue Glaubenssätze, die dir gut tun. So trägst du bei zur Heilung deiner Beziehung.

„Ich bin wertvoll und habe Interessantes zu erzählen UND meine Frau ist grad überlastet und kann mir leider nicht so gut zuhören, wie sie das eigentlich möchte. Dennoch liebt sie mich.“

Das Resultat für die Beziehung ist ein anderes als oben. 

Worauf wartest du noch?

Kennst du das auch, dass alte Verletzungen aufgekratzt werden? Hast du Lust, deine blockierenden Glaubenssätze in hilfreiche umzuwandeln? 

Lass mich dich ein Stück auf deinem Weg begleiten, so dass du ein starker, heiler Beziehungspartner werden kannst. Der beste Zeitpunkt ist…? Jetzt, genau!

Bring deine Beziehung zum Blühen

Wenn du mit dir selbst in Verbindung bist, kannst du deine Beziehung(en) zum blühen bringen! Ich habe schon einigen Menschen geholfen, ihr Leben zum Positiven zu verändern.

Ihr könnt auch zu zweit zu mir kommen, um besser miteinander kommunizieren zu lernen, euch einander wieder näher zu bringen.

Meist genügt ein 3-Einheiten-Coaching, manchmal sogar eine einzige Sitzung, um eine entscheidende Wendung ins Leben zu bringen.

Wir finden Licht dort, wo du bisher noch nicht gesucht hast.

Gib dir einen Schubs und starte in eine erfülltere Beziehung – zu dir selbst und mit anderen.  Schreib mir am besten eine Mail!

Deine Kerstin

>>>Mehr Inspirationen gibt es auf meiner Facebook Seite „Lichtfinder“.

>>>In der kostenlosen Lichtfinder Community auf Facebook bekommst du immer wieder exklusive Impulse und kannst selbst positive Momente teilen!

>>> Kennst du schon meine Instagramseite @lichtfinder24 ? Schau gerne mal rein!          

©Kerstin Bulligan

Schau her! Sieh wie toll ich bin und was ich für dich gemacht habe!

Wir Menschen wünschen uns Anerkennung, Aufmerksamkeit, Gesehen-Werden. In der Partnerschaft, von den eigenen Eltern, im Beruf… Überall, wo wir miteinander zu tun haben.

Ein schnell dahin gesagtes: „Gut gemacht! Oder Ja, schön!“ Ist schon besser als nichts, stillt aber oftmals nicht den Hunger nach obigen Bedürfnissen. Außerdem klingt es manchmal so von oben herab „gelobt“, wirkt oberflächlich und nicht wirklich interessiert. 

Wie wäre es, wenn du heute mal deinem oder deiner Liebsten, deinem Kind oder deinem Elternteil sagst, womit sie gerade dein Leben bereichern? 

Angenommen, jemand hat für dich gekocht und du genießt das Essen. Du könntest sagen: „Es schmeckt mir wirklich gut. Vielen Dank, dass du alles so lecker vorbereitet hast. Das ist echt Genuss für mich!“

Oder jemand holt dich ab, so dass du nicht zu Fuß im Regen gehen musst: „Du, das freut mich jetzt wirklich, dass du dir extra die Zeit nimmst. Was für eine Erleichterung, trocken und schnell nach Hause zu kommen.“ 

Sprich mindestens ein Detail an, das du positiv wahrnimmst. Sprich von dir und was das mit dir macht: wie geht es dir damit? Welches Bedürfnis wird damit erfüllt? Oben im Beispiel: Genuss, Leichtigkeit. 

Wenn du möchtest, probiere es doch einmal aus, auf diese Art und Weise deine Anerkennung, Freude oder deinen Dank auszudrücken und beobachte die Reaktion. Es könnte deinen Beziehungen eine neue Qualität geben. 

Neulich Abend sind wir mit dem Auto nach Hause gefahren, die Temperaturen waren knapp über dem Gefrierpunkt. Ich saß hinten, der Fahrer fuhr ein recht schneidiges Tempo, hatte dabei offensichtlich Spaß am Ausprobieren seines Leihautos. Für mein Empfinden viel zu schnell fuhr er an Abbiegungen heran, um dann kurz zuvor recht heftig abzubremsen. Ich schluckte eine Weile, dann räusperte ich mich und sagte: „Es ist mir zu schnell.“ Er bremste ab, fuhr deutlich gemächlicher. Ich fühlte mich wohler.

Wie oft meinen wir, uns anpassen zu müssen. Um ja nicht negativ aufzufallen. Um nicht anzuecken. Doch warum sollte ich nicht sagen dürfen, wie es mir mit einer Sache geht? Klar darf ich das, das ist mein gutes Recht. Ich hätte noch eine Bitte anfügen können. Möglichst konkret. Zum Beispiel: „Fahr doch bitte nicht schneller als erlaubt.“

Was passiert, wenn ich meinen Ärger oder meine Besorgnis herunter schlucke? Die Verbindung reißt ab, weil ich die unangenehmen Gefühle in mir einschließe. Der andere kann vielleicht ahnen, wie es mir geht. Er könnte aber auch völlig ahnungslos bleiben. Ich dagegen würde mich unverstanden fühlen und auch irgendwie allein  – trotz Gesellschaft. Die Folge ist tatsächlich ein Bröckeln der Beziehung. Die Gefühle zum anderen kühlen dabei unweigerlich ab, weil ich sie nicht zulasse und einschließe.

Wenn ich jedoch meine Gefühlen äußere und mein Bedürfnis ernst nehme (in diesem Fall war es Sicherheit), dann stärkt das nicht nur mein Selbstwertgefühl, weil ich selbst gut für mich sorge. Es macht mich auch transparenter für mein Gegenüber. Ich zeige mich, bin authentisch. Das ermöglicht Nähe.  Auch wenn dies im ersten Moment nicht so ersichtlich ist und vielleicht sogar die Gefahr eines Streits mit sich bringt.

Die Bitte, die ich stelle, erhöht die Chance, dass ich wirklich bekomme, was ich brauche, um mich wohl zu fühlen. Vielleicht liegt dem anderen auch daran, dass es mir gut geht. Vielleicht trägt er gerne zu meinem Wohlbefinden bei. Oder aber er hat seine Gründe, warum er ablehnt.

In dem Fall wäre ich ehrlich interessiert, was das für Gründe sind. Welches Bedürfnis er sich so gerne erfüllen möchte.

In jedem Fall kommunizieren wir offen und ehrlich über das, was uns wichtig ist. Und das öffnet Tür und Tor für mehr Verbindung zu einander.  

Um die Chance zu erhöhen, dass mein Ansprechen der Störung gut aufgenommen wird, spreche ich nur von mir selbst und wie es mir geht. Ich übernehme die Verantwortung für meine Gefühle. Dadurch fühlt sich niemand auf den Schlips getreten. Ich fühle nun mal so. Was könnte jemand dagegen sagen?

Achte heute doch einmal darauf, wann du dazu neigst, den Mund zu halten und dein Anliegen herunter zu schlucken. Probiere gerne einmal den anderen Weg und schau, was das macht, mit dir und deinen Beziehungen.

Stell dir vor, du beschließt heute, auszusprechen, was dich stört. Dabei sprichst du nur von dir, wie es dir geht, und was du brauchst bzw. was dir wichtig ist. Und du schließt eine ganz konkrete Bitte an.

Wie überrascht wirst du sein, wenn du bemerkst, wie gut es tut, für dich selbst gut zu sorgen. Und womöglich kannst du erleben, wie es deine Verbindung zum anderen stärkt. Mehr und mehr, mit jedem Mal, wo du dich zeigst.

 

(Bild von John Hain auf Pixabay.)

 

Genervt

In einer Online-Gruppe hat vor kurzem eine Frau, nennen wir sie Maria, ihr Problem in etwa so geschildert:

„Ich kann einfach nicht aufhören zu nörgeln und zu jammern. Mein Partner ist schon total genervt und es killt unsere Liebe. Doch ständig ist da wieder etwas, wo ich den Mund einfach nicht halten kann! Dann werfe ich ihm vor, dass ich mich allein gelassen fühle mit dem Haushalt  und den Kindern. Ich ärgere mich, dass er sich nicht mehr einbringt. Oder ich halte ihm einen Vortrag, wenn er mal wieder zu schnell Auto fährt. Und seine Wäsche im Badezimmer verteilt.  Bei der Planung des Wochenendes dagegen bezieht er mich nicht ein. Meine Vorschläge verlaufen im Sand. Ich kann mir vorstellen, dass es uns nicht guttut. Doch ich kann einfach nicht aufhören. Warum ist das so? Wie kann ich das stoppen?“

Bedürfnisse wollen erfüllt werden

Wir wissen aus der Gewaltfreien Kommunikation, dass Menschen sich mit allem, was sie sagen oder tun, ein Bedürfnis erfüllen wollen. Wenn also jemand immer und immer wieder nörgelt und jammert, dann weil ein oder mehrere wichtige Bedürfnisse einfach nicht erfüllt werden. „Erfüllt werden“ bedeutet hier nicht, die Schuld dem Partner zuzuschieben. Nach dem Motto: Weil dieser seiner Partnerin einfach nicht ihre Bedürfnisse erfüllt. Nein!

Jeder ist tatsächlich für die Erfüllung seiner Bedürfnisse selbst verantwortlich.

In Verbindung gehen mit mir selbst

Der erste notwendige Schritt wäre, überhaupt zu erkennen, was in einem selbst vorgeht. Das heißt, den Kontakt zu sich selbst wieder herzustellen. Wie geht es mir eigentlich gerade? Bin ich genervt? Frustriert? Warum ist das so? Welches wichtige Bedürfnis ist unerfüllt und schon so lange zu kurz gekommen? Brauche ich Entlastung? Oder geht es mir um Verbindung und Nähe? Bezüglich der Wochenendplanung geht es mir vielleicht auch darum, dass ich mich einbringen kann?

Was ist gerade lebendig in mir? Welches Gefühl und welches Bedürfnis ist jetzt aktuell und will zuerst gestillt werden? Nehmen wir mal an, Maria sagt: „Entlastung, das ist mir am allerwichtigsten. Und Verbindung zu meinem Partner, denn wir sind schon so weit voneinander entfernt.“

Dann würde ich folgendes vorschlagen: Jedes Mal, wenn bei ihr der Impuls spürbar ist, dass sie sich ärgert, weil sie Entlastung braucht, kann sie kurz innehalten. Durchatmen, vielleicht sich 5 min. zurückziehen (Toilette ist eine einfache Möglichkeit). Und sich dann ein, zwei Minuten mit dem eigenen Gefühl und Bedürfnis verbinden: „Ich bin frustriert, weil mir Unterstützung und Entlastung echt wichtig sind.“ Atmen.

Ich würde Maria außerdem anregen, weg vom Urteilen mit Generalisierungen („Immer diese Schlamperei!“) und  hin zum Beobachten (Socken und T-Shirts auf dem Boden…)  zu gehen. Das nimmt den Zündstoff heraus.

Verbindung zum Gegenüber

Nachdem sie in Verbindung mit sich selbst gekommen ist, kann sie überlegen: Welches Bedürfnis erfüllt sich wohl mein Partner mit dem was er tut? Sie könnte ihn später darauf ansprechen. Sich ehrlich interessieren. „Sag mal, geht es dir um Freiheit? Um Selbstbestimmung?“

Ansprechen des Konfliktes

Dann kann sie das Problem in etwa so ansprechen: „ Wenn ich sehe, dass deine Socken, T-Shirts und Hose auf der Wanne und am Boden liegen, dann ärgere ich mich. Weil ich mich wohl fühlen möchte im Badezimmer. Ich will auch nicht zuständig sein, das hier wegzuräumen. Machst du das bitte in der nächsten halben Stunde, bevor ich ins Bad gehe? Das wäre echt eine Befreiung für mich.“

Maria schreibt auch, dass sie das Gefühl hat, sie müsste etwas sagen, um nicht alles mit sich machen zu lassen. Das klingt für mich nach dem Wunsch, Wertschätzung zu spüren. Vielleicht könnte sie ihrem Partner sagen, was sie braucht, um sich geliebt zu fühlen. Ganz konkrete Bitten auszusprechen wäre dazu ganz wichtig. Also nicht: „Du könntest dich mehr einbringen im Haushalt und mit den Kindern.“ Das wäre viel zu unkonkret. Was bedeutet schon „mehr“ und „im Haushalt“?

Stattdessen:  „Ich fände es ganz wunderbar, wenn du einmal die Woche für uns alle kochen könntest. Zum Beispiel am Donnerstag, wenn ich später von der Arbeit komme. Dann komme ich heim und das Essen ist schon fertig. Das bedeutet Liebe und Unterstützung für mich. Bist du bereit, das zu übernehmen?“

So könnte Maria Schritt für Schritt Wünsche, noch besser konkrete Bitten aussprechen. Doch Achtung: Bitten sind keine Forderungen. Der andere ist frei, abzulehnen. In dem Fall müsste Maria einen Weg suchen, sich die Unterstützung selbst zu organisieren. Letztlich ist sie verantwortlich dafür, dass es ihr gut geht. Wenn sie natürlich die Erfahrung machen sollte, dass ihr Partner so gar nicht bereit ist, auf irgendeine ihrer Bitten einzugehen, kann sie auch die Konsequenzen ziehen und sich notfalls trennen.

Wege wählen, die uns gut tun

In jedem Fall: Was ist wohl besser für die Stimmung und Liebe in der Partnerschaft?  Jammern und Nörgeln tagein tagaus, mit dem Ergebnis, sich wie bei „Täglich grüßt das Murmeltier“ vorzukommen. Oder offen und transparent zu kommunizieren: Beobachtung – Gefühl – Bedürfnis – Bitte (Siehe Blogbeitrag: https://www.lichtfinder.com/die-4-schritte-der-gfk/). Es muss übrigens auch nicht immer starr in diesen vier Schritten ablaufen.

Wichtig ist, die Verbindung zu sich selbst um zum anderen ernst zu nehmen. Und nach dem Sprechen folgt unbedingt das Handeln. Das heißt, aktiv für sich zu sorgen. Wie das geht?  Bitten an sich selbst umzusetzen, realisierbare Bitten auszusprechen und sich und den anderen ernst nehmen.  Auch das hilft, sichtbarer zu werden in einer Partnerschaft und dadurch mehr Verbindung erfahren.

In diese Sinne: Viel Erfolg beim Ausprobieren neuer Wege!    Herzlichst, Kirstie Bee

PS: Falls du mehr lesen möchtest, hierzu ein älterer Artikel https://www.lichtfinder.com/vom-jammern-und-umgang-mit-angriffen/

Eine kleine Einführung in die GFK bekommst du hier: https://www.lichtfinder.com/was-ist-gfk-und-was-will-sie/   Darauf basiert mein Konzept der Brückenkommunikation!

„Willst du Recht haben, oder glücklich sein?“, heißt ein berühmter Spruch aus einem Standardwerk über das Glück.

Ich habe aber Recht! Das ist eine echte Kampfansage, wenn es auch nur gedacht wird. Wer mir nicht glaubt, oder das nicht erkennen mag, ist ein oder Ignorant oder ein Sturkopf. Die Folge ist entweder beleidigter Rückzug oder eine hitzige Diskussion.

„Mama, ich habe mein Zimmer aufgeräumt.“ – „Aufgeräumt nennst du das? Das ist immer noch ein Saustall.“

Brokkoli schmeckt einfach nicht. Doch, der ist superlecker.“ –  „Gar nicht wahr, der schmeckt grausam!“ –„Du weißt ja nicht, was gut ist.“

„Vitamin C in hohen Dosen soll sehr gesund sein.“ – „Stimmt doch gar nicht, das kann Schäden anrichten.“ – „Ach Quatsch, du hast ja keine Ahnung.“

„Impfen, das ist höchst gefährlich!“ – „Im Gegenteil, sein Kind nicht impfen zu lassen ist grob fahrlässig!“ – „Du hast dich offensichtlich zu wenig informiert.“ – „So ein Schmarrn, DU solltest mal besser nachlesen!“

„Ich habe dir doch geschrieben, dass ich später komme.“  – „Nein, hast du nicht.“  – „Doch hab ich, ganz sicher, schau doch mal nach.“ –„Ich bin doch nicht blöd, bei mir ist keine Nachricht, erzähl mir keinen Quatsch.“-  „Ach doch, hab’s übersehen.“ /– „Oh, hat’s nicht gesendet…“

Wann hattest du zuletzt die offene Auseinandersetzung darüber, wer denn nun Recht hat? Oder hast dir zumindest still für dich gedacht: der hat ja einfach keine Ahnung! So dumm, so beschränkt, so ein Idiot! Warum sieht er/sie  einfach nicht, dass das wahr ist?

Im Denken von Kategorien in Richtig und Falsch liegt die Wurzel von Streit, Kriegen und Gewalt, zwischen zwei Menschen, Menschengruppen und ganzen Völkern.

So sehr sind wir überzeugt, im Recht zu sein. Dabei ist es unsere Sicht der Welt, die Brille, durch die wir hindurch schauen, die uns zu dieser Überzeugung kommen lässt.  Wir schauen uns sozusagen eine selbst gezeichnete Landkarte der Welt um uns herum an. Die Landkarte ist jedoch nicht die Landschaft, eine alte Weisheit aus dem NLP. Unsere Interpretation ist niemals die „Wahrheit“.

Aus einer anderen Perspektive nämlich sieht die Welt komplett anders aus.

Ein Hund kommt auf einen Menschen zu. „Hunde sind gefährlich!“ – „Hunde sind lieb!“ Zwei mögliche Denkweisen und Überzeugungen.

Hilfreich ist es, sich erst einmal selbst zu sagen: Also ICH sehe das gerade so. Für MICH ist das jetzt so. Ich empfinde so darüber. Das hat mit meiner eigenen Geschichte zu tun, meinen Werten, meinem Charakter, meinen erlernten Mustern.

Und dann stell dich mal probehalber in die Schuhe des anderen. Wie mag die andere Person das gerade sehen? Ist es möglich, dass sie eine völlig andere Überzeugung von derselben Sache hat? Kann ich damit leben und das einfach stehen lassen als IHRE Sicht der Dinge?

Ist es möglich, dass beide in ihrer Sicht „Recht haben“, weil jeder seine Gründe für die Überzeugung hat? Meine Wahrheit – deine Wahrheit. Können wir mit der Unterschiedlichkeit leben?

Jenseits von Richtig und Falsch gibt es einen Ort, dort treffen wir uns (Rumi)

Ganz radikal heißt es in Kursen über die Gewaltfreien Kommunikation manchmal, es gebe kein Richtig und Falsch mehr. Das jedoch hat Rosenberg wohl nicht gemeint. Wir haben immer unsere eigenen Werte und Überzeugungen. Wahr ist jedoch, dass das Denken in den Kategorien von Richtig und Falsch die Menschen trennt.

Ich kann deshalb für meine Werte und Überzeugungen einstehen, die ich für mich als „richtig“ einschätze. Und gleichzeitig kann ich mich öffnen für die Welt meines Gegenübers, ohne sie gut finden zu müssen. So wäre es möglich, sogar mit radikalen Gruppierungen ins Gespräch zu kommen und Verbindung herzustellen, die eine Öffnung für neue Gedanken ermöglicht.

Ich will also verstehen, was in meinem Gegenüber vor sich geht. Was motiviert ihn, so und nicht anders zu denken?

Ist es Angst, ist es Frust oder Wut, weil grundlegende Bedürfnisse für ihn nicht erfüllt sind? So sehe ich ihn als Menschen, der aus irgendeinem unerfüllten Bedürfnis so agiert wie er es tut. Das ist für mich womöglich vollkommen fehlgeleitet und moralisch untragbar.

Wenn ich ihn zu verstehen versuche (und allein der aufrichtige Wunsch, zu verstehen bewirkt etwas!), dann kann sich eine Tür öffnen zum Dialog. Dann, und nur dann ist der andere auch bereit, auf meine Sicht der Dinge zu schauen.

Bei meinem Kind könnte ich denken: es hat scheinbar eine ganz andere Auffassung, was Ordnung bedeutet. Es scheint sich so wohl zu fühlen. Im Vergleich zu vorher, hat es schon sichtbar manches aufgeräumt.

Bei radikalen Ansichten kann ich mich bemühen, den Menschen in seinem unerfüllten Bedürfnis zu sehen. Vermutlich stecken Angst, Frust oder Wut dahinter. Wie könnte ich darauf eingehen? Kann ich ihm erst einmal Empathie geben für diese Gefühle? Und noch einmal: verstehen zu wollen bedeutet nicht gutheißen!

Ich möchte dich ermuntern, ab sofort erstens deine Sicht auf die Welt als deine ureigene zu würdigen, die auf jeden Fall ihre Berechtigung hat. Und danach, einmal die Seite zu wechseln, dich in die Schuhe des Gegenübers zu stellen und SEINE Brille aufzusetzen. Dann frag die andere Person, was bei ihr dahinter stecken könnte: „Bist du sauer/frustriert/wütend, weil dir ….wichtig ist?“

Hilfreich ist es, sobald mir die Bewertungen Richtig und Falsch in den Kopf kommen, dass ich mir bewusst mache: Es gibt keine absolute Wahrheit. Es ist meine Bewertung und meine Sicht der Dinge.

Sei neugierig und offen für die Welt deines Gegenübers, ob Partner, Kind oder Kollege. Das schafft Verbindung.

Deine Kirstie, Lichtfinderin

Heute hat mich mein Chef kritisiert. Wie kann mir als Fachfrau auf diesem Gebiet nur so ein Fehler unterlaufen?, meinte er. Ich komme mir klein und schäbig vor. Er scheint meine guten Absichten überhaupt nicht gesehen zu haben. Alles, was gut an meiner Arbeit war, hat er eben mal außen vor gelassen.

Was ist bei mir angekommen? Dass er sich geärgert hat, dass seine Erwartungen enttäuscht wurden, dass er sich Änderungen wünscht. Diese Botschaft ist bei mir angekommen. Auch, dass er mich jetzt nicht mehr so zu schätzen scheint.

Was ist das Resultat dieser Kritik? Ich werde die gewünschten Änderungen vornehmen, ich kann ihm in der Sache zustimmen. Unser Verhältnis jedoch hat einen ziemlichen Riss bekommen. Obwohl er doch scheinbar nach den Regeln vorgegangen ist und mit „Ich habe gesehen…“ begonnen und mit „Ich bitte dich…“ abgeschlossen hat. Doch irgendwas scheint schief gelaufen zu sein, dass unser Verhältnis zueinander gelitten hat.  Ich sehe ihn nämlich plötzlich auch mit anderen Augen und gehe innerlich auf Abstand.

Ein Beziehungs-Riss ist gewiss nicht das, was wir uns nach einem Kritik-Gespräch in der Zusammenarbeit wünschen. Genau dies passiert jedoch täglich. Kritik wird deshalb so sehr gefürchtet und ist den meisten Menschen regelrecht verhasst. Das Wort Kritik wird deshalb gerne vermieden und durch das weniger beängstigende „Feedback“ ersetzt. Wenn jedoch genauso vorgegangen wird wie gehabt, ändert auch das moderne Wort nichts am unglücklichen Resultat.

Gibt es einen Weg, „richtig“ zu kritisieren?

Wenn wir Missstände ansprechen wollen UND die Verbindung zum anderen erhalten bleiben soll, ist es nötig, achtsam zu kommunizieren.

Die „gewaltfreie“ Kommunikation nach Marshall Rosenberg lehrt ganz wunderbar, wie ich mich authentisch in 4 Schritten erkläre. Wie ich ausdrücken kann, worum es mir wirklich geht und wie ich klare Bitten formuliere.

Jedoch auch wenn diese Art der Selbsterklärung schon sehr gut beherrscht wird, dürfen wir niemals das eigentliche Ziel von Kommunikation vergessen: dass nämlich eine Verbindung erhalten bleibt oder sogar eine stärkere Verbindung geschaffen wird.

Wenn ich nur MICH sehe mit meinem Anliegen, dann kann ich es noch so schön in Ich-Botschaften packen und perfekt „gewaltfrei“ formulieren. Mein Gegenüber wird sich nicht gesehen fühlen und deshalb nicht mit dem Herzen bei mir sein. Was folgt ist die „innere Kündigung“.

Deshalb ist es so wichtig, immer zuerst den anderen mit ins Boot zu holen. Ihn erst einmal zu verstehen versuchen und so empathisch abzuholen. Vielleicht ändert dies bereits komplett meine Einschätzung und die vorher überlegte Kritik erübrigt sich schon.

Außerdem sollte man als „Kritiker“ ganz ehrlich mit sich sein, ob ein scheinbar gewaltfrei in 4 Schritten formuliertes Anliegen nicht schon deshalb eine Farce war, weil man innerlich kochte vor Wut und im Grunde gerade gar nicht an einer Verbindung interessiert war, jedenfalls nicht in diesem Moment.

Dann wäre es ratsam, lieber erst abzukühlen und später mit beruhigtem Gemüt das wichtige Thema anzusprechen.

Stimmt nämlich die innere Haltung nicht, spürt das mein Gesprächspartner und erkennt die Aggression hinter der „Methode“.  Meist ist dann auch Schritt 4 keine echte Bitte, sondern tatsächlich eine Forderung gewesen. Am Ende braucht man sich nicht wundern, wenn die „gewaltfreie 4 Schritte Methode“ nicht funktioniert hat und der andere trotzdem beleidigt ist.

Wie lerne ich also, wirklich achtsam Konflikte anzusprechen? Mit echter Brückenkommunikation.

Diese will geübt, geübt und nochmal geübt sein. Die Einstellung im Kopf und im Herzen, die innere Haltung mit dem Ziel „Verbindung“ ist dabei die Essenz. Dann bin grundsätzlich offen für die andere Person. Ich interessiere mich für die Motive ihres Handelns, für ihre Sicht der Dinge, für ihre Werte und Bedürfnisse.

Fühlt sich mein Gesprächspartner von mir so empathisch aufgenommen, fällt meine Sicht der Dinge, (meine „Kritik“) auf fruchtbaren Boden. Die Tür zu ihm/ihr ist so bereits geöffnet. Eine angenehme Zusammenarbeit ist danach sehr viel wahrscheinlicher als im ersten Fall.

Die Brückenkommunikation kennen zu lernen könnte die beste Investition deines Lebens sein. Sie zu praktizieren wird dein Leben und deine Beziehungen unendlich bereichern.

Dabei wirst du nie ausgelernt haben. Doch auch wenn es immer wieder „menschelt“ und alte „Wolfsmuster“ das Verhalten mal wieder beeinflussen, so wird sich die Qualität des Miteinanders in allen Lebensbereichen doch nachhaltig verändern.

Was nützt es, wenn nur ich das lerne?

Selbst wenn andere Menschen davon keine Ahnung haben und dich in  gewohnter „Wolfssprache“ kritisieren, wirst du es weniger persönlich nehmen und den Menschen dahinter erkennen, der gerade nur sich selbst sehen kann.

Die fehlende Empathie für dich kannst du dir dann zum Glück selbst geben. Dann bist du wenigstens in guter Verbindung mit dir. Auch das ist Brückenkommunikation.

Deine Kirstie

https://www.lichtfinder.com/brueckenkommunikation/

So kam vor kurzem der frustrierte Ausruf einer Seminarteilnehmerin, die zu Hause in schönster GfK Manier ihr inneres Brodeln in braven 4 Schritten zum Ausdruck gebracht hatte und dann von ihrem Freund eine Antwort bekam, die wiederum Ärger in ihr hervorrief. Sie brachte ungefähr Folgendes zum Ausdruck: „Ich beobachte, dass jedes Mal, wenn ich am Wochenende bei dir bin, übermäßig viel Arbeit anfällt. Ich bitte dich, das unter der Woche zu erledigen.“ Der Mann reagierte mit einer Rechtfertigung. Er erklärte lang und breit, warum er unter der Woche nicht dazu gekommen war.

Das wiederum ärgerte meine Teilnehmerin und sie behauptete: Die GfK funktioniert einfach nicht. Sie hätte sich gewünscht, dass die Bitte einfach gut ankommt und bei ihrem Freund ihre friedliche, gewaltfreie Wirkung entfaltet. Stattdessen hatte der sich scheinbar angegriffen gefühlt.

Was war da passiert? Warum funktioniert GfK manchmal irgendwie nicht?

Warum „funktioniert“ es immer wieder nicht, sich spannungsfrei auszutauschen über die eigenen Bedürfnisse und Anliegen, auch wenn man sich scheinbar genau an die 4 Schritte hält?

  • Die Haltung ist entscheidend

Erstens bin ich der Meinung, dass die Brückenkommunikation letztlich immer funktioniert, wenn ich in der inneren Haltung „Ich will Verbindung zu Dir“ bleibe. Dann kann auch ein explosiverer Austausch über das, was einem wirklich am Herzen liegt, der Beziehung nichts anhaben. Anders sieht es aus, wenn bei einer falschen Antwort sofort die Beziehung an sich in Frage gestellt wird. Wenn der eine Partner befürchten muss, der andere dreht sich gleich um und sagt: „Ich fahre besser wieder heim. Es ist einfach nichts mit uns beiden.“

Diese Haltung, in Verbindung bleiben zu wollen, egal was passiert (bzw. da müsste schon ein richtiger Tsunami kommen), ist die Grundvoraussetzung, dass „die GfK funktioniert“. Dann ist es auch nicht mehr so entscheidend, ob exakt die vier Schritte eingehalten wurden und ob diese wirklich auch GfK-Schritte waren.

  • Waren es wirklich 4 GfK Schritte?

Wenn aber schon diese innere Haltung eine wackelige ist, treten Schnitzer bei der Ausführung dieser vier Schritte stärker zu Tage. Sie fallen schwerer ins Gewicht. Betrachte ich mir die Äußerungen der Teilnehmerin genauer, hat sie zwar von einer Beobachtung gesprochen, jedoch war diese ziemlich verallgemeinernd. „Jedes Mal wenn…“ und „übermäßig viel“ sind zum einen pauschalisierende, zum anderen auch sehr subjektiv gefärbte Aussagen. Das reizt geradezu zum Widerspruch bzw. zur Rechtfertigung beim Partner.

„Die letzten beiden Samstage warst du mit Großeinkauf, Bürokram und Reparaturarbeiten beschäftigt. Uns blieb nur der Abend zusammen.“ Das wäre eine sehr viel konkretere Beobachtung, die der andere auch gut nachvollziehen kann. Oben nochmal hingeguckt, fehlt bei der „gewaltfreien“ Aussage der Frau ganz klar das Gefühl und das Bedürfnis. Während das Gefühl auch mal ausgelassen werden kann, ist es doch für den Partner wichtig zu verstehen, warum und woher diese Bitte jetzt kommt und weshalb man ihr nachkommen sollte. Das Bedürfnis ist das Herzstück der Aussage!

Ist die Freundin sauer, ist sie frustriert?(Gefühl) Weil ihr gemeinsame Zeit mit dem Partner sehr wichtig ist? (Bedürfnis) Hätte sie das dazu gesagt, würde er sich sogar geschmeichelt und geliebt fühlen. Stattdessen hörte er das Gesagte als Vorwurf, sein Leben nicht richtig zu organisieren und sich für seine Partnerin nicht genügend Zeit zu nehmen. Er wollte wiederum erklären, dass es nicht an fehlender Wertschätzung für sie lag, sondern daran, dass er drei Tage auf Geschäftsreise gewesen war und deshalb so viel auf‘s Wochenende gefallen war.

  • Brückenkommunikation ist Austausch und Verbindung

Brückenkommunikation ist immer ein Austausch. An der Reaktion deines Gegenübers wirst du erkennen, wie „gewaltfrei“ deine Aussage wirklich formuliert war. Erwarte auch bitte nicht, dass du mit einer Wand redest und auf eine gewaltfreie Aussage nur ein friedliches Lüftchen zurück weht.

  • Mein Bedürfnis UND dein Bedürfnis

Der andere ist ein Mensch, dem du etwas mitteilen wolltest. Du möchtest die Verbindung behalten und du willst, dass er ganz klar versteht, was genau dir gerade Probleme bereitet. Er soll verstehen, was bei dir dahinter steckt. Das ist ganz essentiell: WAS WILLST DU WIRKLICH? Was also ist das Bedürfnis, das unerfüllt ist?

Dieser angesprochene Mensch hat ein Recht, darauf zu reagieren. In der normalen Welt, unter lauter Wölfen, kann es sein, dass er wie ein Wolf reagiert. In jedem Fall reagiert er aus seinem Bedürfnis heraus. Wenn du in der verbindenden Haltung bleiben willst, kannst du ihn wiederum abholen: „Bist du betroffen, weil es dir wichtig ist, in deinem guten Willen gesehen zu werden?“ oder weniger gestelzt: „Willst du mir vielleicht mitteilen, dass ich dir durchaus wichtig bin?“

  • 4 Schritte + Nachfragen

Da die eigene Aussage, ist sie auch noch so gewaltfrei konstruiert, immer auch ganz anders beim anderen ankommen kann, ist es oft wichtig, noch eine Frage an die 4 Schritte anzufügen: „Wie geht es dir, wenn du das hörst?“ oder „Magst du mir bitte nochmal sagen, was bei dir angekommen ist?“

Das sollte dich nämlich auch interessieren. Was hat der andere verstanden? Was ist bei ihm/ihr angekommen? Hier können schon viele Missverständnisse ausgeräumt werden. Dabei in der verbindenden Haltung zu bleiben, ist mindestens die halbe Miete.

  • 4 Schritte und gut?

Zusammenfassend will ich damit sagen: Es reicht nicht, irgendwie einen Teil dieser 4 Schritte in die Welt zu rufen und zu hoffen, dass die Bitte beim anderen dann gut ankommt. Es bleibt ein Austausch, ein Tanz der Giraffen (hoffentlich!), ein Hin und Her, ein Ringen um das Vermitteln dessen, was mir selbst wichtig ist. UND ein Sich-Interessieren für  das, was gerade im Gegenüber vor sich geht. Eine Brücke zu bauen von meinem Bedürfnis, das ich dir offenbare, zu deinem Bedürfnis, für das ich mich interessiere. Also:

  • Worum geht es uns beiden wirklich?

Nur dann entsteht Verbindung bzw. bleibt diese erhalten. Hat jemand gesagt, dies wäre einfach?

Ist es nicht, doch sehr lohnenswert! Allein das Bemühen und Ringen darum wird einen großen Unterschied in deiner Kommunikation und damit in deinen Beziehungen ausmachen.

Manchmal scheinen die Grenzen zu verschwimmen zwischen dir und mir. Ich fühle mich bedrängt, überschwemmt, überwältigt, erstickt. Oder aber ich fühle mich respektlos behandelt.* Weiterlesen

Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Wir wünschen uns oft so sehr nichts anderes als die Aufmerksamkeit eines anderen Menschen. Am liebsten von jemandem, der uns etwas bedeutet. Dabei erleben wir tagtäglich leider das Gegenteil. Die Menschen, mit denen wir uns unterhalten, interessieren sich zu allererst für sich selbst. Weiterlesen

„Das hast du gut gemacht!“ „Echt prima!“ „Super!“ „Weiter so!“ „Du bist echt ein kreativer Mensch!“

Ich habe es immer geliebt, gelobt zu werden. Es war mir total wichtig, dass die Leute sehen, was ich gemacht oder geschafft habe. Und ist es ausgeblieben, war ich nicht selten am Boden zerstört.

Mein Selbstbild war aufgebaut durch die Anerkennung von außen. Ich habe mich komplett abhängig davon gemacht. Die Reaktion meiner Umwelt bestimmte lange Jahre, wie ich mich fühlte. Wie ein Kasperl an den Marionetten-Fäden schien ich ausgeliefert auf Gedeih und Verderb dem Urteil der anderen. Weiterlesen