Dieser Text ist die Fortsetzung des Beitrags “Hilflosigkeit und Ohnmacht” und soll dir helfen, deine Selbstwirksamkeit wieder zu entdecken. Beide Texte sind als Podcastfolgen verfügbar.

Raus aus der Starre

Was ich mir wünschen würde, ist, dass ich dich mit dieser Folge wachrüttle und dich aus der Kaninchenstarre herauskatapultiere.

Du kannst so viel mehr ändern als du bisher für möglich gehalten hast.

Du hast so viel mehr Macht über dein Leben und deine Gefühle als du denkst.

Glaub nicht alles, was du bisher über dich und dein Leben gedacht hast.

Glaub nicht all deinen Gedanken.

Denn sie sind dir oft im Weg, halten dich gefangen oder ziehen dich runter. Warum auch immer, sie sind irgendwann so gelernt worden in deinem Leben. Doch glaub nicht mehr den Gedanken, die dich nur runterziehen.

Du kannst deine Gedanken neu denken, in hilfreiche Gedanken, die sich besser anfühlen. Probiere es doch einfach mal aus!

Rosarot wäre Selbstbetrug?

Das ist keine rosarote Brille, die man dann auf einmal aufsetzt. Das ist kein Selbstbetrug. Sondern die miesen Gedanken weiter zu denken, das ist Selbstsabotage und hat dich dahin geführt wo du jetzt womöglich bist: In eine Lebenssituation, in der du dich gefangen fühlst und aus der du glaubst, nicht heraus zu können. Und deshalb ist da etwas rosa Farbe, etwas Gegengewicht endlich mal notwendig! Das ist sozusagen die Gegenmedizin. Und irgendwann wird es sich auf ein realistisches Maß wieder einpendeln, keine Sorge.

Doch mehr Positivität, mehr gute und vor allem hilfreiche Gedanken sind so viel wert und machen so einen Unterschied in der gefühlten Lebensqualität.

Wer denkt?

Du dachtest vielleicht bisher, die Gedanken kommen einfach so und sind einfach da, und das mag manchmal auch so sein. Doch du musst dich nicht damit abfinden. Denn… wo kommen sie denn her`? Wer denkt denn deine Gedanken?…

Genau: Du bist der Denker deiner Gedanken. Du entscheidest letztlich, was in deinem Kopf weiter gedacht werden darf, was da abläuft. Wer sonst sollte denn deine Gedanken denken?

Wer entscheidet?

Das nächste ist das Thema Entscheidungen und Entscheidungskraft.

Werde dir bitte bewusst, dass du ständig irgendwelche Entscheidungen triffst, den ganzen Tag über. Von früh bis spät triffst du ständig Entscheidungen darüber, wie dein Leben gerade verläuft.

Das stärkt nicht nur die Bewusstheit und trainiert deinen Entscheidungsmuskel. Gleichzeitig erhöht es deine gefühlte Selbstwirksamkeit.

Selbstwirksamkeit erleben

Bereits am Morgen wenn du aufstehst: Du entscheidest, was du als erstes tust. Du entscheidest, ob du mit Facebook und schlechten Nachrichten den Tag beginnst oder mit einer Mini-Morgengymnastik, einer warmen Dusche und 10 Minuten auf dem Meditationskissen. Glaub mir, kleine Änderungen machen bereits einen Riesenunterschied.

Als nächstes entscheidest du dich für ein bestimmtes Frühstück. Vielleicht magst du deine Flexibilität trainieren und immer mal wieder etwas neues ausprobieren. Du könntest einkaufen fürs morgige ganz neue Frühstück.

Wähle bewusst deinen Weg zur Arbeit und wähle nur zu Übungszwecken mal einen anderen Weg oder eine andere Art, dorthin zu gelangen.

Du kannst wählen, die ekelhafte Kollegin heute mal anzulächeln und ihr einen schönen Feierabend zu wünschen.

Wähle, heute mal auszusprechen, wenn dich etwas stört. Sprich dabei nur von dir. Denk an die 4 Schritte dabei.

Oder sag einfach: Moment mal, das will ich so nicht. Oder: Nein, ohne mich heute.

Bewusst wählen

Übe dich so den ganzen Tag über immer wieder im bewussten Einflussnehmen. Auf dein Essen, auf deine Kleidung, auf die Art, wie du Leute begrüßt, auf die Art, ob du ehrlich Nein sagst, wenn du Nein meinst. Oder du entscheidest dich bewusst für ein freudiges Ja.

All das, wenn du täglich immer mal wieder bewusst darauf achtest, lässt dich deine Macht spüren. All diese klitzekleinen scheinbar unwichtigen Entscheidungen zeigen dir deine tatsächliche Macht auf.

Außerdem denk dran:

Du kannst immer entscheiden, wie du über eine Sache oder einen Menschen denkst.

Auch das ist deine Entscheidung.

Stehst du im Stau, kannst du dir denken: so ein Shit. Immer passiert das mir! Und steigerst dich in den Ärger so richtig schön hinein. Nachher bist du völlig fertig vor lauter Ungeduld und ganz verspannt.

Oder du denkst dir: Hm, Hilft jetzt nix. Zeit zum ruhigen Atmen, Schultern entspannen und Hörbuch oder Radio hören. Der Stau wird die gleiche Zeit dauern. Nur du bist danach bestimmt ganz anders drauf.

Wir können so viel mehr als wir denken.

  • Du kannst deinen Partner verlassen. Das ist möglich.
  • Du kannst finanziell vorsorgen. Du kannst in manchen Bereichen kürzer treten, weniger Geld, dafür mehr Zeit.
  •  Du kannst dir einen anderen Job suchen. Einen neuen Freundeskreis aufbauen. Den Verein wechseln.
  • Du kannst auch zur Paarberatung gehen oder ein gemeinsames Wochenendseminar in Brückenkommunikation machen.
  • Du kannst deine Ernährung umstellen, nach und nach.
  • Du kannst deinen Körper wieder annehmen und ihm täglich Bewegung gönnen.
  • Du kannst dir neue Gewohnheiten zulegen.

Eine neue Identität

Dann bist du halt nicht mehr, die, die immer so spät ins Bett geht. Dann bist du halt nicht mehr die, die Angst vor Spinnen hat. Dann bist du halt nicht mehr der, der glaubt, ich finde ja eh nie eine Freundin.

Dann bist du jemand der oder die…

Na was denn…? Vervollständige doch du bitte deinen Satz:

Ich bin dann diejenige, die… Ich bin dann derjenige, der…

Raus aus der Ohnmacht

Raus aus der Resignation und der gefühlten Hilflosigkeit. Du musst da nicht allein durch. Es gibt Freunde, die du ansprechen könntest, liebe Verwandte oder natürlich Menschen, die beruflich helfen, so wie ich. Du kannst dir also Hilfe holen.

UND es ist wichtig, sich dennoch nicht von den Helfenden abhängig zu machen.

Mein Ziel ist die Unabhängigkeit  und Selbstwirksamkeit meiner Klienten.

Deshalb fang gleich jetzt an, unabhängig von irgendwelchen Hilfsangeboten die du natürlich zusätzlich wahrnehmen kannst, deine eigene Macht zu entdecken und immer wieder auszuüben indem du Entscheidungen triffst, mit denen du dich wohl fühlen kannst.

Trainiere also deinen Entscheidungsmuskel durch bewusstes Entscheiden und trainiere damit auch deine Flexibilität. Fang sofort damit an. Es beginnt mit deinen Gedanken.

Ja oder Nein?

Ja, wenn du ja meinst. Ja, wenn es (kurzfristig und langfristig) mehr Freude bringt.

Nein, wenn sich etwas in dir sperrt. Dann gibt es andere Lösungen, Varianten. Es darf kreativ werden.

Viele Strategien

Denk dran, ein Bedürfnis lässt sich durch viele viele Strategien erfüllen, nicht nur durch die eine, die du bisher im Kopf hattest.

Ich sag nicht: alles ist möglich. Denn alles können wir nicht beeinflussen. Wir können uns jedoch unseres eigenen Einflussbereichs so richtig bewusst werden. Und innerhalb dessen unseren Einfluss dann auch ausüben.

Außerhalb: annehmen, akzeptieren, was ist. (Dazu die letzte Folge Widerstand spüren!)

Deine Macht

Doch ich behaupte: unser Einflussbereich ist größer, als wir ihn bisher ausgenutzt haben. Vor allem der Einfluss auf die eigenen Gedanken.

Jede bewusst getroffene Entscheidung stärkt deine Macht über dein Leben. Auch wenn du dich bewusst entscheidest, aus bestimmten Gründen gerade alles so zu lassen wie es ist.

Sei dir nur klar: du KÖNNTEST es ändern, wenn du bereit bist, den Preis dafür zu bezahlen.

Viel Freude in den Start in dein neues, bewusstes Leben, in dem du viel mehr entscheiden und beeinflussen kannst, als du bisher dachtest. Das macht dich frei und handlungsfähig.

Diesen Text gibt es als Podcastfolge zu hören. Hier der Link dorthin: Klick.

Teile diese Folge bitte weiter an Menschen, die sichtlich leiden in ihrer scheinbar ausweglosen Situation, an Menschen, die sich immer wieder im Kreis drehen und jammern, aber nix tun weil sie ja nicht können.

Und wenn du die Folge gut gefunden hast, lass mir gerne eine 5 Sterne Bewertung da auf Apple Podcasts.

Licht in deinen Tag und Abend, deine Kerstin von Lichtfinder

Wie entsteht gefühlte Hilflosigkeit?

Man hat ein Problem, da ist etwas, was man gerne gelöst hätte. Es belastet und bedrückt – doch gleichzeitig ist da diese Überzeugung: „Ich kann nichts dagegen tun! Ich kann nicht. Ich bin hilflos und stecke fest.“ Wenn dieses Gefühl, dieser Zustand länger andauert, spricht man auch von Ohnmacht.

Wie das Wort schon sagt, fühlt man sich da “ohne Macht”.

Doch woher kommt das? Warum glauben Menschen, hilflos zu sein? Warum glauben sie, einfach nichts tun zu können, damit ihre Lage sich verbessert?

Weil da tief sitzende Überzeugungen sind über die eigenen Fähigkeiten und auch über die eigene Rolle als Mutter, als Frau, als Partnerin, als Angestellte. Ebenso analog natürlich bei den Männern.

„Ich bin zu schwach“ ist eine dieser Überzeugungen. “Was ich will, zählt einfach nicht.“

Es handelt sich dabei um erlernte Hilfslosigkeit aufgrund von Erfahrungen.

Erlernte Hilflosigkeit, der Begriff stammt aus den 70er Jahren vom amerikanischen Psychologen Seligman, der Versuche mit Hunden im Labor durchführte und dabei Parallelen nachweisen konnte zwischen der erlernten Hilflosigkeit der Hunde und dem depressiven Verhalten von Menschen.

Die Gruppe von Hunden, die im Labor elektrischen Schlägen einfach ausgeliefert war und der Strafe nicht entgehen konnte, unternahm auch keinen Versuch sich zu retten, als die Möglichkeit dazu bestanden hätte.

Andere Hunde, die sich zuvor als wirksam erlebten, weil sie den Schlag durch Betätigen eines Hebels abwenden konnten, retteten sich tatsächlich flugs, sobald es ging.

Das heißt, ein Mensch, der die Erfahrung verinnerlicht hat, dass egal was er getan tat, es einfach nix gebracht hat, der wird auch dann resigniert nichts tun, wenn die Möglichkeit zum Handeln eigentlich da wäre.

Diese Erfahrung kann aus der Kindheit kommen, es können dominante Eltern oder ältere Geschwister gewesen sein, bei denen man nie die Chance hatte, wirksam zu werden oder auch ein dominanter Partner. Es kann auch eine schlimme Erfahrung gewesen sein.

Es kann aber auch ganz ohne besonders traumatische Erfahrung kann da eine große Unsicherheit entstanden sein, nämlich der Wunsch nach Sicherheit bzw. die Angst vor Verlust von Beziehungen oder Geld.

Auch dies kommt wie so vieles in der Regel aus der Kindheit und ist sehr verbreitet. Denn fast alle Eltern waren nicht perfekt als Eltern und Kinder fühlten sich häufig mal allein oder verlassen.

Wer sich hilflos fühlt und glaubt, nichts ändern zu können, erlebt sich als Opfer der Umstände.

Wie kann sich das als Erwachsener äußern? Ein Beispiel aus dem echten Leben:

Oliver ist todunglücklich in seinem Job. Er hat eine Management Position und genießt recht gutes Ansehen, sein Gehalt ist richtig ordentlich. Doch er mag seine Arbeit nicht wirklich, ist jedes Mal heilfroh, wenn der Tag vorbei ist. Wenn endlich Wochenende ist. Doch auch am späten Abend kommen Anrufe rein. Auch am Wochenende ist nicht wirklich Schluss. Urlaub kann er sich fast nicht nehmen, weil ohne ihn sonst alles drunter und drüber geht. Dabei bräuchte er so dringend Erholung. Sein Privatleben ist fast nicht existent.

Er ist nach der Arbeit total angespannt und kann nie wirklich abschalten. Die Zahlen aus der Firma verfolgen ihn bis in den Schlaf. Er wacht regelmäßig schon nachts um 4 auf und kann dann nicht mehr wirklich schlafen. Am nächsten Tag schleppt er sich wieder in seine Arbeit. Die Ehe leidet seit langem darunter, seine Frau ist frustriert und jammert ihm am Abend vor, dass er sie allein lässt mit allen Problemen der Kinder. Seine Kinder kennt er nicht wirklich, er hat vieles in ihrer Entwicklung verpasst.

Doch ändern? Wie sollte er je etwas ändern! Die Zahlungen fürs Haus laufen, seine Frau stellt Ansprüche ans Leben und er selbst genießt auch sein teures Auto. Die kurzen Urlaube sind immer richtig teuer. Er wüsste nicht, wie er den Lebensstandard halten sollte ohne seinen guten Job. Er muss irgendwie durchhalten bis zur Rente. Bis endlich der Ruhestand kommt. Von dem träumt er insgeheim schon seit seinen Zwanzigern. Oder ein Lottogewinn. Doch bis zur Rente sind es noch mindestens 25 Jahre und sein Leben ist eigentlich nicht mehr lebenswert. Ihm fehlt die Kraft.

Rechtzeitig Hilfe holen

Meist merken Menschen erst dann, dass es wichtig wäre, etwas zu ändern, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

Wenn die Ehe schon am Ende ist und die Frau mit gepackten Koffern in der Tür steht.

Wenn gravierende Fehler in der Arbeit oder im Straßenverkehr unterlaufen, weil die Kraft einfach am Ende ist. Wenn der Rausschmiss droht oder der Herzinfarkt einen niederstreckt.

Paartherapeuten sagen auch: eigentlich gehörten die beiden schon am Anfang ihrer Beziehung in Therapie.

Genauso wäre es gut, in anderen Bereichen des Lebens möglichst früh auf innere Widerstände zu achten (dazu vorherige Podcastfolge!) und sich der eigenen Handlungsmöglichkeiten bewusst zu werden.

Konkret: wenn es Probleme gibt, ist es nicht empfehlenswert, diese einfach zu ignorieren.

(Innere) Konflikte klären

Konflikte wollen auf den Tisch gebracht werden, Problemgespräche wollen geführt werden.

Dann klärt sich was innerlich, dann reinigt sich die Luft.

Natürlich gut, wenn man gelernt hat, von sich zu sprechen z.B. nach den 4 Schritten der Brückenkommunikation:

  1. Was ist meine Beobachtung?
  2. Wie geht es mir?
  3. Worum geht es mir gerade (Bedürfnis, Werte)
  4. Meine konkrete Bitte.

Erstmal kann mit diesen 4 Schritten das eigene Gefühlsleben geklärt werden.

Die eigenen Bedürfnisse werden klar und damit wird auch möglich, verschiedenste Strategien zu brainstormen, diese wichtigen Bedürfnisse zu erfüllen.

Flexibel denken lernen

Ist z.B. das Bedürfnis nach Erholung und Unterstützung gerade am dringlichsten, weil die Arbeit so sehr belastet, dann ist eben nicht nur die eine Strategie: Abwarten und Durchhalten bis zur Rente oder die Option des Lottogewinns möglich. Es könnte eventuell auch nach Absprache mit dem Chef eine zusätzliche Kraft eingestellt werden zur Unterstützung. Es könnte der Arbeitstag klarer strukturiert werden. Pausenzeiten eingehalten werden, klar kommuniziert werden, dass am Wochenende nur in höchsten Notfällen angerufen werden darf.

Es wäre möglich, über tatsächliche Jobalternativen nachzudenken.

Wenn man erstmal das eine dringlichste Bedürfnis herausgefunden hat, was gefüllt werden möchte (oder auch zwei), dann ist eben nicht nur die fixe Idee von der Lieblingsstrategie möglich, sondern es gibt einen ganzen Strauß an Möglichkeiten zur Erfüllung.

Freunde können beim Brainstorming helfen oder natürlich ein Coach oder Berater.

Letztere haben den Vorteil, dass sie es gelernt haben, Veränderungen zu begleiten. Denn alles wehrt sich erstmal gegen eine Veränderung. Veränderungen machen oft Angst.

Freunde sind selbst oft nicht die großen Veränderer und sagen dann so was wie: „Hey, du weißt ja gar nicht, wie schön du es hast. Andere machen doch auch ihren Job. Jeder hat mal Stress.“

Und dann kommen auf einmal Glaubenssätze von einem selbst in den Weg, die in etwa so klingen:

„Das ist unmöglich! Was sollen da die Leute von mir denken, wenn ich meinen guten Job an den Nagel hänge? Ich kann das nicht. Ich bin nicht so flexibel.“

Wichtig ist auch, sich ausreichend Zeit und Raum zum Träumen zu geben. Ohne dass gleich wieder jemand dazwischen quatscht und sagt: geht niemals.

So wird man sich erst mal der vielen Möglichkeiten bewusst und fühlt mehr Handlungsfreiheit.

Bitte nicht stecken bleiben

Was passiert, wenn man stecken bleibt im Gefühl von Hilflosigkeit und gleichzeitig innerem Widerstand?

Es kann Ohnmacht entstehen. Die führt nicht selten zu Aggression. Man kennt den Ausdruck „in ohnmächtiger Wut“.

Hilflosigkeit und Ohnmacht lässt Menschen um sich schlagen, verbal oder tatsächlich. Es ist ein verzweifelter Versuch, sich zu wehren und etwas Macht zurückzuerobern.

Das ist nicht selten bei Eltern gegenüber ihren Kindern der Fall. Wenn sie sich nicht mehr zu helfen wissen, fallen böse Worte, es gibt womöglich eine Ohrfeige oder Schlimmeres.

Wenn das Gefühl von Hilflosigkeit über längere Zeit andauert, kann sich die Aggression nach innen richten. Das besonders, wenn einem zusätzlich noch Wertschätzung fehlt und Anerkennung.

Fehlende Liebe sozusagen führt dann zu mehr und mehr Selbst-Verachtung. Dann gibt es verschiedene Arten der Selbstsabotage: von Fressanfällen über zu viel Alkohol oder schachtelweise Zigaretten. Oder der Körper richtet sich gegen das eigene Immunsystem: Autoimmunkrankheiten nennt sich das. Auch Krebs ist eine Form von Selbstzerstörung.

Oder man flüchtet sich stattdessen in Resignation. Dann hat man aufgegeben, sich selbst und irgendwie auch das Leben. Es hilft ja eh alles nix. Ich kann nichts tun.  Dann ist der Mensch depressiv geworden.

Auf Dauer führt gefühlte Hilflosigkeit in eine Depression. Und Depressionen sind potentiell lebensgefährlich.

Neue Sichtweise nötig

Wenn wir eine Depression, ein Burnout, einen Herzinfarkt, einen Unfall oder eine Erkrankung als Chance zur Neuorientierung verstehen und nicht als ungerechterweise zufällig mir passiert,

dann kann die Krankheit allmählich auch wieder verschwinden. Dann ist sie sogar für was gut.

Es ist eine Chance der Neuorientierung, ein erzwungenes Innehalten. Zeit, nach innen zu schauen, herauszufinden, was wirklich wichtig ist. Zeit, hinderliche Überzeugungen loszuwerden und die Lebenskraft wieder ins Fließen zu bringen. Zeit, das eigene Leben neu zu sortieren. Beziehungen zu klären, loslassen was nicht mehr gut tut. Mehr Raum schaffen für Freude im Leben.

Das alles ist möglich.

Ich war selber jahrelang depressiv und kenne die gefühlte Hilflosigkeit nur zu gut. Der Wendepunkt heraus war für mich die Erkenntnis, dass ich ja gar nicht so hilflos bin, wie ich immer geglaubt hatte. Plötzlich erkannte ich: Ich könnte alles ändern, wenn ich nur wollte. Denn dann wäre ich auch bereit, jeden Preis für die Veränderung zu bezahlen. Es ist meine Entscheidung. Außerdem kann ich meine Gedanken wählen.

Das war wir eine Erleuchtung, und brachte mir Stück für Stück meine Selbstwirksamkeit und Lebensfreude zurück. Deshalb ist es mir auch so wichtig, das immer wieder zum Thema zu machen.

Bist du bereit?

Voraussetzung für Verbesserung ist: der Wunsch nach Veränderung. Leider ist das wie gesagt oft erst der Fall, wenn der Leidensdruck übermächtig ist.

Der Mut, sich den eigenen Ängsten von nun an zu stellen und der Wille, sein eigenes Leben in die Hand nehmen zu wollen, unabhängig davon, was andere denken oder reden könnten.

Vielleicht ist all das leichter, wenn du hörst, dass es möglich ist! Und es ist gar nicht so schwer. Es ist zu schaffen! Ich hab es auch geschafft, so vieles zum Guten zu verändern.

Nur Mut!

Denk dran: eine sich selbst erfüllende Prophezeiung funktioniert auch im positiven Sinn.

Drum lass dir von mir prophezeien:

Du kannst vieles zum Guten verändern, egal was bisher geschehen ist.

Prophezeie dir selbst eine gute Zukunft. Schreibe deine Prophezeiung auf!

Erlaube dir Besserung

Es ist hilfreich, mehr „Ich darf“ in dein Leben zu bringen. Ganz wichtig: Ich darf Fehler machen. Ich darf daraus lernen. Ich darf… so viel mehr!

 Selbstwirksamkeit zu erleben ist der beste Weg heraus aus depressiver Stimmung.

Diesen Text gibt es  als Podcastfolge im Lichtfinder Podcast überall zu hören. Hier der Link zur Folge: Klick.

Es folgt Teil 2 hier im Blog und zum Hören: mit praktischen Übungen zur Entdeckung deiner Selbstwirksamkeit und Einflusskraft. Diese kannst du sofort umsetzen.

Licht und Liebe für dich.

Deine Kerstin von Lichtfinder

Fühlst du dich unglücklich und unzufrieden mit dir und manchen Dingen deinem Leben? Würdest du gerne manches anders haben wollen und weißt nicht wie das gehen soll?

Viel Leid entsteht durch inneren Widerstand. Widerstand dem gegenüber was ist, was war, was sein wird. Solange da Widerstand ist, ist kein Frieden in dir.

Widerstand gegenüber mir selbst: Ich bin nicht richtig so wie ich bin. Ich sollte anders sein: selbstsicherer, schlanker, durchtrainierter, schöner, größer oder kleiner, fleißiger, schlauer. Meine Haare sind zu dünn, die Nase ist zu groß, die Stimme zu leise.

Widerstand gegenüber der eigenen Familie: Meine Kinder sind zu schlampig und zu dickköpfig. – Mein Partner könnte einfühlsamer sein. Er arbeitet zu viel und kümmert sich zu wenig um mich.  – Ich mag unsere Wohnsituation nicht.

Widerstand gegenüber der Welt: Die Coronakrise ist furchtbar. Ich hasse diese Einschränkungen.  – Da ist so viel Umweltverschmutzung, furchtbare Kriege. –  In so einer Welt mag ich gar nicht mehr leben.

Widerstand gegenüber der Vergangenheit: Ich kann das nicht vergessen, wegen all dem bin ich heute unglücklich.

Widerstand gegenüber der Zukunft: Ich hab keine Lust zu altern, die Politik ist hoffnunglos korrupt, die Menschheit zerstört sich selbst.

 

Widerstand gegen das, was ist, was macht das mit uns?

Ist Widerstand per se schlecht?

Die Antwort ist: Kommt drauf an, was du damit machst.  Erst mal ist es ein Unbehagen. Ein unangenehmes Gefühl. Und das will angeschaut werden. Wie jedes unangenehme Gefühl ist es eine Aufforderung, etwas zu tun.

Denn es weist darauf hin, dass ein wichtiges Bedürfnis von dir nicht erfüllt ist. Was kommt da bei dir zu kurz? Was bräuchtest du, um wieder in Fluss zu kommen?

Weil dein Widerstand ist ja quasi wie ein Damm im Wasser, der das Wasser daran hindert zu fließen. Der dich hindert glücklich zu sein im Fluss des Lebens. (Eine Gefühls- und Bedürfnisliste gibt es kostenlos zum Download hier auf meiner Website! Trag dich dazu in meinen Newsletter ein)

Bestenfalls bringt uns ein gefühlter Widerstand also zum Nachdenken darüber, was wir ändern könnten. Noch besser, wenn wir ganz konkrete Pläne machen, was wir jetzt tun könne. Welchen Einfluss wir selber haben und das dann auch möglichst zeitnah in die Tat umsetzen.

Zum Beispiel: Ich fühle mich zu dick und bin richtig unbeweglich geworden. Ich geh das jetzt an und setz mir ein Ziel. Dann hole ich mir Hilfe, das auch zu erreichen.

Oder: Ich will jetzt mit dem Rauchen aufhören. Ich mag diesen kalten Rauch in meinen Klamotten und Haaren nicht mehr. Ich mag auch nicht mehr so viel Geld für Zigaretten ausgeben. Außerdem will ich wieder mehr Luft bekommen, wenn ich Treppen steige oder Sport mache. Ich will jetzt endlich Nichtraucher werden. Ich hol mir Hilfe dazu (z.B. Hypnose) und zieh das jetzt durch.

Schlechtestenfalls bleibst du in deinem Widerstand stecken und verharrst in deinem Unglücklichsein während kostbare Lebenszeit verstreicht.

 

Bitte nicht stecken bleiben

Ein bekanntes Zitat von Henry Ford sagt:

„Love it, change it or leave it.“

Also „Liebe es, ändere es, oder verlasse es.“ (gemeint ist die problematische Situation)

Ausführlicher: Nimm es an, was dich bisher störte, verändere in der Situation, was du verändern kannst oder verlasse sie und mach was ganz neues.

Ich empfehle, erst das change it  (das “Verändere es.”) zu überdenken. Denn wenn du es einfach so annehmen könntest, hättest du es wahrscheinlich längst getan.

 

Beispiel: Partnerschaft

Nehmen wir als Beispiel die Partnerschaft, die belastet.

Etwas nervt mich, etwas stört mich. Ich mag es nicht und hätte es gerne anders.

Frag dich: Welches Bedürfnis steckt dahinter, was gefüllt werden möchte? Welchen Wert von mir betrifft das? Sprich es für dich aus, was du brauchst: Ich brauche… Nähe, Zuwendung, Freiraum Interesse, Wertschätzung, Geduld, Verständnis, Ästhetik.

Überlege, was kannst du tun, um die Situation für dich zu verbessern.

Ist es eine Charaktereigenschaft des Partners, kannst du deinem Partner in einem ruhigen Moment sagen, was das mit dir macht, wenn er zum Beispiel immer wieder so aufbrausend oder anklagend reagiert und wie das auf dich wirkt. Das ist vielleicht schon eine Erleichterung und klärt die Luft zwischen euch. Vermutlich musst du das Thema öfter ansprechen. Am besten auf eine Art, die Brücken baut, statt einreißt. Also nicht: Ich sag dir jetzt mal, was mit dir nicht stimmt. Sondern: Ich sag dir jetzt mal, wie es mir dabei geht.

Charaktereigenschaften sind schwierig zu verändern und überhaupt nur dann, wenn der andere einsieht, wie sein Verhalten auf andere wirkt und wenn er selbst daran interessiert ist, sich zu ändern. Wenn er es gerne selbst ändern möchte, gäbe es Wege wie Coaching, Therapie und Paarberatung und du könntest ihn sogar dabei unterstützen, gelassener und konstruktiver zu werden.

Wenn er es jedoch nicht einsieht und sich nicht ändern will bzw. behauptet, das könnte er nicht ändern, dann kannst du das Verhalten tatsächlich nur annehmen oder hinnehmen, mit tiefem Durchatmen und evtl. schnellem Rückzug aus der Streitsituation.

Wenn es für dich auf Dauer nicht hinnehmbar wäre, dann bliebe nur die letzte Möglichkeit: leave it. Verlasse die Beziehung.

Wenn du nun sofort denkst: Nein, das nun auch wieder nicht. Dann übe dich tatsächlich im annehmen, so wie es ist.

Doch wäre es schierer Irrsinn sich weiterhin schwarz zu ärgern und gleichzeitig zu wissen, dass man diesen Menschen niemals verlassen würde. Änderungsversuche hast du bestimmt schon oft genug versucht.

Wichtig:

Sag dem Partner bitte, was das mit dir macht, wenn er sich so verhält. Wie es dir damit geht. Und was dir wirklich wichtig wäre. Bitte ihn, etwas ganz konkret anders zu machen, so wie du es wirklich möchtest.

Damit gibst du ihm wenigstens die Chance, etwas für dich und dein Wohlfühlen in der Beziehung zu ändern.

Wenn das auch nach mehrmaligen Gesprächen nichts hilft, bleiben die nur die beiden anderen Möglichkeiten: es anzunehmen, so gut wie möglich für dich zu sorgen und  möglichst keinen weiteren Ärger mehr daran zu verschwenden oder:

ihn deshalb zu verlassen und dein Glück neu zu suchen.

Leave it? –  Auf keinen Fall!

s aber so schwer, von dieser letzten Möglichkeit Gebrauch zu machen: eine Situation zu verlassen, die uns offensichtlich gar nicht behagt?

Weil da die Angst ist vor Veränderung. Und das Gefühl der Hilflosigkeit eine Veränderung unmöglich erscheinen lässt.

Doch wenn die Angst vor Veränderung zu groß ist, dann bleibt es eben genau so wie es ist. Weil du es so gewählt hast. Weil du es so lassen möchtest. Nicht weil die anderen… Nein, weil du es nicht verändern möchtest und lieber die vertraute Sicherheit wählst.

Weil du damit auch festhältst an Meinungen und Überzeugungen über dich, über deinen Charakter und deine Fähigkeiten, über die Menschen, die Welt und das Leben.

Es ist okay, Sicherheit zu wählen. Es ist okay, daran festzuhalten. Dann jedoch nimm es an als deine Entscheidung. Love it. Es ist auch deine Macht, dich zu entscheiden, anzunehmen, was du nicht ändern kannst oder nicht ändern möchtest.

 

In Frieden kommen mit sich selbst

Wie wäre es, wenn du einfach annehmen könntest, was ist?

Meditiere darüber am besten eine Weile. Oder geh mit dieser Idee spazieren.

Wie wäre es, wenn ich einfach annehmen könnte, was ist?

(Drück hier gern die Pausentaste. )

Wenn du dir jedoch Veränderung so sehr wünschst und sich vieles in dir sträubt und  gegen deine wichtigsten Werte geht, dann ändere im Jetzt, was du ändern kannst oder verlasse die Situation.

Denn wenn du immer nur dasselbe machst, wirst du immer dasselbe bekommen.

Vielleicht erlebst du, dass du deinem Glück immer wieder selber im Weg stehst. Indem du an Dingen, Menschen und Ideen festhältst, die dir nicht mehr dienen oder gut tun.

Wie wäre es, wenn du den Mut hättest für Veränderung?

Den Mut, Einfluss zu nehmen?

Denk dran, Mutigsein ist nicht unbedingt in die Wiege gelegt. Es ist auch Übungssache. Streiche dazu manche Sätze aus deinem Kopf, die dich behindern und bremsen. Das geht? Ja, das geht. Ah, wieder so ein Shit-Satz. Weg damit. Glaub ich nicht mehr.

Neue, gute Sätze, machen es leichter.

Zum Beispiel:  Ich bin die Frau, die immer mehr einsteht für sich selbst. Die für sich gut sorgt. Die ein Recht darauf hat, sich wohlzufühlen in ihrem Leben.

Was kannst du heute tun, um dich mit deiner Situation besser zu fühlen? Welchen kleinen Schritt des Mutes kannst du heute gehen?

Wer oder was könnte dir dabei helfen, die Situation zu verbessern oder zu verlassen?

Wie stellst du dir dein zukünftiges Leben vor, nachdem du die Situation verbessert oder verlassen hast?

Nimmst du deine alten Themen mit oder bist du bereit manches ganz neu anzugehen und auch an dir selbst etwas zu verändern?

Nicht für jeden gilt der Rat

Der Rat Love it, change it or leave it, ist dabei nicht immer und für jeden gültig. Er ist eher für diejenigen, die die Tendenz haben zu jammern über ihr armes Ich und die bösen anderen, die aber nichts dagegen tun und immer weiter festhalten am bekannten Elend. Das soll nicht abwertend gemeint sein, das hab ich selber lang genug getan. Nur sei dir bewusst, dass dich dieses Jammern und Nichtstun im ewigen Teufelkreis des Unglücklichseins festhält.

Also: Nimm es an. Oder ändere, was du in der Situation ändern kannst. Oder verlasse die Situation und mach was anderes.

Während die einen ewig festhalten an Menschen und Umständen, werfen die anderen kontinuierlich eine Beziehung nach der anderen oder einen Job nach dem anderen weg und suchen wieder neu. Weil sie im neuen Umfeld auch wieder auf die gleichen Probleme stoßen. Schon wieder ist der Chef fies und die Kollegen gemein.

Bedenke: Sobald du annehmen kannst, was gerade ist, bist du im Frieden mit dir. Bist du im Zustand des Glücks. Du kannst dich jetzt entscheiden, aus vollem Herzen anzunehmen, was jetzt im Moment ist und bist im Frieden mit dir und der Welt. Wenigstens in diesem kleinen Moment.

Was kannst du mitnehmen?

Zusammengefasst: Widerstand ist erstmal ein unangenehmes Gefühl, das angeschaut werden will. Wie bei allen unangenehmen Gefühlen ist der Weg, damit umzugehen, es erstmal da sein lassen, zulassen, fühlen. Danken für die wichtige Botschaft, die es schickt.

Wenn du es nur verdrängst, kommt es mit explosiver Macht zurück und wird immer größer, zeigt es sich in körperlichen Beschwerden. (Hör dazu Folge 45).  Schau es an, was es ist, was dich stört und was dein Einflussbereich ist.

Wenn dich der Widerstand ins Handeln bringt, hat er seinen Zweck erfüllt. Wenn er dich verharren lässt, wäre es Irrsinn, in diesem Zustand zu bleiben. Da ist Unglücklichsein vorprogrammiert.

Wenn du es annehmen könntest, so wie es ist, als deine bewusste Entscheidung dann bist du sofort im Frieden.

Oder du änderst etwas innerhalb der Situation. Da helfe ich gerne beim Vorbereiten von schwierigen Gesprächen und Klären von Alternativen.

Oder du verlässt die Situation und wagst einen Neuanfang. Auch dafür darfst du dir Unterstützung holen, damit du alte Muster nicht wiederholst.

 

Gefährliche Kombination

Wenn Widerstand allerdings gepaart ist mit dem Gefühl der Hilflosigkeit: Ich mag es so nicht, kann es aber nicht ändern. Dann kann aus dem Gefühl der Unzufriedenheit und Frustration sogar eine Depression werden oder ein chronisches Symptom. In der nächsten Folge soll es daher um das Gefühl von Hilflosigkeit und Ohnmacht gehen.

Love it, change it or leave it.

Deine Kerstin von Lichtfinder

PS: Diesen Text kannst du dir kostenlos anhören als Podcastfolge: Klick hier zum Hören direkt von meiner Seite. Darunter findest du Links zu bekannten Podcast-Apps.

Es gibt den Lichtfinder Podcast übrigens auch auf Spotify, YouTube oder Amazon Prime.