Lichtfinder Podcastfolge 10 (Transkript)

Kaum Energie? Wie du mehr Kraft bekommst für wichtige Aufgaben.

Wenn du allein beim Gedanken an deine Aufgaben erschöpft bist…

Kennst du das auch?

Schon am Morgen im Bett beginnt die anstrengende Arbeit. Nur in deinem Kopf. Die Augen sind noch zu, doch im Gehirn rattert schon die To-Do -Liste durch: Noch Einkäufe erledigen, Rechnungen bezahlen, Kind zum Ballett fahren und das Projekt für die Arbeit vorwärts bringen. Denn Geld will ja auch verdient werden. Außerdem ist da noch die Ablage zu machen, denn in dem ganzen Zettelkram findest du schon gar nichts mehr. Hundeentwurmung und Zeckenschutz steht an und die Wohnung schaut aus wie bei Hempels. Berge von Wäsche türmen sich auf und ach ja, der Garten – ein Biotop mit allerlei Unkräutern, die wild wuchern.

Beim Frühstück kommt dir der Gedanke immer mal wieder dazwischen: Ich muss unbedingt noch, ich sollte endlich, das hab ich auch immer noch nicht gemacht, ich wollte doch schon so lange….,  Mann, schon wieder eine Woche vergangen und die Steuererklärung hab ich auch noch nicht…

Im Badezimmer und beim Duschen wird die Erschöpfung dann immer größer, dabei… hast du eigentlich noch gar nichts von all dem gemacht. Kommt dir das bekannt vor?

Dass allein der Gedanke an all die bevorstehenden Aufgaben und Projekte dich immer schwächer werden lässt. Die Last  auf dem Rücken fühlt sich immer schwerer an, mit jedem weiteren Gedanken daran? Das ist schon seltsam oder? Wenn du es genau betrachtest, hast du deine ganze Freizeit bzw. jede freie Minute zwischen zwei Dingen damit verbracht, in Gedanken Schwerstarbeit zu leisten. Kein Wunder, dass du erschöpft bist.

Wie kriegen wir bloß unseren Kopf frei? Wie schaffen wir es bloß, nicht schon vorher in Gedanken zu arbeiten, wo wir doch noch gar nichts tun?

Zum einen würde ich mal das Hirn entlasten und eine Liste aufschreiben, in drei Spalten: Heute – Bald – Irgendwann.

Dann steht schon mal alles auf dem Papier und ich brauche nicht mehr ständig dran denken.

Dann kuck mal nur auf „heute“.  Muss das wirklich alles heute sein? Ist das überhaupt realistisch und menschenmöglich machbar? Ohne völlig am Rad zu drehen? Kann man dabei überhaupt noch entspannt bleiben? Wenn du die letzten drei Fragen mit Nein beantwortest, dann streiche unbedingt was von deiner Heute Liste bzw. kürze ein. Es sei denn du willst durchdrehen.

Glaub mir, kein Spaß, auch nicht für deine lieben Mitmenschen, die dich dann so ertragen müssen.

Bestimmt gibt es da auch Hauptbereiche, die heute so anstehen wie Büroarbeit – Haushalt – vielleicht der Luxus Fitness.

Wie wäre es, wenn du jedem von diesen Bereichen mal in Gedanken ein Symbol gibst: zum Beispiel der Büroarbeit ein Laptop-Symbol, dem Haushalt einen Putzeimer mit Lappen und dem ungeliebten Fitnessprogramm die Turnschuhe.

Welches Bild wählst du für deinen eher ungeliebten Bereich? Siehst du das Symbolbild  vor dir?

All diese Bereiche stehen heute für dich an. Die Bilder sind groß vor dir farbig und ganz nah. Wie wäre es, wenn du jetzt nacheinander jedes dieser Symbolbilder mal auf Schwarz-Weiß schaltest und dann eins nach dem anderen ganz weit weg schiebst. Bis ganz hinten an den Horizont. Und wie das mit Dingen so ist, die da ganz weit weg hinten am Horizont sind, sie sind ganz klein geworden. Klein und weit weg. Irgendwie unwichtig im Moment.

Du kannst genauso für die eine ungeliebte Aufgabe, die heute ansteht, ein Symbolbild erfinden. Es schwarz-weiß stellen und weit weg schieben in  Gedanken, bis zum Horizont.

Merkst du was?

Der Raum um dich herum ist auf einmal frei geworden. Die Bilder sind weit weg, schwarz-weiß und winzig klein. Du stehst oder sitzt hier und tust gerade – nichts. Genau das. Du tust gerade nichts. Und wenn du nichts tust, hast du gerade  frei und kannst einfach durchatmen. Kannst einfach tief durchatmen. Fühle, dass du jetzt gerade nichts tust und das darf jetzt gerade sein. Genau so. Genieße es ein paar Minuten. Atme und tu mal ganz bewusst gar nichts.

Nun überlege dir, welchen Bereich, du ein kleines Stück näher heranholen möchtest. Und welche eine Aufgabe daraus du dir jetzt holen und angreifen magst. Ja, magst. Denn du tust es , weil es dir irgendwie wichtig ist.

Es hat mal wieder zu tun mit deinen Werten und Bedürfnissen. Darum ging es ja schon ganz viel in den vorherigen Folgen.

Welche eine Aufgabe packst du jetzt an und ziehst sie durch?  Danach kannst du diesen Bereich beruhigt wieder Richtung Horizont schicken. Da ist er gut geparkt. Jeder Mensch kann nämlich immer nur eine Sache tun. Das hast du womöglich schon einmal gehört😉

Und so darfst du dir jetzt eins vornehmen. Eins. Und später ein anderes. Alles schön nacheinander. Und weil du keine Maschine bist und weil du hier nicht in einem Straflager bist, darfst du dir dazwischen kleine Pausen gönnen. Ganz bewusst. Nichts tun. Ja, schon wieder. Und du darfst den Raum um dich herum genießen, im Hier und Jetzt. Alles andere wartet, es läuft dir ganz bestimmt nicht davon. Versprochen. Nicht der Berg Wäsche, nicht die Ablage… Nichts läuft dir davon.

Dann entscheidest du, welcher Bereich als nächstes dran kommt und ziehst dir wieder eine Aufgabe heraus. Nur eine.

Wir tun manchmal so, als müssten wir alles gleichzeitig erledigen können.

Doch wie geht es jemandem, der das auch nur versucht? Ganz ehrlich: Er macht nix gscheit. Nix wirklich gut. Nix wird in Ruhe, nix wird mit Liebe getan. Der Kopf von so einem  Menschen ist logischerweise ein einziges Chaos mit wild durcheinander wirbelnden Gedanken. Drum lass dir Zeit, lass den Sturm sich legen, alle Dinge dürfen sich setzen und warten. Keiner wird am Ende seines Lebens sagen: Ach hätt ich doch mehr Zeit mit Hausarbeit verbracht und noch ordentlicher meine Schränke organisiert. Wenn du Lust drauf hast und du wieder mehr finden willst in deinem Schrank, wirst du dir die Zeit nehmen. Dann hat das mal Priorität. Ansonsten bist du kein schlechter Mensch, wenn nicht alles gleichermaßen tipptopp in deinem Leben ist.

Wer willst du sein? Ein völlig unruhiger Geist, der 20 Dinge gleichzeitig erledigen will? Oder ein entspannter Geist, der den Überblick behält und bewusst eine Aufgabe erledigt und dann bewusst Ruhe genießt. Und später die nächste Aufgabe erledigt.

Das Unperfekte aushalten, ja das will geübt werden. Warum solltest du dich darin üben, Dinge mit Ruhe und einfach unperfekt zu erledigen?

Weil du nicht deine Aufgaben bist.

Du bist nicht deine Aufgaben. Du bist nicht der Haushalt, du bist nicht die Büroarbeit, du bist nicht dein Job, du bist nicht das Fitnessprogramm.

Ja, wer bist du denn?

Du bist dein ICH, das hier steht oder sitzt und in Ruhe wählen kann. Du darfst wählen, was du jetzt machen möchtest. Du darfst dir die Zeit nehmen, die für diese Aufgabe nötig ist. Du darfst Prioritäten setzen und der Aufgabe jetzt Priorität geben, die dir gerade wichtig ist.

Nicht alles muss heute dran sein. Nicht alles muss 100 %ig erledigt werden. Tatsächlich kann das Wenigste überhaupt so genau erledigt werden, wenn du auch noch anderes in deinem Tag tun möchtest.

Wenn du Lust auf Bewegung hast, ist ein 20 minütiger flotter Spaziergang in der Natur besser als sich heute gar nicht mehr zu bewegen.

Also magst du dich mal drauf einlassen, dich mit weniger zufrieden zu geben?

Also nochmal: Du bist nicht deine Aufgaben. Du bist dein ICH und du wählst dir deine Aufgaben. Du wählst die Intensität oder die Genauigkeit, mit der du etwas erledigst. Du wählst, wie viel Zeit dir das wert ist. Wie viel Zeit bist du bereit für xy zu verwenden? Für die Ablage zum Beispiel. Dann mach das heute genau so. Nicht mehr. Nur dann mehr, wenn du plötzlich noch Lust auf mehr hast.

Du bist der Entscheider.

Das Leben darf doch Spaß machen, oder? Oder muss es anstrengend sein???

Ist das Leben für dich ein Kampf? Ein ewiges Hamsterrad?

Dann wird es Zeit für eine neue Metapher.

Denn solange deine Metapher fürs Leben eine Anstrengende ist, wird es leider auch so bleiben.

Wie soll das Leben für dich sein? Welche Metapher magst du deinem Leben geben? Soll es weiterhin wirklich ein Hamsterrad sein? Weiterhin ein Kampf?

Finde gerne eine Metapher, die gut zu deinem Leben passt.

Mein Leben zum Beispiel… soll eine Entwicklung  sein, hin zu immer mehr Frieden im Herzen und so viel Freude wie möglich.

Es gibt Aufgaben, die mehr Energie kosten als andere. Es gibt Menschen, die mehr Energie kosten als andere.

Wähle bewusst deine Aufgaben und deine Zeit mit Menschen so, dass du noch genügend Energie am Abend hast, deine Freizeit zu genießen. Sonst ist es doch kein lebenswertes Leben, oder?

Mach dir die Gestaltung unangenehmer Aufgaben so leicht und so schön wie möglich. Mit Musik dabei oder einem Podcast auf den Ohren geht manches so viel leichter.

Du kannst auch jeden Tag auch Aufgaben wählen, die dir Energie geben.

Gibt es da welche?

Dein Wert als Mensch hängt nicht davon ab, wie gut du deine Aufgaben erledigst. Denn  – ich wiederhole mich – du bist nicht deine Aufgaben. Dein Wert als Mensch ist unabhängig von deiner Leistung.

Wer willst du sein? Was willst du tun? Was ist dir heute und grundsätzlich wichtig? Erlaube dir selber, nur heute, manches einmal weniger genau zu machen – und halte es bitte aus. Warum lege ich dir ans Herz, das auszuprobieren? Weil du vielleicht entspannt Zeit haben möchtest für schöne andere Dinge. Ist das so?

Das Leben darf leicht gehen. Ja tatsächlich, es darf leicht gehen.

Mach deine eine Aufgabe heute gerade gut genug. Du darfst dabei sehr großzügig sein mit dir selbst. Denn du bist nicht deine Aufgabe. Du wählst deine Aufgaben im Leben.

Und wenn du so in aller Ruhe eins nach dem anderen wählst, alles andere weit hinten zum Horizont schickst als kleines schwarz-weiß Bildchen, dann hast du ganz automatisch viel mehr Raum zum Atmen und viel mehr Energie in dir für Aktivitäten, die dich dann nochmal richtig auftanken, weil du sie einfach gerne machst.

Also: Was planst du Schönes für heute? Was planst du Schönes für morgen?

Freu dich drauf. Du gestaltest. Wie es dir gefällt. Alles andere kann warten, da hinten am Horizont.

Was kannst du heute mitnehmen?

Ich bin nicht meine Aufgaben. Die sind weit dort hinten.

Ich bin ich. Hier, mit Raum um mich herum zum Atmen.

Ich wähle, was ich tue.

Ich mache in Ruhe eins nach dem anderen. Es darf wenigstens heute mal unperfekt und gut genug erledigt werden. Vielleicht morgen auch nochmal. Und wenn es mir gefällt, immer öfter.

Welche Metapher möchte ich wählen für mein Leben?

Ich freue mich, dass du bis zum Ende gehört hast. Wenn dir diese Podcastfolge gefallen hat, teile sie bitte weiter an andere, die sie auch gebrauchen könnten.

Über eine Bewertung in der Apple Podcast App oder Castbox würde ich mich sehr freuen. Schreib mir gern auf Instagram, wie dir diese Folge gefallen hat.

Deine Kerstin von Lichtfinder

Regeln und Vorbote, MUSS  und SOLL 

Geht es dir zur Zeit auch so? Jeden Tag kommen neue Meldungen, was man nun „in der Krise“ nicht mehr darf, was alles verboten ist. Eine Beschränkung nach der anderen.

Am meisten belastend empfinde ich dann auch noch Fragestunden im Radio oder die tägliche Seite in der Zeitung, die reserviert ist für „Leser fragen – wir antworten“. Wo sich dann der Pressesprecher des Polizeipräsidiums alle zwei Tage selbst widerspricht. Am Montag hieß es noch „Nein, das Motorrad darf nicht vom Verkäufer abgeholt werden.“ Zwei Tage später wird alles revidiert. Teils schildbürgerlich widersprüchliche Regeln werden aufgestellt. In die fränkische Schweiz zum Wandern zu fahren ist nun doch erlaubt. Reines Spazierenfahren mit dem Auto? Um Gotteswillen, nein!

„Darf ich nun… oder doch nicht?“ „Nein, keinesfalls.“ Kurz darauf. „Na ja, eigentlich nicht. Denn es ist ja nicht unaufschiebbar und auch nicht lebensnotwendig.“

Was lebensnotwendig ist, wird dieser Tage von ganz oben über unsere Köpfe hinweg entschieden.

Die Angst lässt all diese Maßnahmen rechtfertigen und die Mehrheit der Deutschen scheint willig, alle Beschränkungen der Freiheit klaglos zu ertragen. Dient es doch dem Schutz unserer Gesundheit bzw. sogar des nackten Lebens.

Doch es macht etwas mit uns. Mit den einen mehr als den anderen.

Wem Freiheit und Selbstbestimmung ein wichtiges Gut war, der leidet nun definitiv mehr als derjenige, dem Sicherheit und Schutz an oberster Stelle steht. Die Angst der Mehrheit der Deutschen vor Krankheit und Tod ist offenbar groß, damit eng verbunden das Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit. So wird freiwillig alles andere zurückgestellt.

Jeder, der zu Depressionen neigt, wird jedoch umso depressiver, je ohnmächtiger er sich fühlt. Je hilfloser sich der Mensch den Umständen gegenüber ausgeliefert sieht. Dieses Gefühl, nichts tun zu können, fremdbestimmt zu sein, trägt bei zu depressiven Stimmungen.

Menschen mit Depressionen fühlten sich schon vor der Krise als Opfer in ihrem Leben. Die Hände gebunden, unfähig, etwas im eigenen Leben ändern zu können, so geht es ihnen. Daher drehen sich ihre Gedanken im Kreis um all das Negative, all das Unabänderliche.  Weil es die Umstände (scheinbar) nicht zulassen. Weil der Preis für eine echte Veränderung viel zu hoch erscheint und immense Angst macht. Ein vernichtendes Gefühl. Manchmal so vernichtend, dass derjenige resigniert und verzweifelt das eigene Leben vorzeitig beendet.

Wenn er es selbst nicht tut, hilft der Körper nicht selten, durch Krankheit die Selbstvernichtung vorzeitig einzuleiten. Krebs oder Autoimmunerkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen können die Folge sein, wenn Angst und Negativ-Programme über lange Zeit laufen. Unbewusst läuft dann im Körper ein Selbstzerstörungsprogramm ab, um dieses unerträgliche Leben endlich zu beenden.

Dass Depressionen lebensgefährlich sind wegen der Suizidgefahr, das wird mehr und mehr Leuten bekannt. Jedoch sollten auch häufige depressive Verstimmungen, dauerhafte Unzufriedenheit und Gereiztheit nicht unterschätzt werden. Denn sie schaden über kurz oder lang der Gesundheit massiv und sind deshalb tatsächlich ebenso eine Gefahr für Gesundheit und Leben.

Was können wir nun dieser Tage zur Erleichterung tun?

Was können wir tun, wenn wie die aktuellen Einschränkungen, die Polizeipräsenz und den Verbots- und Gebotskatalog als belastend bis unerträglich empfinden?

Zum einen können wir uns bewusst machen, ob wir irgendwie Einfluss nehmen können. Vielleicht über das Teilen entsprechender Beiträge für mehr Freiheit und Selbstverantwortung in den sozialen Medien. Vielleicht durch Wählen bzw. Abwählen von Parteien bei den nächsten Wahlen. Vielleicht durch großzügige Auslegung und Nutzen jeden Spielraums der noch vorhanden ist.

Da ist jedoch auch immer ein Bereich, der sich unserem Einfluss entzieht. Und genau der ist es, der uns schier verrückt machen könnte. Wenn wir es zuließen.

Denn darin liegt nun unsere Macht und unsere Freiheit. Ich denke an den Psychiater Viktor Frankl, der die Zeit im Konzentrationslager überstand, all die fürchterlichen Umstände, indem der plötzlich erkannte, dass, egal was außen herum passiert, wir immer die Freiheit haben zu entscheiden, wie wir darauf reagieren wollen: „Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen…“ „(…) In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“*

Wenn Viktor Frankl das unter den damaligen Zuständen geschafft hat, sich seiner inneren Freiheit des Denkens und Fühlens bewusst zu sein, dann können wir das heute in Corona-Zeiten auch.

Es ist schwer, noch schwerer für uns Freiheit liebende als für andere. Schwer auch, wenn wir so ein tiefes Vertrauen in uns haben, dass wir uns nicht wirklich fürchten vor Krankheit oder Tod. Wenn wir lieber leben würden in allen bunten Facetten als uns vor lauter Angst um unser Leben unter eine Glasglocke zu setzen und uns nicht mehr trauen, dieses Leben zu leben.

So können wir uns nur bewusst werden, was wir tatsächlich aktiv beitragen können zur Veränderung unseres Lebens in die gewünschte Richtung. Darüber hinaus können wir uns unserer inneren Freiheit bewusster werden als sonst. Zu denken und zu fühlen, wie wir uns fühlen wollen. Niemand kann uns diese Freiheit jemals nehmen!

So kommen wir aus der hilflosen Opferrolle heraus in die Rolle des aktiven Gestalters des eigenen Lebens. So gut es nur geht.

Zusätzliche Erleichterung kann es bringen, im Alltag zur Zeit ganz besonders auf Worte wie „muss“ und „soll“ zu verzichten und sie jedes Mal zu ersetzen durch ein „Ich entscheide mich … zu tun, weil mir … wichtig ist.“

Wenn du dieser Tage „eigentlich“ keine Maske tragen willst und dich vom MUSS erdrückt fühlst, du möchtest jedoch trotzdem nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen, dann sag dir zum Beispiel:

Ich tu das jetzt. Ich entscheide mich dafür, weil…

 …mir Harmonie wichtig ist.

…weil ich auf die Rücksicht nehme, die meinen, sie seien dadurch geschützt und sich deshalb sicherer fühlen können.

….weil ich keine Lust habe, Strafen zu bezahlen und mein Geld lieber sinnvoll ausgebe.

Die Tatsache, dass DU dich entscheidest, aus freiem Willen, WEIL, dir etwas wichtig ist. Weil etwas deinen Werten entspricht, auch das macht ein gutes Stück freier.

Atme auch immer wieder bewusst durch, gerade in diesen Tagen. Auch das ist deine Freiheit und kann dir niemand nehmen. Genieße die Leichtigkeit des Atmens und atme Freiheit und Selbstbestimmung ein mit jedem Einatmen. Und mit jedem Ausatmen, kannst du etwas Spannung loslassen…

 

Ich wünsche dir Freiheit im Herzen und im Geist.

Kerstin Bulligan @Lichtfinder

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*Viktor Frankl: „Trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager.“

Da ist sie. Diese Sorgenwolke. Ich spüre sie vor allem in der Bauchgegend. Warum? Ach, sie lässt sich immer mal was Neues einfallen. Mal sind es die Finanzen, oder eine Sache, die wieder kaputt gegangen ist. Mal ist es die Angst, wie wohl etwas bei anderen ankommt. Dieser Beitrag zum Beispiel? 

Hast du Kinder? Wenn ja, kennst du das bestimmt sehr gut, dass man sich so oft um sie sorgt. Wenn du keine hast, dann bin ich mir ziemlich sicher, gibt es ein anderes Wesen, Mensch oder Tier, was dir wichtig ist und du sorgst dich drum. 

Wenn ich mich mal wieder sorge, weiß ich einerseits genau, dass mir das nichts bringt, außer irgendwann Magenschmerzen oder unruhigen Schlaf. Es hilft nichts und niemandem, mich zu sorgen. 

Viele Menschen sorgen sich sozusagen “vorbeugend”, damit nichts passiert. Das ist Bullshit, wirklich. Wer die Macht einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung kennt, weiß, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Also Schluss mit “Schutzpessimismus”!

Ich überlege lieber gezielt, was ich tun kann, um aktiv mögliche Gefahren abzuwenden. Und zwar am Tag (!), zu einer bestimmten Zeit. Dann nehme ich mir Zeit für meine Sorgen, nehme sie ernst und mache Brainstorming, am besten auf Papier. Nun habe ich einen schriftlichen Plan vor mir, was ich selbst tun kann und wen ich eventuell um Rat oder Hilfe bitten kann. 

Wenn da jedoch nichts, was ich jetzt tun kann, dann möchte ich diese dunkle Sorgenwolke einfach vorbei ziehen lassen. 

Geht nicht? 

Dann stell dir das mal vor:

Mit dem nächsten Atemzug löst sich die dunkle Sorgenwolke aus deinem Bauch, … Herz, … Kopf, …

und steigt auf, … zieht allmählich weiter, … zieht weiter, … weit in die Ferne, … bis sie sich völlig auflöst, … in einem klaren, blauen Himmel. Die Sonne scheint.

(Merk es dir und stell es dir mit geschlossenen Augen noch einmal vor.)

Sorgen um das Kind/liebe Menschen

Das folgende mutet vielleicht esoterisch an, ist jedoch sehr wirkungsvoll. Und wenn du an die Kraft der Gedanken glaubst, ist es ein Zaubermittel für alle Beteiligten.

Mein Geheimtipp für alle Mamas: (Und alle Liebenden, dann ersetze “Kind” einfach durch die liebe Person, das Tier…)

Stell dir vor, dein Kind wird überzogen von einem Schutzmantel aus Licht und Liebe. Unsichtbar, doch unendlich kraftvoll ist dieser Schutzmantel. So schickst du es aus dem Haus bzw. auf die Reise. Voll Vertrauen in die Sicherheit und Kraft dieses wunderbaren Mantels, der es vollkommen einhüllt. 

Ich wünsche dir einen leichten, befreiten Tag und eine beruhigte Nacht.

Deine Kerstin   @Lichtfinder   

Kennst du ähnliche Gedanken? „Ich bin sauer, weil meine Freundin mal wieder zu spät kommt.“

„Ich bin traurig, weil ein wichtiger Mensch meinen Geburtstag vergessen hat.“

„Ich bin wütend, weil der Typ mir den Parkplatz weggeschnappt hat.“ „Ich bin frustriert, weil ich so viel gebe und kaum was zurückkommt.“

Denkst du auch oft so? Wir sind überzeugt, ein anderer oder die Umstände verursachen unsere Gefühle, vor allem die unangenehmen. Aber auch das gute Gefühl wird dem schönen Wetter zugeschrieben oder der erfreulichen Nachricht.

Auslöser oder Ursache

Dabei ist wichtig zu wissen, dass es tatsächlich Auslöser gibt. All das oben genannte kann Auslöser sein für ein Gefühl. Oder eben auch nicht… Eine Äußerung oder ein Ereignis löst bei dir heute Ärger aus, ein andermal gehst du gelassen darüber hinweg. Ein Ereignis oder ein Satz löst bei dir an einem Tag Freude aus, ein andermal  erreicht es dich nicht wirklich. Wir selbst reagieren also höchst unterschiedlich auf dasselbe Ereignis oder dieselbe Aktion unsrer Mitmenschen. An manchen Tagen sind wir schnell gereizt, an anderen lächeln wir vieles einfach weg.

Das nächste be-merkens-werte ist: Verschiedene Menschen reagieren höchst unterschiedlich auf denselben Auslöser. Der eine sieht ein Stück halbrohes Fleisch auf dem Teller und empfindet Ekel. Der andere empfindet dasselbe Stück Fleisch als wahre Delikatesse und bezahlt auch noch viel Geld dafür.

Merkst du etwas? Derselbe Auslöser: vollkommen unterschiedliche Gefühle, bei derselben Person zu verschiedenen Zeiten, bei unterschiedlich gestrickten Menschen.

Wer oder was verursacht dein Gefühl?

Es ist also in Wahrheit nicht dieses Ereignis, dieser Umstand, nicht diese Person, die dir dein Gefühl verursacht. Denn: Wo entsteht das Gefühl? Richtig, es entsteht in dir.

Deine Gedanken über die Situation verursachen dein Gefühl. Und wer bestimmt, was du denkst?

Ja genau, das bist auch du. Geprägt von deinen Werten, den Geschichten, die du dir jeden Tag über dich und das Leben erzählst, bewertest du. Und dann kommt noch etwas Wichtiges dazu.

Die Rolle von Bedürfnissen

Wir Menschen haben Bedürfnisse und Werte. Mehr zum Thema Bedürfnisse findest du in meinen anderen Blogbeiträgen. Während unsere Werte verschieden sind, haben wir Menschen alle dieselben Grundbedürfnisse. Nur nicht zur selben Zeit in derselben Ausprägung und Wichtigkeit.

Jedes Gefühl hat einen Sinn

Dein Gefühl ist ein wichtiger Indikator, ein Kontrollämpchen sozusagen, dass gerade ein Bedürfnis besonders gut erfüllt ist oder eben, dass es gefüllt werden möchte. Wenn das Gefühl unangenehm ist, steckt dahinter sozusagen eine Aufforderung: Bitte sorge für dieses wichtige Bedürfnis. Tu was!

Somit gibt es keine negativen Gefühle sondern nur unangenehme Gefühle. Denn etwas kann nicht negativ sein, das so eine wichtige Funktion hat.

Deine Aufgabe ist nun, zu überlegen: Welches Bedürfnis ist denn gerade unerfüllt?

Für Ideen, schau auf die Bedürfnisliste auf meinem Blog  ( https://www.lichtfinder.com/beduerfnisliste/).

Ist es vielleicht der Respekt, den du dir wünschst, wenn deine Freundin zu spät kommt? Oder die Verlässlichkeit? Allein die Verbindung mit deinem Bedürfnis, welches gerade zu kurz kommt, dieses Hineinfühlen, tut schon wahnsinnig gut und sorgt für erste Erleichterung.

Dann könntest du das konkret ansprechen: „Ich will echt planen können und mich verlassen können, dass du zur vereinbarten Zeit kommst.“

Wichtigstes Learning heute: Kein Mensch und keine Situation „macht“ dir deine Gefühle.

Diese machst du dir selbst. Je nachdem, wie du darüber denkst und wertest und welches Bedürfnis gerade vorherrscht bei dir.

Darin liegt deine wunderbare Macht.

  1. Finde dein Bedürfnis und benenne es für dich.
  2. Verbinde dich mit deinem Bedürfnis und atme tief durch.
  3. Entscheide, wie du für dich sorgst und wie du damit umgehen möchtest.
  4. Du bist frei. Wie willst du dich fühlen?

Ich wünsche dir Licht in deinen Gedanken.

Deine Kerstin, Lichtfinder

> Nächste Folge: Du bist nicht dein Gefühl! (Und wie dir diese Erkenntnis in schwierigen Zeiten hilft.)

 

Dazu passt der kurze Beitrag: https://www.lichtfinder.com/wie-fuehle-ich-mich-was-brauche-ich/

Wut und Aggression kommen oft daher, dass wir denken, ein anderer hätte unseren Schmerz verursacht und deshalb verdient derjenige jetzt Strafe. Aus dieser Haltung heraus empfinden wir unseren Ärger in dem Moment als vollkommen gerechtfertigt.

Heute war zum Beispiel das Foto einer verletzten Fundkatze in der Zeitung. Sie musste am Auge operiert werden, das jedoch nicht mehr zu retten war. Jemand hatte offenbar mit einem Luftgewehr auf sie geschossen. Was ging dem wohl voraus?

Die Geschichte könnte sich in etwa so abgespielt haben: (Statistisch gesehen, verüben eher Männer solche Taten, daher nehme ich im Beispiel einen Mann.)

Täglich ärgert sich Herr Hintertupfer über die Katze seines Nachbarn, die ihm in die Blumenbeete ihre Häufchen setzt und zeremoniell vergräbt. Oft hat er bei der Gartenarbeit schon eines dieser Würstchen zwischen seinen Händen gehabt und sich geekelt. Nachts hört er im Frühjahr und Sommer bei offenem Fenster die Schreie der paarungsbereiten Katzen. Es ähnelt jedes Mal einem Babygeschrei und raubt ihm die Nachtruhe. Seine Wut auf Nachbars Katze wächst jedes Mal, wenn er sie wieder dabei entdeckt und eines Tages nimmt er sein Luftgewehr und schießt. Sie schreit jämmerlich und flüchtet getroffen über den Zaun.

Als der Mann ihr Foto in der Zeitung entdeckt, denkt er sich. „Geschieht ihr nur Recht! So wird sie es sich merken.“ Er unterstellt dem Tier gemeine Absicht. Das hat über die Zeit seine Wut dermaßen geschürt, dass er sich schließlich “rächte”.

Herr Vorderseher legt auch Wert auf seine Blumenbeete und ist nicht erfreut über die getigerte Katze, die täglich zu Besuch kommt. Doch er ist ein zufriedener Mensch und mochte Tiere schon immer gerne. Liebevoll verscheucht er die Katze, indem er in die Hände klatscht und ihr zuruft: „Mach mal dein Geschäftchen woanders! Gsch!!!“ „Irgendwo musst du, ich weiß…,“ denkt er sich dann. Wenn sie sich in die Ecke seines Gartens setzt, ist das auch in Ordnung.

Noch vor ein paar Jahren wäre dem Luftgewehr-Schützen die Katze gar nicht aufgefallen. Damals hatte er noch Job, Frau und Familie. Doch jetzt ist alles weg, er sitzt zu Hause, schaut oft aus seinem Fenster und ist voller Frust auf Gott und die Welt. So ist die Katze an sich gar nicht die Ursache für die Entladung seiner Wut gewesen. Wohl aber war sie der Auslöser. Sie war der Tropfen, der das Fass seiner Gefühle zum Überlaufen gebracht hat.

Die Ursache für seine Wut war also nicht die Katze, sondern es waren in dem Moment seine unerfüllten Bedürfnisse. Das soll seine Tat nicht entschuldigen. Wenn dieser Mann es jedoch schaffen würde, zu schauen, was da so unerfüllt ist und sich darum kümmern würde, müsste er seine Wut zukünftig nicht an unschuldigen Tieren oder sogar Menschen abreagieren. Womöglich ist er sehr frustriert und braucht dringend eine neue Aufgabe, einen neuen Sinn in seinem Leben.

In jedem Fall würde ich ihn gerne einladen zu einem Intensiv-Coaching mit Schwerpunkt Gewaltfreier Kommunikation. Er könnte lernen, Dinge gelassener zu sehen, weniger zu bewerten und mehr hinter die Kulissen bei sich und anderen zu schauen. Sich nicht mehr länger als Opfer der Umstände sehen, sondern wieder entdecken, welche Möglichkeiten er selbst hat, sein Leben wieder zum Positiven zu wenden.

Das könnte weiteres Leid vermeiden und ihn wirklich vorwärts bringen in Richtung eines glücklichen, erfüllten Lebens. So ist meine Arbeit auch immer ein Stück Friedensarbeit.

Kennst du jemanden, der so ein Coaching gut gebrauchen könnte?

 

Neulich Abend sind wir mit dem Auto nach Hause gefahren, die Temperaturen waren knapp über dem Gefrierpunkt. Ich saß hinten, der Fahrer fuhr ein recht schneidiges Tempo, hatte dabei offensichtlich Spaß am Ausprobieren seines Leihautos. Für mein Empfinden viel zu schnell fuhr er an Abbiegungen heran, um dann kurz zuvor recht heftig abzubremsen. Ich schluckte eine Weile, dann räusperte ich mich und sagte: „Es ist mir zu schnell.“ Er bremste ab, fuhr deutlich gemächlicher. Ich fühlte mich wohler.

Wie oft meinen wir, uns anpassen zu müssen. Um ja nicht negativ aufzufallen. Um nicht anzuecken. Doch warum sollte ich nicht sagen dürfen, wie es mir mit einer Sache geht? Klar darf ich das, das ist mein gutes Recht. Ich hätte noch eine Bitte anfügen können. Möglichst konkret. Zum Beispiel: “Fahr doch bitte nicht schneller als erlaubt.”

Was passiert, wenn ich meinen Ärger oder meine Besorgnis herunter schlucke? Die Verbindung reißt ab, weil ich die unangenehmen Gefühle in mir einschließe. Der andere kann vielleicht ahnen, wie es mir geht. Er könnte aber auch völlig ahnungslos bleiben. Ich dagegen würde mich unverstanden fühlen und auch irgendwie allein  – trotz Gesellschaft. Die Folge ist tatsächlich ein Bröckeln der Beziehung. Die Gefühle zum anderen kühlen dabei unweigerlich ab, weil ich sie nicht zulasse und einschließe.

Wenn ich jedoch meine Gefühlen äußere und mein Bedürfnis ernst nehme (in diesem Fall war es Sicherheit), dann stärkt das nicht nur mein Selbstwertgefühl, weil ich selbst gut für mich sorge. Es macht mich auch transparenter für mein Gegenüber. Ich zeige mich, bin authentisch. Das ermöglicht Nähe.  Auch wenn dies im ersten Moment nicht so ersichtlich ist und vielleicht sogar die Gefahr eines Streits mit sich bringt.

Die Bitte, die ich stelle, erhöht die Chance, dass ich wirklich bekomme, was ich brauche, um mich wohl zu fühlen. Vielleicht liegt dem anderen auch daran, dass es mir gut geht. Vielleicht trägt er gerne zu meinem Wohlbefinden bei. Oder aber er hat seine Gründe, warum er ablehnt.

In dem Fall wäre ich ehrlich interessiert, was das für Gründe sind. Welches Bedürfnis er sich so gerne erfüllen möchte.

In jedem Fall kommunizieren wir offen und ehrlich über das, was uns wichtig ist. Und das öffnet Tür und Tor für mehr Verbindung zu einander.  

Um die Chance zu erhöhen, dass mein Ansprechen der Störung gut aufgenommen wird, spreche ich nur von mir selbst und wie es mir geht. Ich übernehme die Verantwortung für meine Gefühle. Dadurch fühlt sich niemand auf den Schlips getreten. Ich fühle nun mal so. Was könnte jemand dagegen sagen?

Achte heute doch einmal darauf, wann du dazu neigst, den Mund zu halten und dein Anliegen herunter zu schlucken. Probiere gerne einmal den anderen Weg und schau, was das macht, mit dir und deinen Beziehungen.

Stell dir vor, du beschließt heute, auszusprechen, was dich stört. Dabei sprichst du nur von dir, wie es dir geht, und was du brauchst bzw. was dir wichtig ist. Und du schließt eine ganz konkrete Bitte an.

Wie überrascht wirst du sein, wenn du bemerkst, wie gut es tut, für dich selbst gut zu sorgen. Und womöglich kannst du erleben, wie es deine Verbindung zum anderen stärkt. Mehr und mehr, mit jedem Mal, wo du dich zeigst.

 

(Bild von John Hain auf Pixabay.)

 

Genervt

In einer Online-Gruppe hat vor kurzem eine Frau, nennen wir sie Maria, ihr Problem in etwa so geschildert:

„Ich kann einfach nicht aufhören zu nörgeln und zu jammern. Mein Partner ist schon total genervt und es killt unsere Liebe. Doch ständig ist da wieder etwas, wo ich den Mund einfach nicht halten kann! Dann werfe ich ihm vor, dass ich mich allein gelassen fühle mit dem Haushalt  und den Kindern. Ich ärgere mich, dass er sich nicht mehr einbringt. Oder ich halte ihm einen Vortrag, wenn er mal wieder zu schnell Auto fährt. Und seine Wäsche im Badezimmer verteilt.  Bei der Planung des Wochenendes dagegen bezieht er mich nicht ein. Meine Vorschläge verlaufen im Sand. Ich kann mir vorstellen, dass es uns nicht guttut. Doch ich kann einfach nicht aufhören. Warum ist das so? Wie kann ich das stoppen?“

Bedürfnisse wollen erfüllt werden

Wir wissen aus der Gewaltfreien Kommunikation, dass Menschen sich mit allem, was sie sagen oder tun, ein Bedürfnis erfüllen wollen. Wenn also jemand immer und immer wieder nörgelt und jammert, dann weil ein oder mehrere wichtige Bedürfnisse einfach nicht erfüllt werden. „Erfüllt werden“ bedeutet hier nicht, die Schuld dem Partner zuzuschieben. Nach dem Motto: Weil dieser seiner Partnerin einfach nicht ihre Bedürfnisse erfüllt. Nein!

Jeder ist tatsächlich für die Erfüllung seiner Bedürfnisse selbst verantwortlich.

In Verbindung gehen mit mir selbst

Der erste notwendige Schritt wäre, überhaupt zu erkennen, was in einem selbst vorgeht. Das heißt, den Kontakt zu sich selbst wieder herzustellen. Wie geht es mir eigentlich gerade? Bin ich genervt? Frustriert? Warum ist das so? Welches wichtige Bedürfnis ist unerfüllt und schon so lange zu kurz gekommen? Brauche ich Entlastung? Oder geht es mir um Verbindung und Nähe? Bezüglich der Wochenendplanung geht es mir vielleicht auch darum, dass ich mich einbringen kann?

Was ist gerade lebendig in mir? Welches Gefühl und welches Bedürfnis ist jetzt aktuell und will zuerst gestillt werden? Nehmen wir mal an, Maria sagt: „Entlastung, das ist mir am allerwichtigsten. Und Verbindung zu meinem Partner, denn wir sind schon so weit voneinander entfernt.“

Dann würde ich folgendes vorschlagen: Jedes Mal, wenn bei ihr der Impuls spürbar ist, dass sie sich ärgert, weil sie Entlastung braucht, kann sie kurz innehalten. Durchatmen, vielleicht sich 5 min. zurückziehen (Toilette ist eine einfache Möglichkeit). Und sich dann ein, zwei Minuten mit dem eigenen Gefühl und Bedürfnis verbinden: „Ich bin frustriert, weil mir Unterstützung und Entlastung echt wichtig sind.“ Atmen.

Ich würde Maria außerdem anregen, weg vom Urteilen mit Generalisierungen („Immer diese Schlamperei!“) und  hin zum Beobachten (Socken und T-Shirts auf dem Boden…)  zu gehen. Das nimmt den Zündstoff heraus.

Verbindung zum Gegenüber

Nachdem sie in Verbindung mit sich selbst gekommen ist, kann sie überlegen: Welches Bedürfnis erfüllt sich wohl mein Partner mit dem was er tut? Sie könnte ihn später darauf ansprechen. Sich ehrlich interessieren. „Sag mal, geht es dir um Freiheit? Um Selbstbestimmung?“

Ansprechen des Konfliktes

Dann kann sie das Problem in etwa so ansprechen: „ Wenn ich sehe, dass deine Socken, T-Shirts und Hose auf der Wanne und am Boden liegen, dann ärgere ich mich. Weil ich mich wohl fühlen möchte im Badezimmer. Ich will auch nicht zuständig sein, das hier wegzuräumen. Machst du das bitte in der nächsten halben Stunde, bevor ich ins Bad gehe? Das wäre echt eine Befreiung für mich.“

Maria schreibt auch, dass sie das Gefühl hat, sie müsste etwas sagen, um nicht alles mit sich machen zu lassen. Das klingt für mich nach dem Wunsch, Wertschätzung zu spüren. Vielleicht könnte sie ihrem Partner sagen, was sie braucht, um sich geliebt zu fühlen. Ganz konkrete Bitten auszusprechen wäre dazu ganz wichtig. Also nicht: „Du könntest dich mehr einbringen im Haushalt und mit den Kindern.“ Das wäre viel zu unkonkret. Was bedeutet schon „mehr“ und „im Haushalt“?

Stattdessen:  „Ich fände es ganz wunderbar, wenn du einmal die Woche für uns alle kochen könntest. Zum Beispiel am Donnerstag, wenn ich später von der Arbeit komme. Dann komme ich heim und das Essen ist schon fertig. Das bedeutet Liebe und Unterstützung für mich. Bist du bereit, das zu übernehmen?“

So könnte Maria Schritt für Schritt Wünsche, noch besser konkrete Bitten aussprechen. Doch Achtung: Bitten sind keine Forderungen. Der andere ist frei, abzulehnen. In dem Fall müsste Maria einen Weg suchen, sich die Unterstützung selbst zu organisieren. Letztlich ist sie verantwortlich dafür, dass es ihr gut geht. Wenn sie natürlich die Erfahrung machen sollte, dass ihr Partner so gar nicht bereit ist, auf irgendeine ihrer Bitten einzugehen, kann sie auch die Konsequenzen ziehen und sich notfalls trennen.

Wege wählen, die uns gut tun

In jedem Fall: Was ist wohl besser für die Stimmung und Liebe in der Partnerschaft?  Jammern und Nörgeln tagein tagaus, mit dem Ergebnis, sich wie bei „Täglich grüßt das Murmeltier“ vorzukommen. Oder offen und transparent zu kommunizieren: Beobachtung – Gefühl – Bedürfnis – Bitte (Siehe Blogbeitrag: https://www.lichtfinder.com/die-4-schritte-der-gfk/). Es muss übrigens auch nicht immer starr in diesen vier Schritten ablaufen.

Wichtig ist, die Verbindung zu sich selbst um zum anderen ernst zu nehmen. Und nach dem Sprechen folgt unbedingt das Handeln. Das heißt, aktiv für sich zu sorgen. Wie das geht?  Bitten an sich selbst umzusetzen, realisierbare Bitten auszusprechen und sich und den anderen ernst nehmen.  Auch das hilft, sichtbarer zu werden in einer Partnerschaft und dadurch mehr Verbindung erfahren.

In diese Sinne: Viel Erfolg beim Ausprobieren neuer Wege!    Herzlichst, Kirstie Bee

PS: Falls du mehr lesen möchtest, hierzu ein älterer Artikel https://www.lichtfinder.com/vom-jammern-und-umgang-mit-angriffen/

Eine kleine Einführung in die GFK bekommst du hier: https://www.lichtfinder.com/was-ist-gfk-und-was-will-sie/   Darauf basiert mein Konzept der Brückenkommunikation!

„Willst du Recht haben, oder glücklich sein?“, heißt ein berühmter Spruch aus einem Standardwerk über das Glück.

Ich habe aber Recht! Das ist eine echte Kampfansage, wenn es auch nur gedacht wird. Wer mir nicht glaubt, oder das nicht erkennen mag, ist ein oder Ignorant oder ein Sturkopf. Die Folge ist entweder beleidigter Rückzug oder eine hitzige Diskussion.

„Mama, ich habe mein Zimmer aufgeräumt.“ – „Aufgeräumt nennst du das? Das ist immer noch ein Saustall.“

Brokkoli schmeckt einfach nicht. Doch, der ist superlecker.“ –  „Gar nicht wahr, der schmeckt grausam!“ –„Du weißt ja nicht, was gut ist.“

„Vitamin C in hohen Dosen soll sehr gesund sein.“ – „Stimmt doch gar nicht, das kann Schäden anrichten.“ – „Ach Quatsch, du hast ja keine Ahnung.“

„Impfen, das ist höchst gefährlich!“ – „Im Gegenteil, sein Kind nicht impfen zu lassen ist grob fahrlässig!“ – „Du hast dich offensichtlich zu wenig informiert.“ – „So ein Schmarrn, DU solltest mal besser nachlesen!“

„Ich habe dir doch geschrieben, dass ich später komme.“  – „Nein, hast du nicht.“  – „Doch hab ich, ganz sicher, schau doch mal nach.“ –„Ich bin doch nicht blöd, bei mir ist keine Nachricht, erzähl mir keinen Quatsch.“-  “Ach doch, hab’s übersehen.” /– “Oh, hat’s nicht gesendet…”

Wann hattest du zuletzt die offene Auseinandersetzung darüber, wer denn nun Recht hat? Oder hast dir zumindest still für dich gedacht: der hat ja einfach keine Ahnung! So dumm, so beschränkt, so ein Idiot! Warum sieht er/sie  einfach nicht, dass das wahr ist?

Im Denken von Kategorien in Richtig und Falsch liegt die Wurzel von Streit, Kriegen und Gewalt, zwischen zwei Menschen, Menschengruppen und ganzen Völkern.

So sehr sind wir überzeugt, im Recht zu sein. Dabei ist es unsere Sicht der Welt, die Brille, durch die wir hindurch schauen, die uns zu dieser Überzeugung kommen lässt.  Wir schauen uns sozusagen eine selbst gezeichnete Landkarte der Welt um uns herum an. Die Landkarte ist jedoch nicht die Landschaft, eine alte Weisheit aus dem NLP. Unsere Interpretation ist niemals die „Wahrheit“.

Aus einer anderen Perspektive nämlich sieht die Welt komplett anders aus.

Ein Hund kommt auf einen Menschen zu. „Hunde sind gefährlich!“ – „Hunde sind lieb!“ Zwei mögliche Denkweisen und Überzeugungen.

Hilfreich ist es, sich erst einmal selbst zu sagen: Also ICH sehe das gerade so. Für MICH ist das jetzt so. Ich empfinde so darüber. Das hat mit meiner eigenen Geschichte zu tun, meinen Werten, meinem Charakter, meinen erlernten Mustern.

Und dann stell dich mal probehalber in die Schuhe des anderen. Wie mag die andere Person das gerade sehen? Ist es möglich, dass sie eine völlig andere Überzeugung von derselben Sache hat? Kann ich damit leben und das einfach stehen lassen als IHRE Sicht der Dinge?

Ist es möglich, dass beide in ihrer Sicht „Recht haben“, weil jeder seine Gründe für die Überzeugung hat? Meine Wahrheit – deine Wahrheit. Können wir mit der Unterschiedlichkeit leben?

Jenseits von Richtig und Falsch gibt es einen Ort, dort treffen wir uns (Rumi)

Ganz radikal heißt es in Kursen über die Gewaltfreien Kommunikation manchmal, es gebe kein Richtig und Falsch mehr. Das jedoch hat Rosenberg wohl nicht gemeint. Wir haben immer unsere eigenen Werte und Überzeugungen. Wahr ist jedoch, dass das Denken in den Kategorien von Richtig und Falsch die Menschen trennt.

Ich kann deshalb für meine Werte und Überzeugungen einstehen, die ich für mich als „richtig“ einschätze. Und gleichzeitig kann ich mich öffnen für die Welt meines Gegenübers, ohne sie gut finden zu müssen. So wäre es möglich, sogar mit radikalen Gruppierungen ins Gespräch zu kommen und Verbindung herzustellen, die eine Öffnung für neue Gedanken ermöglicht.

Ich will also verstehen, was in meinem Gegenüber vor sich geht. Was motiviert ihn, so und nicht anders zu denken?

Ist es Angst, ist es Frust oder Wut, weil grundlegende Bedürfnisse für ihn nicht erfüllt sind? So sehe ich ihn als Menschen, der aus irgendeinem unerfüllten Bedürfnis so agiert wie er es tut. Das ist für mich womöglich vollkommen fehlgeleitet und moralisch untragbar.

Wenn ich ihn zu verstehen versuche (und allein der aufrichtige Wunsch, zu verstehen bewirkt etwas!), dann kann sich eine Tür öffnen zum Dialog. Dann, und nur dann ist der andere auch bereit, auf meine Sicht der Dinge zu schauen.

Bei meinem Kind könnte ich denken: es hat scheinbar eine ganz andere Auffassung, was Ordnung bedeutet. Es scheint sich so wohl zu fühlen. Im Vergleich zu vorher, hat es schon sichtbar manches aufgeräumt.

Bei radikalen Ansichten kann ich mich bemühen, den Menschen in seinem unerfüllten Bedürfnis zu sehen. Vermutlich stecken Angst, Frust oder Wut dahinter. Wie könnte ich darauf eingehen? Kann ich ihm erst einmal Empathie geben für diese Gefühle? Und noch einmal: verstehen zu wollen bedeutet nicht gutheißen!

Ich möchte dich ermuntern, ab sofort erstens deine Sicht auf die Welt als deine ureigene zu würdigen, die auf jeden Fall ihre Berechtigung hat. Und danach, einmal die Seite zu wechseln, dich in die Schuhe des Gegenübers zu stellen und SEINE Brille aufzusetzen. Dann frag die andere Person, was bei ihr dahinter stecken könnte: „Bist du sauer/frustriert/wütend, weil dir ….wichtig ist?“

Hilfreich ist es, sobald mir die Bewertungen Richtig und Falsch in den Kopf kommen, dass ich mir bewusst mache: Es gibt keine absolute Wahrheit. Es ist meine Bewertung und meine Sicht der Dinge.

Sei neugierig und offen für die Welt deines Gegenübers, ob Partner, Kind oder Kollege. Das schafft Verbindung.

Deine Kirstie, Lichtfinderin

So kam vor kurzem der frustrierte Ausruf einer Seminarteilnehmerin, die zu Hause in schönster GfK Manier ihr inneres Brodeln in braven 4 Schritten zum Ausdruck gebracht hatte und dann von ihrem Freund eine Antwort bekam, die wiederum Ärger in ihr hervorrief. Sie brachte ungefähr Folgendes zum Ausdruck: „Ich beobachte, dass jedes Mal, wenn ich am Wochenende bei dir bin, übermäßig viel Arbeit anfällt. Ich bitte dich, das unter der Woche zu erledigen.“ Der Mann reagierte mit einer Rechtfertigung. Er erklärte lang und breit, warum er unter der Woche nicht dazu gekommen war.

Das wiederum ärgerte meine Teilnehmerin und sie behauptete: Die GfK funktioniert einfach nicht. Sie hätte sich gewünscht, dass die Bitte einfach gut ankommt und bei ihrem Freund ihre friedliche, gewaltfreie Wirkung entfaltet. Stattdessen hatte der sich scheinbar angegriffen gefühlt.

Was war da passiert? Warum funktioniert GfK manchmal irgendwie nicht?

Warum „funktioniert“ es immer wieder nicht, sich spannungsfrei auszutauschen über die eigenen Bedürfnisse und Anliegen, auch wenn man sich scheinbar genau an die 4 Schritte hält?

  • Die Haltung ist entscheidend

Erstens bin ich der Meinung, dass die Brückenkommunikation letztlich immer funktioniert, wenn ich in der inneren Haltung „Ich will Verbindung zu Dir“ bleibe. Dann kann auch ein explosiverer Austausch über das, was einem wirklich am Herzen liegt, der Beziehung nichts anhaben. Anders sieht es aus, wenn bei einer falschen Antwort sofort die Beziehung an sich in Frage gestellt wird. Wenn der eine Partner befürchten muss, der andere dreht sich gleich um und sagt: „Ich fahre besser wieder heim. Es ist einfach nichts mit uns beiden.“

Diese Haltung, in Verbindung bleiben zu wollen, egal was passiert (bzw. da müsste schon ein richtiger Tsunami kommen), ist die Grundvoraussetzung, dass „die GfK funktioniert“. Dann ist es auch nicht mehr so entscheidend, ob exakt die vier Schritte eingehalten wurden und ob diese wirklich auch GfK-Schritte waren.

  • Waren es wirklich 4 GfK Schritte?

Wenn aber schon diese innere Haltung eine wackelige ist, treten Schnitzer bei der Ausführung dieser vier Schritte stärker zu Tage. Sie fallen schwerer ins Gewicht. Betrachte ich mir die Äußerungen der Teilnehmerin genauer, hat sie zwar von einer Beobachtung gesprochen, jedoch war diese ziemlich verallgemeinernd. „Jedes Mal wenn…“ und „übermäßig viel“ sind zum einen pauschalisierende, zum anderen auch sehr subjektiv gefärbte Aussagen. Das reizt geradezu zum Widerspruch bzw. zur Rechtfertigung beim Partner.

„Die letzten beiden Samstage warst du mit Großeinkauf, Bürokram und Reparaturarbeiten beschäftigt. Uns blieb nur der Abend zusammen.“ Das wäre eine sehr viel konkretere Beobachtung, die der andere auch gut nachvollziehen kann. Oben nochmal hingeguckt, fehlt bei der „gewaltfreien“ Aussage der Frau ganz klar das Gefühl und das Bedürfnis. Während das Gefühl auch mal ausgelassen werden kann, ist es doch für den Partner wichtig zu verstehen, warum und woher diese Bitte jetzt kommt und weshalb man ihr nachkommen sollte. Das Bedürfnis ist das Herzstück der Aussage!

Ist die Freundin sauer, ist sie frustriert?(Gefühl) Weil ihr gemeinsame Zeit mit dem Partner sehr wichtig ist? (Bedürfnis) Hätte sie das dazu gesagt, würde er sich sogar geschmeichelt und geliebt fühlen. Stattdessen hörte er das Gesagte als Vorwurf, sein Leben nicht richtig zu organisieren und sich für seine Partnerin nicht genügend Zeit zu nehmen. Er wollte wiederum erklären, dass es nicht an fehlender Wertschätzung für sie lag, sondern daran, dass er drei Tage auf Geschäftsreise gewesen war und deshalb so viel auf‘s Wochenende gefallen war.

  • Brückenkommunikation ist Austausch und Verbindung

Brückenkommunikation ist immer ein Austausch. An der Reaktion deines Gegenübers wirst du erkennen, wie „gewaltfrei“ deine Aussage wirklich formuliert war. Erwarte auch bitte nicht, dass du mit einer Wand redest und auf eine gewaltfreie Aussage nur ein friedliches Lüftchen zurück weht.

  • Mein Bedürfnis UND dein Bedürfnis

Der andere ist ein Mensch, dem du etwas mitteilen wolltest. Du möchtest die Verbindung behalten und du willst, dass er ganz klar versteht, was genau dir gerade Probleme bereitet. Er soll verstehen, was bei dir dahinter steckt. Das ist ganz essentiell: WAS WILLST DU WIRKLICH? Was also ist das Bedürfnis, das unerfüllt ist?

Dieser angesprochene Mensch hat ein Recht, darauf zu reagieren. In der normalen Welt, unter lauter Wölfen, kann es sein, dass er wie ein Wolf reagiert. In jedem Fall reagiert er aus seinem Bedürfnis heraus. Wenn du in der verbindenden Haltung bleiben willst, kannst du ihn wiederum abholen: „Bist du betroffen, weil es dir wichtig ist, in deinem guten Willen gesehen zu werden?“ oder weniger gestelzt: „Willst du mir vielleicht mitteilen, dass ich dir durchaus wichtig bin?“

  • 4 Schritte + Nachfragen

Da die eigene Aussage, ist sie auch noch so gewaltfrei konstruiert, immer auch ganz anders beim anderen ankommen kann, ist es oft wichtig, noch eine Frage an die 4 Schritte anzufügen: „Wie geht es dir, wenn du das hörst?“ oder „Magst du mir bitte nochmal sagen, was bei dir angekommen ist?“

Das sollte dich nämlich auch interessieren. Was hat der andere verstanden? Was ist bei ihm/ihr angekommen? Hier können schon viele Missverständnisse ausgeräumt werden. Dabei in der verbindenden Haltung zu bleiben, ist mindestens die halbe Miete.

  • 4 Schritte und gut?

Zusammenfassend will ich damit sagen: Es reicht nicht, irgendwie einen Teil dieser 4 Schritte in die Welt zu rufen und zu hoffen, dass die Bitte beim anderen dann gut ankommt. Es bleibt ein Austausch, ein Tanz der Giraffen (hoffentlich!), ein Hin und Her, ein Ringen um das Vermitteln dessen, was mir selbst wichtig ist. UND ein Sich-Interessieren für  das, was gerade im Gegenüber vor sich geht. Eine Brücke zu bauen von meinem Bedürfnis, das ich dir offenbare, zu deinem Bedürfnis, für das ich mich interessiere. Also:

  • Worum geht es uns beiden wirklich?

Nur dann entsteht Verbindung bzw. bleibt diese erhalten. Hat jemand gesagt, dies wäre einfach?

Ist es nicht, doch sehr lohnenswert! Allein das Bemühen und Ringen darum wird einen großen Unterschied in deiner Kommunikation und damit in deinen Beziehungen ausmachen.