Wie tolerant bist du wirklich gegenüber anderen Meinungen und Gesinnungen? 

Dieser Text will einladen zur Selbstreflexion und beitragen zu mehr Frieden und weniger Spaltung in unserer Gesellschaft.

Vor kurzem unterhielten wir uns mit einem jungen Mann, der einen Shitstorm auf YouTube bekam, weil er sich die Haut dunkel gefärbt hatte, um einen schwarzen Promi in seiner Comedy-Show darzustellen. Er war sehr betroffen und fühlte sich in eine Schublade gesteckt. Sah er sich selbst doch fern von jeglicher rassistischer Gesinnung.

Wir sprachen über die Empfindlichkeit heutzutage, was Äußerungen angeht. Die Gendersternchen-Bewegung, die mittlerweile bereits Nachrichtenpodcasts erreicht hat. So dass man nur noch von ÄrztInnen, PolitikerInnen und sonstigen Innen spricht. Allerdings nur in positiven Zusammenhängen, also nicht bei TäterInnen o.ä.

Unsere Gesellschaft, nicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Ländern, vor allem auch in Amerika ist quasi hochsensibel geworden, was Sprache angeht. Die Amerikaner wollen übrigens derzeit human nicht mehr sagen, weil sich man darin verbirgt… Es treibt also durchaus Blüten.

Achtung, ich möchte mich von vornherein entschuldigen:  diese Folge ist ganz bestimmt nicht sprachlich hygienisch rein, mit doppelter FFP2 Maske gesprochen;)

Wenn ich irgendein Wort also nicht politisch korrekt sprechen sollte  – und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich über Stolperdrähte stolpern werde – dann ist es mir umso wichtiger, diese Botschaft nach außen zu bringen. Ich hoffe, es gelingt mir ansatzweise, weil es wirklich so wichtig ist.

Sind wir zu empfindlich?

Eines möchte ich gerne deutlich machen: Die Empfindlichkeit gegenüber sprachlichen Äußerungen darf nicht als „zu empfindlich gewertet werden“. Denn wenn wir sagen, „Hach, was seid ihr Randgruppen denn so empfindlich?“ Dann ignorieren wir den Schmerz, dann sind wir alles andere als empathisch. Es ist wichtig, dass wir für die Sorgen und Nöte bestimmter Gruppen sensibel werden um neue Bilder in die Köpfe der Gesellschaft zu bekommen.

Gleichzeitig sollten wir versuchen, allen Menschen gegenüber mehr Empathie entgegenzubringen. Jeder – wirklich jeder (!) -will gesehen und ernst genommen werden in seinen Bedürfnissen, Sorgen, Nöten und Ängsten. In dem, was andere als „Empfindlichkeiten“ bezeichnen, weil sie es selber einfach nie so erlebt und gefühlt haben.

Die Bedeutung sprachlicher Sensibilität

Sprache schafft Realität. Sprache erzeugt Gefühle und kreiert Bilder in unseren Köpfen. Und was wir uns vorstellen können, ist möglich und kann Wirklichkeit werden. Hypnose ist der beste Beweis dafür. Durch Sprache kreiere ich in der Hypnose  Bilder und andere Sinneshalluzinationen, die dann wirklich gefühlt werden und eine neue Wirklichkeit erschaffen.

Den Schmerz anerkennen

Ich weiß um den Schmerz von Minderheiten oder Andersartigen, die sich ausgegrenzt fühlen oder die Mobbing oder eine Sonderbehandlung erfahren haben. Nicht nur aus zahlreichen Telefongesprächen mit Betroffenen, sondern auch von engsten Mitmenschen. Außerdem nicht zu vergessen, ich bin eine Frau. Wenn man das heute noch sagen darf , zwinker, zwinker.

Ich musste als Jugendliche im Ferienjob erleben, dass mein männlicher Mit-Kollege 2 DM mehr Stundenlohn bekam als ich in den zwei Wochen Büroarbeit. Das machte am Ende riesig einen Unterschied. Ich war wirklich baff, dass allein das Geschlecht entscheiden sollte, dass er am Ende mit ein paar Hundert DM mehr rausging, obwohl wir exakt die gleiche Arbeit machten. Ich hatte damals meinen ganzen Mut zusammen genommen und beschwerte mich im Personalbüro. Daraufhin bekam ich dort nie wieder einen Job. Ich war seitdem höchst sensibilisiert für die Ungerechtigkeit gegenüber bestimmten Gruppen. Immer war es mir wichtig, selbst allen Menschen gleich offen gegenüberzutreten.

Gesellschaftliche Spaltung

Doch die Entwicklung der letzten Jahre und besonders in letzter Zeit erschreckt mich. Menschen zerreißen sich, fallen übereinander her wie die Hyänen besonders in den sozialen Netzwerken. Da bin ich einmal so angegriffen worden im Rahmen einer Diskussion über die ungerechte Behandlung eines kleinen dunkelhäutigen Kindes, dass ich viele Monate nicht mehr in dieser Facebook Gruppe aktiv war. Obwohl ich nur die allerbesten Absichten hatte und diese auch äußerte.

Das Schlimme für mich daran war, dass nicht wirklich zugehört wurde. Motive, Bedürfnisse interessierten nicht. Die gute Absicht wurde einfach nicht gesehen. Es wurde nur auf Worte geschaut die als richtig oder falsch galten, nicht auf die Haltung dahinter.

Berechtigtes Interesse

Menschen, die irgendwie anders sind als die herrschende Mehrheit, haben Schmerz erlebt.

Sie sind verletzt worden, gedemütigt, beleidigt, ausgegrenzt, benachteiligt worden. Sie wollen Gleichbehandlung, Respekt und Wertschätzung: ob es sich nun um Frauen, Schwule, Behinderte, Angehörige anderer ethnischer Gruppen, Religionen oder Hautfarben handelt oder nicht eindeutig zuordenbare Geschlechter. Dieser Schmerz ist verständlich.

Und es ist ein Geburts- und Menschenrecht, dass einfach alle Menschen gleich sind im Sinne von gleich viel wert und gleich zu behandeln. Im Übrigen gibt es immer noch keine echte Gleichbezahlung der Frauen im Deutschland des 21. Jahrhunderts, das nur mal so am Rande bemerkt.

Wenn wir uns sensibilisieren für Sprache, dann ist es möglich, neue Konzepte in die Köpfe der Menschen zu bekommen, das ist auch richtig.

Deshalb ist es wichtig und okay, auch die weiblichen Bezeichnungen immer wieder zu verwenden und auch sonst sich sensibel zu zeigen für Verletzlichkeiten. Deshalb bemühe ich mich auch immer wieder die männlichen und die weiblichen Bezeichnungen etwas abzuwechseln, auch wenn es umständlicher klingt. Das künstliche In, dazu kann ich mich noch nicht durchringen. Da bin ich halt noch nicht so weit. Das widerstrebt mir irgendwie.

Schwul zum Beispiel als abwertendes Wort in der Alltagssprache zu verwenden ist gedankenlos und verletzend. Darauf dürfen und sollen Menschen aufmerksam gemacht werden.

Eine Sensibilisierung ist gut und sehr wichtig, doch soll sie nicht zu pauschalen Vorverurteilungen führen, nur weil sich jemand eben noch nicht so bewusst ist.

Eine Kultur des Verurteilens

Doch was gerade passiert ist ein Prozess der Hypersensiblität gegenüber bestimmten sprachlichen Äußerungen. So dass die Worte, die jemand spricht, zu einem Shitstorm führen, der seinen Ruf für immer beschädigt und die Karriere beendet.

Das heißt, es wird sofort be- und verurteilt und dieser Mensch wird in eine Schublade gesteckt.

Über manche Themen trauen wir uns fast nicht mehr aussprechen, was wir denken. Überall lauern Gefahren. Es entsteht die Angst, selbst verurteilt zu werden als Genderfeindliche, Rechtsgesinnte, QuerdenkerIN, EsoterikerIN (!) usw. usf.

Was passiert? Wir verurteilen die anderen. Immer und immer wieder. Wir meinen, Gedanken und Gefühle lesen zu können. Jemand der so was sagt, muss ja so eine Gesinnung haben.

Jemand, der so was sagt, gehört in diese Schublade. Ganz klar.

Wir vergessen dabei, dass niemand Gedanken lesen kann. Wir urteilen zu schnell, zu einfach und zu hart.

Wir können nicht alle in einen Topf werfen. Menschen haben so viele Facetten.

“Bist du nicht 40 Tage in den Mokassins des anderen gelaufen, kannst du nicht über ihn (oder SIE!) urteilen,” sagten die Indianer. Verzeiht bitte, native Americans. Ich bin so aufgewachsen, mit Cowboy und Indianer.

Ich bin bestimmt einer der tolerantesten und offensten Menschen für alle nur möglich Schattierungen des menschlichen Daseins. Und ich hab mich als Kind zu gerne als Indianer verkleidet und habe immer noch Begriffe im Kopf wie Negerkusstorte oder Mohrenkopfsemmeln. Deshalb weiß ich natürlich um die schreckliche Geschichte der Sklaverei und Alltagsrassimus im 21. Jahrhundert. Ich finde das schlimm und wünsche mir, eine echte Menschlichkeit in den Köpfen und Herzen.

Selbstreflexion ist nötig

Sprache erzeugt Bilder, erzeugt Vorstellungen und Gefühle. Es ist wichtig, dass alle Menschen sich wohl fühlen können.

Ist nicht die Haltung, die ein Mensch hat, viel wichtiger als manche Begriffe, die er verwendet? Noch wichtiger ist, dass aus einer Haltung heraus auch entsprechendes Verhalten folgt.

Ein Verhalten, das eben nicht ausgrenzt, das ehrliche Wertschätzung und ehrliche Gleichberechtigung hervorbringt.

Was hab ich scheinheiliges Verhalten dick! Gerade von Kirchenvertretern gab es im wahrsten Sinne des Wortes so viel Schein-Heiligkeit so viele Jahrhunderte lang und bis heute. So wenig echte Menschlichkeit. Worte sprechen ist das eine, die Haltung dahinter und das Verhalten eine viel entscheidendere.

So viele Menschen wollen heutzutage besonders gut sein, wollen sich einsetzen für Minderheiten, für die Umwelt, für Solidarität und vergessen dabei, dass sie selbst im gleichen Atemzug jeden verurteilen, der anders denkt.

Deshalb an alle, die sich berufen fühlen, sich zu empören und andere zu verdammen, weil diese nicht gendergerecht sprechen, immer noch Begriffe bestimmter Art in den Mund nehmen die doch „ein No-go sind“.

Was empört ihr euch denn? Was verdammt ihr denn? Wie gut ist das denn, andere als schlecht zu bezeichnen?

Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein…

Ist es nicht so, dass gerade durch dieses Verurteilen Unfriede und Spaltung entsteht? Dass gerade dadurch eine echte Gleichbehandlung nicht MÖGLICH Ist? Weil man sich so sehr auf diese Unterschiede wie Geschlecht und Hautfarbe etc. konzentriert? Ich will mich gar nicht mehr darauf konzentrieren. Man zerrt die Unterschiede immer wieder hervor und zeigt darauf.

Den Menschen sehen

Warum sehen wir nicht einfach den Menschen? Wenn ich den Menschen sehe, dann ist doch alles andere unwichtig. Ganz gleich sind wir Menschen nicht und werden es zum Glück(!) niemals sein. Zum Glück gibt es unterschiedliche Hautfarben -warum sollten wir das heutzutage nicht benennen dürfen – zum Glück gibt es verschiedene Geschlechter. Zum Glück gibt es andere Meinungen. Wie langweilig wäre sonst diese Welt.

Mit einer künstlichen Gleichmacherei ist niemandem geholfen. Wir können stolz sein auf unsere Unterschiedlichkeit und Individualität und uns verbunden fühlen im Menschsein. Mit alle unseren so ähnlichen Wünschen und Sehnsüchten.

Menschen tendieren zu Schubladendenken

Mein Aufruf in dieser Folge: Werde dir bewusst, dass du selbst ständig beurteilst und bewertest. Ständig! Ich auch. Wir Menschen sind so gestrickt. Wir brauchen Bewertungen und Urteile, um uns in der Welt zurecht zu finden. Wir tendieren zu Schubladendenken. Schubladen helfen uns, eine Einordnung vorzunehmen, unsere Welt, die Menschen und die Werte zu strukturieren. Es nützt nichts, das zu verleugnen oder zu ignorieren. Wir werten und urteilen 1000e von Malen am Tag.

Doch es ist verheerend, wenn wir über Menschen urteilen, sie in eine Schublade stecken, Etikett draufkleben – und die Schublade dann verschließen.

Es ist verheerend, wenn wir uns nicht bewusst werden, dass es das ist, was wir tun.

Wir drücken alles und jedem unseren subjektiven Stempel auf. Wir sehen die Welt durch unsere subjektive Brille. Wir leben unsere Wahrheit, nicht DIE Wahrheit. Jeder konstruiert sich seine eigene Wahrheit aufgrund der eigenen Werte und er eigenen gemachten Erfahrungen.

Meine Welt und deine Welt

Wir zeichnen uns quasi unsere eigene Landkarte von der Welt, wie wir sie sehen und erleben. Und darin ordnen wir alles ein, so dass es für uns Sinn ergibt und passt. Doch die Landkarte entspricht nicht 1:1 der Realität, oder? Du fühlst das Gras nicht, wenn du mit den Fingern über die Karte streichst. Nein!

„The map is not the territory“

ist eine der Grundannehmen des NLP, einer wunderbaren Methodenlehre für Veränderung. The map ist not the territory. Die Landkarte ist nicht die tatsächliche Landschaft.

Wir müssen uns bewusst werden, dass wir urteilen, dass wir ständig bewerten. Dass das unsere subjektive Sicht auf die Welt ist. Unsere eigene Wahrheit.

Deshalb gibt es mehrere Wahrheiten. Manch einer, der eine völlig neue Erfahrung gemacht hat, im positiven wie im negativen Sinn, denkt nachher völlig anders über dieselbe Sache. Das kennst du doch bestimmt auch.

Nach einer Reise, nach dem Verlust eines Menschen, nach einer Krankheit, nach der Begegnung mit einem anderen besonderen Menschen ändern sich oft Meinungen ganz radikal. Man weiß gar nicht mehr, wie man früher bloß so denken konnte. Heute sieht man dieselbe Sache völlig anders.

Vielleicht hast du früher Schweinebraten mit Genuss gegessen und die Vegetarier belächelt, heute geht das für dich gar nicht mehr!

Bist du im Schubladendenken?

Was ich damit sagen will: Nicht, dass du aufhören solltest zu urteilen.

Sondern: werde dir bewusst, dass du urteilst, dass du subjektiv bist, dass es deine Brille ist, durch die du gerade schaust. Dass du in Schubladen steckst: und zwar nicht nur die Frauen, die Schwarzen (steinigt mich), die Schwulen und die Sonstigen sondern auch … (!)

…all die Menschen, die eine unbedachte Äußerung machen. Die Menschen, die noch nicht so weit sind in ihrem Bewusstsein, die Menschen, die noch nicht dieselben Erfahrungen gemacht haben wie du, noch nicht dieselben Erkenntnisse gewonnen haben wie du. Die Menschen, die ihre Werte gerade anders priorisieren. Die zum Beispiel mehr Wert legen auf Freiheit als auf Sicherheit. Die einen, die mehr Wert legen auf Umweltschutz. Die anderen, die mehr Wert legen auf Bequemlichkeit und Freiheit.

Wie wäre es, die Bedürfnisse auf den Tisch zu legen und in schlauen Lösungen zu vereinen?

Die einen wünschen sich Toleranz gegenüber den Minderheiten oder Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die andern wünschen sich Toleranz gegenüber unterschiedlichen sprachlichen Äußerungen. Alle wünschen sich Toleranz.

Was uns verbindet

Vielleicht sollten wir uns mehr darauf konzentrieren, was uns verbindet als Menschen als darauf, was uns spaltet. Wir Menschen haben alle tatsächlich dieselben Grundbedürfnisse. Nur nicht im selben Ausmaß zur selben Zeit.

Wir machen diese Welt nicht besser, wenn wir uns mit Hass und Verurteilen auf Menschen stürzen, die anderer Meinung sind als wir selber. Unsere Welt wird nicht besser, wenn wir Andersdenkende verurteilen. Wenn wir Menschen verurteilen, die gerade andere Werte wichtiger nehmen als wir.

Mein Apell

Lasst die Schubladen offen! Menschen sind so viel mehr als die eine Äußerung, die ihnen entschlüpft. Menschen haben so viele Facetten, sie verdienen es nicht – und zwar niemand! – in eine Schublade gesteckt zu werden und darin zu bleiben. Damit werden wir keinem einzigen Menschen gerecht.

Es gibt nicht DIE Frauen, nicht DIE weißen Männer, nicht die Transgender und nicht die Umweltschützer, ebenso wenig wie die Muslime und die Farbigen.

Es gibt so viel mehr zu entdecken in jedem Menschen.

Und es gibt so vieles, was uns vereint. Wenn wir uns jedoch nur fokussieren auf diese eine Meinung, die uns gerade trennt, oder dieses eine Merkmal der sexuellen oder politischen Orientierung dann bewirken wir immer mehr Spaltung.

Deshalb legen wir den Fokus doch lieber auf das, was uns verbindet. Bevor du urteilst oder bevor du die Schublade schnell verschließt. Frage den anderen: Worum geht es dir wirklich? Lass die Schublade offen.

Bleib neugierig, was dahinter steckt, wenn jemand eine Meinung äußert. Was steckt eigentlich für ein Wunsch dahinter? Welche Facetten hat dieser Mensch noch?

Menschen handeln und sprechen immer aus einem Bedürfnis heraus. Und erinnere dich: dasselbe Bedürfnis hast du auch, wir haben nämlich alle dieselben. Nur ist es bei dir gerade nicht so stark ausgeprägt und du würdest mit anderen Strategien versuchen, es dir zu erfüllen.

Welches Bedürfnis steckt bei mir hinter der Folge heute?

Es ist der Wunsch nach Verbindung, nach Austausch, nach echtem Dialog in unserer Gesellschaft. Das ist vielleicht das wichtigste und die dringlichste Aufgabe für jetzt und die nächsten Jahrzehnte. Es ist der tiefe Wunsch nach Frieden in uns und unter uns. Wenn wir nicht bei uns selber anfangen, wie sollen wir dann in einer friedlichen Welt leben?

Wenn wir nach Toleranz schreien für Menschen anderer Religion, Hautfarbe und anderen Geschlechts, dann lasst uns nicht vergessen, selbst tolerant zu sein gegenüber anderen Gesinnungen.

Sei ehrlich zu dir selbst

Wie tolerant bist du selbst wirklich gegenüber anderen Meinungen? Wie schnell verurteilst du andere?

Es ist ein psychologisches Phänomen genannt Projektion, dass, wir an anderen am meisten hassen und verurteilen, was wir uns selbst nicht erlauben bzw. was auch eine eigene Schwäche von uns selbst darstellt. Es hat also immer mit uns selbst zu tun. Es sind unsere Werte.

Können wir anderen zugestehen, dass ihnen gerade etwas anderes wichtig ist? Können wir im Dialog und im Frieden bleiben. Können wir die Vielfalt an Meinungen schätzen?

Erinnere dich, dass du deine Meinung im Laufe deines Lebens schon öfter mal geändert hast, angepasst hast. Wenn du vehement streitest, denk daran, dass Meinungen sich ändern, dass nichts in Stein gemeißelt ist. Dass Meinungen das sind, was sie sind, subjektive gefärbte Meinungen, jedoch keine Wahrheiten.

Jeder hat immer Recht

Deshalb hat eigentlich jeder immer Recht  – in seiner Welt.

Versetz dich doch mal in die Lage des anderen. Stell dich doch mal in ihre Schuhe. Setz doch mal ihre Brille auf und betrachte die Welt durch diese Färbung. Dann wäre dir jetzt auch etwas anderes ganz furchtbar wichtig.

So einfach gesagt, doch das ist eine hohe Kunst. Sie ist leichter zu schaffen, wenn du mit dir selbst in deiner guten Verbindung bist. Wenn du selbst herausgefunden hast, warum dich etwas gerade so triggert, was da eigentlich in dir los ist. Ich helfe gerne dabei, das herauszufinden. Klarheit zu gewinnen: Worum geht es mir wirklich. So klärt sich dein Inneres, so wirst du friedlicher und offener für gute Verbindungen.

Eine friedlichere Welt

Lass uns friedlich werden. Lass uns mehr Verbindungen schaffen, von Herz zu Herz. Wir Menschen haben tief drinnen alle ganz ähnliche Sehnsüchte. Mehr Toleranz und Offenheit in ALLE Richtungen täten uns allen gut.

Wie wäre es, wenn wir mehr schauen auf alles, was uns verbindet?

Einen friedlichen Tag, mit guter Verbindung zu dir selbst wünsche ich dir.

Deine Kerstin von Lichtfinder

PS: Du kannst diesen Text als Episode im Lichtfinder Lebensfreude Podcast hören (Folge 53)

Direkt von meiner Website  (Klick hier)

und sehr gerne im kostenlosen Abo bei Spotify, Apple, Prime, Castbox etc.

 

Fühlst du dich immer wieder unter Druck, im Stress?  Woher kommt der Stress?

Machen ihn andere? Dann frag dich, ob er gerechtfertigt ist.

Wäre es denn für irgendjemanden realistisch machbar? Ist es für dich zum jetzigen Zeitpunkt machbar? Ist es noch gesund für dich, mitzuspielen?

Denk dran: es sind die Erwartungen anderer. Die haben mit den Themen dieser Menschen zu tun. Die dürfen auch gerne bei ihnen bleiben.

Du bist nicht dazu da, die Erwartungen aller zu erfüllen. Umgekehrt gilt das übrigens auch;)

Frag dich, ob du dem jetzt nachkommen willst und warum.

Dann triff deine gut begründete Entscheidung. Es ist dann deine Wahl, dein Ja oder dein Nein – aus gutem Grund.

 

Oder machst du ihn dir selbst wegen hoher Erwartungen an dich?

Weil du gut und wertvoll sein möchtest?

Ist das so? Dann stell dir bitte diese entscheidenden Fragen: Wann wärst du denn endlich gut genug für dich?

Was müsste passieren oder wie müsstest du sein, dass du endlich mit dir zufrieden sein könntest?

Nimm dir bitte Zeit für deine Antwort. (…)

 

Dann frag dich: Ist das realistisch?

 

Wenn nicht:  warum weiter Druck ausüben, wenn es eh nie wirklich genug sein wird?

Warum quälst du dich so?

Hast du denn kein Leben verdient in Leichtigkeit und Freude?

 

Wenn du glaubst, du hättest es nicht verdient, wirst du den Druck weiterhin spüren. In deinem Magen, auf deinen Schultern, in deinem Kopf.

Zu viel Druck auf Dauer verträgt niemand gut.

Mal ein kurzes Schubsen, eine kurze Phase Zeitdruck kann Kräfte mobilisieren. Doch auf Dauer ist Stress kein guter Arbeits- und Lebensbegleiter.

Gerne helfe ich dabei, Druck und zu hohe Erwartungen und Ansprüche aufzulösen. In das Gefühl “Ich habe es verdient” zu kommen. Und Leichtigkeit genießen zu können.

Deine Kerstin von Lichtfinder

Dazu passt auch der längere Blogbeitrag: Meine Grenzen wahren

Kennst du schon meinen Podcast? Hier kannst du direkt loshören: Zur Podcast Seite

Gedanken zum viel zu frühen Tod eines lieben Menschen.  Wie sollen wir damit leben?

Plötzlich bist du nicht mehr da. Die Körperhülle ist ohne Leben zurückgeblieben. Wird beerdigt oder eingeäschert. Zum Glück bist du längst nicht mehr drin. Zum Glück warst du nicht (nur) dieser Körper.

Du warst so viel mehr. Und dieses Mehr, das ist nach wie vor da. Es ist am Leben, denn es ist ganz einfach unsterblich. Und das ist keine Glaubensfrage, es ist einfach die Wahrheit.

Du bist Bewusstsein und deine ganz individuelle Energie. Das warst du immer und wirst es immer sein. Selbst die Physik weiß, dass Energie niemals vergeht, niemals stirbt. Sie wandelt nur ihre Form.

Seit kurzem weiß ich, dass sogar die Individualität der Energie erhalten bleibt.

Das ist so gut zu wissen.

Das Materielle hast du abgelegt und damit allen Schmerz dieses Körpers, alles Leid dieses Menschenlebens, alle Sorgen und Zweifel. Du weißt jetzt, wer du wirklich bist, denn das ist geblieben. Ein Teil von dir wird immer bei uns sein, bei deinen Lieben.

Ein Teil von dir will immer noch für uns da sein.

Manche re-inkarnieren, um bald wieder auch physisch in die Nähe ihrer Liebsten zu kommen. Andere stehen als Schutzengel an der Seite ihrer liebsten Menschen.

Doch ein anderer Teil von dir lebt gleichzeitig sein Leben weiter. Auf einer höheren Bewusstseinsebene.

Alle Entwicklungen, die du hier in deinem Menschenleben gemacht hast, kommen dir dort zugute.

So kann ich gewiss sein, dass es dir auf jeden Fall, da wo du jetzt bist, ein gutes Stück besser geht als zuvor. Und ich weiß, du warst auf einem richtig guten Weg.

Du wirst dich immer weiter entwickeln und dein Leben mit immer mehr Freude und Leichtigkeit genießen. So hast du Frieden gefunden.

Vielleicht oder bestimmt sogar sehen wir uns irgendwann wieder, auf welcher Ebene auch immer.

Unsere Seelen waren und sind verbunden. Nichts kann das jemals trennen.

Du fehlst und wirst noch so oft fehlen, im Alltag. Deine physische Anwesenheit, deine Stimme, deine Worte, dein Beitrag.

Doch wenn wir still werden und gewahr, dann können wir dich spüren. Denn du bist immer noch da. Nur hinübergegangen über die Schwelle. Nur voraus gegangen in eine lichtere Welt.

Solange wir dich brauchen, wirst du einfach weiterhin da sein, spürbar sein.

Ich bin so froh, dass du nun so viel freier bist als zuvor und dass deine Seele wieder lachen kann, dass du deine Gestalt wieder gerne fühlst.

Ich weiß, du hattest es dir anders erhofft. Du hattest noch einiges vor und wolltest so gerne noch lange Teil deiner Familie sein. Deine Kinder erwachsen werden sehen.

Es sollte anders kommen. Wir können nicht wirklich verstehen, was der Sinn sein soll, viel zu früh zu sterben. Qualen leiden zu müssen. Zu kämpfen um dieses Leben, zu hoffen und immer wieder Rückschläge zu erleben, bis es schließlich doch zu Ende ist.

Es ist nicht begreifbar. Welcher Seelenplan hat sich so etwas ausgedacht, welchen Sinn und Zweck sollte er haben, wenn es einen gibt? Es bleiben tausend Fragen offen.

Und dennoch weiß ich, dass es jetzt für dich gut ist. Besser als zuvor.

Nur wir müssen irgendwie damit zurecht kommen. Dürfen nicht daran zerbrechen.

Vielleicht können wir daran wachsen und dem wenigstens dadurch einen Sinn geben. Vielleicht können wir besser verstehen, wenn wir erkennen, dass jede Seele alle Erfahrungen machen will – um zu wachsen.

Du bleibst in unseren Herzen, denn die Liebe bleibt. Genau wie dein spürbares SEIN, dein unsterbliches ICH. So bist du bei uns und wir sind bei dir.

Denn das Göttliche, Unsterbliche ist auch in uns. Wir sind verbunden. Immer.

Kein RIP („Rest in peace“). Denn du liegst da nicht. Es ist nur die Hülle zurückgeblieben. Du BIST immer noch und wirst immer sein.

Das Leben geht immer weiter. Nur besser, wenn wir bereit sind zu wachsen. Der Tod ist nicht das Ende. Der Tod ist nur das Ende eines Abschnitts.

Wir bleiben verbunden. Danke, dass wir einen Teil des Weges gemeinsam gehen durften.

Die Liebe und das Licht in mir grüßt die Liebe und das Licht in dir.

Danke für dein SEIN.

Deine Kerstin

Stille finden 

Vieles schwirrt durch unseren Kopf.  Bewertungen, Urteile, Wünsche, Sorgen,  die Stichpunkte unserer To Do-Liste…

Affengeschnatter, nennen es die Zen-Buddhisten.

Unser Geist braucht Ruhe.

Wie ein kleines Kind, das dann überdreht und einfach keine Ruhe findet, ist es unsere Aufgabe, unseren Geist immer wieder zur Ruhe zu führen.

Wie führst du deinen Geist zur Ruhe?

Folgendes ist nicht nur hilfreich, sondern Voraussetzung für die Entwicklung einer Stille Routine:

  • feste Zeit bzw. immer vor/nach der Arbeit, dem Essen, dem Aufstehen…
  • fester Ort
  • besondere Sitzhaltung
  • Symbol als Erinnerung: Meditationskissen
    • Erinnerungsaufkleber im Eingang/am Spiegel
    • Handyerinnerung
  • Wichtigkeit einer Auszeit für den Geist

Es ist anfangs immer wieder eine Überwindung.

Doch stell dir vor du verordnest deinem Ego sozusagen “Stille auf Rezept”.

“Mindestens 1mal täglich 10 Minuten Stille.”

Wenn du ganz ehrlich mit dir bist: Wenigstens 5 Minuten sind immer möglich.

Du wirst merken, wie gut es tut, wenn sich alles in dir beruhigt. Minute für Minute.

 

Was machst du in der Stille? 

Nichts – außer auf deinen Atem zu achten und die Gedanken einfach fließen zu lassen.

“Ah, ein Gedanke!”, nimmst du wahr. Dann lass ihn weiter ziehen. Der nächste kommt.

Allmählich werden es immer weniger. allmählich wird es im Kopf immer ruhiger.

Dein gesamtes SEIN beruhigt sich und kommt ins Gleichgewicht.

 

„Don’t break the chain!“  – Unterbrich nicht die Kette einer einmal begonnenen hilfreichen Gewohnheit.

„Ich führe meinen Geist täglich in die Stille.“

Mach es wirklich jeden Tag, egal wie kurz, doch mach es. Es ist die beste Investition in dein inneres Gleichgewicht.

Der täglichen Meditationspraxis wird heilende Wirkung zugeschrieben. Denn in der Stille kann Heilung geschehen.

Viel Freude beim Erleben von immer mehr Ruhe in dir.

Deine Kerstin von Lichtfinder