Was hab ich mich früher geärgert! Es gab Tage, da folgten weder die Kinder in der Schule, noch meine zu Hause, noch der Hund. Ärgerst du dich auch so oft, über Gott und die Welt? Meine Mutter  – ein sehr gelassener, in sich ruhender und zufriedener Mensch übrigens – hat manchmal zu mir gesagt: Kerstin, ärger dich doch nicht so.

Doch, wie bitteschön, hätte ich das anstellen sollen? Mich nicht mehr ärgern.

Ich hatte damals wohl schon so eine Ahnung, dass mein Unterbewusstes auf Botschaften mit nicht einfach nicht reagiert. Wenn ich mir selbst gesagt hätte: Ich will mich nicht mehr ärgern, dann hätte mein Unbewusstes das Wörtchen nicht einfach geschluckt und angekommen wäre: ärgern, ärgern… – ja, das hab ich zu oft gemacht, mich ärgern.

Wie kann man nur? Warum tut jemand nur so was? Warum passiert das mir?

Nicht selten ist auch Wut dabei, vermischt mit dem Ärger. Manchmal auch Hilflosigkeit.

Wir ärgern uns über unsere schlampigen Kinder, über unseren gedankenlosen Lebenspartner oder die lieblose Ehefrau, über die arrogante Kollegin oder den faulen Kollegen, über den gleichgültigen Bruder oder die besserwisserische Schwester, über den herzlosen Chef oder die meckernde Chefin, den neugierigen Nachbarn auf der einen Seite und die nervige Nachbarin auf der anderen Seite. Über das blöde Wetter, die verkommene Gesellschaft, die Umweltsünder, die ihren Müll am Rastplatz liegen lassen und über ungerechte oder hirnlose Politikentscheidungen.

Im Ausdruck Ich ärgere mich … steckt eigentlich schon das Problem und gleichzeitig die Lösung drin. Es ist ein aktives Tun, wenn ich mich ärgere. Ich mach das. Und was ich das mache, kann ich damit auch aufhören mich zu ärgern.

Erinnere dich: Du bist verantwortlich für die Gefühle, die in dir entstehen. Der andere Mensch mag mit dem was er sagt oder tut, der Auslöser sein, doch der Ärger entsteht in dir selbst.  (höre dazu Folge 5 noch an oder nochmal an)

Schaun wir uns also an, wie du dir deinen Ärger machst. Denn wenn, du das verstanden hast, dass du dir tatsächlich deinen Ärger machst, dann kannst du es auch sein lassen und zukünftig andersdamit umgehen. Wie machst du dir also deinen Ärger?

Vermutlich so ähnlich wie die meisten Leute.

Du steigerst dich rein, mehr und mehr. Mit jedem Gedanken, mit jedem inneren Satz in dir. Meist gehen die Gedanken in eine ganz eindeutige Richtung: Schuldzuweisung, Vorwürfe, Unverständnis. Der versteht mich nicht, der hat ja kein Gefühl, der ist schuld, der will mir was.

Wir unterstellen der anderen Person böse Absicht, wir sind überzeugt, dass sie uns was Böses will oder dass sie bestenfalls einfach zu dumm ist, um anders zu denken und zu handeln. Der Fleischesser, dem es offensichtlich völlig wurscht ist, wie es den armen Tieren geht, Hauptsache ihm schmeckt‘s und das Fleisch ist billig und täglich auf dem Teller. Der Nachbar, der aus lauter Boshaftigkeit einfach den Ast unseres Baumes abgeschnitten hat. Die Politiker, die nur auf ihren Profit aus sind. Der Autofahrer, der absichtlich so langsam vor mir her schleicht, der Sonntagsfahrer, der!

Es läuft darauf hinaus, dass wir unterstellen, dass derjenige oder sogar womöglich alle heute gegen uns sind. Die Schuld liegt eindeutig bei den anderen. Wenn die nur endlich anders wären, ja, dann könnte es mir auch besser gehen und ich wäre entspannter, glücklicher, freier.

Wir bewerten also das Verhalten eines anderen Menschen. Wir bewerten Situationen und meinen zu wissen, ganz genau zu wissen, warum andere das tun, was sie eben tun. Warum sie sich so benehmen. Und um es noch schlimmer zu machen, unterstellen wir dem anderen böse Absicht.

Der will das doch so, klar. Der will mich ärgern oder ist einfach zu doof, anders zu denken.

Dazu erzähle ich dir mal eine Geschichte, die sich ungefähr so zugetragen hat.

Ein Mann sitzt in einem Zugabteil. Seine Kinder lärmen wild herum, springen durchs ganze Abteil und belästigen die anderen Fahrgäste. „Er sagt einfach nichts“, denkt sich ein anderer Fahrgast. „Wie kann man nur so gedankenlos sein? Ich muss mich auf meine Arbeit am Laptop konzentrieren, die Frau da drüben wollte schlafen. Vollkommen unverantwortlich. Und diese Kinder –frech und unerzogen.“ Eine Weile kocht die Wut in ihm hoch, er steigert sich mehr und mehr hinein und schließlich steht er auf. Mit kaum unterdrücktem Ärger versucht er, höflich zu bleiben und zischt „Wollen Sie ihre Kinder nicht mal zurechtweisen? Hier fühlen sich manche Fahrgäste gestört. „Ach, wissen Sie“, antwortet der Mann mit müder Stimme und atmet schwer. „Das tut mir leid, wenn wir andere gestört haben. Wir kommen gerade vom Krankenhaus. Die Mutter meiner Kinder ist eben gestorben und wir sind noch völlig durcheinander. Ich kann noch gar keinen klaren Gedanken fassen und die Kinder können es kaum begreifen, was passiert ist.“ Betreten entschuldigt sich der Fahrgast. Wenn er nur gewusst hätte…

Wir Menschen bewerten und bewerten, den ganzen Tag lang und das ist natürlich, alle machen das so. Wenn du jedoch aufhören willst, dich zu ärgern, dann prüfe doch mal deine Bewertungen. Werde dir überhaupt bewusst, dass du bewertest. Du kannst die ganze Wahrheit gar nicht wissen. Du kennst immer nur einen kleinen Teil davon!

Schlampig, boshaft, nachlässig, gemein, hinterlistig, arrogant, gedankenlos, ungerecht, dumm, faul… alles negative Bewertungen, die den Menschen in eine bestimmte Schublade schubsen, aus der er fast nicht mehr herauskommt.

Und hast du dir übrigens einmal so ein Bild von jemandem gemacht, Klappe zu – Affe tot, dann kommt derjenige aus der Schublade auch kaum jemals wieder heraus. Und alles, was er zukünftig macht, passt genau ins Bild und bestätigt deine Meinung nochmal mehr. So wirst du gar nicht bemerken, wenn dein bekanntermaßen „schlampiges“ Kind mal in einem Bereich ordentlicher war als sonst, denn es passt nicht ins Bild, das du dir von ihm gemacht hast.

Und wo du deine Aufmerksamkeit hinlenkst, dahin geht deine Energie. Das heißt, das Kind wird seinem Ruf gerecht werden und alles ganz unbewusst tun, um seiner Rolle gerecht zu werden und ins Bild zu passen. Das Problem verschärft sich. Es wird tatsächlich immer schlampiger. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, ein bewiesenes psychologisches Phänomen. Durch deine negative Erwartungshaltung befeuerst du also das Problem noch.

Aus dem Teufelskreis der Bewertungen und des Ärgers kommst du nur wieder heraus, wenn wenigstens du aus diesem bekannten Muster ausbrichst. Und es reicht tatsächlich, wenn einer im System sich beginnt zu ändern. Dann ändert sich nämlich das ganze System. Auf diese Weise kommst du auch mit der nervigen Nachbarin oder dem gleichgültigen Chef in Zukunft besser klar.

Dafür musst du etwas bei dir ändern. Denn, wenn du immer auf dieselben Situationen mit den gleichen Gedanken reagierst, beschwörst du immer wieder denselben Ärger in dir herauf. Der macht dich kaputt, der schadet nur und bringt nichts. Schon gar nicht, wenn du dich regelmäßig über dasselbe ärgerst, aber dann nichts tust, damit es irgendwie besser werden könnte.

Weil…den anderen kannst du ja eh nicht ändern, denkst du dir vielleicht.

Und das stimmt wohl. Anfangen kannst du nur bei dir selbst. Da, wo dein Ärger entsteht. In deinen Gedanken und mit deinen Bewertungen kannst du anfangen. Und du kannst und darfst auch immer die Konsequenzen aus dem Verhalten anderer ziehen. Manchmal genügt es nämlich nicht, etwa neu zu interpretieren, dem Bild einen neuen Rahmen zu geben.

Manches ist für dich einfach inakzeptabel. Dann sprich das aus. Sprich das Problem im Detail an und stelle eine klare Bitte. Wenn dieser nicht entsprochen wird, bist du frei, wieder für dich zu entscheiden und vielleicht weitreichendere Konsequenzen zu ziehen.

Beim Ansprechen von Problemen, beginne am besten mit deiner Beobachtung: mit dem, was du wahrnimmst, was du hörst, was du siehst.

Versuche, daraus mal jegliche Bewertung herauszulassen.

Statt: Der Idiot vor mir fährt wie eine Schnecke.

  • Er fährt 40. Ich weiß nicht, warum er so langsam fährt.

Statt: Nie hast du Zeit für mich.

  • Die letzten Wochen haben wir keinen Abend zu zweit etwas unternommen.

 

Und ATME! Atme und spüre, was bei dir zu kurz kommt. Welches Bedürfnis kommt gerade bei dir zu kurz? Was brauchst du eigentlich gerade so dringend?

Dass du rechtzeitig zu deinem Termin kommst und dich als verlässlich erweisen kannst?

Dass du mal wieder Nähe erlebst? Oder ist es eher Abwechslung?

Atme in dein Herz und spüre dabei dein Bedürfnis.

Denk dir:  Der andere, ob Kind oder alter Mensch, Chef oder Politiker, ist ein Mensch. Ein Mensch, der sich, mit dem, was er tut, ein Bedürfnis erfüllen möchte. Die Absicht ist immer, sich selbst damit etwas zu erfüllen. Selbst bei jemandem, der anderen hilft. Der möchte einen wichtigen Beitrag leisten, damit er sich gebraucht, gut und wichtig fühlen kann.

Was ein anderer tut oder sagt, hat (fast) nichts mit dir zu tun! Du bist nur zufällig Teil des Spiels. Was ein anderer Mensch tut, hat in erster Linie immer nur mit ihm selbst zu tun. Nachdem du dich mit deinem Bedürfnis verbunden hast, hineingeatmet, bist du vielleicht eher bereit, dich mal kurz wenigstens in die Schuhe des anderen zu stellen.

Stell dich bitte mal ganz kurz hinein. Was versucht sich derjenige wohl gerade, damit zu erfüllen? Kannst du das ein bisschen nachempfinden?

Das ist auch sehr schwierig, denn du bist nicht der andere Mensch. Du hast nicht seine Gefühle gefühlt, nicht seine Erfahrungen erlebt. Deshalb kannst du eigentlich auch nicht über ihn urteilen.

Die Strategie des anderen ist vielleicht sehr unglücklich gewählt gewesen und hat dir Leid verursacht. Doch in dem Moment kann der andere grad nicht anders. Er oder sie hat einfach grad nichts anderes zur Verfügung. Nicht das Wissen, nicht die Fähigkeit, nicht die Weitsicht, nicht die Klarheit…

Das soll nun keineswegs alle Taten gutheißen. Doch das Konzept von Gut und Böse bringt uns nicht weiter. Was uns weiter bringt, ist, in Dialog miteinander zu kommen.

Was ist mein Einflussbereich? Was kann ich tun?

Ich kann offenlegen, wie es mir geht mit einem Verhalten bzw. einer Situation. Ich kann meine Beobachtung genau beschreiben und deutlich machen, was das mit mir macht. Dass ich sauer bin, weil der Ast meines Baumes vom Nachbarn einfach abgeschnitten wurde, ohne dass ich davon wusste. Dass ich gefragt werden möchte. Dass ich mir Wiedergutmachung wünsche. All das kann ich tun. Das ist mein Einflussbereich und dann kann ich meinen Ärger, loslassen und muss mich nicht gleich wieder über etwas ähnliches ärgern. Mein Ärger hat mich übrigens ins konstruktive Handeln gebracht hat (danke dafür!). Dann hat er seinen Sinn erfüllt und ich kann ihn loslassen.

Dann kann ich meinen Fokus auch mal ganz bewusst auf etwa Positives lenken (auf Licht, nur heute!) und will alles bemerken, was irgendwie positiv von der früheren Ärger-Seite her kommt.

Wie erstaunt werde ich sein, wenn dann immer mehr Positives herüber kommt und überhaupt ein viel besserer Tag draus wird, weil ich nach dem Ausschau halte, was funktioniert. Where the attention goes, energy flows.

So kann immer mehr Gutes in meinen Tag und in meine Beziehungen kommen. Denn, was ich erwarte, tritt meist auch ein.

Heute passiert womöglich sogar ein kleines Wunder für dich.

Ich fasse nochmal das Wichtigste zusammen. Was kannst du heute mitnehmen, um dich ab sofort weniger zu ärgern?

  1. Ich bin mir bewusst, dass der Ärger in mir entsteht. Er hat eine Funktion. Ich mach was draus und sorge für mich.
  2. Ich prüfe meine Bewertung und spreche im Detail aus, was ich beobachte.
  3. Ich sage offen, wie es mir damit geht und was ich brauche, was mir wichtig ist.
  4. Ich stelle eine klare Bitte, die wirklich erfüllbar ist.
  5. Ich ziehe notfalls meine Konsequenzen und tue, was mir gut tut, was ich selbst tun kann.
  6. Ich konzentriere mich mal einen Tag lang auf alles, was funktioniert und mir positiv auffällt. Das spreche ich den Menschen gegenüber auch an und sage, dass mich das freut, weil mir… wichtig ist.

Als nächste Folge gebe ich dir eine kleine Selbsthypnose gegen den Ärger.

Ich wünsche dir einen Tag mit mehr Frieden im Herzen.

Deine Affirmation:

Ich bin immer mehr im Frieden mit mir und der Welt.

Immer bist du im Frieden mit dir und der Welt, je mehr du auf deinen Atem achtest und bewusst immer wieder ein paar tiefe Atemzüge nimmst.

Wie immer freue ich  mich, wenn du diese Podcastfolge mit deinen Lieben teilst, vor allem mit jemandem, der sich auch regelmäßig zu oft ärgert. Hinterlasse mir gerne eine Bewertung auf Apple, wenn dir der Podcast gefällt. Für Fragen oder Rückmeldungen zu einer Folge ist die Austauschplattform instagram: @lichtfinder24.

Deine Kerstin von Lichtfinder

Kennst du ähnliche Gedanken? „Ich bin sauer, weil meine Freundin mal wieder zu spät kommt.“

„Ich bin traurig, weil ein wichtiger Mensch meinen Geburtstag vergessen hat.“

„Ich bin wütend, weil der Typ mir den Parkplatz weggeschnappt hat.“ „Ich bin frustriert, weil ich so viel gebe und kaum was zurückkommt.“

Denkst du auch oft so? Wir sind überzeugt, ein anderer oder die Umstände verursachen unsere Gefühle, vor allem die unangenehmen. Aber auch das gute Gefühl wird dem schönen Wetter zugeschrieben oder der erfreulichen Nachricht.

Auslöser oder Ursache

Dabei ist wichtig zu wissen, dass es tatsächlich Auslöser gibt. All das oben genannte kann Auslöser sein für ein Gefühl. Oder eben auch nicht… Eine Äußerung oder ein Ereignis löst bei dir heute Ärger aus, ein andermal gehst du gelassen darüber hinweg. Ein Ereignis oder ein Satz löst bei dir an einem Tag Freude aus, ein andermal  erreicht es dich nicht wirklich. Wir selbst reagieren also höchst unterschiedlich auf dasselbe Ereignis oder dieselbe Aktion unsrer Mitmenschen. An manchen Tagen sind wir schnell gereizt, an anderen lächeln wir vieles einfach weg.

Das nächste be-merkens-werte ist: Verschiedene Menschen reagieren höchst unterschiedlich auf denselben Auslöser. Der eine sieht ein Stück halbrohes Fleisch auf dem Teller und empfindet Ekel. Der andere empfindet dasselbe Stück Fleisch als wahre Delikatesse und bezahlt auch noch viel Geld dafür.

Merkst du etwas? Derselbe Auslöser: vollkommen unterschiedliche Gefühle, bei derselben Person zu verschiedenen Zeiten, bei unterschiedlich gestrickten Menschen.

Wer oder was verursacht dein Gefühl?

Es ist also in Wahrheit nicht dieses Ereignis, dieser Umstand, nicht diese Person, die dir dein Gefühl verursacht. Denn: Wo entsteht das Gefühl? Richtig, es entsteht in dir.

Deine Gedanken über die Situation verursachen dein Gefühl. Und wer bestimmt, was du denkst?

Ja genau, das bist auch du. Geprägt von deinen Werten, den Geschichten, die du dir jeden Tag über dich und das Leben erzählst, bewertest du. Und dann kommt noch etwas Wichtiges dazu.

Die Rolle von Bedürfnissen

Wir Menschen haben Bedürfnisse und Werte. Mehr zum Thema Bedürfnisse findest du in meinen anderen Blogbeiträgen. Während unsere Werte verschieden sind, haben wir Menschen alle dieselben Grundbedürfnisse. Nur nicht zur selben Zeit in derselben Ausprägung und Wichtigkeit.

Jedes Gefühl hat einen Sinn

Dein Gefühl ist ein wichtiger Indikator, ein Kontrollämpchen sozusagen, dass gerade ein Bedürfnis besonders gut erfüllt ist oder eben, dass es gefüllt werden möchte. Wenn das Gefühl unangenehm ist, steckt dahinter sozusagen eine Aufforderung: Bitte sorge für dieses wichtige Bedürfnis. Tu was!

Somit gibt es keine negativen Gefühle sondern nur unangenehme Gefühle. Denn etwas kann nicht negativ sein, das so eine wichtige Funktion hat.

Deine Aufgabe ist nun, zu überlegen: Welches Bedürfnis ist denn gerade unerfüllt?

Für Ideen, schau auf die Bedürfnisliste auf meinem Blog  ( https://www.lichtfinder.com/beduerfnisliste/).

Ist es vielleicht der Respekt, den du dir wünschst, wenn deine Freundin zu spät kommt? Oder die Verlässlichkeit? Allein die Verbindung mit deinem Bedürfnis, welches gerade zu kurz kommt, dieses Hineinfühlen, tut schon wahnsinnig gut und sorgt für erste Erleichterung.

Dann könntest du das konkret ansprechen: „Ich will echt planen können und mich verlassen können, dass du zur vereinbarten Zeit kommst.“

Wichtigstes Learning heute: Kein Mensch und keine Situation „macht“ dir deine Gefühle.

Diese machst du dir selbst. Je nachdem, wie du darüber denkst und wertest und welches Bedürfnis gerade vorherrscht bei dir.

Darin liegt deine wunderbare Macht.

  1. Finde dein Bedürfnis und benenne es für dich.
  2. Verbinde dich mit deinem Bedürfnis und atme tief durch.
  3. Entscheide, wie du für dich sorgst und wie du damit umgehen möchtest.
  4. Du bist frei. Wie willst du dich fühlen?

Ich wünsche dir Licht in deinen Gedanken.

Deine Kerstin, Lichtfinder

> Nächste Folge: Du bist nicht dein Gefühl! (Und wie dir diese Erkenntnis in schwierigen Zeiten hilft.)

 

Dazu passt der kurze Beitrag: https://www.lichtfinder.com/wie-fuehle-ich-mich-was-brauche-ich/

Alte Verletzungen

Es sind fast immer die alten, eigenen Verletzungen, die eine Beziehung  zum Scheitern bringen. 

Er:„Du hörst mir gar nicht zu!“ Sie: „Doch, doch, ich bin nur gerade etwas durcheinander, hab so viel in meinem Kopf…“

Ihn erinnert es an Mutter oder Vater, die nie wirklich Interesse gezeigt oder ihm zugehört hatten. Er schlussfolgert, wie früher: ich werde nicht genug geliebt, bin nicht wichtig genug. 

Sie hat verlernt zuzuhören, ist oft sehr unkonzentriert. Ihr fehlt die innere Ruhe, sie ist sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Oft denkt sie, ihr Mann weiß gar nicht wirklich, wie sie sich fühlt. Sie wünscht sich mehr Verständnis und Entlastung, weniger Forderungen.

Genau betrachtet, hat jeder der beiden sein eigenes Problem. Doch es wird dem anderen vorgeworfen, übel genommen.

Die Beziehung wird in Frage gestellt, immer öfter über Trennung nachgedacht. Die Folge ist eine “innere Kündigung”, ein Rückzug der Liebesgefühle.

Es sind fast immer die alten, eigenen Verletzungen, die eine Beziehung  zum Scheitern bringen. 

Unbekanntes Minenfeld

Alte Wunden, die entstanden sind, lange bevor das Paar sich überhaupt kannte. Und dann passiert etwas, in der neuen Paarbeziehung, was an die alte Verletzung erinnert.

Alte Emotionen werden hervorgerufen und gelernte Verhaltensmuster werden getriggert. 

Der jetzige Partner/die Partnerin kann meist überhaupt nicht wissen, was ihr Verhalten oder seine Bemerkung gerade in uns auslöst.

Doch es schmerzt, es tut weh, es entfernt uns voneinander. Wir geben ihm/ihr die Schuld, die alten Wunden wieder aufgerissen zu haben.

Dabei ist es eigentlich unsere eigene Aufgabe, unsere Wunden zu heilen. Heilen und Altes loslassen.

Erst dann wird das Minenfeld, in dem sich beide Partner bewegen, allmählich entschärft, zunehmend befriedet und nach und nach sicherer.

Heilung der Beziehung ermöglichen

Also heile deine alten Verletzungen, sprich darüber, dann lass sie los und finde neue Glaubenssätze, die dir gut tun. So trägst du bei zur Heilung deiner Beziehung.

„Ich bin wertvoll und habe Interessantes zu erzählen UND meine Frau ist grad überlastet und kann mir leider nicht so gut zuhören, wie sie das eigentlich möchte. Dennoch liebt sie mich.“

Das Resultat für die Beziehung ist ein anderes als oben. 

Worauf wartest du noch?

Kennst du das auch, dass alte Verletzungen aufgekratzt werden? Hast du Lust, deine blockierenden Glaubenssätze in hilfreiche umzuwandeln? 

Lass mich dich ein Stück auf deinem Weg begleiten, so dass du ein starker, heiler Beziehungspartner werden kannst. Der beste Zeitpunkt ist…? Jetzt, genau!

Bring deine Beziehung zum Blühen

Wenn du mit dir selbst in Verbindung bist, kannst du deine Beziehung(en) zum blühen bringen! Ich habe schon einigen Menschen geholfen, ihr Leben zum Positiven zu verändern.

Ihr könnt auch zu zweit zu mir kommen, um besser miteinander kommunizieren zu lernen, euch einander wieder näher zu bringen.

Meist genügt ein 3-Einheiten-Coaching, manchmal sogar eine einzige Sitzung, um eine entscheidende Wendung ins Leben zu bringen.

Wir finden Licht dort, wo du bisher noch nicht gesucht hast.

Gib dir einen Schubs und starte in eine erfülltere Beziehung – zu dir selbst und mit anderen.  Schreib mir am besten eine Mail!

Deine Kerstin

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©Kerstin Bulligan

Schau her! Sieh wie toll ich bin und was ich für dich gemacht habe!

Wir Menschen wünschen uns Anerkennung, Aufmerksamkeit, Gesehen-Werden. In der Partnerschaft, von den eigenen Eltern, im Beruf… Überall, wo wir miteinander zu tun haben.

Ein schnell dahin gesagtes: “Gut gemacht! Oder Ja, schön!” Ist schon besser als nichts, stillt aber oftmals nicht den Hunger nach obigen Bedürfnissen. Außerdem klingt es manchmal so von oben herab “gelobt”, wirkt oberflächlich und nicht wirklich interessiert. 

Wie wäre es, wenn du heute mal deinem oder deiner Liebsten, deinem Kind oder deinem Elternteil sagst, womit sie gerade dein Leben bereichern? 

Angenommen, jemand hat für dich gekocht und du genießt das Essen. Du könntest sagen: “Es schmeckt mir wirklich gut. Vielen Dank, dass du alles so lecker vorbereitet hast. Das ist echt Genuss für mich!”

Oder jemand holt dich ab, so dass du nicht zu Fuß im Regen gehen musst: “Du, das freut mich jetzt wirklich, dass du dir extra die Zeit nimmst. Was für eine Erleichterung, trocken und schnell nach Hause zu kommen.” 

Sprich mindestens ein Detail an, das du positiv wahrnimmst. Sprich von dir und was das mit dir macht: wie geht es dir damit? Welches Bedürfnis wird damit erfüllt? Oben im Beispiel: Genuss, Leichtigkeit. 

Wenn du möchtest, probiere es doch einmal aus, auf diese Art und Weise deine Anerkennung, Freude oder deinen Dank auszudrücken und beobachte die Reaktion. Es könnte deinen Beziehungen eine neue Qualität geben. 

Wut und Aggression kommen oft daher, dass wir denken, ein anderer hätte unseren Schmerz verursacht und deshalb verdient derjenige jetzt Strafe. Aus dieser Haltung heraus empfinden wir unseren Ärger in dem Moment als vollkommen gerechtfertigt.

Heute war zum Beispiel das Foto einer verletzten Fundkatze in der Zeitung. Sie musste am Auge operiert werden, das jedoch nicht mehr zu retten war. Jemand hatte offenbar mit einem Luftgewehr auf sie geschossen. Was ging dem wohl voraus?

Die Geschichte könnte sich in etwa so abgespielt haben: (Statistisch gesehen, verüben eher Männer solche Taten, daher nehme ich im Beispiel einen Mann.)

Täglich ärgert sich Herr Hintertupfer über die Katze seines Nachbarn, die ihm in die Blumenbeete ihre Häufchen setzt und zeremoniell vergräbt. Oft hat er bei der Gartenarbeit schon eines dieser Würstchen zwischen seinen Händen gehabt und sich geekelt. Nachts hört er im Frühjahr und Sommer bei offenem Fenster die Schreie der paarungsbereiten Katzen. Es ähnelt jedes Mal einem Babygeschrei und raubt ihm die Nachtruhe. Seine Wut auf Nachbars Katze wächst jedes Mal, wenn er sie wieder dabei entdeckt und eines Tages nimmt er sein Luftgewehr und schießt. Sie schreit jämmerlich und flüchtet getroffen über den Zaun.

Als der Mann ihr Foto in der Zeitung entdeckt, denkt er sich. „Geschieht ihr nur Recht! So wird sie es sich merken.“ Er unterstellt dem Tier gemeine Absicht. Das hat über die Zeit seine Wut dermaßen geschürt, dass er sich schließlich “rächte”.

Herr Vorderseher legt auch Wert auf seine Blumenbeete und ist nicht erfreut über die getigerte Katze, die täglich zu Besuch kommt. Doch er ist ein zufriedener Mensch und mochte Tiere schon immer gerne. Liebevoll verscheucht er die Katze, indem er in die Hände klatscht und ihr zuruft: „Mach mal dein Geschäftchen woanders! Gsch!!!“ „Irgendwo musst du, ich weiß…,“ denkt er sich dann. Wenn sie sich in die Ecke seines Gartens setzt, ist das auch in Ordnung.

Noch vor ein paar Jahren wäre dem Luftgewehr-Schützen die Katze gar nicht aufgefallen. Damals hatte er noch Job, Frau und Familie. Doch jetzt ist alles weg, er sitzt zu Hause, schaut oft aus seinem Fenster und ist voller Frust auf Gott und die Welt. So ist die Katze an sich gar nicht die Ursache für die Entladung seiner Wut gewesen. Wohl aber war sie der Auslöser. Sie war der Tropfen, der das Fass seiner Gefühle zum Überlaufen gebracht hat.

Die Ursache für seine Wut war also nicht die Katze, sondern es waren in dem Moment seine unerfüllten Bedürfnisse. Das soll seine Tat nicht entschuldigen. Wenn dieser Mann es jedoch schaffen würde, zu schauen, was da so unerfüllt ist und sich darum kümmern würde, müsste er seine Wut zukünftig nicht an unschuldigen Tieren oder sogar Menschen abreagieren. Womöglich ist er sehr frustriert und braucht dringend eine neue Aufgabe, einen neuen Sinn in seinem Leben.

In jedem Fall würde ich ihn gerne einladen zu einem Intensiv-Coaching mit Schwerpunkt Gewaltfreier Kommunikation. Er könnte lernen, Dinge gelassener zu sehen, weniger zu bewerten und mehr hinter die Kulissen bei sich und anderen zu schauen. Sich nicht mehr länger als Opfer der Umstände sehen, sondern wieder entdecken, welche Möglichkeiten er selbst hat, sein Leben wieder zum Positiven zu wenden.

Das könnte weiteres Leid vermeiden und ihn wirklich vorwärts bringen in Richtung eines glücklichen, erfüllten Lebens. So ist meine Arbeit auch immer ein Stück Friedensarbeit.

Kennst du jemanden, der so ein Coaching gut gebrauchen könnte?