Ja, warum nur sind wir manchmal so gemein gerade zu den Menschen, die uns nahe stehen? Dies ist die Fortsetzung zum ersten Artikel, der gerade so reißend Absatz findet. Hier möchte ich die Thematik nochmal aufgreifen und weiterführen: “Warum so gemein …und wie können wir das ändern?”

Dass dies einer meiner beliebtesten Artikel ist, beweist: Viele Menschen leiden offenbar darunter, dass ihr Partner, ihr Kind, oder ein Elternteil gemein zu ihnen ist.

Oder aber sie selbst sind es, die immer wieder entgleisen, quasi explodieren… und nachher kommt es zu Schuldgefühlen.

Wie die Axt im Walde…

Da wirft man jemandem Sachen an den Kopf, ist ungehemmt grantig und zornig, wie man es niemals mit jemand anderem machen würde. Niemals würden wir uns in der Öffentlichkeit so benehmen, wenn wir noch alle Sinne beieinander haben. Niemals würden wir unseren Kollegen gegenüber so sprechen, niemals würden wir uns so verhalten vor den Schmidts, wenn sie zu Besuch sind oder wenn die Kinder Freunde da haben, dann reißen wir uns auch zusammen.

Nein, die vornehmen Schmidts kennen nur unsere Sahneschnittenseite. Die Wohnung ist dann tipp topp aufgeräumt, alles geputzt und abgestaubt, Blümchen am Tisch und der Kuchen selbst gebacken. Genauso aufgeräumt benehmen auch wir uns. Wir sind ausgesucht höflich und freundlich und die Kopfschmerzen von vorhin, weswegen wir eben noch rumgeschnauzt haben, werden nun einfach mit einem gekonnten Lächeln überspielt.

Die Kinder machen es übrigens nicht anders. Auch sie benehmen sich in der Regel gut, wenn man woanders zu Besuch ist oder wenn ihre Freunde da sind.

Doch wehe, die Tür ist zugefallen, der Besuch ist weg. Dann wird das „wahre Gesicht“ gezeigt. Die Gesichtszüge des Vaters entgleisen, das Hemd wird aufgeknöpft, der Gürtel gelockert und er sinkt erschöpft auf die Couch. Die Mutter zischt miesgelaunt, dass sie auch müde wäre und wieder mal alles alleine machen müsste, den ganzen Dreck nun wegräumen.

Der Teenager knallt die Tür zu und ist nicht mehr zu sprechen.

Wenn wir uns zu Hause und mit unseren Liebsten aufhalten, dann führen wir uns oft ziemlich unmöglich auf.

Warum? Dieser Frage bin ich in meinem ersten Blogartikel schon mal auf den Grund gegangen.  Hier kannst du ihn nachlesen: (Klick)

Es ist irgendwie sogar ein Kompliment an die anderen. Denn wir fühlen uns zu Hause und mit den vertrauten Menschen sicher und geliebt.

„Endlich möchte ich mal ich selbst sein. Authentisch sozusagen. Unverstellt.  Endlich mal die Maske fallen lassen und mich zeigen mit all meinen Gefühlen.“

Das ist an und für sich nix Schlechtes. Es ist auch richtig, dass wir alle Gefühle mal da sein lassen und fühlen sollen. Doch die Folgen, wenn wir uns so ungehindert im Negativen ausleben, sind leider verheerend und werden schlichtweg unterschätzt bzw. komplett ignoriert.

Authentisch sein, die eigenen Gefühle aller Art zulassen bedeutet nämlich nicht, dass wir andere damit hineinziehen müssen. Weder sind die engen Mitmenschen verantwortlich für unsere Gefühle noch sind sie unsere Therapeuten oder gar Müllhalden für unseren seelischen Müll.

Selbstverantwortung übernehmen

Wir dürfen als erstes Selbstverantwortung übernehmen für unsere Gefühle und unser Wohlbefinden. Denn die Gefühle  entstehen nun mal in uns selbst. Sie entstehen aufgrund unserer Bewertungen und Gedanken über eine Situation, über einen Menschen, über ein Problem.

Nicht ignorieren

Wir dürfen und sollen unsere schlechte Laune, unsere Aggressionen, unsere Traurigkeit, Enttäuschung und Müdigkeit nicht wegdrücken und ignorieren. Das wär auch der falsche Weg.

Doch wir dürfen auch nicht den Fehler machen zu meinen, es würde helfen, unsere Emotionen nun ungefiltert heraus zu lassen.

Wir tun das leider allzu oft. Das ist genau das Phänomen, das ich mit „so ekelhaft und gemein“ beschrieben habe.

Ein Kompliment?

Wir glauben uns sicher fühlen zu können. Umso mehr, je mehr wir uns unserer Mitmenschen sicher sind. Wenn wir uns grundsätzlich geliebt fühlen. Das meine ich mit „eigentlich ist es ein Kompliment“.

Wenn uns schon oft verziehen worden ist. Deshalb betrifft es gerade gutmütige Partner*innen und Elternteile. Die müssen oft ganz besonders leiden unter den Launen ihrer Partner  oder Kinder. So sicher fühlen die anderen sich, dass sie meinen, sie könnten sich quasi alles erlauben.

Da wird geschrien, getobt, auf den Tisch gehauen, Türen geknallt oder sogar mit Gegenständen geschmissen.

Sei dir nicht zu sicher

Doch Vorsicht: bedingungslose Liebe gibt es fast nirgends im Leben. Und sicher ist keine Partnerschaft oder Ehe, das sollte wohl mittlerweile fast allen Menschen klar sein.

Nicht einmal die Eltern-Kind Beziehung ist sicher. Das zeigen die vielen Beziehungsbrüche, wo erwachsene Eltern seit Jahren keinerlei Kontakt mehr zu ihren großen Kindern und Enkeln haben. Selbst Jugendliche suchen manchmal schon das Weite, kaum, dass sie es gesetzlich dürfen.

Also: es ist zwar schön, sich in einer Beziehung sicher fühlen zu können, doch gerade dann sollte sie uns so wertvoll sein, dass wir sie schützen und bewahren sollten.  Eigentlich müssten wird unsere liebsten Menschen behandeln wie ein kostbares, zerbrechliches goldenes Ei. Das ist nämlich etwas Seltenes und Wertvolles, eine enge Beziehung zu haben und das gibt es nicht oft im Leben und schon gar nicht schnell irgendwo her zu holen, wenn man es einmal verloren hat.

 

Wie schafft man einen besseren Umgang miteinander?

Was also kann man tun, rechtzeitig, damit es erst gar nicht so weit kommt und die Partnerschaft oder Beziehung nicht immer noch mehr leidet und noch mehr vergiftet wird?

Denn die vielen kleinen Verletzungen, die wir uns bewusst und unbedacht immer wieder im Alltag zufügen, sorgen jedes Mal für einen kleinen oder größeren Riss in unseren Beziehungen. Dieser Riss wird immer tiefer, bzw. kaum ist er am Verheilen, so wird die alte Wunde immer wieder aufgerissen.

Das führt irgendwann zu inneren Kündigung.

Diesen Begriff kennen die meisten aus dem Job, aus dem Berufsleben, wenn man nur noch Dienst nach Vorschrift macht. In der Liebe ist es ähnlich. Sie bröckelt, sie schwindet, immer mehr, bis die Gefühle irgendwann zugeschüttet sind mit all dem Müll, den wir darauf abgeladen haben.

Also erstens:

Machen wir uns bewusst, dass bestimmte Beziehungen unglaublich kostbar sind. Dass wir etwas dafür tun müssen, um sie lebendig zu erhalten. Wir dürfen keinen lieben Menschen für selbstverständlich nehmen. Wir dürfen Menschen nicht nur gebrauchen in ihrer Rolle und Funktion für uns.

Sonst sind wir bald im Herzen komplett getrennt und nicht viel länger darauf auch auf dem Papier geschieden. Oder bei Eltern und Kindern wird der Kontakt abbrechen, sobald sie nicht mehr gebraucht werden.

Gute Beziehungen

Menschen brauchen Wertschätzung, Höflichkeit, Respekt und Freundlichkeit.

Jeder, dem wir nahe sein wollen, hat einen liebevollen Umgang verdient!

“Dann müsste ich mich zu Hause also auch verstellen?”,  höre ich schon jemanden sagen…

Verstellen nicht, doch nicht mehr ungefiltert die miese Laune rauslassen. Nicht mehr rücksichtslos auf anderen herumtrampeln mit dem eigenen Frust.

Wie soll das funktionieren, wenn ich meine Gefühle doch nicht unterdrücken soll?, magst du dich fragen.

 

Ich wiederhole nochmal, weil es so wichtig ist:

Übernimm du die Verantwortung für deine Gefühle. Denn niemand hat die Macht, dir deine Gefühle zu „machen“. Die machst du dir schon ganz alleine.

Und wenn du Hilfe brauchst, deine Gedanken und Gefühle in den Griff zu bekommen, dann wäre ein erster Schritt mein 4 tägiger kostenloser Video/Emailkurs: Raus aus der Negativität – Programmiere dich auf Glück.

Wenn du die volle Verantwortung für dich übernimmst, dann gehört auch dazu, dass du gut für dich selbst und deine Bedürfnisse sorgen musst.

Wenn du also müde und erschöpft bist, dann nimm das wahr, spüre deine Gefühle und lass sie da sein.

Dann überlege, wie du dein Bedürfnis nach Erholung am besten erfüllen kannst und ob du eine ganz konkrete Bitte an deine Lieben stellen kannst.

Das wäre dann kein: “Lasst mir bitte meine Ruhe.”

Sondern: “Ich bin so k.o. von der Arbeit. Ich brauche jetzt mal eine halbe Stunde Ruhe auf der Couch. Könnt ihr das bitte einhalten? Ich schließe dazu die Tür und wenn nicht gerade eine Katastrophe eingetreten ist, dann will jetzt nicht gestört werden.”

Oder: “Ich gehe mal eine halbe Stunde spazieren. Mein Handy ist aus in der Zeit.”

Also nochmal in Kurzform: Spüre rechtzeitig, was in dir los ist, was zu kurz kommt und was du brauchst um dich wieder wohler zu fühlen. Dann sorge freundlich und bestimmt dafür. Freundlich und bestimmt. Das ist der Weg, der Beziehungen erhält.

Freundlich und bestimmt darfst du dich abgrenzen und für dich sorgen, wenn das gerade nötig ist.

 

Wer das nicht gewohnt ist, für den ist das nicht ganz einfach.

Es gilt, vom Schuld- und Opferdenken weg zu kommen: Die anderen sind schuld, ich bin das Opfer.

Es gilt, das eigene Befinden wahrzunehmen bevor es eigentlich zu spät ist. Und es gilt, zu spüren, was gerade gebraucht wird.

Dann wollen Strategien überlegt werden: Wie kann ich mir das erfüllen, was ich gerade brauche? Was ich jetzt selbst tun und wer könnte mir eventuell behilflich sein.

Dazu gehört eine konkrete Bitte auszusprechen.

Das wäre der Weg zu einem friedvollen und liebevollen Miteinander, liebe Leute. Schnell gesagt oder hingeschrieben, doch es ist tatsächlich ein Lernprozess.

Denn alte Verhaltens- und Denkmuster haben sich eingeschlichen und eingeschliffen über die Jahre und die kriegste nicht von heute auf morgen raus.

 

Wie machen wir weiter?

Wenn ihr zwei Partner diesen Artikel lest oder den Podcast hört, dann wisst ihr nun beide, wie ihr es in Zukunft besser machen könnt. Es lohnt sich, gemeinsam daran zu arbeiten. Am besten besucht ihr auch beide mein Webinar: „Ärger loslassen in 4 Schritten“ um das nochmal zu vertiefen.

Fürs erste: sobald einer von euch merkt, der andere verfällt schon wieder in alte Muster: vereinbart ein Codewort, das gesagt wird und das euch beide erinnert an euren Vorsatz: wir wollen von nun ab liebevoller mit uns umgehen. Unsere Beziehung ist uns wichtig. Der/die andere ist mir wertvoll genug, mich zu bemühen.

Wenn das nicht reicht, meldet euch gerne zur Online Paarberatung bei mir. Da kommen wir noch anderen Mustern auf die Schliche.

Viel Spaß beim Finden eines möglichst lustigen Codewortes. Die Bedeutung kennt nur ihr beide bzw. die Familie.

Bedenkt bitte:

Gegenseitige Wertschätzung ist die Grundlage jeder guten Beziehung. Sie setzt jedoch immer Selbst-Wertschätzung voraus.

Das heißt, wenn ich nicht mit mir selbst gut umgehen kann, wenn ich meine eigenen Grenzen immer wieder missachte, mit mir selbst gemein bin und schlecht rede „Ich Idiot, was hab ich bloß wieder gemacht“, dann wird es umso schwerer, auch anderen ihre Grenzen zuzugestehen und sie zu respektieren.

 

Ich fasse nochmal die wichtigsten Punkte zusammen, die ein besseres Miteinander ermöglichen:

  1. Schätze deine Liebsten genug wert, nimm sie nicht für selbstverständlich.
  2. Erkenne, was Ausbrüche und verletzende Worte anrichten. Sei dir im Klaren, dass es eure Beziehung schädigt, jedes Mal wieder, bis sie womöglich zerbricht.
  3. Gib niemandem mehr die Schuld daran, wie du dich fühlst. Es ist deine Verantwortung, wie du mit etwas umgehst.
  4. Lerne deine Gefühle wahrzunehmen und zu erkennen, welches Bedürfnis gerade dringend gefüllt werden möchte.
  5. Dann sorge gut für dich. Ziehe deine Grenzen freundlich und bestimmt.
  6. Vereinbare ein Codewort, wenn es wieder Richtung alte Muster geht.
  7. Schau mehr auf das, was funktioniert, was du magst in deinem Leben.
  8. Geh mit dir selbst liebevoll um, gerade wenn etwas nicht gut läuft.

 

Wenn du jetzt seufzt und denkst: “Das müsste mal mein Partner hören oder lesen.” Ja gerne, gib es weiter, doch warte nicht mit deinem Aufbruch zum Glück, bis der sich endlich ändert. Fang einfach bei dir selber an.

 

Denn denk daran: alles beginnt mit Selbst-Wertschätzung: Wie gehst du mit dir selber um, wie redest du mit dir, wir achtest du deine Grenzen?

Und noch was: wenn sich einer ändert, beginnt das ganze System sich zu ändern. Also, fang einfach bei dir selber an.

UND teile diese Folge oder diesen Artikel gerne weiter. Denn es ist natürlich leichter, wenn mehrere im System mitziehen.

 

Licht in deine Beziehungen und in dein Herz

wünscht dir Kerstin von Lichtfinder

PS: Hier kannst du den Text kostenlos als Podcastfolge hören: (Klick)

Abonniere den Podcast am besten in einer App (Apple Podcasts, Spotify free, Amazon prime, Castbox ….)

Heute gibt es eine Geschichte, die dir als Anregung dienen kann, mit deinen Mitmenschen weniger zusammenzuprallen und besser zu kommunizieren:

  • Der Traumdeuter – (Die Geschichte gibt es nur im Audio, Podcastfolge 56)

Der Job des Botschafters war früher potenziell lebensgefährlich. Eine schlechte Botschaft hat dem Überbringer der Nachricht in der Regel das Leben gekostet. Wie im Märchen eben.

Die Kunst der Kommunikation besser zu beherrschen, lohnt sich! Sie kann also nicht nur Menschenleben retten, sondern auch Beziehungen entscheidend beeinflussen.

Es ist also nicht unwichtig, wie wir etwas formulieren. Es beginnt schon dabei, wie wir ein Gespräch beginnen. Denn das ist dann so wie mit dem Zuknöpfen, wenn man das erste Knopfloch verfehlt, dann kommt man mit dem Zuknöpfen nicht mehr zurande.

Wie wir ein Gespräch beginnen, beeinflusst den weiteren Verlauf. Auch ist wichtig, haben wir aus der Geschichte gehört, welchen Aspekt eines Themas wir ansprechen, ob wir uns auf das Positive oder auf das Negative fokussieren.

Schwierige Gespräche können die wenigsten Menschen aus dem Bauch heraus spontan erfolgreich führen. Ich habe zum Beispiel früher schwierige Gespräche gehasst, gemieden und oft versemmelt. Verzweifelt war ich oft, weil ich so falsch verstanden worden bin, in dem, was ich eigentlich rüber bringen wollte. Dann hab ich es gelernt in einer Jahresausbildung als Trainer und geübt, alles rund um Konfliktgespräche…

Seit einigen Jahren bereite ich nun wirklich schwierige und wichtige Gespräche immer schriftlich vor. Wenn das zeitlich gar nicht geht, dann wenigstens in ein paar ruhigen Minuten im Kopf.

Dabei kann ich dir den wichtigen Hinweis geben:

Überleg dir, mit welchem Ziel du diese Unterhaltung führen möchtest. Was ist deine Absicht?

Zum einen in Bezug auf die Sache: worum geht es dir wirklich? Also unten drunter unter dieser Sache, die du ansprechen möchtest oder tief drinnen, nicht nur vordergründig. Welches Bedürfnis schreit quasi in dir und will erfüllt werden?

Schau dir dazu am besten meine Bedürfnisliste an, die es kostenlos zur Newsletter-Anmeldung gerade gibt.

Zum anderen, was ist dir wirklich wichtig in Bezug auf deine Beziehung zum Gegegenüber? Überleg dir, wie dein Verhältnis zum Gesprächspartner beeinflusst werden soll:

Soll das Gespräch eure Verbindung stärken oder willst du ihm nur die Meinung sagen und danach wäre ein Abbruch eurer Beziehung auch okay?

Für die nächste Alltagssituation kläre also erstmal für dich, was dir wirklich wichtig ist. Was soll der andere verstehen ? Gut ist, wenn er versteht, wie es dir mit etwas geht (mit einem Thema, mit einer Beobachtung, mit einer Situation) und was du wirklich brauchst.

Halte dir VORHER bitte vor Augen: Ziel eures Gesprächs ist normalerweise VERBINDUNG.

Das bedeutet:

  • Ich will verstanden werden, in dem, wie es mir geht und
  • Ich interessiere mich dafür, wie es dir damit geht und ob du mich auch so verstanden hast. Ich interessiere mich also auch dafür, was dir wirklich wichtig ist.

Gründe fürs Schweigen:

Gibt es da etwas, das schon lange zwischen euch steht? Was dich stört, was dich nervt, was dich ärgert?

Vielleicht schluckst du deinen Ärger oder Frust schon viel zu lange herunter und hast dich bisher noch nicht getraut, das Problem anzusprechen? Weil du nicht weißt wie. Weil du Angst hast, wie der /die andere reagiert. Weil du Konflikte nicht ausstehen kannst und lieber Harmonie möchtest. Ist das so?

___________________________________________________________________________________________________________________________

Wenn du ein schwieriges und gleichzeitig wichtiges Gespräch zu führen hast: mit deinem Partner, mit deiner Freundin, Kollegin oder mit deinem Chef, dann helfe ich dir gerne in einer Session bei der Vorbereitung. Das geht auch gut per Zoom.

Es wird mit ziemlicher Sicherheit erfreulicher laufen als ohne. Denn dann sind die besten Voraussetzungen dafür gelegt, dass das Gespräch euer Thema klärt und ihr euch besser versteht.

Ich freue mich auf deine Erfahrungen und Rückmeldungen zu dieser Folge.

Licht in deinen Tag und Abend.

Deine Kerstin Bulligan von Lichtfinder

Glaub nicht alles, was du denkst

Dieser Spruch begegnete mir vor Jahren an der Zimmertür einer außergewöhnlichen Therapeutin, geschrieben auf die Postkarte eines Eselchens.

Er hat mich lange beschäftigt und vieles seitdem verändert.

Was glauben wir nicht alles, was so durch unseren Kopf schießt: „Das schaffe ich nie. Ich bin nicht kompetent genug. Die anderen würden schlecht über mich denken, wenn sie wüssten…“

Oder: „Ich kann das nicht. Das kann nicht funktionieren. Mit dem, was mir passiert ist, kann ich nie mehr richtig glücklich werden. Ich finde nie mehr einen Partner/eine Partnerin.“ Oder: „Mein Kind und ich haben eine schwierige Beziehung.“ Oder: „Ich werde nie mehr ganz gesund.“

Und so weiter….

Der Kopf ist bei allen möglichen Gelegenheiten voll von Gedanken, die uns daran hindern, vorwärtszukommen, in Richtung unseres Glücks.

Es stimmt doch!

Doch warum sollten wir diesen Gedanken denn keinen Glauben schenken? Es stimmt doch! Es hat sich doch immer wieder bewahrheitet: „Ich kann einfach kein Mathe“, ist dein Gedanke. Und bei einfachsten Kopfrechenaufgaben verrechnest du dich zuverlässig immer wieder…

Genau so ist es in allen anderen Bereichen. Wenn du einen Vortrag halten willst mit dem Glauben „Ich bin jedes Mal ganz furchtbar aufgeregt bei Vorträgen“, dann hast du wirklich jedes Mal einen trockenen Mund.

Wenn du kochst mit dem festen Glauben „Ich kann einfach nicht gut kochen“, dann bricht selten die große Begeisterung über dein Essen aus.

Ja, und die richtige Partnerin oder den Traummann hast du auch noch nicht gefunden.

Genauso wie du’s dir prophezeit hast. Weil du deinen Gedanken einfach geglaubt hast.

 

Was sind Glaubenssätze?

Wenn wir Gedanken glauben und immer wieder innerlich wiederholen, werden sie zu Glaubenssätzen.

Da gibt es positive und negative. Gemeint sind damit Glaubenssätze, die uns stärken und Sicherheit geben und ein gutes Gefühl. Und solche, die uns ausbremsen, runterziehen und uns ein unangenehmes Gefühl geben.

 

Woher kommen/ Wie entstehen Glaubenssätze?

Irgendwann einmal war dieser Gedanke vermutlich wahr. Das kann schon viele Jahre her sein. Du hast die Erfahrung damals bei dir abgespeichert und einfach generalisiert auf alle zukünftigen Situationen. Bestes Beispiel: „Ich bin schüchtern.“

Der Gedanke war einmal wahr

Das war irgendwann mal so, in einer verletzlichen Phase deines Lebens, dass du dich schüchtern gefühlt hast. Vielleicht war es schon mit 3 Jahren auf deinem ersten Weg in den Kindergarten. Vielleicht zum ersten Mal in der Pubertät. Du hast es daraufhin vermutlich mehrmals gehört von deinen Eltern, von Lehrern, von Freunden. „Die ist schüchtern.“ „Der traut sich nicht.“

Ja, du hast dich ängstlich gefühlt in diesem Moment. Doch das fiese ist, dass dein Gehirn diese Erfahrung generalisiert hat, bestärkt auch noch durch die Äußerungen anderer. Dazu genügte eine einzige Situation, die für dich emotional bedeutsam war: Zum Beispiel die plötzlich zittrige Stimme, als du damals ein Gedicht aufsagen musstest.

Ein Teufelskreis der Verstärkung

Anschließend hast du es zu deiner Identität gemacht „Ich bin schüchtern“ und daraufhin hat sich dein schüchternes Verhalten wiederholt, weil du es geglaubt hast. Andere haben dich so erlebt und deshalb auch immer wieder gespiegelt.

„Ach, lass sie. Sie ist einfach schüchtern.“ Das hat den Glauben an diese Identität noch verstärkt.

Ein festes Glaubenssystem ist dadurch entstanden, welches sich immer wieder aufrecht erhält und nach Bestätigung strebt. Das heißt, paradoxerweise, obwohl du es dir niemals bewusst aussuchen würdest und weißt, es tut dir nicht gut, strebt unbewusst alles in dir danach, diesen Glaubenssatz zu erfüllen. Deiner Identität als schüchternes Kind gerecht zu werden. Selbst wenn du längst eine erwachsene Frau oder ein erwachsener Mann geworden bist.

Also nochmal: Die feste Überzeugung „Ich bin schüchtern“ sucht nach Beweisen, nach Bestätigung.

Und es bestätigt sich dann immer wieder, was die Überzeugung noch mehr verstärkt.

So ist es wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, die unbewusste Prozesse hervorruft und deshalb funktioniert. Alles Denken, Fühlen und Handeln geht dann in diese vorgegebene Richtung.

Du bist was du glaubst

Deshalb sind die Sätze, die mit „Ich bin…“ beginnen, besonders tückisch und besonders haltbar. Denn sie beschreiben deine Identität, die du angenommen hast. Denn du bist, was du glaubst zu sein.

Schreib dir doch mal auf, was du alles glaubst zu sein. Teile deine Liste gerne in zwei Spalten ein: Mein positives „Ich bin …“ Mein negatives „Ich bin …“

Mach hier gerne stopp und lies später weiter.

(…)  – Zeit für dein Ich bin –

Die guten Sätze, die du von dir selbst aufgeschrieben hast, stützen sich auf deine guten Erfahrungen. In der Regel genügt eine einzige Erfahrung, um die Bildung eines Glaubenssatzes in Gang zu bringen.

So hast du einmal eine brilliante Leistung erbracht in irgendeinem Bereich, zum Beispiel im Sport. Und dafür ganz viel Aufmerksamkeit und Bestätigung bekommen. Ein emotional ganz wichtiger Moment, so was merkt man sich. Fortan war dein Glaube entstanden: „Ich bin gut im Sport“ und du hast mit Selbstbewusstsein und Sicherheit noch fleißiger und begeisterter trainiert und bist logischerweise in Folge immer besser geworden.

Dagegen der Satz „Ich kann nicht singen“ ist vermutlich aus einer Erfahrung entstanden, in der sich jemand vorsichtig ausprobiert hast und ein unsensibler Mensch hat es kommentiert mit: „…Also singen kannst DU nicht.“

Fortan hast du den Mund gehalten und wenn du von da an singen musstest oder wolltest, hast du deine Stimme eingeschränkt und nur leise vor dich hin gesungen. Denn: Singen können andere, du nicht. Deine Stimmbänder hatten deshalb nie die Möglichkeit, ihr Potenzial zu entfalten. Denn eigentlich – so weiß es die Wissenschaft – haben alle Menschen genau die gleichen Voraussetzungen der Sprechwerkzeuge um Töne singen zu können. Das heißt, die Fähigkeit, Töne zu erzeugen, ist für jeden gleichermaßen vorhanden. Die Übung und Schulung der Stimme beeinflusst dann die Entwicklung und natürlich auch das Talent.

So wird nicht jeder lernen können, wirklich gut zu singen oder wirklich brilliant zu rechnen.

Voraussetzungen für Erfolg

Kann jeder Höchstleistungen erreichen? Wohl nicht ganz. Auch wenn die 10.000 Übungsstunden Theorie 2008 durch Malcom Gladwell bekannt geworden ist. Sie besagt, dass jeder, der 10000 Übungsstunden investiert, Spitzenleistungen in jedem Bereich erzielen kann. Sein Buch war damals ein Bestseller. Geforscht hatte dazu schon in den 90ern Anders Ericsson an Kindern und Jugendlichen, die Geige übten und mit enormem Fleiß erstaunliche Ergebnisse erzielten.

In den letzten Jahren erst hat man die These wieder revidiert, weil scheinbar doch andere Faktoren noch dazu kommen, um erfolgreich zu sein auf einem Gebiet. Das angeborene Talent entscheidet, wie leicht sich jemand tut. Wenn mehr Leichtigkeit erlebt wird, ist auch mehr Freude da, mehr Motivation zum Üben. Und natürlich das Umfeld spielt eine Rolle.

Doch sicher ist und bleibt: je mehr sich jemand mit einer Fertigkeit oder einem Thema beschäftigt, umso besser kann er und sie darin werden.

Nur eins ist gewiss: solange der Glaube besteht „Ich kann das nicht“ verhindert allein schon die Angst, dass wir uns weiter mit der Sache beschäftigen. Die Angst blockiert nicht nur die Fähigkeit an sich, sondern gleichzeitig die Lust, an dem Thema dranzubleiben und weiter zu üben.

Doch erst durch diese beständige Übung und Offenheit für eine Sache ergibt sich die Chance, richtig gut in etwas zu werden.

Glaub, was hilfreich ist

Deshalb, wenn du später im Leben noch gerne etwas lernen würdest und da ist dieser Glaubenssatz. – Glaub ihm nicht länger! Er muss für dich schon lange keine Gültigkeit mehr besitzen. Lass dich nicht länger davon abhalten. Offenheit, Übung und Freude am Tun lassen beträchtliche Fortschritte zu, egal in welchem Alter.

Was denkt dein Eselchen?

Also, welchen Gedanken glaubst du schon dein Leben lang über dich und deine Fähigkeiten? Er hat sich deshalb bewahrheitet, weil alles in dir danach gestrebt hat, ihn wahr zu machen. Der Glaube versetzt bekanntlich Berge.

Deshalb prüfe lieber genau, was du so alles glaubst und ob du es wirklich länger glauben magst.

Denn wenn wir uns einen positiveren Satz ERLAUBEN,

dann öffnen sich auf einmal neue Erfahrungsmöglichkeiten. Dann könnten wir uns an Felder wagen, die bisher tabu erschienen sind. Dann wäre eine ganz neue Entwicklung möglich. Zum Beispiel mit diesen neuen positiven Sätzen:

„Ich öffne mich dafür, den richtigen Partner in mein Leben zu ziehen.“

„Ich mach mich schlau über Geldanlagen und krieg mehr Bezug zu meinen Finanzen.“

Auflösen hinderlicher Glaubenssätze

Manche Glaubenssätze ziehen sich so sehr durchs Leben, dass sie quasi ein Lebensthema geworden sind. Sie verhindern die Wahl des Traumberufs, sie verhindern das Ansprechen der Traumpartnerin, sie verhindern, gesund zu werden. Sie verhindern, zu Wohlstand zu kommen. Sie verhindern so vieles, was glücklich machen würde.

Diese hinderlichen Glaubenssätze aufzulösen, bringt dann eine echte Veränderung.

Wenn du in einem Lebensbereich einfach auf keinen grünen Zweig kommst, dann stecken höchstwahrscheinlich mehrere Glaubenssätze dahinter.

Diese lassen sich auflösen, wenn es auch bei manchen durchaus nicht von jetzt auf gleich geht. Du findest dazu jede Menge im Netz, doch nicht selten ist man blind für die eigenen Themen. Deshalb gibt es Coaches und Therapeutinnen, die dabei helfen, neue, gute Glaubenssätze zu entwickeln und den alten keinen Glauben mehr zu schenken. Weil sie uns einfach nicht mehr dienen.

Kleine, alltägliche Gedanken

Doch es sind nicht nur die großen Glaubenssätze, die der Spruch meint mit: „Glaub nicht alles, was du denkst.“ Auch wenn die sicherlich den gravierendsten Einfluss haben.

Nein, es sind auch die vielen kleinen, alltäglichen Gedanken, die Einfluss haben und keineswegs immer gut sind zu glauben.

  • „Es regnet? Heute kann ich nicht spazieren gehen.“
  • „Die Kollegin ist hinterhältig, der kann man nicht trauen.“
  • „Vegetarisches Essen schmeckt nicht.“

Glaub nicht mehr jedem Gedanken

Empfehlung von mir für den Hausgebrauch:

Trau deinen Gedanken nicht mehr einfach so über den Weg. Nimm sie einfach nicht länger für bare Münze. Sie sagen dir nämlich nicht DIE Wahrheit. Sie sagen dir DEINE Wahrheit. Deine Wahrheit, die entstanden ist, aufgrund deiner Erfahrungen.

Glaub gern sofort alles, was dir gut tut, was dir und anderen auch langfristig Freude macht.

Glaub bitte nicht mehr das, was dich unnötig ausbremst oder runterzieht.

 

Gedanken prüfen in 7 Schritten

  1. Nimm wahr: Ah, ich DENKE das. (Das ist meine subjektiv gefärbte Meinung/ meine Sicht auf die Welt und die Menschen aufgrund meiner Erfahrungen)
  2. Hinterfrage deinen Gedanken
  • Stimmt das wirklich? Kann ich zu 100% sicher sein, dass das wahr ist?
  • Sehen alles Menschen das ganz genauso?
  • Gibt es irgendwelche Ausnahmen?
  1. Wie geht es mir/wie verhalte ich mich, wenn ich diesen Satz weiterhin glaube?
  2. Gibt es EINEN Grund, an diesem Gedanken festzuhalten?

>> Wovor will mich dieser Gedanke vielleicht schützen? Ist das noch nötig?

  1. Wenn nicht, wenn es keinen Grund gibt daran festzuhalten: Dreh den Gedanken um (ins Positive).
  2. Wenn ich diesen positiven Gedanken glauben würde: Wie würde ich mich dann fühlen, wie würde ich mich dann verhalten?
  3. Kann ich mal eine Weile so tun als ob?

Probiere es aus und kuck, was es mit dir macht.

 

Ein neues Ich

Stell dir vor, es gibt Menschen, die denken sich: „Regen? Cool, heute ist Waldspaziergang dran. Wo sind die Goretex Klamotten? Ich liebe diese Frische in der Luft und auf meiner Haut.“ (Das bin ich…😊)

Für deine ganz persönliche Glaubenssatzarbeit bin ich sehr gerne für dich da.

Du kannst dein Ich bin neu kreieren, so dass es dir gut geht mit dir selber.

Ich arbeite zusätzlich mit dem Unbewussten, um den Ursprung des alten Glaubenssatzes wirklich aufzulösen und den neuen hilfreichen Satz fühlbar zu machen.

Inzwischen wünsche ich dir viel Neugier und Freude beim Überprüfen und Ummodeln deiner Gedanken.

Es macht bereits einen Unterschied, wenn du nicht mehr alles einfach so als gültige Wahrheit hinnimmst.

Denn: Du bist besser, als du immer von dir dachtest. Du kannst mehr, als du glaubst. Und die Menschen sind meist so mit sich selbst beschäftigt, dass sie sich über andere gar nicht so viele schlechte Gedanken machen, wie du vielleicht denkst.

Also: Glaub nicht alles, was du denkst, kleines Eselchen.

Und wenn du glaubst, dass diese Folge für andere auch wertvoll sein könnte, dann ist das vermutlich wahr, das darfst du mir glauben.

Deshalb teile sie gerne mit anderen und hinterlass mir eine Rezension bei Apple Podcasts. Ich würde mich freuen, ganz echt.😉

Deine Kerstin von Lichtfinder

PS: Du kannst diesen Text als Podcastfolge kostenlos hören. Hier direkt von der Website (< Klick) oder in den Apps.

Wie tolerant bist du wirklich gegenüber anderen Meinungen und Gesinnungen? 

Dieser Text will einladen zur Selbstreflexion und beitragen zu mehr Frieden und weniger Spaltung in unserer Gesellschaft.

Vor kurzem unterhielten wir uns mit einem jungen Mann, der einen Shitstorm auf YouTube bekam, weil er sich die Haut dunkel gefärbt hatte, um einen schwarzen Promi in seiner Comedy-Show darzustellen. Er war sehr betroffen und fühlte sich in eine Schublade gesteckt. Sah er sich selbst doch fern von jeglicher rassistischer Gesinnung.

Wir sprachen über die Empfindlichkeit heutzutage, was Äußerungen angeht. Die Gendersternchen-Bewegung, die mittlerweile bereits Nachrichtenpodcasts erreicht hat. So dass man nur noch von ÄrztInnen, PolitikerInnen und sonstigen Innen spricht. Allerdings nur in positiven Zusammenhängen, also nicht bei TäterInnen o.ä.

Unsere Gesellschaft, nicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Ländern, vor allem auch in Amerika ist quasi hochsensibel geworden, was Sprache angeht. Die Amerikaner wollen übrigens derzeit human nicht mehr sagen, weil sich man darin verbirgt… Es treibt also durchaus Blüten.

Achtung, ich möchte mich von vornherein entschuldigen:  diese Folge ist ganz bestimmt nicht sprachlich hygienisch rein, mit doppelter FFP2 Maske gesprochen;)

Wenn ich irgendein Wort also nicht politisch korrekt sprechen sollte  – und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich über Stolperdrähte stolpern werde – dann ist es mir umso wichtiger, diese Botschaft nach außen zu bringen. Ich hoffe, es gelingt mir ansatzweise, weil es wirklich so wichtig ist.

Sind wir zu empfindlich?

Eines möchte ich gerne deutlich machen: Die Empfindlichkeit gegenüber sprachlichen Äußerungen darf nicht als „zu empfindlich gewertet werden“. Denn wenn wir sagen, „Hach, was seid ihr Randgruppen denn so empfindlich?“ Dann ignorieren wir den Schmerz, dann sind wir alles andere als empathisch. Es ist wichtig, dass wir für die Sorgen und Nöte bestimmter Gruppen sensibel werden um neue Bilder in die Köpfe der Gesellschaft zu bekommen.

Gleichzeitig sollten wir versuchen, allen Menschen gegenüber mehr Empathie entgegenzubringen. Jeder – wirklich jeder (!) -will gesehen und ernst genommen werden in seinen Bedürfnissen, Sorgen, Nöten und Ängsten. In dem, was andere als „Empfindlichkeiten“ bezeichnen, weil sie es selber einfach nie so erlebt und gefühlt haben.

Die Bedeutung sprachlicher Sensibilität

Sprache schafft Realität. Sprache erzeugt Gefühle und kreiert Bilder in unseren Köpfen. Und was wir uns vorstellen können, ist möglich und kann Wirklichkeit werden. Hypnose ist der beste Beweis dafür. Durch Sprache kreiere ich in der Hypnose  Bilder und andere Sinneshalluzinationen, die dann wirklich gefühlt werden und eine neue Wirklichkeit erschaffen.

Den Schmerz anerkennen

Ich weiß um den Schmerz von Minderheiten oder Andersartigen, die sich ausgegrenzt fühlen oder die Mobbing oder eine Sonderbehandlung erfahren haben. Nicht nur aus zahlreichen Telefongesprächen mit Betroffenen, sondern auch von engsten Mitmenschen. Außerdem nicht zu vergessen, ich bin eine Frau. Wenn man das heute noch sagen darf , zwinker, zwinker.

Ich musste als Jugendliche im Ferienjob erleben, dass mein männlicher Mit-Kollege 2 DM mehr Stundenlohn bekam als ich in den zwei Wochen Büroarbeit. Das machte am Ende riesig einen Unterschied. Ich war wirklich baff, dass allein das Geschlecht entscheiden sollte, dass er am Ende mit ein paar Hundert DM mehr rausging, obwohl wir exakt die gleiche Arbeit machten. Ich hatte damals meinen ganzen Mut zusammen genommen und beschwerte mich im Personalbüro. Daraufhin bekam ich dort nie wieder einen Job. Ich war seitdem höchst sensibilisiert für die Ungerechtigkeit gegenüber bestimmten Gruppen. Immer war es mir wichtig, selbst allen Menschen gleich offen gegenüberzutreten.

Gesellschaftliche Spaltung

Doch die Entwicklung der letzten Jahre und besonders in letzter Zeit erschreckt mich. Menschen zerreißen sich, fallen übereinander her wie die Hyänen besonders in den sozialen Netzwerken. Da bin ich einmal so angegriffen worden im Rahmen einer Diskussion über die ungerechte Behandlung eines kleinen dunkelhäutigen Kindes, dass ich viele Monate nicht mehr in dieser Facebook Gruppe aktiv war. Obwohl ich nur die allerbesten Absichten hatte und diese auch äußerte.

Das Schlimme für mich daran war, dass nicht wirklich zugehört wurde. Motive, Bedürfnisse interessierten nicht. Die gute Absicht wurde einfach nicht gesehen. Es wurde nur auf Worte geschaut die als richtig oder falsch galten, nicht auf die Haltung dahinter.

Berechtigtes Interesse

Menschen, die irgendwie anders sind als die herrschende Mehrheit, haben Schmerz erlebt.

Sie sind verletzt worden, gedemütigt, beleidigt, ausgegrenzt, benachteiligt worden. Sie wollen Gleichbehandlung, Respekt und Wertschätzung: ob es sich nun um Frauen, Schwule, Behinderte, Angehörige anderer ethnischer Gruppen, Religionen oder Hautfarben handelt oder nicht eindeutig zuordenbare Geschlechter. Dieser Schmerz ist verständlich.

Und es ist ein Geburts- und Menschenrecht, dass einfach alle Menschen gleich sind im Sinne von gleich viel wert und gleich zu behandeln. Im Übrigen gibt es immer noch keine echte Gleichbezahlung der Frauen im Deutschland des 21. Jahrhunderts, das nur mal so am Rande bemerkt.

Wenn wir uns sensibilisieren für Sprache, dann ist es möglich, neue Konzepte in die Köpfe der Menschen zu bekommen, das ist auch richtig.

Deshalb ist es wichtig und okay, auch die weiblichen Bezeichnungen immer wieder zu verwenden und auch sonst sich sensibel zu zeigen für Verletzlichkeiten. Deshalb bemühe ich mich auch immer wieder die männlichen und die weiblichen Bezeichnungen etwas abzuwechseln, auch wenn es umständlicher klingt. Das künstliche In, dazu kann ich mich noch nicht durchringen. Da bin ich halt noch nicht so weit. Das widerstrebt mir irgendwie.

Schwul zum Beispiel als abwertendes Wort in der Alltagssprache zu verwenden ist gedankenlos und verletzend. Darauf dürfen und sollen Menschen aufmerksam gemacht werden.

Eine Sensibilisierung ist gut und sehr wichtig, doch soll sie nicht zu pauschalen Vorverurteilungen führen, nur weil sich jemand eben noch nicht so bewusst ist.

Eine Kultur des Verurteilens

Doch was gerade passiert ist ein Prozess der Hypersensiblität gegenüber bestimmten sprachlichen Äußerungen. So dass die Worte, die jemand spricht, zu einem Shitstorm führen, der seinen Ruf für immer beschädigt und die Karriere beendet.

Das heißt, es wird sofort be- und verurteilt und dieser Mensch wird in eine Schublade gesteckt.

Über manche Themen trauen wir uns fast nicht mehr aussprechen, was wir denken. Überall lauern Gefahren. Es entsteht die Angst, selbst verurteilt zu werden als Genderfeindliche, Rechtsgesinnte, QuerdenkerIN, EsoterikerIN (!) usw. usf.

Was passiert? Wir verurteilen die anderen. Immer und immer wieder. Wir meinen, Gedanken und Gefühle lesen zu können. Jemand der so was sagt, muss ja so eine Gesinnung haben.

Jemand, der so was sagt, gehört in diese Schublade. Ganz klar.

Wir vergessen dabei, dass niemand Gedanken lesen kann. Wir urteilen zu schnell, zu einfach und zu hart.

Wir können nicht alle in einen Topf werfen. Menschen haben so viele Facetten.

“Bist du nicht 40 Tage in den Mokassins des anderen gelaufen, kannst du nicht über ihn (oder SIE!) urteilen,” sagten die Indianer. Verzeiht bitte, native Americans. Ich bin so aufgewachsen, mit Cowboy und Indianer.

Ich bin bestimmt einer der tolerantesten und offensten Menschen für alle nur möglich Schattierungen des menschlichen Daseins. Und ich hab mich als Kind zu gerne als Indianer verkleidet und habe immer noch Begriffe im Kopf wie Negerkusstorte oder Mohrenkopfsemmeln. Deshalb weiß ich natürlich um die schreckliche Geschichte der Sklaverei und Alltagsrassimus im 21. Jahrhundert. Ich finde das schlimm und wünsche mir, eine echte Menschlichkeit in den Köpfen und Herzen.

Selbstreflexion ist nötig

Sprache erzeugt Bilder, erzeugt Vorstellungen und Gefühle. Es ist wichtig, dass alle Menschen sich wohl fühlen können.

Ist nicht die Haltung, die ein Mensch hat, viel wichtiger als manche Begriffe, die er verwendet? Noch wichtiger ist, dass aus einer Haltung heraus auch entsprechendes Verhalten folgt.

Ein Verhalten, das eben nicht ausgrenzt, das ehrliche Wertschätzung und ehrliche Gleichberechtigung hervorbringt.

Was hab ich scheinheiliges Verhalten dick! Gerade von Kirchenvertretern gab es im wahrsten Sinne des Wortes so viel Schein-Heiligkeit so viele Jahrhunderte lang und bis heute. So wenig echte Menschlichkeit. Worte sprechen ist das eine, die Haltung dahinter und das Verhalten eine viel entscheidendere.

So viele Menschen wollen heutzutage besonders gut sein, wollen sich einsetzen für Minderheiten, für die Umwelt, für Solidarität und vergessen dabei, dass sie selbst im gleichen Atemzug jeden verurteilen, der anders denkt.

Deshalb an alle, die sich berufen fühlen, sich zu empören und andere zu verdammen, weil diese nicht gendergerecht sprechen, immer noch Begriffe bestimmter Art in den Mund nehmen die doch „ein No-go sind“.

Was empört ihr euch denn? Was verdammt ihr denn? Wie gut ist das denn, andere als schlecht zu bezeichnen?

Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein…

Ist es nicht so, dass gerade durch dieses Verurteilen Unfriede und Spaltung entsteht? Dass gerade dadurch eine echte Gleichbehandlung nicht MÖGLICH Ist? Weil man sich so sehr auf diese Unterschiede wie Geschlecht und Hautfarbe etc. konzentriert? Ich will mich gar nicht mehr darauf konzentrieren. Man zerrt die Unterschiede immer wieder hervor und zeigt darauf.

Den Menschen sehen

Warum sehen wir nicht einfach den Menschen? Wenn ich den Menschen sehe, dann ist doch alles andere unwichtig. Ganz gleich sind wir Menschen nicht und werden es zum Glück(!) niemals sein. Zum Glück gibt es unterschiedliche Hautfarben -warum sollten wir das heutzutage nicht benennen dürfen – zum Glück gibt es verschiedene Geschlechter. Zum Glück gibt es andere Meinungen. Wie langweilig wäre sonst diese Welt.

Mit einer künstlichen Gleichmacherei ist niemandem geholfen. Wir können stolz sein auf unsere Unterschiedlichkeit und Individualität und uns verbunden fühlen im Menschsein. Mit alle unseren so ähnlichen Wünschen und Sehnsüchten.

Menschen tendieren zu Schubladendenken

Mein Aufruf in dieser Folge: Werde dir bewusst, dass du selbst ständig beurteilst und bewertest. Ständig! Ich auch. Wir Menschen sind so gestrickt. Wir brauchen Bewertungen und Urteile, um uns in der Welt zurecht zu finden. Wir tendieren zu Schubladendenken. Schubladen helfen uns, eine Einordnung vorzunehmen, unsere Welt, die Menschen und die Werte zu strukturieren. Es nützt nichts, das zu verleugnen oder zu ignorieren. Wir werten und urteilen 1000e von Malen am Tag.

Doch es ist verheerend, wenn wir über Menschen urteilen, sie in eine Schublade stecken, Etikett draufkleben – und die Schublade dann verschließen.

Es ist verheerend, wenn wir uns nicht bewusst werden, dass es das ist, was wir tun.

Wir drücken alles und jedem unseren subjektiven Stempel auf. Wir sehen die Welt durch unsere subjektive Brille. Wir leben unsere Wahrheit, nicht DIE Wahrheit. Jeder konstruiert sich seine eigene Wahrheit aufgrund der eigenen Werte und er eigenen gemachten Erfahrungen.

Meine Welt und deine Welt

Wir zeichnen uns quasi unsere eigene Landkarte von der Welt, wie wir sie sehen und erleben. Und darin ordnen wir alles ein, so dass es für uns Sinn ergibt und passt. Doch die Landkarte entspricht nicht 1:1 der Realität, oder? Du fühlst das Gras nicht, wenn du mit den Fingern über die Karte streichst. Nein!

„The map is not the territory“

ist eine der Grundannehmen des NLP, einer wunderbaren Methodenlehre für Veränderung. The map ist not the territory. Die Landkarte ist nicht die tatsächliche Landschaft.

Wir müssen uns bewusst werden, dass wir urteilen, dass wir ständig bewerten. Dass das unsere subjektive Sicht auf die Welt ist. Unsere eigene Wahrheit.

Deshalb gibt es mehrere Wahrheiten. Manch einer, der eine völlig neue Erfahrung gemacht hat, im positiven wie im negativen Sinn, denkt nachher völlig anders über dieselbe Sache. Das kennst du doch bestimmt auch.

Nach einer Reise, nach dem Verlust eines Menschen, nach einer Krankheit, nach der Begegnung mit einem anderen besonderen Menschen ändern sich oft Meinungen ganz radikal. Man weiß gar nicht mehr, wie man früher bloß so denken konnte. Heute sieht man dieselbe Sache völlig anders.

Vielleicht hast du früher Schweinebraten mit Genuss gegessen und die Vegetarier belächelt, heute geht das für dich gar nicht mehr!

Bist du im Schubladendenken?

Was ich damit sagen will: Nicht, dass du aufhören solltest zu urteilen.

Sondern: werde dir bewusst, dass du urteilst, dass du subjektiv bist, dass es deine Brille ist, durch die du gerade schaust. Dass du in Schubladen steckst: und zwar nicht nur die Frauen, die Schwarzen (steinigt mich), die Schwulen und die Sonstigen sondern auch … (!)

…all die Menschen, die eine unbedachte Äußerung machen. Die Menschen, die noch nicht so weit sind in ihrem Bewusstsein, die Menschen, die noch nicht dieselben Erfahrungen gemacht haben wie du, noch nicht dieselben Erkenntnisse gewonnen haben wie du. Die Menschen, die ihre Werte gerade anders priorisieren. Die zum Beispiel mehr Wert legen auf Freiheit als auf Sicherheit. Die einen, die mehr Wert legen auf Umweltschutz. Die anderen, die mehr Wert legen auf Bequemlichkeit und Freiheit.

Wie wäre es, die Bedürfnisse auf den Tisch zu legen und in schlauen Lösungen zu vereinen?

Die einen wünschen sich Toleranz gegenüber den Minderheiten oder Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die andern wünschen sich Toleranz gegenüber unterschiedlichen sprachlichen Äußerungen. Alle wünschen sich Toleranz.

Was uns verbindet

Vielleicht sollten wir uns mehr darauf konzentrieren, was uns verbindet als Menschen als darauf, was uns spaltet. Wir Menschen haben alle tatsächlich dieselben Grundbedürfnisse. Nur nicht im selben Ausmaß zur selben Zeit.

Wir machen diese Welt nicht besser, wenn wir uns mit Hass und Verurteilen auf Menschen stürzen, die anderer Meinung sind als wir selber. Unsere Welt wird nicht besser, wenn wir Andersdenkende verurteilen. Wenn wir Menschen verurteilen, die gerade andere Werte wichtiger nehmen als wir.

Mein Apell

Lasst die Schubladen offen! Menschen sind so viel mehr als die eine Äußerung, die ihnen entschlüpft. Menschen haben so viele Facetten, sie verdienen es nicht – und zwar niemand! – in eine Schublade gesteckt zu werden und darin zu bleiben. Damit werden wir keinem einzigen Menschen gerecht.

Es gibt nicht DIE Frauen, nicht DIE weißen Männer, nicht die Transgender und nicht die Umweltschützer, ebenso wenig wie die Muslime und die Farbigen.

Es gibt so viel mehr zu entdecken in jedem Menschen.

Und es gibt so vieles, was uns vereint. Wenn wir uns jedoch nur fokussieren auf diese eine Meinung, die uns gerade trennt, oder dieses eine Merkmal der sexuellen oder politischen Orientierung dann bewirken wir immer mehr Spaltung.

Deshalb legen wir den Fokus doch lieber auf das, was uns verbindet. Bevor du urteilst oder bevor du die Schublade schnell verschließt. Frage den anderen: Worum geht es dir wirklich? Lass die Schublade offen.

Bleib neugierig, was dahinter steckt, wenn jemand eine Meinung äußert. Was steckt eigentlich für ein Wunsch dahinter? Welche Facetten hat dieser Mensch noch?

Menschen handeln und sprechen immer aus einem Bedürfnis heraus. Und erinnere dich: dasselbe Bedürfnis hast du auch, wir haben nämlich alle dieselben. Nur ist es bei dir gerade nicht so stark ausgeprägt und du würdest mit anderen Strategien versuchen, es dir zu erfüllen.

Welches Bedürfnis steckt bei mir hinter der Folge heute?

Es ist der Wunsch nach Verbindung, nach Austausch, nach echtem Dialog in unserer Gesellschaft. Das ist vielleicht das wichtigste und die dringlichste Aufgabe für jetzt und die nächsten Jahrzehnte. Es ist der tiefe Wunsch nach Frieden in uns und unter uns. Wenn wir nicht bei uns selber anfangen, wie sollen wir dann in einer friedlichen Welt leben?

Wenn wir nach Toleranz schreien für Menschen anderer Religion, Hautfarbe und anderen Geschlechts, dann lasst uns nicht vergessen, selbst tolerant zu sein gegenüber anderen Gesinnungen.

Sei ehrlich zu dir selbst

Wie tolerant bist du selbst wirklich gegenüber anderen Meinungen? Wie schnell verurteilst du andere?

Es ist ein psychologisches Phänomen genannt Projektion, dass, wir an anderen am meisten hassen und verurteilen, was wir uns selbst nicht erlauben bzw. was auch eine eigene Schwäche von uns selbst darstellt. Es hat also immer mit uns selbst zu tun. Es sind unsere Werte.

Können wir anderen zugestehen, dass ihnen gerade etwas anderes wichtig ist? Können wir im Dialog und im Frieden bleiben. Können wir die Vielfalt an Meinungen schätzen?

Erinnere dich, dass du deine Meinung im Laufe deines Lebens schon öfter mal geändert hast, angepasst hast. Wenn du vehement streitest, denk daran, dass Meinungen sich ändern, dass nichts in Stein gemeißelt ist. Dass Meinungen das sind, was sie sind, subjektive gefärbte Meinungen, jedoch keine Wahrheiten.

Jeder hat immer Recht

Deshalb hat eigentlich jeder immer Recht  – in seiner Welt.

Versetz dich doch mal in die Lage des anderen. Stell dich doch mal in ihre Schuhe. Setz doch mal ihre Brille auf und betrachte die Welt durch diese Färbung. Dann wäre dir jetzt auch etwas anderes ganz furchtbar wichtig.

So einfach gesagt, doch das ist eine hohe Kunst. Sie ist leichter zu schaffen, wenn du mit dir selbst in deiner guten Verbindung bist. Wenn du selbst herausgefunden hast, warum dich etwas gerade so triggert, was da eigentlich in dir los ist. Ich helfe gerne dabei, das herauszufinden. Klarheit zu gewinnen: Worum geht es mir wirklich. So klärt sich dein Inneres, so wirst du friedlicher und offener für gute Verbindungen.

Eine friedlichere Welt

Lass uns friedlich werden. Lass uns mehr Verbindungen schaffen, von Herz zu Herz. Wir Menschen haben tief drinnen alle ganz ähnliche Sehnsüchte. Mehr Toleranz und Offenheit in ALLE Richtungen täten uns allen gut.

Wie wäre es, wenn wir mehr schauen auf alles, was uns verbindet?

Einen friedlichen Tag, mit guter Verbindung zu dir selbst wünsche ich dir.

Deine Kerstin von Lichtfinder

PS: Du kannst diesen Text als Episode im Lichtfinder Lebensfreude Podcast hören (Folge 53)

Direkt von meiner Website  (Klick hier)

und sehr gerne im kostenlosen Abo bei Spotify, Apple, Prime, Castbox etc.

 

Fühlst du dich immer wieder unter Druck, im Stress?  Woher kommt der Stress?

Machen ihn andere? Dann frag dich, ob er gerechtfertigt ist.

Wäre es denn für irgendjemanden realistisch machbar? Ist es für dich zum jetzigen Zeitpunkt machbar? Ist es noch gesund für dich, mitzuspielen?

Denk dran: es sind die Erwartungen anderer. Die haben mit den Themen dieser Menschen zu tun. Die dürfen auch gerne bei ihnen bleiben.

Du bist nicht dazu da, die Erwartungen aller zu erfüllen. Umgekehrt gilt das übrigens auch;)

Frag dich, ob du dem jetzt nachkommen willst und warum.

Dann triff deine gut begründete Entscheidung. Es ist dann deine Wahl, dein Ja oder dein Nein – aus gutem Grund.

 

Oder machst du ihn dir selbst wegen hoher Erwartungen an dich?

Weil du gut und wertvoll sein möchtest?

Ist das so? Dann stell dir bitte diese entscheidenden Fragen: Wann wärst du denn endlich gut genug für dich?

Was müsste passieren oder wie müsstest du sein, dass du endlich mit dir zufrieden sein könntest?

Nimm dir bitte Zeit für deine Antwort. (…)

 

Dann frag dich: Ist das realistisch?

 

Wenn nicht:  warum weiter Druck ausüben, wenn es eh nie wirklich genug sein wird?

Warum quälst du dich so?

Hast du denn kein Leben verdient in Leichtigkeit und Freude?

 

Wenn du glaubst, du hättest es nicht verdient, wirst du den Druck weiterhin spüren. In deinem Magen, auf deinen Schultern, in deinem Kopf.

Zu viel Druck auf Dauer verträgt niemand gut.

Mal ein kurzes Schubsen, eine kurze Phase Zeitdruck kann Kräfte mobilisieren. Doch auf Dauer ist Stress kein guter Arbeits- und Lebensbegleiter.

Gerne helfe ich dabei, Druck und zu hohe Erwartungen und Ansprüche aufzulösen. In das Gefühl “Ich habe es verdient” zu kommen. Und Leichtigkeit genießen zu können.

Deine Kerstin von Lichtfinder

Dazu passt auch der längere Blogbeitrag: Meine Grenzen wahren

Kennst du schon meinen Podcast? Hier kannst du direkt loshören: Zur Podcast Seite

Gedanken zum viel zu frühen Tod eines lieben Menschen.  Wie sollen wir damit leben?

Plötzlich bist du nicht mehr da. Die Körperhülle ist ohne Leben zurückgeblieben. Wird beerdigt oder eingeäschert. Zum Glück bist du längst nicht mehr drin. Zum Glück warst du nicht (nur) dieser Körper.

Du warst so viel mehr. Und dieses Mehr, das ist nach wie vor da. Es ist am Leben, denn es ist ganz einfach unsterblich. Und das ist keine Glaubensfrage, es ist einfach die Wahrheit.

Du bist Bewusstsein und deine ganz individuelle Energie. Das warst du immer und wirst es immer sein. Selbst die Physik weiß, dass Energie niemals vergeht, niemals stirbt. Sie wandelt nur ihre Form.

Seit kurzem weiß ich, dass sogar die Individualität der Energie erhalten bleibt.

Das ist so gut zu wissen.

Das Materielle hast du abgelegt und damit allen Schmerz dieses Körpers, alles Leid dieses Menschenlebens, alle Sorgen und Zweifel. Du weißt jetzt, wer du wirklich bist, denn das ist geblieben. Ein Teil von dir wird immer bei uns sein, bei deinen Lieben.

Ein Teil von dir will immer noch für uns da sein.

Manche re-inkarnieren, um bald wieder auch physisch in die Nähe ihrer Liebsten zu kommen. Andere stehen als Schutzengel an der Seite ihrer liebsten Menschen.

Doch ein anderer Teil von dir lebt gleichzeitig sein Leben weiter. Auf einer höheren Bewusstseinsebene.

Alle Entwicklungen, die du hier in deinem Menschenleben gemacht hast, kommen dir dort zugute.

So kann ich gewiss sein, dass es dir auf jeden Fall, da wo du jetzt bist, ein gutes Stück besser geht als zuvor. Und ich weiß, du warst auf einem richtig guten Weg.

Du wirst dich immer weiter entwickeln und dein Leben mit immer mehr Freude und Leichtigkeit genießen. So hast du Frieden gefunden.

Vielleicht oder bestimmt sogar sehen wir uns irgendwann wieder, auf welcher Ebene auch immer.

Unsere Seelen waren und sind verbunden. Nichts kann das jemals trennen.

Du fehlst und wirst noch so oft fehlen, im Alltag. Deine physische Anwesenheit, deine Stimme, deine Worte, dein Beitrag.

Doch wenn wir still werden und gewahr, dann können wir dich spüren. Denn du bist immer noch da. Nur hinübergegangen über die Schwelle. Nur voraus gegangen in eine lichtere Welt.

Solange wir dich brauchen, wirst du einfach weiterhin da sein, spürbar sein.

Ich bin so froh, dass du nun so viel freier bist als zuvor und dass deine Seele wieder lachen kann, dass du deine Gestalt wieder gerne fühlst.

Ich weiß, du hattest es dir anders erhofft. Du hattest noch einiges vor und wolltest so gerne noch lange Teil deiner Familie sein. Deine Kinder erwachsen werden sehen.

Es sollte anders kommen. Wir können nicht wirklich verstehen, was der Sinn sein soll, viel zu früh zu sterben. Qualen leiden zu müssen. Zu kämpfen um dieses Leben, zu hoffen und immer wieder Rückschläge zu erleben, bis es schließlich doch zu Ende ist.

Es ist nicht begreifbar. Welcher Seelenplan hat sich so etwas ausgedacht, welchen Sinn und Zweck sollte er haben, wenn es einen gibt? Es bleiben tausend Fragen offen.

Und dennoch weiß ich, dass es jetzt für dich gut ist. Besser als zuvor.

Nur wir müssen irgendwie damit zurecht kommen. Dürfen nicht daran zerbrechen.

Vielleicht können wir daran wachsen und dem wenigstens dadurch einen Sinn geben. Vielleicht können wir besser verstehen, wenn wir erkennen, dass jede Seele alle Erfahrungen machen will – um zu wachsen.

Du bleibst in unseren Herzen, denn die Liebe bleibt. Genau wie dein spürbares SEIN, dein unsterbliches ICH. So bist du bei uns und wir sind bei dir.

Denn das Göttliche, Unsterbliche ist auch in uns. Wir sind verbunden. Immer.

Kein RIP („Rest in peace“). Denn du liegst da nicht. Es ist nur die Hülle zurückgeblieben. Du BIST immer noch und wirst immer sein.

Das Leben geht immer weiter. Nur besser, wenn wir bereit sind zu wachsen. Der Tod ist nicht das Ende. Der Tod ist nur das Ende eines Abschnitts.

Wir bleiben verbunden. Danke, dass wir einen Teil des Weges gemeinsam gehen durften.

Die Liebe und das Licht in mir grüßt die Liebe und das Licht in dir.

Danke für dein SEIN.

Deine Kerstin

Stille finden 

Vieles schwirrt durch unseren Kopf.  Bewertungen, Urteile, Wünsche, Sorgen,  die Stichpunkte unserer To Do-Liste…

Affengeschnatter, nennen es die Zen-Buddhisten.

Unser Geist braucht Ruhe.

Wie ein kleines Kind, das dann überdreht und einfach keine Ruhe findet, ist es unsere Aufgabe, unseren Geist immer wieder zur Ruhe zu führen.

Wie führst du deinen Geist zur Ruhe?

Folgendes ist nicht nur hilfreich, sondern Voraussetzung für die Entwicklung einer Stille Routine:

  • feste Zeit bzw. immer vor/nach der Arbeit, dem Essen, dem Aufstehen…
  • fester Ort
  • besondere Sitzhaltung
  • Symbol als Erinnerung: Meditationskissen
    • Erinnerungsaufkleber im Eingang/am Spiegel
    • Handyerinnerung
  • Wichtigkeit einer Auszeit für den Geist

Es ist anfangs immer wieder eine Überwindung.

Doch stell dir vor du verordnest deinem Ego sozusagen “Stille auf Rezept”.

“Mindestens 1mal täglich 10 Minuten Stille.”

Wenn du ganz ehrlich mit dir bist: Wenigstens 5 Minuten sind immer möglich.

Du wirst merken, wie gut es tut, wenn sich alles in dir beruhigt. Minute für Minute.

 

Was machst du in der Stille? 

Nichts – außer auf deinen Atem zu achten und die Gedanken einfach fließen zu lassen.

“Ah, ein Gedanke!”, nimmst du wahr. Dann lass ihn weiter ziehen. Der nächste kommt.

Allmählich werden es immer weniger. allmählich wird es im Kopf immer ruhiger.

Dein gesamtes SEIN beruhigt sich und kommt ins Gleichgewicht.

 

„Don’t break the chain!“  – Unterbrich nicht die Kette einer einmal begonnenen hilfreichen Gewohnheit.

„Ich führe meinen Geist täglich in die Stille.“

Mach es wirklich jeden Tag, egal wie kurz, doch mach es. Es ist die beste Investition in dein inneres Gleichgewicht.

Der täglichen Meditationspraxis wird heilende Wirkung zugeschrieben. Denn in der Stille kann Heilung geschehen.

Viel Freude beim Erleben von immer mehr Ruhe in dir.

Deine Kerstin von Lichtfinder

Dieser Text ist die Fortsetzung des Beitrags “Hilflosigkeit und Ohnmacht” und soll dir helfen, deine Selbstwirksamkeit wieder zu entdecken. Beide Texte sind als Podcastfolgen verfügbar.

Raus aus der Starre

Was ich mir wünschen würde, ist, dass ich dich mit dieser Folge wachrüttle und dich aus der Kaninchenstarre herauskatapultiere – in die Selbstwirksamkeit.

Du kannst so viel mehr ändern als du bisher für möglich gehalten hast.

Du hast so viel mehr Macht über dein Leben und deine Gefühle als du denkst.

Glaub nicht alles, was du bisher über dich und dein Leben gedacht hast.

Glaub nicht all deinen Gedanken.

Denn sie sind dir oft im Weg, halten dich gefangen oder ziehen dich runter. Warum auch immer, sie sind irgendwann so gelernt worden in deinem Leben. Doch glaub nicht mehr den Gedanken, die dich nur runterziehen.

Du kannst deine Gedanken neu denken, in hilfreiche Gedanken, die sich besser anfühlen. Probiere es doch einfach mal aus!

Rosarot wäre Selbstbetrug?

Das ist keine rosarote Brille, die man dann auf einmal aufsetzt. Das ist kein Selbstbetrug. Sondern die miesen Gedanken weiter zu denken, das ist Selbstsabotage und hat dich dahin geführt wo du jetzt womöglich bist: In eine Lebenssituation, in der du dich gefangen fühlst und aus der du glaubst, nicht heraus zu können.

Deshalb ist da etwas rosa Farbe, etwas Gegengewicht endlich mal notwendig! Das ist sozusagen die Gegenmedizin. Und irgendwann wird es sich auf ein realistisches Maß wieder einpendeln, keine Sorge.

Doch mehr Positivität, mehr gute und vor allem hilfreiche Gedanken sind so viel wert und machen so einen Unterschied in der gefühlten Lebensqualität.

Wer denkt?

Du dachtest vielleicht bisher, die Gedanken kommen einfach so und sind einfach da, und das mag manchmal auch so sein. Doch du musst dich nicht damit abfinden. Denn… wo kommen sie denn her`? Wer denkt denn deine Gedanken?…

Genau: Du bist der Denker deiner Gedanken. Du entscheidest letztlich, was in deinem Kopf weiter gedacht werden darf, was da abläuft. Wer sonst sollte denn deine Gedanken denken?

Wer entscheidet?

Das nächste ist das Thema Entscheidungen und Entscheidungskraft.

Werde dir bitte bewusst, dass du ständig irgendwelche Entscheidungen triffst, den ganzen Tag über. Von früh bis spät triffst du ständig Entscheidungen darüber, wie dein Leben gerade verläuft.

Das stärkt nicht nur die Bewusstheit und trainiert deinen Entscheidungsmuskel. Gleichzeitig erhöht es deine gefühlte Selbstwirksamkeit.

Selbstwirksamkeit erleben

Bereits am Morgen wenn du aufstehst: Du entscheidest, was du als erstes tust. Du entscheidest, ob du mit Facebook und schlechten Nachrichten den Tag beginnst oder mit einer Mini-Morgengymnastik, einer warmen Dusche und 10 Minuten auf dem Meditationskissen.

Glaub mir, kleine Änderungen machen bereits einen Riesenunterschied.

Als nächstes entscheidest du dich für ein bestimmtes Frühstück. Vielleicht magst du deine Flexibilität trainieren und immer mal wieder etwas neues ausprobieren. Du könntest einkaufen fürs morgige ganz neue Frühstück.

Wähle bewusst deinen Weg zur Arbeit und wähle nur zu Übungszwecken mal einen anderen Weg oder eine andere Art, dorthin zu gelangen.

Du kannst wählen, die ekelhafte Kollegin heute mal anzulächeln und ihr einen schönen Feierabend zu wünschen.

Wähle, heute mal auszusprechen, wenn dich etwas stört. Sprich dabei nur von dir. Denk an die 4 Schritte dabei.

Oder sag einfach: Moment mal, das will ich so nicht. Oder: Nein, ohne mich heute.

Bewusst wählen

Übe dich so den ganzen Tag über immer wieder im bewussten Einflussnehmen. Auf dein Essen, auf deine Kleidung, auf die Art, wie du Leute begrüßt, auf die Art, ob du ehrlich Nein sagst, wenn du Nein meinst. Oder du entscheidest dich bewusst für ein freudiges Ja.

All das, wenn du täglich immer mal wieder bewusst darauf achtest, lässt dich deine Macht spüren. All diese klitzekleinen scheinbar unwichtigen Entscheidungen zeigen dir deine tatsächliche Macht auf.

Außerdem denk dran:

Du kannst immer entscheiden, wie du über eine Sache oder einen Menschen denkst.

Auch das ist deine Entscheidung.

Stehst du im Stau, kannst du dir denken: so ein Shit. Immer passiert das mir! Und steigerst dich in den Ärger so richtig schön hinein. Nachher bist du völlig fertig vor lauter Ungeduld und ganz verspannt.

Oder du denkst dir: Hm, Hilft jetzt nix. Zeit zum ruhigen Atmen, Schultern entspannen und Hörbuch oder Radio hören. Der Stau wird die gleiche Zeit dauern. Nur du bist danach bestimmt ganz anders drauf.

Wir können so viel mehr als wir denken.

  • Du kannst deinen Partner verlassen. Das ist möglich.
  • Du kannst finanziell vorsorgen. Du kannst in manchen Bereichen kürzer treten, weniger Geld, dafür mehr Zeit.
  •  Du kannst dir einen anderen Job suchen. Einen neuen Freundeskreis aufbauen. Den Verein wechseln.
  • Du kannst auch zur Paarberatung gehen oder ein gemeinsames Wochenendseminar in Brückenkommunikation machen.
  • Du kannst deine Ernährung umstellen, nach und nach.
  • Du kannst deinen Körper wieder annehmen und ihm täglich Bewegung gönnen.
  • Du kannst dir neue Gewohnheiten zulegen.

Eine neue Identität

Dann bist du halt nicht mehr, die, die immer so spät ins Bett geht. Dann bist du halt nicht mehr die, die Angst vor Spinnen hat. Dann bist du halt nicht mehr der, der glaubt, ich finde ja eh nie eine Freundin.

Dann bist du jemand der oder die…

Na was denn…? Vervollständige doch du bitte deinen Satz:

Ich bin dann diejenige, die… Ich bin dann derjenige, der…

Raus aus der Ohnmacht

Raus aus der Resignation und der gefühlten Hilflosigkeit. Du musst da nicht allein durch. Es gibt Freunde, die du ansprechen könntest, liebe Verwandte oder natürlich Menschen, die beruflich helfen, so wie ich. Du kannst dir also Hilfe holen.

UND es ist wichtig, sich dennoch nicht von den Helfenden abhängig zu machen.

Mein Ziel ist die Unabhängigkeit  und Selbstwirksamkeit meiner Klienten.

Deshalb fang gleich jetzt an, unabhängig von irgendwelchen Hilfsangeboten die du natürlich zusätzlich wahrnehmen kannst, deine eigene Macht zu entdecken und immer wieder auszuüben.

Indem du Entscheidungen triffst, mit denen du dich wohl fühlen kannst.

Trainiere also deinen Entscheidungsmuskel durch bewusstes Entscheiden und trainiere damit auch deine Flexibilität. Fang sofort damit an. Es beginnt mit deinen Gedanken.

Ja oder Nein?

Ja, wenn du ja meinst. Ja, wenn es (kurzfristig und langfristig) mehr Freude bringt.

Nein, wenn sich etwas in dir sperrt. Dann gibt es andere Lösungen, Varianten. Es darf kreativ werden.

Viele Strategien

Denk dran, ein Bedürfnis lässt sich durch viele viele Strategien erfüllen, nicht nur durch die eine, die du bisher im Kopf hattest.

Ich sag nicht: alles ist möglich. Denn alles können wir nicht beeinflussen. Wir können uns jedoch unseres eigenen Einflussbereichs so richtig bewusst werden. Und innerhalb dessen unseren Einfluss dann auch ausüben.

Außerhalb: annehmen, akzeptieren, was ist. (Dazu die letzte Folge Widerstand spüren!)

Deine Macht

Doch ich behaupte: unser Einflussbereich ist größer, als wir ihn bisher ausgenutzt haben. Vor allem der Einfluss auf die eigenen Gedanken.

Jede bewusst getroffene Entscheidung stärkt deine Macht über dein Leben. Auch wenn du dich bewusst entscheidest, aus bestimmten Gründen gerade alles so zu lassen wie es ist.

Sei dir nur klar: du KÖNNTEST es ändern, wenn du bereit bist, den Preis dafür zu bezahlen.

Viel Freude in den Start in dein neues, bewusstes Leben, in dem du viel mehr entscheiden und beeinflussen kannst, als du bisher dachtest. Das macht dich frei und handlungsfähig.

Diesen Text gibt es als Podcastfolge zu hören. Hier der Link dorthin: Klick.

Teile diese Folge bitte weiter an Menschen, die sichtlich leiden in ihrer scheinbar ausweglosen Situation, an Menschen, die sich immer wieder im Kreis drehen und jammern, aber nix tun weil sie ja nicht können.

Und wenn du die Folge gut gefunden hast, lass mir gerne eine 5 Sterne Bewertung da auf Apple Podcasts.

Licht in deinen Tag und Abend, deine Kerstin von Lichtfinder

Wie entsteht gefühlte Hilflosigkeit?

Man hat ein Problem, da ist etwas, was man gerne gelöst hätte. Es belastet und bedrückt – doch gleichzeitig ist da diese Überzeugung: „Ich kann nichts dagegen tun! Ich kann nicht. Ich bin hilflos und stecke fest.“ Wenn dieses Gefühl, dieser Zustand länger andauert, spricht man auch von Ohnmacht.

Wie das Wort schon sagt, fühlt man sich da “ohne Macht”.

Doch woher kommt das? Warum glauben Menschen, hilflos zu sein? Warum glauben sie, einfach nichts tun zu können, damit ihre Lage sich verbessert?

Weil da tief sitzende Überzeugungen sind über die eigenen Fähigkeiten und auch über die eigene Rolle als Mutter, als Frau, als Partnerin, als Angestellte. Ebenso analog natürlich bei den Männern.

„Ich bin zu schwach“ ist eine dieser Überzeugungen. “Was ich will, zählt einfach nicht.“

Es handelt sich dabei um erlernte Hilfslosigkeit aufgrund von Erfahrungen.

Erlernte Hilflosigkeit, der Begriff stammt aus den 70er Jahren vom amerikanischen Psychologen Seligman, der Versuche mit Hunden im Labor durchführte und dabei Parallelen nachweisen konnte zwischen der erlernten Hilflosigkeit der Hunde und dem depressiven Verhalten von Menschen.

Die Gruppe von Hunden, die im Labor elektrischen Schlägen einfach ausgeliefert war und der Strafe nicht entgehen konnte, unternahm auch keinen Versuch sich zu retten, als die Möglichkeit dazu bestanden hätte.

Andere Hunde, die sich zuvor als wirksam erlebten, weil sie den Schlag durch Betätigen eines Hebels abwenden konnten, retteten sich tatsächlich flugs, sobald es ging.

Das heißt, ein Mensch, der die Erfahrung verinnerlicht hat, dass egal was er getan tat, es einfach nix gebracht hat, der wird auch dann resigniert nichts tun, wenn die Möglichkeit zum Handeln eigentlich da wäre.

Diese Erfahrung kann aus der Kindheit kommen, es können dominante Eltern oder ältere Geschwister gewesen sein, bei denen man nie die Chance hatte, wirksam zu werden oder auch ein dominanter Partner. Es kann auch eine schlimme Erfahrung gewesen sein.

Es kann aber auch ganz ohne besonders traumatische Erfahrung kann da eine große Unsicherheit entstanden sein, nämlich der Wunsch nach Sicherheit bzw. die Angst vor Verlust von Beziehungen oder Geld.

Auch dies kommt wie so vieles in der Regel aus der Kindheit und ist sehr verbreitet. Denn fast alle Eltern waren nicht perfekt als Eltern und Kinder fühlten sich häufig mal allein oder verlassen.

Wer sich hilflos fühlt und glaubt, nichts ändern zu können, erlebt sich als Opfer der Umstände.

Wie kann sich das als Erwachsener äußern? Ein Beispiel aus dem echten Leben:

Oliver ist todunglücklich in seinem Job. Er hat eine Management Position und genießt recht gutes Ansehen, sein Gehalt ist richtig ordentlich. Doch er mag seine Arbeit nicht wirklich, ist jedes Mal heilfroh, wenn der Tag vorbei ist. Wenn endlich Wochenende ist. Doch auch am späten Abend kommen Anrufe rein. Auch am Wochenende ist nicht wirklich Schluss. Urlaub kann er sich fast nicht nehmen, weil ohne ihn sonst alles drunter und drüber geht. Dabei bräuchte er so dringend Erholung. Sein Privatleben ist fast nicht existent.

Er ist nach der Arbeit total angespannt und kann nie wirklich abschalten. Die Zahlen aus der Firma verfolgen ihn bis in den Schlaf. Er wacht regelmäßig schon nachts um 4 auf und kann dann nicht mehr wirklich schlafen. Am nächsten Tag schleppt er sich wieder in seine Arbeit. Die Ehe leidet seit langem darunter, seine Frau ist frustriert und jammert ihm am Abend vor, dass er sie allein lässt mit allen Problemen der Kinder. Seine Kinder kennt er nicht wirklich, er hat vieles in ihrer Entwicklung verpasst.

Doch ändern? Wie sollte er je etwas ändern! Die Zahlungen fürs Haus laufen, seine Frau stellt Ansprüche ans Leben und er selbst genießt auch sein teures Auto. Die kurzen Urlaube sind immer richtig teuer. Er wüsste nicht, wie er den Lebensstandard halten sollte ohne seinen guten Job. Er muss irgendwie durchhalten bis zur Rente. Bis endlich der Ruhestand kommt. Von dem träumt er insgeheim schon seit seinen Zwanzigern. Oder ein Lottogewinn. Doch bis zur Rente sind es noch mindestens 25 Jahre und sein Leben ist eigentlich nicht mehr lebenswert. Ihm fehlt die Kraft.

Rechtzeitig Hilfe holen

Meist merken Menschen erst dann, dass es wichtig wäre, etwas zu ändern, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

Wenn die Ehe schon am Ende ist und die Frau mit gepackten Koffern in der Tür steht.

Wenn gravierende Fehler in der Arbeit oder im Straßenverkehr unterlaufen, weil die Kraft einfach am Ende ist. Wenn der Rausschmiss droht oder der Herzinfarkt einen niederstreckt.

Paartherapeuten sagen auch: eigentlich gehörten die beiden schon am Anfang ihrer Beziehung in Therapie.

Genauso wäre es gut, in anderen Bereichen des Lebens möglichst früh auf innere Widerstände zu achten (dazu vorherige Podcastfolge!) und sich der eigenen Handlungsmöglichkeiten bewusst zu werden.

Konkret: wenn es Probleme gibt, ist es nicht empfehlenswert, diese einfach zu ignorieren.

(Innere) Konflikte klären

Konflikte wollen auf den Tisch gebracht werden, Problemgespräche wollen geführt werden.

Dann klärt sich was innerlich, dann reinigt sich die Luft.

Natürlich gut, wenn man gelernt hat, von sich zu sprechen z.B. nach den 4 Schritten der Brückenkommunikation:

  1. Was ist meine Beobachtung?
  2. Wie geht es mir?
  3. Worum geht es mir gerade (Bedürfnis, Werte)
  4. Meine konkrete Bitte.

Erstmal kann mit diesen 4 Schritten das eigene Gefühlsleben geklärt werden.

Die eigenen Bedürfnisse werden klar und damit wird auch möglich, verschiedenste Strategien zu brainstormen, diese wichtigen Bedürfnisse zu erfüllen.

Flexibel denken lernen

Ist z.B. das Bedürfnis nach Erholung und Unterstützung gerade am dringlichsten, weil die Arbeit so sehr belastet, dann ist eben nicht nur die eine Strategie: Abwarten und Durchhalten bis zur Rente oder die Option des Lottogewinns möglich. Es könnte eventuell auch nach Absprache mit dem Chef eine zusätzliche Kraft eingestellt werden zur Unterstützung. Es könnte der Arbeitstag klarer strukturiert werden. Pausenzeiten eingehalten werden, klar kommuniziert werden, dass am Wochenende nur in höchsten Notfällen angerufen werden darf.

Es wäre möglich, über tatsächliche Jobalternativen nachzudenken.

Wenn man erstmal das eine dringlichste Bedürfnis herausgefunden hat, was gefüllt werden möchte (oder auch zwei), dann ist eben nicht nur die fixe Idee von der Lieblingsstrategie möglich, sondern es gibt einen ganzen Strauß an Möglichkeiten zur Erfüllung.

Freunde können beim Brainstorming helfen oder natürlich ein Coach oder Berater.

Letztere haben den Vorteil, dass sie es gelernt haben, Veränderungen zu begleiten. Denn alles wehrt sich erstmal gegen eine Veränderung. Veränderungen machen oft Angst.

Freunde sind selbst oft nicht die großen Veränderer und sagen dann so was wie: „Hey, du weißt ja gar nicht, wie schön du es hast. Andere machen doch auch ihren Job. Jeder hat mal Stress.“

Und dann kommen auf einmal Glaubenssätze von einem selbst in den Weg, die in etwa so klingen:

„Das ist unmöglich! Was sollen da die Leute von mir denken, wenn ich meinen guten Job an den Nagel hänge? Ich kann das nicht. Ich bin nicht so flexibel.“

Wichtig ist auch, sich ausreichend Zeit und Raum zum Träumen zu geben. Ohne dass gleich wieder jemand dazwischen quatscht und sagt: geht niemals.

So wird man sich erst mal der vielen Möglichkeiten bewusst und fühlt mehr Handlungsfreiheit.

Bitte nicht stecken bleiben

Was passiert, wenn man stecken bleibt im Gefühl von Hilflosigkeit und gleichzeitig innerem Widerstand?

Es kann Ohnmacht entstehen. Die führt nicht selten zu Aggression. Man kennt den Ausdruck „in ohnmächtiger Wut“.

Hilflosigkeit und Ohnmacht lässt Menschen um sich schlagen, verbal oder tatsächlich. Es ist ein verzweifelter Versuch, sich zu wehren und etwas Macht zurückzuerobern.

Das ist nicht selten bei Eltern gegenüber ihren Kindern der Fall. Wenn sie sich nicht mehr zu helfen wissen, fallen böse Worte, es gibt womöglich eine Ohrfeige oder Schlimmeres.

Wenn das Gefühl von Hilflosigkeit über längere Zeit andauert, kann sich die Aggression nach innen richten. Das besonders, wenn einem zusätzlich noch Wertschätzung fehlt und Anerkennung.

Fehlende Liebe sozusagen führt dann zu mehr und mehr Selbst-Verachtung. Dann gibt es verschiedene Arten der Selbstsabotage: von Fressanfällen über zu viel Alkohol oder schachtelweise Zigaretten. Oder der Körper richtet sich gegen das eigene Immunsystem: Autoimmunkrankheiten nennt sich das. Auch Krebs ist eine Form von Selbstzerstörung.

Oder man flüchtet sich stattdessen in Resignation. Dann hat man aufgegeben, sich selbst und irgendwie auch das Leben. Es hilft ja eh alles nix. Ich kann nichts tun.  Dann ist der Mensch depressiv geworden.

Auf Dauer führt gefühlte Hilflosigkeit in eine Depression. Und Depressionen sind potentiell lebensgefährlich.

Neue Sichtweise nötig

Wenn wir eine Depression, ein Burnout, einen Herzinfarkt, einen Unfall oder eine Erkrankung als Chance zur Neuorientierung verstehen und nicht als ungerechterweise zufällig mir passiert,

dann kann die Krankheit allmählich auch wieder verschwinden. Dann ist sie sogar für was gut.

Es ist eine Chance der Neuorientierung, ein erzwungenes Innehalten. Zeit, nach innen zu schauen, herauszufinden, was wirklich wichtig ist. Zeit, hinderliche Überzeugungen loszuwerden und die Lebenskraft wieder ins Fließen zu bringen. Zeit, das eigene Leben neu zu sortieren. Beziehungen zu klären, loslassen was nicht mehr gut tut. Mehr Raum schaffen für Freude im Leben.

Das alles ist möglich.

Ich war selber jahrelang depressiv und kenne die gefühlte Hilflosigkeit nur zu gut. Der Wendepunkt heraus war für mich die Erkenntnis, dass ich ja gar nicht so hilflos bin, wie ich immer geglaubt hatte. Plötzlich erkannte ich: Ich könnte alles ändern, wenn ich nur wollte. Denn dann wäre ich auch bereit, jeden Preis für die Veränderung zu bezahlen. Es ist meine Entscheidung. Außerdem kann ich meine Gedanken wählen.

Das war wir eine Erleuchtung, und brachte mir Stück für Stück meine Selbstwirksamkeit und Lebensfreude zurück. Deshalb ist es mir auch so wichtig, das immer wieder zum Thema zu machen.

Bist du bereit?

Voraussetzung für Verbesserung ist: der Wunsch nach Veränderung. Leider ist das wie gesagt oft erst der Fall, wenn der Leidensdruck übermächtig ist.

Der Mut, sich den eigenen Ängsten von nun an zu stellen und der Wille, sein eigenes Leben in die Hand nehmen zu wollen, unabhängig davon, was andere denken oder reden könnten.

Vielleicht ist all das leichter, wenn du hörst, dass es möglich ist! Und es ist gar nicht so schwer. Es ist zu schaffen! Ich hab es auch geschafft, so vieles zum Guten zu verändern.

Nur Mut!

Denk dran: eine sich selbst erfüllende Prophezeiung funktioniert auch im positiven Sinn.

Drum lass dir von mir prophezeien:

Du kannst vieles zum Guten verändern, egal was bisher geschehen ist.

Prophezeie dir selbst eine gute Zukunft. Schreibe deine Prophezeiung auf!

Erlaube dir Besserung

Es ist hilfreich, mehr „Ich darf“ in dein Leben zu bringen. Ganz wichtig: Ich darf Fehler machen. Ich darf daraus lernen. Ich darf… so viel mehr!

 Selbstwirksamkeit zu erleben ist der beste Weg heraus aus depressiver Stimmung.

Diesen Text gibt es  als Podcastfolge im Lichtfinder Podcast überall zu hören. Hier der Link zur Folge: Klick.

Es folgt Teil 2 hier im Blog und zum Hören: mit praktischen Übungen zur Entdeckung deiner Selbstwirksamkeit und Einflusskraft. Diese kannst du sofort umsetzen.

Licht und Liebe für dich.

Deine Kerstin von Lichtfinder

Fühlst du dich unglücklich und unzufrieden mit dir und manchen Dingen deinem Leben? Würdest du gerne manches anders haben wollen und weißt nicht wie das gehen soll?

Viel Leid entsteht durch inneren Widerstand. Widerstand dem gegenüber was ist, was war, was sein wird. Solange da Widerstand ist, ist kein Frieden in dir.

Widerstand gegenüber mir selbst: Ich bin nicht richtig so wie ich bin. Ich sollte anders sein: selbstsicherer, schlanker, durchtrainierter, schöner, größer oder kleiner, fleißiger, schlauer. Meine Haare sind zu dünn, die Nase ist zu groß, die Stimme zu leise.

Widerstand gegenüber der eigenen Familie: Meine Kinder sind zu schlampig und zu dickköpfig. – Mein Partner könnte einfühlsamer sein. Er arbeitet zu viel und kümmert sich zu wenig um mich.  – Ich mag unsere Wohnsituation nicht.

Widerstand gegenüber der Welt: Die Coronakrise ist furchtbar. Ich hasse diese Einschränkungen.  – Da ist so viel Umweltverschmutzung, furchtbare Kriege. –  In so einer Welt mag ich gar nicht mehr leben.

Widerstand gegenüber der Vergangenheit: Ich kann das nicht vergessen, wegen all dem bin ich heute unglücklich.

Widerstand gegenüber der Zukunft: Ich hab keine Lust zu altern, die Politik ist hoffnunglos korrupt, die Menschheit zerstört sich selbst.

 

Widerstand gegen das, was ist, was macht das mit uns?

Ist Widerstand per se schlecht?

Die Antwort ist: Kommt drauf an, was du damit machst.  Erst mal ist es ein Unbehagen. Ein unangenehmes Gefühl. Und das will angeschaut werden. Wie jedes unangenehme Gefühl ist es eine Aufforderung, etwas zu tun.

Denn es weist darauf hin, dass ein wichtiges Bedürfnis von dir nicht erfüllt ist. Was kommt da bei dir zu kurz? Was bräuchtest du, um wieder in Fluss zu kommen?

Weil dein Widerstand ist ja quasi wie ein Damm im Wasser, der das Wasser daran hindert zu fließen. Der dich hindert glücklich zu sein im Fluss des Lebens. (Eine Gefühls- und Bedürfnisliste gibt es kostenlos zum Download hier auf meiner Website! Trag dich dazu in meinen Newsletter ein)

Bestenfalls bringt uns ein gefühlter Widerstand also zum Nachdenken darüber, was wir ändern könnten. Noch besser, wenn wir ganz konkrete Pläne machen, was wir jetzt tun könne. Welchen Einfluss wir selber haben und das dann auch möglichst zeitnah in die Tat umsetzen.

Zum Beispiel: Ich fühle mich zu dick und bin richtig unbeweglich geworden. Ich geh das jetzt an und setz mir ein Ziel. Dann hole ich mir Hilfe, das auch zu erreichen.

Oder: Ich will jetzt mit dem Rauchen aufhören. Ich mag diesen kalten Rauch in meinen Klamotten und Haaren nicht mehr. Ich mag auch nicht mehr so viel Geld für Zigaretten ausgeben. Außerdem will ich wieder mehr Luft bekommen, wenn ich Treppen steige oder Sport mache. Ich will jetzt endlich Nichtraucher werden. Ich hol mir Hilfe dazu (z.B. Hypnose) und zieh das jetzt durch.

Schlechtestenfalls bleibst du in deinem Widerstand stecken und verharrst in deinem Unglücklichsein während kostbare Lebenszeit verstreicht.

 

Bitte nicht stecken bleiben

Ein bekanntes Zitat von Henry Ford sagt:

„Love it, change it or leave it.“

Also „Liebe es, ändere es, oder verlasse es.“ (gemeint ist die problematische Situation)

Ausführlicher: Nimm es an, was dich bisher störte, verändere in der Situation, was du verändern kannst oder verlasse sie und mach was ganz neues.

Ich empfehle, erst das change it  (das “Verändere es.”) zu überdenken. Denn wenn du es einfach so annehmen könntest, hättest du es wahrscheinlich längst getan.

 

Beispiel: Partnerschaft

Nehmen wir als Beispiel die Partnerschaft, die belastet.

Etwas nervt mich, etwas stört mich. Ich mag es nicht und hätte es gerne anders.

Frag dich: Welches Bedürfnis steckt dahinter, was gefüllt werden möchte? Welchen Wert von mir betrifft das? Sprich es für dich aus, was du brauchst: Ich brauche… Nähe, Zuwendung, Freiraum Interesse, Wertschätzung, Geduld, Verständnis, Ästhetik.

Überlege, was kannst du tun, um die Situation für dich zu verbessern.

Ist es eine Charaktereigenschaft des Partners, kannst du deinem Partner in einem ruhigen Moment sagen, was das mit dir macht, wenn er zum Beispiel immer wieder so aufbrausend oder anklagend reagiert und wie das auf dich wirkt. Das ist vielleicht schon eine Erleichterung und klärt die Luft zwischen euch. Vermutlich musst du das Thema öfter ansprechen. Am besten auf eine Art, die Brücken baut, statt einreißt. Also nicht: Ich sag dir jetzt mal, was mit dir nicht stimmt. Sondern: Ich sag dir jetzt mal, wie es mir dabei geht.

Charaktereigenschaften sind schwierig zu verändern und überhaupt nur dann, wenn der andere einsieht, wie sein Verhalten auf andere wirkt und wenn er selbst daran interessiert ist, sich zu ändern. Wenn er es gerne selbst ändern möchte, gäbe es Wege wie Coaching, Therapie und Paarberatung und du könntest ihn sogar dabei unterstützen, gelassener und konstruktiver zu werden.

Wenn er es jedoch nicht einsieht und sich nicht ändern will bzw. behauptet, das könnte er nicht ändern, dann kannst du das Verhalten tatsächlich nur annehmen oder hinnehmen, mit tiefem Durchatmen und evtl. schnellem Rückzug aus der Streitsituation.

Wenn es für dich auf Dauer nicht hinnehmbar wäre, dann bliebe nur die letzte Möglichkeit: leave it. Verlasse die Beziehung.

Wenn du nun sofort denkst: Nein, das nun auch wieder nicht. Dann übe dich tatsächlich im annehmen, so wie es ist.

Doch wäre es schierer Irrsinn sich weiterhin schwarz zu ärgern und gleichzeitig zu wissen, dass man diesen Menschen niemals verlassen würde. Änderungsversuche hast du bestimmt schon oft genug versucht.

Wichtig:

Sag dem Partner bitte, was das mit dir macht, wenn er sich so verhält. Wie es dir damit geht. Und was dir wirklich wichtig wäre. Bitte ihn, etwas ganz konkret anders zu machen, so wie du es wirklich möchtest.

Damit gibst du ihm wenigstens die Chance, etwas für dich und dein Wohlfühlen in der Beziehung zu ändern.

Wenn das auch nach mehrmaligen Gesprächen nichts hilft, bleiben die nur die beiden anderen Möglichkeiten: es anzunehmen, so gut wie möglich für dich zu sorgen und  möglichst keinen weiteren Ärger mehr daran zu verschwenden oder:

ihn deshalb zu verlassen und dein Glück neu zu suchen.

Leave it? –  Auf keinen Fall!

s aber so schwer, von dieser letzten Möglichkeit Gebrauch zu machen: eine Situation zu verlassen, die uns offensichtlich gar nicht behagt?

Weil da die Angst ist vor Veränderung. Und das Gefühl der Hilflosigkeit eine Veränderung unmöglich erscheinen lässt.

Doch wenn die Angst vor Veränderung zu groß ist, dann bleibt es eben genau so wie es ist. Weil du es so gewählt hast. Weil du es so lassen möchtest. Nicht weil die anderen… Nein, weil du es nicht verändern möchtest und lieber die vertraute Sicherheit wählst.

Weil du damit auch festhältst an Meinungen und Überzeugungen über dich, über deinen Charakter und deine Fähigkeiten, über die Menschen, die Welt und das Leben.

Es ist okay, Sicherheit zu wählen. Es ist okay, daran festzuhalten. Dann jedoch nimm es an als deine Entscheidung. Love it. Es ist auch deine Macht, dich zu entscheiden, anzunehmen, was du nicht ändern kannst oder nicht ändern möchtest.

 

In Frieden kommen mit sich selbst

Wie wäre es, wenn du einfach annehmen könntest, was ist?

Meditiere darüber am besten eine Weile. Oder geh mit dieser Idee spazieren.

Wie wäre es, wenn ich einfach annehmen könnte, was ist?

(Drück hier gern die Pausentaste. )

Wenn du dir jedoch Veränderung so sehr wünschst und sich vieles in dir sträubt und  gegen deine wichtigsten Werte geht, dann ändere im Jetzt, was du ändern kannst oder verlasse die Situation.

Denn wenn du immer nur dasselbe machst, wirst du immer dasselbe bekommen.

Vielleicht erlebst du, dass du deinem Glück immer wieder selber im Weg stehst. Indem du an Dingen, Menschen und Ideen festhältst, die dir nicht mehr dienen oder gut tun.

Wie wäre es, wenn du den Mut hättest für Veränderung?

Den Mut, Einfluss zu nehmen?

Denk dran, Mutigsein ist nicht unbedingt in die Wiege gelegt. Es ist auch Übungssache. Streiche dazu manche Sätze aus deinem Kopf, die dich behindern und bremsen. Das geht? Ja, das geht. Ah, wieder so ein Shit-Satz. Weg damit. Glaub ich nicht mehr.

Neue, gute Sätze, machen es leichter.

Zum Beispiel:  Ich bin die Frau, die immer mehr einsteht für sich selbst. Die für sich gut sorgt. Die ein Recht darauf hat, sich wohlzufühlen in ihrem Leben.

Was kannst du heute tun, um dich mit deiner Situation besser zu fühlen? Welchen kleinen Schritt des Mutes kannst du heute gehen?

Wer oder was könnte dir dabei helfen, die Situation zu verbessern oder zu verlassen?

Wie stellst du dir dein zukünftiges Leben vor, nachdem du die Situation verbessert oder verlassen hast?

Nimmst du deine alten Themen mit oder bist du bereit manches ganz neu anzugehen und auch an dir selbst etwas zu verändern?

Nicht für jeden gilt der Rat

Der Rat Love it, change it or leave it, ist dabei nicht immer und für jeden gültig. Er ist eher für diejenigen, die die Tendenz haben zu jammern über ihr armes Ich und die bösen anderen, die aber nichts dagegen tun und immer weiter festhalten am bekannten Elend. Das soll nicht abwertend gemeint sein, das hab ich selber lang genug getan. Nur sei dir bewusst, dass dich dieses Jammern und Nichtstun im ewigen Teufelkreis des Unglücklichseins festhält.

Also: Nimm es an. Oder ändere, was du in der Situation ändern kannst. Oder verlasse die Situation und mach was anderes.

Während die einen ewig festhalten an Menschen und Umständen, werfen die anderen kontinuierlich eine Beziehung nach der anderen oder einen Job nach dem anderen weg und suchen wieder neu. Weil sie im neuen Umfeld auch wieder auf die gleichen Probleme stoßen. Schon wieder ist der Chef fies und die Kollegen gemein.

Bedenke: Sobald du annehmen kannst, was gerade ist, bist du im Frieden mit dir. Bist du im Zustand des Glücks. Du kannst dich jetzt entscheiden, aus vollem Herzen anzunehmen, was jetzt im Moment ist und bist im Frieden mit dir und der Welt. Wenigstens in diesem kleinen Moment.

Was kannst du mitnehmen?

Zusammengefasst: Widerstand ist erstmal ein unangenehmes Gefühl, das angeschaut werden will. Wie bei allen unangenehmen Gefühlen ist der Weg, damit umzugehen, es erstmal da sein lassen, zulassen, fühlen. Danken für die wichtige Botschaft, die es schickt.

Wenn du es nur verdrängst, kommt es mit explosiver Macht zurück und wird immer größer, zeigt es sich in körperlichen Beschwerden. (Hör dazu Folge 45).  Schau es an, was es ist, was dich stört und was dein Einflussbereich ist.

Wenn dich der Widerstand ins Handeln bringt, hat er seinen Zweck erfüllt. Wenn er dich verharren lässt, wäre es Irrsinn, in diesem Zustand zu bleiben. Da ist Unglücklichsein vorprogrammiert.

Wenn du es annehmen könntest, so wie es ist, als deine bewusste Entscheidung dann bist du sofort im Frieden.

Oder du änderst etwas innerhalb der Situation. Da helfe ich gerne beim Vorbereiten von schwierigen Gesprächen und Klären von Alternativen.

Oder du verlässt die Situation und wagst einen Neuanfang. Auch dafür darfst du dir Unterstützung holen, damit du alte Muster nicht wiederholst.

 

Gefährliche Kombination

Wenn Widerstand allerdings gepaart ist mit dem Gefühl der Hilflosigkeit: Ich mag es so nicht, kann es aber nicht ändern. Dann kann aus dem Gefühl der Unzufriedenheit und Frustration sogar eine Depression werden oder ein chronisches Symptom. In der nächsten Folge soll es daher um das Gefühl von Hilflosigkeit und Ohnmacht gehen.

Love it, change it or leave it.

Deine Kerstin von Lichtfinder

PS: Diesen Text kannst du dir kostenlos anhören als Podcastfolge: Klick hier zum Hören direkt von meiner Seite. Darunter findest du Links zu bekannten Podcast-Apps.

Es gibt den Lichtfinder Podcast übrigens auch auf Spotify, YouTube oder Amazon Prime.