Nur heute achte ich einmal darauf, wie und wann ich andere oder etwas bewerte. „So eine komische Frisur“, denke ich vielleicht. Oder „Scheiß-Wetter heute.“, „Lahme Ente fährt vor mir Auto.“, „Das Essen in diesem Restaurant schmeckt einfach nicht!“, „Intellektueller Typ“, „Öko-Tussi“, „Armer Teufel“. Ich drücke damit etwas oder jemandem einen Stempel auf, bewerte und ordne es damit für mich ein. Es hilft uns sicher, die Welt zu strukturieren in klare Kategorien. Doch gerecht werden wir ihr damit nur selten.

Viele Bewertungen sind einfach nur subjektiv. Das heißt, es ist meine ganz persönliche Sicht der Dinge, mein Blick auf die Welt. Viele Schattierungen werden dabei übersehen, ignoriert. Die Welt ist kaum jemals nur schwarz oder weiß.

Heute lasse ich mal alle Schubladen offen und bin neugierig für alle Facetten des Lebens.

Heute frag ich mich: „Kann irgendjemand das vielleicht auch ganz anders sehen?“

Was verändert sich dadurch in deinem Fühlen?

 

Leid entsteht oft, wenn wir Schmerz oder Traurigkeit oder andere schlechte Gefühle wegdrücken und nicht wahr haben wollen. Es soll weg, dieses Gefühl! Mit aller Kraft wollen wir es weg drücken. Und genau damit vergrößern wir unser Leid und halten es fest. Dabei müssen wir oft durch den Schmerz hindurch. Ihn zulassen, spüren, fühlen, sein lassen. Alles in mir darf sein. Diese Erlaubnis erleichtert so sehr. Dann kann sich Ruhe und Frieden allmählich ausbreiten.