Gedanken zum Todestag eines geliebten Gefährten

Vor genau einem Jahr musste ich meinen geliebten Hund einschläfern lassen. Die Schmerzen nach einer Operation waren so groß, dass dies das letzte Mittel der Erlösung war. Umso schlimmer, als es keine medizinische Erklärung dafür gab. Eigentlich ein Routine-Eingriff. Es gab keine erkennbaren Ursachen.

Das war so bitter.

Noch wenige Wochen zuvor war ich beeindruckt von der Stärke, Agilität und guten Gesundheit meines Hundes, der sich benahm wie ein Junger, trotz seines schon etwas höheren Alters.

Nun dachte ich dieser Tage, ich schau mal im Kalender vom letzten Jahr, wann genau der Todestag war. Obwohl der Schmerz die Monate zuvor kaum mehr spürbar war, war er nämlich nun plötzlich wieder da. Kurz nach Mitternacht  sah ich im Kalender nach und fand den Tag, an dem ich eingetragen hatte: Lotta muss gehen.

Ich realisierte: ein paar Minuten zu spät nachgesehen. Es war gestern gewesen. Die Tränen flossen frei und lange.

Wie sehr ich sie vermisste, ihren Schalk, ihre feuchte Nase, ihre kuschelige Wärme, ihr einfaches, stetiges Da-Sein. Dennoch wollte ich keinen neuen Hund. Niemand könnte mir diesen ersetzen.

Als ich so traurig war  in dieser Nacht, kam mir auf einmal der Gedanke, dass wir alle endlich sind.

Wir sind alle endlich.

Wir tun so und leben so, jeden Tag, als würden wir ewig leben. Als hätten wir unendlich viel Zeit. Natürlich bekommen wir den Tod mit, so am Rande, immer wieder. Selten (zum Glück) betrifft er unser unmittelbar. Doch dann besonders hart, weil wir so gar nicht drauf gefasst waren. Staunend und ungläubig müssen wir miterleben, dass derjenige geliebte Mensch oder das geliebte Wesen nie mehr so da sein wird wie zuvor. Verschwunden ist aus unserem Leben. Nur nicht aus unseren Gedanken. Schmerz, Trauer und Vermissen sind groß. Und ich dachte mir plötzlich:

Wir müssen uns von allem verabschieden, was wir je geliebt haben.

Nichts, gar nichts können wir mitnehmen. Nicht den oder die geliebten Menschen, nicht die Tiere, nicht das geliebte Haus, das geliebte  Auto, den Schmuck oder sonstige Dinge. Nichts, aber auch gar nichts, können wir mitnehmen. Wir müssen uns verabschieden. Entweder gehen wir früher als die geliebten Menschen oder Tiere oder später. Tatsache bleibt, dass es einen Abschied geben wird. Unsere Zeit ist begrenzt, auch wenn wir das nicht hören und glauben wollen.

„Lasst uns versuchen, das Gute daran finden, wenn es auch nur etwas Klitzekleines ist“,  schlug ich in einem erst kürzlich veröffentlichten Blog Artikel vor. Aber an den Tod hatte ich dabei nicht gedacht.

Und doch, wenn ich so wirklich versuche, etwas klitzeklein Gutes zu finden: das Leid, der Schmerz meines Hundes ist zu Ende. Ich brauche mir auch keine Sorgen mehr um seine Sicherheit und sein Leben zu machen. Er ist da, wo seine Seele jetzt ist, gut aufgehoben. Davon bin ich irgendwie überzeugt. Vielleicht ist er auch schon längst wiedergeboren?

Was ist nun die Konsequenz, die ich aus meinen Gedanken zur Endlichkeit und zur Notwendigkeit des Abschieds ziehe?

Mein erster Gedanke war: Dann darf ich am besten niemanden mehr so sehr lieben, damit es nachher nicht so weh tut, sich zu verabschieden.

Doch wie arm wäre das Leben dann… Ist es nicht unsere Aufgabe all unser Lachen zu lachen, all unsere Liebe zu fühlen und all unsere Tränen zu weinen?

Der Schmerz gehört dazu. Dennoch muss er nicht unendlich sein, nicht immer wieder befeuert werden. Ich glaube, mir hilft, dieses Naturgesetz zu akzeptieren. Nicht nur die anderen „müssen gehen“ und lassen mich zurück. Auch ich „muss gehen“. Auch ich werde gehen. Und wer weiß, irgendwie komm ich bestimmt dahin, wo auch die anderen geliebten Seelen sind bzw. erlebe genau dasselbe wie sie. Das vereint uns wieder ein Stück. Es hilft mir, diese Endlichkeit von allem zu akzeptieren. Bewusst zu erkennen, dass gemeinsame Zeit begrenzt ist. Bewusster zu leben.

Denn es kann morgen aus sein. Für jeden von uns. Wie glücklich und dankbar ich jeden Morgen sein kann, aufzuwachen und lebendig zu sein. Einen weiteren Tag.

Ja, es ist wahr, das Leben ist jetzt. Und wann beginnt dein gutes Leben, in dem du glücklich bist? In dem du dir erlaubst, glücklich sein zu dürfen? Was brauchst du denn unbedingt noch dazu?

Stell dir vor, es wäre schon jetzt gut, genau so, wie es gerade ist.

Deine Kerstin @Lichtfinder

Da ist sie. Diese Sorgenwolke. Ich spüre sie vor allem in der Bauchgegend. Warum? Ach, sie lässt sich immer mal was Neues einfallen. Mal sind es die Finanzen, oder eine Sache, die wieder kaputt gegangen ist. Mal ist es die Angst, wie wohl etwas bei anderen ankommt. Dieser Beitrag zum Beispiel? 

Hast du Kinder? Wenn ja, kennst du das bestimmt sehr gut, dass man sich so oft um sie sorgt. Wenn du keine hast, dann bin ich mir ziemlich sicher, gibt es ein anderes Wesen, Mensch oder Tier, was dir wichtig ist und du sorgst dich drum. 

Wenn ich mich mal wieder sorge, weiß ich einerseits genau, dass mir das nichts bringt, außer irgendwann Magenschmerzen oder unruhigen Schlaf. Es hilft nichts und niemandem, mich zu sorgen. 

Viele Menschen sorgen sich sozusagen “vorbeugend”, damit nichts passiert. Das ist Bullshit, wirklich. Wer die Macht einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung kennt, weiß, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Also Schluss mit “Schutzpessimismus”!

Ich überlege lieber gezielt, was ich tun kann, um aktiv mögliche Gefahren abzuwenden. Und zwar am Tag (!), zu einer bestimmten Zeit. Dann nehme ich mir Zeit für meine Sorgen, nehme sie ernst und mache Brainstorming, am besten auf Papier. Nun habe ich einen schriftlichen Plan vor mir, was ich selbst tun kann und wen ich eventuell um Rat oder Hilfe bitten kann. 

Wenn da jedoch nichts, was ich jetzt tun kann, dann möchte ich diese dunkle Sorgenwolke einfach vorbei ziehen lassen. 

Geht nicht? 

Dann stell dir das mal vor:

Mit dem nächsten Atemzug löst sich die dunkle Sorgenwolke aus deinem Bauch, … Herz, … Kopf, …

und steigt auf, … zieht allmählich weiter, … zieht weiter, … weit in die Ferne, … bis sie sich völlig auflöst, … in einem klaren, blauen Himmel. Die Sonne scheint.

(Merk es dir und stell es dir mit geschlossenen Augen noch einmal vor.)

Sorgen um das Kind/liebe Menschen

Das folgende mutet vielleicht esoterisch an, ist jedoch sehr wirkungsvoll. Und wenn du an die Kraft der Gedanken glaubst, ist es ein Zaubermittel für alle Beteiligten.

Mein Geheimtipp für alle Mamas: (Und alle Liebenden, dann ersetze “Kind” einfach durch die liebe Person, das Tier…)

Stell dir vor, dein Kind wird überzogen von einem Schutzmantel aus Licht und Liebe. Unsichtbar, doch unendlich kraftvoll ist dieser Schutzmantel. So schickst du es aus dem Haus bzw. auf die Reise. Voll Vertrauen in die Sicherheit und Kraft dieses wunderbaren Mantels, der es vollkommen einhüllt. 

Ich wünsche dir einen leichten, befreiten Tag und eine beruhigte Nacht.

Deine Kerstin   @Lichtfinder   

Kennst du ähnliche Gedanken? „Ich bin sauer, weil meine Freundin mal wieder zu spät kommt.“

„Ich bin traurig, weil ein wichtiger Mensch meinen Geburtstag vergessen hat.“

„Ich bin wütend, weil der Typ mir den Parkplatz weggeschnappt hat.“ „Ich bin frustriert, weil ich so viel gebe und kaum was zurückkommt.“

Denkst du auch oft so? Wir sind überzeugt, ein anderer oder die Umstände verursachen unsere Gefühle, vor allem die unangenehmen. Aber auch das gute Gefühl wird dem schönen Wetter zugeschrieben oder der erfreulichen Nachricht.

Auslöser oder Ursache

Dabei ist wichtig zu wissen, dass es tatsächlich Auslöser gibt. All das oben genannte kann Auslöser sein für ein Gefühl. Oder eben auch nicht… Eine Äußerung oder ein Ereignis löst bei dir heute Ärger aus, ein andermal gehst du gelassen darüber hinweg. Ein Ereignis oder ein Satz löst bei dir an einem Tag Freude aus, ein andermal  erreicht es dich nicht wirklich. Wir selbst reagieren also höchst unterschiedlich auf dasselbe Ereignis oder dieselbe Aktion unsrer Mitmenschen. An manchen Tagen sind wir schnell gereizt, an anderen lächeln wir vieles einfach weg.

Das nächste be-merkens-werte ist: Verschiedene Menschen reagieren höchst unterschiedlich auf denselben Auslöser. Der eine sieht ein Stück halbrohes Fleisch auf dem Teller und empfindet Ekel. Der andere empfindet dasselbe Stück Fleisch als wahre Delikatesse und bezahlt auch noch viel Geld dafür.

Merkst du etwas? Derselbe Auslöser: vollkommen unterschiedliche Gefühle, bei derselben Person zu verschiedenen Zeiten, bei unterschiedlich gestrickten Menschen.

Wer oder was verursacht dein Gefühl?

Es ist also in Wahrheit nicht dieses Ereignis, dieser Umstand, nicht diese Person, die dir dein Gefühl verursacht. Denn: Wo entsteht das Gefühl? Richtig, es entsteht in dir.

Deine Gedanken über die Situation verursachen dein Gefühl. Und wer bestimmt, was du denkst?

Ja genau, das bist auch du. Geprägt von deinen Werten, den Geschichten, die du dir jeden Tag über dich und das Leben erzählst, bewertest du. Und dann kommt noch etwas Wichtiges dazu.

Die Rolle von Bedürfnissen

Wir Menschen haben Bedürfnisse und Werte. Mehr zum Thema Bedürfnisse findest du in meinen anderen Blogbeiträgen. Während unsere Werte verschieden sind, haben wir Menschen alle dieselben Grundbedürfnisse. Nur nicht zur selben Zeit in derselben Ausprägung und Wichtigkeit.

Jedes Gefühl hat einen Sinn

Dein Gefühl ist ein wichtiger Indikator, ein Kontrollämpchen sozusagen, dass gerade ein Bedürfnis besonders gut erfüllt ist oder eben, dass es gefüllt werden möchte. Wenn das Gefühl unangenehm ist, steckt dahinter sozusagen eine Aufforderung: Bitte sorge für dieses wichtige Bedürfnis. Tu was!

Somit gibt es keine negativen Gefühle sondern nur unangenehme Gefühle. Denn etwas kann nicht negativ sein, das so eine wichtige Funktion hat.

Deine Aufgabe ist nun, zu überlegen: Welches Bedürfnis ist denn gerade unerfüllt?

Für Ideen, schau auf die Bedürfnisliste auf meinem Blog  ( https://www.lichtfinder.com/beduerfnisliste/).

Ist es vielleicht der Respekt, den du dir wünschst, wenn deine Freundin zu spät kommt? Oder die Verlässlichkeit? Allein die Verbindung mit deinem Bedürfnis, welches gerade zu kurz kommt, dieses Hineinfühlen, tut schon wahnsinnig gut und sorgt für erste Erleichterung.

Dann könntest du das konkret ansprechen: „Ich will echt planen können und mich verlassen können, dass du zur vereinbarten Zeit kommst.“

Wichtigstes Learning heute: Kein Mensch und keine Situation „macht“ dir deine Gefühle.

Diese machst du dir selbst. Je nachdem, wie du darüber denkst und wertest und welches Bedürfnis gerade vorherrscht bei dir.

Darin liegt deine wunderbare Macht.

  1. Finde dein Bedürfnis und benenne es für dich.
  2. Verbinde dich mit deinem Bedürfnis und atme tief durch.
  3. Entscheide, wie du für dich sorgst und wie du damit umgehen möchtest.
  4. Du bist frei. Wie willst du dich fühlen?

Ich wünsche dir Licht in deinen Gedanken.

Deine Kerstin, Lichtfinder

> Nächste Folge: Du bist nicht dein Gefühl! (Und wie dir diese Erkenntnis in schwierigen Zeiten hilft.)

 

Dazu passt der kurze Beitrag: https://www.lichtfinder.com/wie-fuehle-ich-mich-was-brauche-ich/