Wie wäre es, wenn Du die Stärke dieses Walnussbaumes in Dir spüren würdest?

Wenn Du Dir mit Deinen kräftigen Wurzeln alles holen könntest, was Du gerade brauchst. Denn es ist genug für Dich da.

Deine Wurzeln reichen tief in die Erde hinab. Dort holst Du Dir frisches, klares Wasser und ziehst es hoch, mit jedem Atemzug hinauf in den starken Stamm, bis in die Äste und kleinsten Verzweigungen. 
Jedes Blatt wird gut versorgt und bekommt genügend Feuchtigkeit. Frisch und grün präsentierst Du Dich der Welt und lässt Dich von der Sonne warm bestrahlen.
Wind gleitet sanft durch deine Baumkrone und bewegt die vielen Blätter. Kein Sturm könnte Dir je etwas anhaben, so gut verwurzelt und im Gleichgewicht stehst Du da.

Wenn Du Dich hinstellst und die Arme nach oben streckst kannst Du die Kraft des Baumes noch besser fühlen. Und mit jedem Atemzug holst Du Dir alle Energie, die Du brauchst:

Wasser aus der Erde und Licht und Luft von oben . Spürst Deine Stärke und Dein Gleichgewicht.
Und das fühlt sich sooo gut an. 😊😊

Ich wünsche Dir heute die Stärke des Walnussbaums. 🌳 Kirstie Bee

Wie geht es Dir jetzt?

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Die 4 Schritte der GFK

  1. Beobachtung: Wenn ich sehe/höre…
  2. Gefühl: …dann bin ich…
  3. Bedürfnis: …weil mir…wichtig ist.
  4. Bitte: Wärst du bereit…

 

+ Feedback-Fragen, je nach Bedarf:

  • Wie geht es dir damit, wenn du das hörst? (Beziehungsfrage)
  • Magst du mir sagen, was bei dir angekommen ist? (Verständnisfrage)

Diese Frage steht am besten am Anfang des Gesprächs:

  • Was genau meinst du damit? (Klärungsfrage)

PS: Dazu gehört der Beitrag: https://www.lichtfinder.com/was-ist-gfk-und-was-will-sie/

Was ist GFK? Bei der Gewaltfreien Kommunikation geht es nicht nur darum, Konflikte zu entschärfen. In erster Linie geht es um mehr Verbindung – zu sich selbst und zu anderen. Es ist ein Weg zur Verbesserung des Umgangs miteinander und zur Vertiefung von Beziehungen.

Weg von Schwarz und Weiß

Gewaltfrei kommunizieren bedeutet, auf Vorwürfe, Provokationen und Beleidigungen zu verzichten. Gewaltfrei denken bedeutet, das Denken in Kategorien von Richtig und Falsch, Schuld, Opfer und Täter aufzugeben. Auch keine Generalisierungen mehr vorzunehmen, kein In-Schubladen-Stecken von Menschen mehr. Stattdessen steht da die Annahme am Anfang, dass alle Menschen das tun, was ihnen gerade als ihr Bestes zur Verfügung steht. Menschen handeln sehr selten aus purer Boshaftigkeit gegen andere. Die meiste Zeit tun sie alles, was sie tun, für sich selbst, um sich damit ein Bedürfnis zu erfüllen.

Die Bedeutung der Bedürfnisse

Alle Menschen haben dieselben universellen Grundbedürfnisse, aus denen sie heraus handeln. Diese Bedürfnisse sind grundsätzlich positiv, denn sie dienen dem Leben. Immer wieder wählen Menschen jedoch unglückliche oder tragische Strategien, weil ihnen in diesem Moment nichts anderes zur Verfügung steht. Dadurch kann das Bedürfnis eines anderen Menschen verletzt werden oder zu kurz kommen. Grundsätzlich tragen psychisch gesunde Menschen gegenseitig gerne bei zur Bereicherung des Lebens eines anderen und sind an guten Verbindungen interessiert. Voraussetzung ist jedoch, dass sie es freiwillig tun dürfen und einen Sinn erkennen, warum sie etwas tun sollen.

Ein Bedürfnis oder auch mehrere stehen jeweils im Vordergrund des Bewusstseins und wollen erfüllt oder gestillt werden. Ist ein Bedürfnis im Mangel, äußert sich dies durch ein unangenehmes Gefühl. Manchmal ist auch ein Bedürfnis besonders gut erfüllt. Wenn dies so ist, erlebt die Person angenehme Gefühle.

Die Menschen haben nur oft nicht dasselbe Bedürfnis zur selben Zeit und in derselben Ausprägung in ihrem Bewusstsein. Und selbst wenn sie dasselbe Bedürfnis hätten, haben sie womöglich völlig unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sie sich dieses Bedürfnis erfüllen wollen. Das sind dann die sogenannten Strategien. So können sich zum Beispiel zwei Menschen das Bedürfnis Erholung und Entspannung auf ganz unterschiedliche Weise erfüllen: der eine geht gerne in die Natur und bewegt sich, der andere möchte lieber in die Badewanne und danach auf die Couch, um sich zu erholen und zu entspannen.

Ein Problem liegt vor, wenn mindestens ein Bedürfnis einer Person nicht erfüllt wird.

Zu einem Konflikt kommt es, wenn zwei Bedürfnisse sich scheinbar nicht miteinander vereinbaren lassen.

Streit um die Wahl der Strategie

Menschen streiten oft nur um die Wahl der „richtigen“ Strategie und vergessen dabei völlig, dass dahinter Bedürfnisse stecken. Wenn beide sich darüber klar sind, dass es ihnen eigentlich nicht um die Idee geht, sondern um das zugrundeliegende Bedürfnis (Erholung) , dann können sie entspannter überlegen, wie sie damit umgehen wollen und eventuell eine ganz neue Strategie erfinden, mit der sich beide wohl fühlen, wenn sie zusätzlich das Bedürfnis nach Zweisamkeit haben. Ansonsten könnte auch jeder seine Strategie wählen und danach verbringen sie Zeit zu zweit.

Herzensverbindung als Ziel

Ziel ist es, sich gegenseitig von Herzen zu verstehen, sich selbst und den anderen. Die Beziehung soll bereichert werden und eine echte Verbindung wird ermöglicht. Um sich selbst und den anderen zu verstehen, ist es essentiell, sich selbst bewusst zu werden, was in einem vorgeht, damit man es dem anderen auch aufrichtig und echt mitteilen kann. Unsere Gefühle sind die Anzeiger für die darunter liegenden Bedürfnisse, wie Lämpchen auf einem Armaturenbrett. Die eigenen Gefühle wahrnehmen und erkunden, welches Bedürfnis gerade erfüllt oder nicht erfüllt ist, das ist der erste wichtige Schritt beim Erlernen der gewaltfreien Kommunikation. Dazu erweitern wir unseren Gefühls- und Bedürfniswortschatz. Was wir benennen können, das können wir auch eher wahrnehmen und damit umgehen.

Begreifen, was hinter Worten steckt

Es gibt in der GFK einige wichtige Schlüsselunterscheidungen, deren Verinnerlichung uns hilft, die friedliche Haltung zu erlangen und zu bewahren. Wir unterscheiden in der GfK Beobachtung von Bewertung, Bedürfnisse von Strategien, echte Gefühle von Pseudo- oder Täter-Gefühlen.

Wolf und Giraffe sind die beiden Tiere, welche Rosenberg als Metaphern wählte, um die Konzepte des üblichen gewaltvollen Sprachgebrauchs (Wolf) und der Sprache des Herzens (Giraffe) zu kontrastieren und anschaulich zu machen.

Grundsatz der Freiwilligkeit

Wie oben schon erwähnt, ist es wichtig zu wissen, dass Menschen im Allgemeinen keinen Zwang mögen. Für eine echte Verbindung und Offenheit ist Freiwilligkeit vonnöten. Daher gibt es in der GFK keine Forderungen sondern Bitten. Diese sollen möglichst konkret und im Hier und Jetzt erfüllbar sein. So weiß der andere genau, was er tun kann, um zu meinem Leben und Wohlbefinden beizutragen. Dabei bleibt er frei, diese zu erfüllen oder abzulehnen. Ich entscheide wiederum, wie ich im Falle einer Ablehnung mir mein Bedürfnis selbst erfülle oder es zurückstellen kann.

Genervt

In einer Online-Gruppe hat vor kurzem eine Frau, nennen wir sie Maria, ihr Problem in etwa so geschildert:

„Ich kann einfach nicht aufhören zu nörgeln und zu jammern. Mein Partner ist schon total genervt und es killt unsere Liebe. Doch ständig ist da wieder etwas, wo ich den Mund einfach nicht halten kann! Dann werfe ich ihm vor, dass ich mich allein gelassen fühle mit dem Haushalt  und den Kindern. Ich ärgere mich, dass er sich nicht mehr einbringt. Oder ich halte ihm einen Vortrag, wenn er mal wieder zu schnell Auto fährt. Und seine Wäsche im Badezimmer verteilt.  Bei der Planung des Wochenendes dagegen bezieht er mich nicht ein. Meine Vorschläge verlaufen im Sand. Ich kann mir vorstellen, dass es uns nicht guttut. Doch ich kann einfach nicht aufhören. Warum ist das so? Wie kann ich das stoppen?“

Bedürfnisse wollen erfüllt werden

Wir wissen aus der Gewaltfreien Kommunikation, dass Menschen sich mit allem, was sie sagen oder tun, ein Bedürfnis erfüllen wollen. Wenn also jemand immer und immer wieder nörgelt und jammert, dann weil ein oder mehrere wichtige Bedürfnisse einfach nicht erfüllt werden. „Erfüllt werden“ bedeutet hier nicht, die Schuld dem Partner zuzuschieben. Nach dem Motto: Weil dieser seiner Partnerin einfach nicht ihre Bedürfnisse erfüllt. Nein!

Jeder ist tatsächlich für die Erfüllung seiner Bedürfnisse selbst verantwortlich.

In Verbindung gehen mit mir selbst

Der erste notwendige Schritt wäre, überhaupt zu erkennen, was in einem selbst vorgeht. Das heißt, den Kontakt zu sich selbst wieder herzustellen. Wie geht es mir eigentlich gerade? Bin ich genervt? Frustriert? Warum ist das so? Welches wichtige Bedürfnis ist unerfüllt und schon so lange zu kurz gekommen? Brauche ich Entlastung? Oder geht es mir um Verbindung und Nähe? Bezüglich der Wochenendplanung geht es mir vielleicht auch darum, dass ich mich einbringen kann?

Was ist gerade lebendig in mir? Welches Gefühl und welches Bedürfnis ist jetzt aktuell und will zuerst gestillt werden? Nehmen wir mal an, Maria sagt: „Entlastung, das ist mir am allerwichtigsten. Und Verbindung zu meinem Partner, denn wir sind schon so weit voneinander entfernt.“

Dann würde ich folgendes vorschlagen: Jedes Mal, wenn bei ihr der Impuls spürbar ist, dass sie sich ärgert, weil sie Entlastung braucht, kann sie kurz innehalten. Durchatmen, vielleicht sich 5 min. zurückziehen (Toilette ist eine einfache Möglichkeit). Und sich dann ein, zwei Minuten mit dem eigenen Gefühl und Bedürfnis verbinden: „Ich bin frustriert, weil mir Unterstützung und Entlastung echt wichtig sind.“ Atmen.

Ich würde Maria außerdem anregen, weg vom Urteilen mit Generalisierungen („Immer diese Schlamperei!“) und  hin zum Beobachten (Socken und T-Shirts auf dem Boden…)  zu gehen. Das nimmt den Zündstoff heraus.

Verbindung zum Gegenüber

Nachdem sie in Verbindung mit sich selbst gekommen ist, kann sie überlegen: Welches Bedürfnis erfüllt sich wohl mein Partner mit dem was er tut? Sie könnte ihn später darauf ansprechen. Sich ehrlich interessieren. „Sag mal, geht es dir um Freiheit? Um Selbstbestimmung?“

Ansprechen des Konfliktes

Dann kann sie das Problem in etwa so ansprechen: „ Wenn ich sehe, dass deine Socken, T-Shirts und Hose auf der Wanne und am Boden liegen, dann ärgere ich mich. Weil ich mich wohl fühlen möchte im Badezimmer. Ich will auch nicht zuständig sein, das hier wegzuräumen. Machst du das bitte in der nächsten halben Stunde, bevor ich ins Bad gehe? Das wäre echt eine Befreiung für mich.“

Maria schreibt auch, dass sie das Gefühl hat, sie müsste etwas sagen, um nicht alles mit sich machen zu lassen. Das klingt für mich nach dem Wunsch, Wertschätzung zu spüren. Vielleicht könnte sie ihrem Partner sagen, was sie braucht, um sich geliebt zu fühlen. Ganz konkrete Bitten auszusprechen wäre dazu ganz wichtig. Also nicht: „Du könntest dich mehr einbringen im Haushalt und mit den Kindern.“ Das wäre viel zu unkonkret. Was bedeutet schon „mehr“ und „im Haushalt“?

Stattdessen:  „Ich fände es ganz wunderbar, wenn du einmal die Woche für uns alle kochen könntest. Zum Beispiel am Donnerstag, wenn ich später von der Arbeit komme. Dann komme ich heim und das Essen ist schon fertig. Das bedeutet Liebe und Unterstützung für mich. Bist du bereit, das zu übernehmen?“

So könnte Maria Schritt für Schritt Wünsche, noch besser konkrete Bitten aussprechen. Doch Achtung: Bitten sind keine Forderungen. Der andere ist frei, abzulehnen. In dem Fall müsste Maria einen Weg suchen, sich die Unterstützung selbst zu organisieren. Letztlich ist sie verantwortlich dafür, dass es ihr gut geht. Wenn sie natürlich die Erfahrung machen sollte, dass ihr Partner so gar nicht bereit ist, auf irgendeine ihrer Bitten einzugehen, kann sie auch die Konsequenzen ziehen und sich notfalls trennen.

Wege wählen, die uns gut tun

In jedem Fall: Was ist wohl besser für die Stimmung und Liebe in der Partnerschaft?  Jammern und Nörgeln tagein tagaus, mit dem Ergebnis, sich wie bei „Täglich grüßt das Murmeltier“ vorzukommen. Oder offen und transparent zu kommunizieren: Beobachtung – Gefühl – Bedürfnis – Bitte (Siehe Blogbeitrag: https://www.lichtfinder.com/die-4-schritte-der-gfk/). Es muss übrigens auch nicht immer starr in diesen vier Schritten ablaufen.

Wichtig ist, die Verbindung zu sich selbst um zum anderen ernst zu nehmen. Und nach dem Sprechen folgt unbedingt das Handeln. Das heißt, aktiv für sich zu sorgen. Wie das geht?  Bitten an sich selbst umzusetzen, realisierbare Bitten auszusprechen und sich und den anderen ernst nehmen.  Auch das hilft, sichtbarer zu werden in einer Partnerschaft und dadurch mehr Verbindung erfahren.

In diese Sinne: Viel Erfolg beim Ausprobieren neuer Wege!    Herzlichst, Kirstie Bee

PS: Falls du mehr lesen möchtest, hierzu ein älterer Artikel https://www.lichtfinder.com/vom-jammern-und-umgang-mit-angriffen/

Eine kleine Einführung in die GFK bekommst du hier: https://www.lichtfinder.com/was-ist-gfk-und-was-will-sie/   Darauf basiert mein Konzept der Brückenkommunikation!

„Willst du Recht haben, oder glücklich sein?“, heißt ein berühmter Spruch aus einem Standardwerk über das Glück.

Ich habe aber Recht! Das ist eine echte Kampfansage, wenn es auch nur gedacht wird. Wer mir nicht glaubt, oder das nicht erkennen mag, ist ein oder Ignorant oder ein Sturkopf. Die Folge ist entweder beleidigter Rückzug oder eine hitzige Diskussion.

„Mama, ich habe mein Zimmer aufgeräumt.“ – „Aufgeräumt nennst du das? Das ist immer noch ein Saustall.“

Brokkoli schmeckt einfach nicht. Doch, der ist superlecker.“ –  „Gar nicht wahr, der schmeckt grausam!“ –„Du weißt ja nicht, was gut ist.“

„Vitamin C in hohen Dosen soll sehr gesund sein.“ – „Stimmt doch gar nicht, das kann Schäden anrichten.“ – „Ach Quatsch, du hast ja keine Ahnung.“

„Impfen, das ist höchst gefährlich!“ – „Im Gegenteil, sein Kind nicht impfen zu lassen ist grob fahrlässig!“ – „Du hast dich offensichtlich zu wenig informiert.“ – „So ein Schmarrn, DU solltest mal besser nachlesen!“

„Ich habe dir doch geschrieben, dass ich später komme.“  – „Nein, hast du nicht.“  – „Doch hab ich, ganz sicher, schau doch mal nach.“ –„Ich bin doch nicht blöd, bei mir ist keine Nachricht, erzähl mir keinen Quatsch.“-  „Ach doch, hab’s übersehen.“ /– „Oh, hat’s nicht gesendet…“

Wann hattest du zuletzt die offene Auseinandersetzung darüber, wer denn nun Recht hat? Oder hast dir zumindest still für dich gedacht: der hat ja einfach keine Ahnung! So dumm, so beschränkt, so ein Idiot! Warum sieht er/sie  einfach nicht, dass das wahr ist?

Im Denken von Kategorien in Richtig und Falsch liegt die Wurzel von Streit, Kriegen und Gewalt, zwischen zwei Menschen, Menschengruppen und ganzen Völkern.

So sehr sind wir überzeugt, im Recht zu sein. Dabei ist es unsere Sicht der Welt, die Brille, durch die wir hindurch schauen, die uns zu dieser Überzeugung kommen lässt.  Wir schauen uns sozusagen eine selbst gezeichnete Landkarte der Welt um uns herum an. Die Landkarte ist jedoch nicht die Landschaft, eine alte Weisheit aus dem NLP. Unsere Interpretation ist niemals die „Wahrheit“.

Aus einer anderen Perspektive nämlich sieht die Welt komplett anders aus.

Ein Hund kommt auf einen Menschen zu. „Hunde sind gefährlich!“ – „Hunde sind lieb!“ Zwei mögliche Denkweisen und Überzeugungen.

Hilfreich ist es, sich erst einmal selbst zu sagen: Also ICH sehe das gerade so. Für MICH ist das jetzt so. Ich empfinde so darüber. Das hat mit meiner eigenen Geschichte zu tun, meinen Werten, meinem Charakter, meinen erlernten Mustern.

Und dann stell dich mal probehalber in die Schuhe des anderen. Wie mag die andere Person das gerade sehen? Ist es möglich, dass sie eine völlig andere Überzeugung von derselben Sache hat? Kann ich damit leben und das einfach stehen lassen als IHRE Sicht der Dinge?

Ist es möglich, dass beide in ihrer Sicht „Recht haben“, weil jeder seine Gründe für die Überzeugung hat? Meine Wahrheit – deine Wahrheit. Können wir mit der Unterschiedlichkeit leben?

Jenseits von Richtig und Falsch gibt es einen Ort, dort treffen wir uns (Rumi)

Ganz radikal heißt es in Kursen über die Gewaltfreien Kommunikation manchmal, es gebe kein Richtig und Falsch mehr. Das jedoch hat Rosenberg wohl nicht gemeint. Wir haben immer unsere eigenen Werte und Überzeugungen. Wahr ist jedoch, dass das Denken in den Kategorien von Richtig und Falsch die Menschen trennt.

Ich kann deshalb für meine Werte und Überzeugungen einstehen, die ich für mich als „richtig“ einschätze. Und gleichzeitig kann ich mich öffnen für die Welt meines Gegenübers, ohne sie gut finden zu müssen. So wäre es möglich, sogar mit radikalen Gruppierungen ins Gespräch zu kommen und Verbindung herzustellen, die eine Öffnung für neue Gedanken ermöglicht.

Ich will also verstehen, was in meinem Gegenüber vor sich geht. Was motiviert ihn, so und nicht anders zu denken?

Ist es Angst, ist es Frust oder Wut, weil grundlegende Bedürfnisse für ihn nicht erfüllt sind? So sehe ich ihn als Menschen, der aus irgendeinem unerfüllten Bedürfnis so agiert wie er es tut. Das ist für mich womöglich vollkommen fehlgeleitet und moralisch untragbar.

Wenn ich ihn zu verstehen versuche (und allein der aufrichtige Wunsch, zu verstehen bewirkt etwas!), dann kann sich eine Tür öffnen zum Dialog. Dann, und nur dann ist der andere auch bereit, auf meine Sicht der Dinge zu schauen.

Bei meinem Kind könnte ich denken: es hat scheinbar eine ganz andere Auffassung, was Ordnung bedeutet. Es scheint sich so wohl zu fühlen. Im Vergleich zu vorher, hat es schon sichtbar manches aufgeräumt.

Bei radikalen Ansichten kann ich mich bemühen, den Menschen in seinem unerfüllten Bedürfnis zu sehen. Vermutlich stecken Angst, Frust oder Wut dahinter. Wie könnte ich darauf eingehen? Kann ich ihm erst einmal Empathie geben für diese Gefühle? Und noch einmal: verstehen zu wollen bedeutet nicht gutheißen!

Ich möchte dich ermuntern, ab sofort erstens deine Sicht auf die Welt als deine ureigene zu würdigen, die auf jeden Fall ihre Berechtigung hat. Und danach, einmal die Seite zu wechseln, dich in die Schuhe des Gegenübers zu stellen und SEINE Brille aufzusetzen. Dann frag die andere Person, was bei ihr dahinter stecken könnte: „Bist du sauer/frustriert/wütend, weil dir ….wichtig ist?“

Hilfreich ist es, sobald mir die Bewertungen Richtig und Falsch in den Kopf kommen, dass ich mir bewusst mache: Es gibt keine absolute Wahrheit. Es ist meine Bewertung und meine Sicht der Dinge.

Sei neugierig und offen für die Welt deines Gegenübers, ob Partner, Kind oder Kollege. Das schafft Verbindung.

Deine Kirstie, Lichtfinderin

Heute hat mich mein Chef kritisiert. Wie kann mir als Fachfrau auf diesem Gebiet nur so ein Fehler unterlaufen?, meinte er. Ich komme mir klein und schäbig vor. Er scheint meine guten Absichten überhaupt nicht gesehen zu haben. Alles, was gut an meiner Arbeit war, hat er eben mal außen vor gelassen.

Was ist bei mir angekommen? Dass er sich geärgert hat, dass seine Erwartungen enttäuscht wurden, dass er sich Änderungen wünscht. Diese Botschaft ist bei mir angekommen. Auch, dass er mich jetzt nicht mehr so zu schätzen scheint.

Was ist das Resultat dieser Kritik? Ich werde die gewünschten Änderungen vornehmen, ich kann ihm in der Sache zustimmen. Unser Verhältnis jedoch hat einen ziemlichen Riss bekommen. Obwohl er doch scheinbar nach den Regeln vorgegangen ist und mit „Ich habe gesehen…“ begonnen und mit „Ich bitte dich…“ abgeschlossen hat. Doch irgendwas scheint schief gelaufen zu sein, dass unser Verhältnis zueinander gelitten hat.  Ich sehe ihn nämlich plötzlich auch mit anderen Augen und gehe innerlich auf Abstand.

Ein Beziehungs-Riss ist gewiss nicht das, was wir uns nach einem Kritik-Gespräch in der Zusammenarbeit wünschen. Genau dies passiert jedoch täglich. Kritik wird deshalb so sehr gefürchtet und ist den meisten Menschen regelrecht verhasst. Das Wort Kritik wird deshalb gerne vermieden und durch das weniger beängstigende „Feedback“ ersetzt. Wenn jedoch genauso vorgegangen wird wie gehabt, ändert auch das moderne Wort nichts am unglücklichen Resultat.

Gibt es einen Weg, „richtig“ zu kritisieren?

Wenn wir Missstände ansprechen wollen UND die Verbindung zum anderen erhalten bleiben soll, ist es nötig, achtsam zu kommunizieren.

Die „gewaltfreie“ Kommunikation nach Marshall Rosenberg lehrt ganz wunderbar, wie ich mich authentisch in 4 Schritten erkläre. Wie ich ausdrücken kann, worum es mir wirklich geht und wie ich klare Bitten formuliere.

Jedoch auch wenn diese Art der Selbsterklärung schon sehr gut beherrscht wird, dürfen wir niemals das eigentliche Ziel von Kommunikation vergessen: dass nämlich eine Verbindung erhalten bleibt oder sogar eine stärkere Verbindung geschaffen wird.

Wenn ich nur MICH sehe mit meinem Anliegen, dann kann ich es noch so schön in Ich-Botschaften packen und perfekt „gewaltfrei“ formulieren. Mein Gegenüber wird sich nicht gesehen fühlen und deshalb nicht mit dem Herzen bei mir sein. Was folgt ist die „innere Kündigung“.

Deshalb ist es so wichtig, immer zuerst den anderen mit ins Boot zu holen. Ihn erst einmal zu verstehen versuchen und so empathisch abzuholen. Vielleicht ändert dies bereits komplett meine Einschätzung und die vorher überlegte Kritik erübrigt sich schon.

Außerdem sollte man als „Kritiker“ ganz ehrlich mit sich sein, ob ein scheinbar gewaltfrei in 4 Schritten formuliertes Anliegen nicht schon deshalb eine Farce war, weil man innerlich kochte vor Wut und im Grunde gerade gar nicht an einer Verbindung interessiert war, jedenfalls nicht in diesem Moment.

Dann wäre es ratsam, lieber erst abzukühlen und später mit beruhigtem Gemüt das wichtige Thema anzusprechen.

Stimmt nämlich die innere Haltung nicht, spürt das mein Gesprächspartner und erkennt die Aggression hinter der „Methode“.  Meist ist dann auch Schritt 4 keine echte Bitte, sondern tatsächlich eine Forderung gewesen. Am Ende braucht man sich nicht wundern, wenn die „gewaltfreie 4 Schritte Methode“ nicht funktioniert hat und der andere trotzdem beleidigt ist.

Wie lerne ich also, wirklich achtsam Konflikte anzusprechen? Mit echter Brückenkommunikation.

Diese will geübt, geübt und nochmal geübt sein. Die Einstellung im Kopf und im Herzen, die innere Haltung mit dem Ziel „Verbindung“ ist dabei die Essenz. Dann bin grundsätzlich offen für die andere Person. Ich interessiere mich für die Motive ihres Handelns, für ihre Sicht der Dinge, für ihre Werte und Bedürfnisse.

Fühlt sich mein Gesprächspartner von mir so empathisch aufgenommen, fällt meine Sicht der Dinge, (meine „Kritik“) auf fruchtbaren Boden. Die Tür zu ihm/ihr ist so bereits geöffnet. Eine angenehme Zusammenarbeit ist danach sehr viel wahrscheinlicher als im ersten Fall.

Die Brückenkommunikation kennen zu lernen könnte die beste Investition deines Lebens sein. Sie zu praktizieren wird dein Leben und deine Beziehungen unendlich bereichern.

Dabei wirst du nie ausgelernt haben. Doch auch wenn es immer wieder „menschelt“ und alte „Wolfsmuster“ das Verhalten mal wieder beeinflussen, so wird sich die Qualität des Miteinanders in allen Lebensbereichen doch nachhaltig verändern.

Was nützt es, wenn nur ich das lerne?

Selbst wenn andere Menschen davon keine Ahnung haben und dich in  gewohnter „Wolfssprache“ kritisieren, wirst du es weniger persönlich nehmen und den Menschen dahinter erkennen, der gerade nur sich selbst sehen kann.

Die fehlende Empathie für dich kannst du dir dann zum Glück selbst geben. Dann bist du wenigstens in guter Verbindung mit dir. Auch das ist Brückenkommunikation.

Deine Kirstie

https://www.lichtfinder.com/brueckenkommunikation/

Zweifelst du immer wieder an dir selbst und deinen Fähigkeiten?

Gratuliere, das bedeutet, du bist ein Mensch, der über sich selbst nachdenken kann und bereit ist, an seinem Verhalten zu arbeiten! Übrigens ist es so, dass mit steigendem Erfolg auch die Selbstzweifel wachsen. Selbst die klügsten Köpfe wie Albert Einstein (!) oder die berühmtesten Persönlichkeiten zweifel(t)en immer wieder ganz fürchterlich an sich selbst.

Viele haben Angst, eines Tages „aufzufliegen“ und als „Blender“ oder Hochstapler entlarvt zu werden. Du auch? Weiterlesen

„Die Welt ist böse.“ „Die Menschen sind schlecht.“ „Immer trifft es mich.“

Schon wieder wurde das Kind in der Schule vom Lehrer benachteiligt. Es leidet, es fühlt sich hilflos, ohnmächtig der Lehrkraft ausgeliefert. Die es süffisant grinsend abfragt, obwohl es letzte Stunde krank war. Die ihm jedes Mal die schlechtere Note gibt. Die ihm nur das letzte, unbeliebte Referatsthema überlässt. Das ist Mobbing, denke ich mir. Wie gemein! Ich fühle mit. Diese Hilflosigkeit macht einen schier wahnsinnig! Ausgeliefert einer höheren Macht.

So und ähnlich geht es vielen Kindern nicht nur in der Schule, sondern auch in der Arbeitswelt zahlreichen Erwachsenen. Das Gefühl, nichts tun zu können, Opfer zu sein. Es macht Menschen krank.

Doch was tun? Sind wir wirklich so hilflos, wie wir meinen? Manchmal finden wir doch Wege, uns zu wehren, für uns einzustehen. Auch wenn ein Preis dafür zu bezahlen ist. Vielleicht bedeutet es, dass ein Schulwechsel nötig ist oder ein Wechsel der Arbeitsstelle. Dafür gibt es einem jedoch die Selbstachtung zurück und das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Das wiederum ist so wertvoll, dass es fast jeden Preis wert ist zu bezahlen. Alles andere, wie ein weiteres Stillhalten des Kaninchens vor der Schlange, bringt uns unweigerlich ins AUS. Natürlich ist eine so drastische Maßnahme nicht das erste Mittel der Wahl. Gespräche um die Bewusstmachung der Notlage sollten zuerst genutzt werden. Am besten mit einem GfK geschulten Mediator.

Zum einen will ich Lehrer sowie Chefs oder Führungskräfte so gerne aufrütteln und ihnen bewusst machen, was sie mit dergleichem Verhalten eigentlich tun und welch große Verantwortung sie tragen. Hier sollte in Führungsetagen viel mehr darauf geachtet werden, ob diese Person auch menschlich geeignet ist zu führen.

Zum anderen will ich alle vermeintlichen „Opfer“ ermuntern, sich frei zu fühlen. Du entscheidest, wie du umgehst, mit allem, was dir zustößt. Du kannst vieles, was dir im Leben widerfährt, nicht ändern oder rückgängig machen. Immer jedoch hast du die Freiheit, deine Einstellung  zum Geschehenen zu ändern. Im Geist und im Herzen bist du immer frei. Diese wichtige Erkenntnis hatte Viktor Frankl sogar in der Gefangenschaft des Konzentrationslagers!

Du bist kein Opfer, wenn du es nicht zulässt. Lass dich selbst nie zum Opfer machen. Steh für dich ein, hol dir Hilfe und werde aktiv. Für deine Selbstachtung sollte es dir den Preis wert sein.

Wenn du glaubst, gar nichts im Außen ändern zu können, halte es wie Frankl und ändere wenigstens deine Einstellung: Sieh den anderen als Menschen, der scheinbar sehr wichtige Bedürfnisse unerfüllt hat. Er kann dir leid tun. Sein innerer Schmerz muss offenbar so groß sein, dass er ihn als Boshaftigkeit nach außen kehrt. Im Grunde hat sein Verhalten wenig mit dir zu tun. Es sagt aber ganz viel über ihn als Menschen aus.

Das sollte dich etwas erleichtern und du brauchst deinen Selbstwert nicht in Frage zu stellen. Gib dir selbst ganz viel positive Rückmeldung, suche dir gute Freunde, die dich unterstützen und dir vermitteln, dass du in Ordnung bist. Irgendwann strahlst du so viel Positives aus, dass Mobber bei dir keine Chance mehr haben. Sie wollen es vielleicht nicht einmal mehr versuchen.

Und wenn du beobachtest, dass über andere gelästert wird oder sie benachteiligt werden, dann steh für sie ein. Weigere dich, mitzulästern oder auch nur stumm zuzuschauen.

Die Welt ist böse? Du bist ein Teil dieser Welt! Sei du die Veränderung, die du dir wünschst. Sammle das Gute in dir an und um dich herum und es wird sich ausbreiten. Es werden immer mehr „Lichtfinder“. Gemeinsam machen wir die Welt heller.      Kirstie Bee

So kam vor kurzem der frustrierte Ausruf einer Seminarteilnehmerin, die zu Hause in schönster GfK Manier ihr inneres Brodeln in braven 4 Schritten zum Ausdruck gebracht hatte und dann von ihrem Freund eine Antwort bekam, die wiederum Ärger in ihr hervorrief. Sie brachte ungefähr Folgendes zum Ausdruck: „Ich beobachte, dass jedes Mal, wenn ich am Wochenende bei dir bin, übermäßig viel Arbeit anfällt. Ich bitte dich, das unter der Woche zu erledigen.“ Der Mann reagierte mit einer Rechtfertigung. Er erklärte lang und breit, warum er unter der Woche nicht dazu gekommen war.

Das wiederum ärgerte meine Teilnehmerin und sie behauptete: Die GfK funktioniert einfach nicht. Sie hätte sich gewünscht, dass die Bitte einfach gut ankommt und bei ihrem Freund ihre friedliche, gewaltfreie Wirkung entfaltet. Stattdessen hatte der sich scheinbar angegriffen gefühlt.

Was war da passiert? Warum funktioniert GfK manchmal irgendwie nicht?

Warum „funktioniert“ es immer wieder nicht, sich spannungsfrei auszutauschen über die eigenen Bedürfnisse und Anliegen, auch wenn man sich scheinbar genau an die 4 Schritte hält?

  • Die Haltung ist entscheidend

Erstens bin ich der Meinung, dass die Brückenkommunikation letztlich immer funktioniert, wenn ich in der inneren Haltung „Ich will Verbindung zu Dir“ bleibe. Dann kann auch ein explosiverer Austausch über das, was einem wirklich am Herzen liegt, der Beziehung nichts anhaben. Anders sieht es aus, wenn bei einer falschen Antwort sofort die Beziehung an sich in Frage gestellt wird. Wenn der eine Partner befürchten muss, der andere dreht sich gleich um und sagt: „Ich fahre besser wieder heim. Es ist einfach nichts mit uns beiden.“

Diese Haltung, in Verbindung bleiben zu wollen, egal was passiert (bzw. da müsste schon ein richtiger Tsunami kommen), ist die Grundvoraussetzung, dass „die GfK funktioniert“. Dann ist es auch nicht mehr so entscheidend, ob exakt die vier Schritte eingehalten wurden und ob diese wirklich auch GfK-Schritte waren.

  • Waren es wirklich 4 GfK Schritte?

Wenn aber schon diese innere Haltung eine wackelige ist, treten Schnitzer bei der Ausführung dieser vier Schritte stärker zu Tage. Sie fallen schwerer ins Gewicht. Betrachte ich mir die Äußerungen der Teilnehmerin genauer, hat sie zwar von einer Beobachtung gesprochen, jedoch war diese ziemlich verallgemeinernd. „Jedes Mal wenn…“ und „übermäßig viel“ sind zum einen pauschalisierende, zum anderen auch sehr subjektiv gefärbte Aussagen. Das reizt geradezu zum Widerspruch bzw. zur Rechtfertigung beim Partner.

„Die letzten beiden Samstage warst du mit Großeinkauf, Bürokram und Reparaturarbeiten beschäftigt. Uns blieb nur der Abend zusammen.“ Das wäre eine sehr viel konkretere Beobachtung, die der andere auch gut nachvollziehen kann. Oben nochmal hingeguckt, fehlt bei der „gewaltfreien“ Aussage der Frau ganz klar das Gefühl und das Bedürfnis. Während das Gefühl auch mal ausgelassen werden kann, ist es doch für den Partner wichtig zu verstehen, warum und woher diese Bitte jetzt kommt und weshalb man ihr nachkommen sollte. Das Bedürfnis ist das Herzstück der Aussage!

Ist die Freundin sauer, ist sie frustriert?(Gefühl) Weil ihr gemeinsame Zeit mit dem Partner sehr wichtig ist? (Bedürfnis) Hätte sie das dazu gesagt, würde er sich sogar geschmeichelt und geliebt fühlen. Stattdessen hörte er das Gesagte als Vorwurf, sein Leben nicht richtig zu organisieren und sich für seine Partnerin nicht genügend Zeit zu nehmen. Er wollte wiederum erklären, dass es nicht an fehlender Wertschätzung für sie lag, sondern daran, dass er drei Tage auf Geschäftsreise gewesen war und deshalb so viel auf‘s Wochenende gefallen war.

  • Brückenkommunikation ist Austausch und Verbindung

Brückenkommunikation ist immer ein Austausch. An der Reaktion deines Gegenübers wirst du erkennen, wie „gewaltfrei“ deine Aussage wirklich formuliert war. Erwarte auch bitte nicht, dass du mit einer Wand redest und auf eine gewaltfreie Aussage nur ein friedliches Lüftchen zurück weht.

  • Mein Bedürfnis UND dein Bedürfnis

Der andere ist ein Mensch, dem du etwas mitteilen wolltest. Du möchtest die Verbindung behalten und du willst, dass er ganz klar versteht, was genau dir gerade Probleme bereitet. Er soll verstehen, was bei dir dahinter steckt. Das ist ganz essentiell: WAS WILLST DU WIRKLICH? Was also ist das Bedürfnis, das unerfüllt ist?

Dieser angesprochene Mensch hat ein Recht, darauf zu reagieren. In der normalen Welt, unter lauter Wölfen, kann es sein, dass er wie ein Wolf reagiert. In jedem Fall reagiert er aus seinem Bedürfnis heraus. Wenn du in der verbindenden Haltung bleiben willst, kannst du ihn wiederum abholen: „Bist du betroffen, weil es dir wichtig ist, in deinem guten Willen gesehen zu werden?“ oder weniger gestelzt: „Willst du mir vielleicht mitteilen, dass ich dir durchaus wichtig bin?“

  • 4 Schritte + Nachfragen

Da die eigene Aussage, ist sie auch noch so gewaltfrei konstruiert, immer auch ganz anders beim anderen ankommen kann, ist es oft wichtig, noch eine Frage an die 4 Schritte anzufügen: „Wie geht es dir, wenn du das hörst?“ oder „Magst du mir bitte nochmal sagen, was bei dir angekommen ist?“

Das sollte dich nämlich auch interessieren. Was hat der andere verstanden? Was ist bei ihm/ihr angekommen? Hier können schon viele Missverständnisse ausgeräumt werden. Dabei in der verbindenden Haltung zu bleiben, ist mindestens die halbe Miete.

  • 4 Schritte und gut?

Zusammenfassend will ich damit sagen: Es reicht nicht, irgendwie einen Teil dieser 4 Schritte in die Welt zu rufen und zu hoffen, dass die Bitte beim anderen dann gut ankommt. Es bleibt ein Austausch, ein Tanz der Giraffen (hoffentlich!), ein Hin und Her, ein Ringen um das Vermitteln dessen, was mir selbst wichtig ist. UND ein Sich-Interessieren für  das, was gerade im Gegenüber vor sich geht. Eine Brücke zu bauen von meinem Bedürfnis, das ich dir offenbare, zu deinem Bedürfnis, für das ich mich interessiere. Also:

  • Worum geht es uns beiden wirklich?

Nur dann entsteht Verbindung bzw. bleibt diese erhalten. Hat jemand gesagt, dies wäre einfach?

Ist es nicht, doch sehr lohnenswert! Allein das Bemühen und Ringen darum wird einen großen Unterschied in deiner Kommunikation und damit in deinen Beziehungen ausmachen.