Fühlst du dich unglücklich und unzufrieden mit dir und manchen Dingen deinem Leben? Würdest du gerne manches anders haben wollen und weißt nicht wie das gehen soll?

Viel Leid entsteht durch inneren Widerstand. Widerstand dem gegenüber was ist, was war, was sein wird. Solange da Widerstand ist, ist kein Frieden in dir.

Widerstand gegenüber mir selbst: Ich bin nicht richtig so wie ich bin. Ich sollte anders sein: selbstsicherer, schlanker, durchtrainierter, schöner, größer oder kleiner, fleißiger, schlauer. Meine Haare sind zu dünn, die Nase ist zu groß, die Stimme zu leise.

Widerstand gegenüber der eigenen Familie: Meine Kinder sind zu schlampig und zu dickköpfig. – Mein Partner könnte einfühlsamer sein. Er arbeitet zu viel und kümmert sich zu wenig um mich.  – Ich mag unsere Wohnsituation nicht.

Widerstand gegenüber der Welt: Die Coronakrise ist furchtbar. Ich hasse diese Einschränkungen.  – Da ist so viel Umweltverschmutzung, furchtbare Kriege. –  In so einer Welt mag ich gar nicht mehr leben.

Widerstand gegenüber der Vergangenheit: Ich kann das nicht vergessen, wegen all dem bin ich heute unglücklich.

Widerstand gegenüber der Zukunft: Ich hab keine Lust zu altern, die Politik ist hoffnunglos korrupt, die Menschheit zerstört sich selbst.

 

Widerstand gegen das, was ist, was macht das mit uns?

Ist Widerstand per se schlecht?

Die Antwort ist: Kommt drauf an, was du damit machst.  Erst mal ist es ein Unbehagen. Ein unangenehmes Gefühl. Und das will angeschaut werden. Wie jedes unangenehme Gefühl ist es eine Aufforderung, etwas zu tun.

Denn es weist darauf hin, dass ein wichtiges Bedürfnis von dir nicht erfüllt ist. Was kommt da bei dir zu kurz? Was bräuchtest du, um wieder in Fluss zu kommen?

Weil dein Widerstand ist ja quasi wie ein Damm im Wasser, der das Wasser daran hindert zu fließen. Der dich hindert glücklich zu sein im Fluss des Lebens. (Eine Gefühls- und Bedürfnisliste gibt es kostenlos zum Download hier auf meiner Website! Trag dich dazu in meinen Newsletter ein)

Bestenfalls bringt uns ein gefühlter Widerstand also zum Nachdenken darüber, was wir ändern könnten. Noch besser, wenn wir ganz konkrete Pläne machen, was wir jetzt tun könne. Welchen Einfluss wir selber haben und das dann auch möglichst zeitnah in die Tat umsetzen.

Zum Beispiel: Ich fühle mich zu dick und bin richtig unbeweglich geworden. Ich geh das jetzt an und setz mir ein Ziel. Dann hole ich mir Hilfe, das auch zu erreichen.

Oder: Ich will jetzt mit dem Rauchen aufhören. Ich mag diesen kalten Rauch in meinen Klamotten und Haaren nicht mehr. Ich mag auch nicht mehr so viel Geld für Zigaretten ausgeben. Außerdem will ich wieder mehr Luft bekommen, wenn ich Treppen steige oder Sport mache. Ich will jetzt endlich Nichtraucher werden. Ich hol mir Hilfe dazu (z.B. Hypnose) und zieh das jetzt durch.

Schlechtestenfalls bleibst du in deinem Widerstand stecken und verharrst in deinem Unglücklichsein während kostbare Lebenszeit verstreicht.

 

Bitte nicht stecken bleiben

Ein bekanntes Zitat von Henry Ford sagt:

„Love it, change it or leave it.“

Also „Liebe es, ändere es, oder verlasse es.“ (gemeint ist die problematische Situation)

Ausführlicher: Nimm es an, was dich bisher störte, verändere in der Situation, was du verändern kannst oder verlasse sie und mach was ganz neues.

Ich empfehle, erst das change it  (das “Verändere es.”) zu überdenken. Denn wenn du es einfach so annehmen könntest, hättest du es wahrscheinlich längst getan.

 

Beispiel: Partnerschaft

Nehmen wir als Beispiel die Partnerschaft, die belastet.

Etwas nervt mich, etwas stört mich. Ich mag es nicht und hätte es gerne anders.

Frag dich: Welches Bedürfnis steckt dahinter, was gefüllt werden möchte? Welchen Wert von mir betrifft das? Sprich es für dich aus, was du brauchst: Ich brauche… Nähe, Zuwendung, Freiraum Interesse, Wertschätzung, Geduld, Verständnis, Ästhetik.

Überlege, was kannst du tun, um die Situation für dich zu verbessern.

Ist es eine Charaktereigenschaft des Partners, kannst du deinem Partner in einem ruhigen Moment sagen, was das mit dir macht, wenn er zum Beispiel immer wieder so aufbrausend oder anklagend reagiert und wie das auf dich wirkt. Das ist vielleicht schon eine Erleichterung und klärt die Luft zwischen euch. Vermutlich musst du das Thema öfter ansprechen. Am besten auf eine Art, die Brücken baut, statt einreißt. Also nicht: Ich sag dir jetzt mal, was mit dir nicht stimmt. Sondern: Ich sag dir jetzt mal, wie es mir dabei geht.

Charaktereigenschaften sind schwierig zu verändern und überhaupt nur dann, wenn der andere einsieht, wie sein Verhalten auf andere wirkt und wenn er selbst daran interessiert ist, sich zu ändern. Wenn er es gerne selbst ändern möchte, gäbe es Wege wie Coaching, Therapie und Paarberatung und du könntest ihn sogar dabei unterstützen, gelassener und konstruktiver zu werden.

Wenn er es jedoch nicht einsieht und sich nicht ändern will bzw. behauptet, das könnte er nicht ändern, dann kannst du das Verhalten tatsächlich nur annehmen oder hinnehmen, mit tiefem Durchatmen und evtl. schnellem Rückzug aus der Streitsituation.

Wenn es für dich auf Dauer nicht hinnehmbar wäre, dann bliebe nur die letzte Möglichkeit: leave it. Verlasse die Beziehung.

Wenn du nun sofort denkst: Nein, das nun auch wieder nicht. Dann übe dich tatsächlich im annehmen, so wie es ist.

Doch wäre es schierer Irrsinn sich weiterhin schwarz zu ärgern und gleichzeitig zu wissen, dass man diesen Menschen niemals verlassen würde. Änderungsversuche hast du bestimmt schon oft genug versucht.

Wichtig:

Sag dem Partner bitte, was das mit dir macht, wenn er sich so verhält. Wie es dir damit geht. Und was dir wirklich wichtig wäre. Bitte ihn, etwas ganz konkret anders zu machen, so wie du es wirklich möchtest.

Damit gibst du ihm wenigstens die Chance, etwas für dich und dein Wohlfühlen in der Beziehung zu ändern.

Wenn das auch nach mehrmaligen Gesprächen nichts hilft, bleiben die nur die beiden anderen Möglichkeiten: es anzunehmen, so gut wie möglich für dich zu sorgen und  möglichst keinen weiteren Ärger mehr daran zu verschwenden oder:

ihn deshalb zu verlassen und dein Glück neu zu suchen.

Leave it? –  Auf keinen Fall!

s aber so schwer, von dieser letzten Möglichkeit Gebrauch zu machen: eine Situation zu verlassen, die uns offensichtlich gar nicht behagt?

Weil da die Angst ist vor Veränderung. Und das Gefühl der Hilflosigkeit eine Veränderung unmöglich erscheinen lässt.

Doch wenn die Angst vor Veränderung zu groß ist, dann bleibt es eben genau so wie es ist. Weil du es so gewählt hast. Weil du es so lassen möchtest. Nicht weil die anderen… Nein, weil du es nicht verändern möchtest und lieber die vertraute Sicherheit wählst.

Weil du damit auch festhältst an Meinungen und Überzeugungen über dich, über deinen Charakter und deine Fähigkeiten, über die Menschen, die Welt und das Leben.

Es ist okay, Sicherheit zu wählen. Es ist okay, daran festzuhalten. Dann jedoch nimm es an als deine Entscheidung. Love it. Es ist auch deine Macht, dich zu entscheiden, anzunehmen, was du nicht ändern kannst oder nicht ändern möchtest.

 

In Frieden kommen mit sich selbst

Wie wäre es, wenn du einfach annehmen könntest, was ist?

Meditiere darüber am besten eine Weile. Oder geh mit dieser Idee spazieren.

Wie wäre es, wenn ich einfach annehmen könnte, was ist?

(Drück hier gern die Pausentaste. )

Wenn du dir jedoch Veränderung so sehr wünschst und sich vieles in dir sträubt und  gegen deine wichtigsten Werte geht, dann ändere im Jetzt, was du ändern kannst oder verlasse die Situation.

Denn wenn du immer nur dasselbe machst, wirst du immer dasselbe bekommen.

Vielleicht erlebst du, dass du deinem Glück immer wieder selber im Weg stehst. Indem du an Dingen, Menschen und Ideen festhältst, die dir nicht mehr dienen oder gut tun.

Wie wäre es, wenn du den Mut hättest für Veränderung?

Den Mut, Einfluss zu nehmen?

Denk dran, Mutigsein ist nicht unbedingt in die Wiege gelegt. Es ist auch Übungssache. Streiche dazu manche Sätze aus deinem Kopf, die dich behindern und bremsen. Das geht? Ja, das geht. Ah, wieder so ein Shit-Satz. Weg damit. Glaub ich nicht mehr.

Neue, gute Sätze, machen es leichter.

Zum Beispiel:  Ich bin die Frau, die immer mehr einsteht für sich selbst. Die für sich gut sorgt. Die ein Recht darauf hat, sich wohlzufühlen in ihrem Leben.

Was kannst du heute tun, um dich mit deiner Situation besser zu fühlen? Welchen kleinen Schritt des Mutes kannst du heute gehen?

Wer oder was könnte dir dabei helfen, die Situation zu verbessern oder zu verlassen?

Wie stellst du dir dein zukünftiges Leben vor, nachdem du die Situation verbessert oder verlassen hast?

Nimmst du deine alten Themen mit oder bist du bereit manches ganz neu anzugehen und auch an dir selbst etwas zu verändern?

Nicht für jeden gilt der Rat

Der Rat Love it, change it or leave it, ist dabei nicht immer und für jeden gültig. Er ist eher für diejenigen, die die Tendenz haben zu jammern über ihr armes Ich und die bösen anderen, die aber nichts dagegen tun und immer weiter festhalten am bekannten Elend. Das soll nicht abwertend gemeint sein, das hab ich selber lang genug getan. Nur sei dir bewusst, dass dich dieses Jammern und Nichtstun im ewigen Teufelkreis des Unglücklichseins festhält.

Also: Nimm es an. Oder ändere, was du in der Situation ändern kannst. Oder verlasse die Situation und mach was anderes.

Während die einen ewig festhalten an Menschen und Umständen, werfen die anderen kontinuierlich eine Beziehung nach der anderen oder einen Job nach dem anderen weg und suchen wieder neu. Weil sie im neuen Umfeld auch wieder auf die gleichen Probleme stoßen. Schon wieder ist der Chef fies und die Kollegen gemein.

Bedenke: Sobald du annehmen kannst, was gerade ist, bist du im Frieden mit dir. Bist du im Zustand des Glücks. Du kannst dich jetzt entscheiden, aus vollem Herzen anzunehmen, was jetzt im Moment ist und bist im Frieden mit dir und der Welt. Wenigstens in diesem kleinen Moment.

Was kannst du mitnehmen?

Zusammengefasst: Widerstand ist erstmal ein unangenehmes Gefühl, das angeschaut werden will. Wie bei allen unangenehmen Gefühlen ist der Weg, damit umzugehen, es erstmal da sein lassen, zulassen, fühlen. Danken für die wichtige Botschaft, die es schickt.

Wenn du es nur verdrängst, kommt es mit explosiver Macht zurück und wird immer größer, zeigt es sich in körperlichen Beschwerden. (Hör dazu Folge 45).  Schau es an, was es ist, was dich stört und was dein Einflussbereich ist.

Wenn dich der Widerstand ins Handeln bringt, hat er seinen Zweck erfüllt. Wenn er dich verharren lässt, wäre es Irrsinn, in diesem Zustand zu bleiben. Da ist Unglücklichsein vorprogrammiert.

Wenn du es annehmen könntest, so wie es ist, als deine bewusste Entscheidung dann bist du sofort im Frieden.

Oder du änderst etwas innerhalb der Situation. Da helfe ich gerne beim Vorbereiten von schwierigen Gesprächen und Klären von Alternativen.

Oder du verlässt die Situation und wagst einen Neuanfang. Auch dafür darfst du dir Unterstützung holen, damit du alte Muster nicht wiederholst.

 

Gefährliche Kombination

Wenn Widerstand allerdings gepaart ist mit dem Gefühl der Hilflosigkeit: Ich mag es so nicht, kann es aber nicht ändern. Dann kann aus dem Gefühl der Unzufriedenheit und Frustration sogar eine Depression werden oder ein chronisches Symptom. In der nächsten Folge soll es daher um das Gefühl von Hilflosigkeit und Ohnmacht gehen.

Love it, change it or leave it.

Deine Kerstin von Lichtfinder

PS: Diesen Text kannst du dir kostenlos anhören als Podcastfolge: Klick hier zum Hören direkt von meiner Seite. Darunter findest du Links zu bekannten Podcast-Apps.

Es gibt den Lichtfinder Podcast übrigens auch auf Spotify, YouTube oder Amazon Prime.

Heute bin ich auf einen Zeitungsartikel gestoßen. Da wird erinnert an die Idee des flämischen Gesundheitsministers, der die Belgier vor drei Jahren (Januar 2018) aufforderte, zur Abwechslung 30 Tage lang aufs Jammern und Meckern zu verzichten. Vom Jammerfasten wird gesprochen. Zehntausende machten mit und die Aktion läuft wegen des großen Zuspruchs bereits zum wiederholten Mal. Denn so wie auch gute Laune ansteckend ist, so ist es auch die „Mieselsucht“, von der so viele befallen sind.

 

Wie schafft man das?

Die Frage ist nur, wie soll man das denn schaffen?

Wohin denn mit all den schlechten Gefühlen? Wohin mit all dem Ärger und all dem Frust? Soll man denn 30 Tage lang „einfach“ alles unterdrücken und hinunterschlucken? Sollen wir die eigenen Gefühle in der Zeit komplett ignorieren und zu allem Ja und Amen sagen? Das kann ja wohl nicht Sinn und Zweck der Sache sein. Denn dann würde man sich nach 30 Tagen womöglich  ein echtes Magengeschwür oder andere Zipperlein heraufbeschworen haben. Es ist kein Geheimnis, dass man durch Unterdrücken von Gefühlen genau so etwas hervorrufen kann.

 

Warum wird gejammert?

Eigentlich interessant ist doch: Warum jammern wir überhaupt? Was ist daran so wichtig für uns?

Welchen Sinn und Zweck hat das Jammern? Und warum ist es nicht zielführend beziehungsweise unproduktiv?

Dann kommen wir dem Kern der Sache schon näher. Denn Jammern ist ja oftmals ein Zeichen, dass Menschen endlich gehört und gesehen werden wollen. Wir wollen wahrgenommen werden in unserem So-Sein, in unseren Gefühlen und Bedürfnissen.

Und dann hätten wir am liebsten, dass jemand anders unsere Probleme endlich für uns lösen könnte. Unseren Frust und unsere Unzufriedenheit. Da das aber sehr selten der Fall ist, jammern wir immer wieder von vorne.

Denn niemand anders ist wirklich in der Lage die eigenen Probleme zu lösen. Und Jammern ist eine Spirale ohne Ende. Ein Teufelskreis, der immer wieder von vorne beginnt.

Es führt einfach zu nichts, außer uns unsere Probleme immer wieder vor Augen. Jedoch in die Lösung bringt es uns nicht.

 

Wie soll ich etwas NICHT mehr tun?

Wir wissen heute, dass es unmöglich ist, etwas nicht zu denken, wenn ein NICHT davor steht.

Oder denke doch mal jetzt bitte NICHT an einen Schneehasen, der mit rotem Schal den Berg herunter Ski fährt.  Hm…- Erwischt!

Genau deshalb scheitern wohl fast alle Menschen am Vorsatz, KEINE Schokolade mehr zu essen. Unser Gehirn sieht und hört „Schokolade“, jedes Mal, wenn wir uns denken: „Heute KEINE Schokolade.“ Ach Mann, wirklich keine Schokolade? Worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken, dahin geht die Energie… das bedeutet, dahin gehen unbewusst alle Handlungen.

Es wäre deshalb viel sinnvoller, sich auf die leckere Alternative zu konzentrieren und sich vorzunehmen: nach dem Essen Blaubeeren oder Datteln als Nachspeise. Und sich das mantraartig im Kopf zu wiederholen. nach dem Essen Blaubeeren oder Datteln als Nachspeise.

Oder was auch immer die gesündere Alternative ist. (Bin ja hier keine Ernährungsberatung😉)

Also sich einfach nur vorzunehmen, nicht mehr zu jammern, wird nicht wirklich zu einer Verbesserung führen

 

Was kann helfen?

Stattdessen muss dem Jammern die Grundlage entzogen werden!

Sicherlich ist es wichtig, sich erst einmal bewusst zu werden. „Oh, ich jammere ja schon wieder.“ Das ist tatsächlich der erste, wichtige Schritt. Doch danach müssen wir weiter gehen.

Sonst unterdrückt es nur das eigentliche Problem.

 

Das Problem vom Kern her lösen

Warum jammere ich denn gerade überhaupt? Wie geht es mir? Was sind da für Gefühle in mir und worauf weisen sie mich hin?

Diese Gefühle des Frusts und Ärgers haben nämlich ihre Ursache: Dahinter stecken immer unerfüllte Bedürfnisse.

Frust und Ärgergefühle sind nämlich nur die Alarmlämpchen, die uns dringend darauf hinweisen, dass Handlungsbedarf besteht. Dass da einer unserer Bedürfnistöpfe beängstigend leer ist und dringend gefüllt gehört.

 

Jammern oder notwendiger Problemtalk?

Ein Unterscheidung ist dabei unbedingt wichtig.

Von Problemen erzählen ist das eine, Jammern das andere. Wir brauchen natürlich Menschen, denen wir von unseren Problemen erzählen können und wenn es uns schlecht geht.

Doch wenn sich dieselben Probleme wieder und wieder wiederholen, und keine Aussicht auf Besserung möglich scheint, dann wird es zum Gejammere und anstrengend für alle Seiten.

Auch wenn über Kleinigkeiten gemotzt wird, über die man eigentlich auch mal hinwegsehen könnte. Wenn der Kollege oder die Freundin nur noch die Negativbrille aufhat und über alles und jeden meckert.

Wichtiger Hinweis Es könnte sich natürlich auch eine Depression dahinter verstecken, wenn jemand immer und immer wieder jammert,  dann müsste eine Fachfrau weiterhelfen. Sicher ist allemal, dass ständiges Jammern genau dorthin führen kann.

 

Erkenne: Du könntest etwas ändern

Diese Erkenntnisse sind für den Gewohnheits-Jammerer wohl Voraussetzung für einen Neuanfang:

  • Jammern führt einfach zu gar nichts

Es  vergrößert nur die eigene Unzufriedenheit. In den seltensten Fällen kommt jemals ein Retter, der uns armem Jammerhäufchen aus dem Elend heraushilft.

 

  • Jammern bringt negative Aufmerksamkeit

Jammern bringt zwar vielleicht die ersehnte Aufmerksamkeit der Mitmenschen, doch leider im negativen Sinne.

Vor allem dann, wenn ich als Jammerer so gar nicht zugänglich bin für irgendwelche Lösungen und immer wieder dieselben Themen kommen.

Wenn hilfsbereite Mitmenschen nämlich unser Jammer-Elend abkürzen möchten mit gut gemeinten Ratschlägen, dann kommen in der Regel 1000 Gründe, warum dies und jenes unmöglich           umzusetzen Ist/ sei. Das macht es jedoch noch anstrengender für die anderen und im Grunde sinnloser für einen selbst, oder/nicht wahr?

  • Außerdem wird durch das Gejammere die allgemeine Stimmung nicht gerade aufgeheitert. Fast jeder möchte lieber mit einem positiven, lebensfrohen Menschen Kontakt haben.

 

Also fassen wir zusammen:

  • Jammern bringt uns nicht weiter
  • Ratschläge werden in der Regel abgelehnt, weil der Mut für Veränderungen fehlt
  • Mitmenschen werden belastet und gereizt, wenn man sich im Kreis dreht
  • Ignorieren und Unterdrücken verschlimmert das Problem
  • Unerfüllte Bedürfnisse stecken dahinter
  • Ich kann dafür sorgen, dass ich meine Bedürfnisse erfülle
  • Oder: Erkennen, dass ich nichts ändern will und kann annehmen was ist.

 

Neuer Dreh für die Challenge!

Lasst uns der „30 Tage Nicht Jammern Challenge“ einen neuen Dreh geben.

Statt zu jammern, lasst uns 30 Tage lang einmal darauf achten:

  • Welche Gefühle sind da?
  • Welche unerfüllten Bedürfnisse stecken wohl dahinter und wie kann ich sie mir erfüllen?
  • Ich kann Entscheidungen treffen, um äußere Umstände zu verändern.
  • Ich kann annehmen was ist.

Denn nur so komme ich aus dem Teufelskreis des Jammerns wieder heraus und komme dadurch letztlich ins Tun, in die Aktivität, meine Jammerprobleme anzugehen. So kann ich sie im Kern auflösen.

Also statt einer Challenge, die sich darauf konzentriert, etwas nicht länger zu tun, konzentrieren wir uns doch lieber auf das, was uns  hinaushilft.

Dieser lästigen Gewohnheit sollten wir nur noch so weit Aufmerksamkeit schenken, dass wir uns bewusst werden: da ist sie wieder.

Wir brauchen uns aber nicht bemühen, sie zu unterdrücken. Denn diese Energie möchte doch so dringend hinaus in die Welt! Wir wollen ja eigentlich unser Bedürfnis endlich erfüllt haben!

Konzentrieren wir uns deshalb darauf, was wir wirklich brauchen, um uns besser zu fühlen.

 

Lasst uns deshalb eine 30 Tage „Ich sorge gut für mich“ Challenge machen. Ganz automatisch hat das unproduktive, passive Jammern ein Ende.

 

Die Challenge beginnt am Samstag 16.1. um 9:30 Uhr und dauert bis Sonntag, 14. 2. Um 18 Uhr.

Trage dich ein auf meiner Website und:

  • Du bekommst Zugang zur kostenlosen Facebook Gruppe und der Challenge.
  • Jeden Tag bekommst du einen Impuls und ihr könnt euch austauschen.
  • Einmal pro Woche mache ich ein live mit Q&A.
  • Unter den Teilnehmern an der Live-Session verlose ich pro Woche ein persönliches Telefon/Video-Coaching.

Ich freue mich ganz arg auf die Challenge mit euch. Und ihr dürft glauben: Ich mache mit! Denn auch wenn ich genau weiß, wie ich da raus komme, erinnere ich mich selbst nicht immer gleich daran und es ist eine super Übung auch für mich.

Lasst uns also gemeinsam ein Stück wachsen. Viel mehr gute Stimmung erschaffen und dadurch auch unsere Mitmenschen im positiven Sinne mit unserer guten Energie anstecken!

Das ist doch mal eine wünschenswerte Ansteckungsvariante.

Die Plätze sind über Email Zugang übrigens begrenzt, dann ist mein Postfach ausgeschöpft. Also schnell eintragen und dabei sein. Zeitaufwand täglich:  ca. 5 Minuten!

Bis zum 16. Januar, deine Kerstin von Lichtfinder

Hier geht es zur Anmeldung: https://www.lichtfinder.com/30-tage-challenge-statt-jammern-und-meckern/

Lichtfinder Podcastfolge 10 (Transkript)

Kaum Energie? Wie du mehr Kraft bekommst für wichtige Aufgaben.

Wenn du allein beim Gedanken an deine Aufgaben erschöpft bist…

Kennst du das auch?

Schon am Morgen im Bett beginnt die anstrengende Arbeit. Nur in deinem Kopf. Die Augen sind noch zu, doch im Gehirn rattert schon die To-Do -Liste durch: Noch Einkäufe erledigen, Rechnungen bezahlen, Kind zum Ballett fahren und das Projekt für die Arbeit vorwärts bringen. Denn Geld will ja auch verdient werden. Außerdem ist da noch die Ablage zu machen, denn in dem ganzen Zettelkram findest du schon gar nichts mehr. Hundeentwurmung und Zeckenschutz steht an und die Wohnung schaut aus wie bei Hempels. Berge von Wäsche türmen sich auf und ach ja, der Garten – ein Biotop mit allerlei Unkräutern, die wild wuchern.

Beim Frühstück kommt dir der Gedanke immer mal wieder dazwischen: Ich muss unbedingt noch, ich sollte endlich, das hab ich auch immer noch nicht gemacht, ich wollte doch schon so lange….,  Mann, schon wieder eine Woche vergangen und die Steuererklärung hab ich auch noch nicht…

Im Badezimmer und beim Duschen wird die Erschöpfung dann immer größer, dabei… hast du eigentlich noch gar nichts von all dem gemacht. Kommt dir das bekannt vor?

Dass allein der Gedanke an all die bevorstehenden Aufgaben und Projekte dich immer schwächer werden lässt. Die Last  auf dem Rücken fühlt sich immer schwerer an, mit jedem weiteren Gedanken daran? Das ist schon seltsam oder? Wenn du es genau betrachtest, hast du deine ganze Freizeit bzw. jede freie Minute zwischen zwei Dingen damit verbracht, in Gedanken Schwerstarbeit zu leisten. Kein Wunder, dass du erschöpft bist.

Wie kriegen wir bloß unseren Kopf frei? Wie schaffen wir es bloß, nicht schon vorher in Gedanken zu arbeiten, wo wir doch noch gar nichts tun?

Zum einen würde ich mal das Hirn entlasten und eine Liste aufschreiben, in drei Spalten: Heute – Bald – Irgendwann.

Dann steht schon mal alles auf dem Papier und ich brauche nicht mehr ständig dran denken.

Dann kuck mal nur auf „heute“.  Muss das wirklich alles heute sein? Ist das überhaupt realistisch und menschenmöglich machbar? Ohne völlig am Rad zu drehen? Kann man dabei überhaupt noch entspannt bleiben? Wenn du die letzten drei Fragen mit Nein beantwortest, dann streiche unbedingt was von deiner Heute Liste bzw. kürze ein. Es sei denn du willst durchdrehen.

Glaub mir, kein Spaß, auch nicht für deine lieben Mitmenschen, die dich dann so ertragen müssen.

Bestimmt gibt es da auch Hauptbereiche, die heute so anstehen wie Büroarbeit – Haushalt – vielleicht der Luxus Fitness.

Wie wäre es, wenn du jedem von diesen Bereichen mal in Gedanken ein Symbol gibst: zum Beispiel der Büroarbeit ein Laptop-Symbol, dem Haushalt einen Putzeimer mit Lappen und dem ungeliebten Fitnessprogramm die Turnschuhe.

Welches Bild wählst du für deinen eher ungeliebten Bereich? Siehst du das Symbolbild  vor dir?

All diese Bereiche stehen heute für dich an. Die Bilder sind groß vor dir farbig und ganz nah. Wie wäre es, wenn du jetzt nacheinander jedes dieser Symbolbilder mal auf Schwarz-Weiß schaltest und dann eins nach dem anderen ganz weit weg schiebst. Bis ganz hinten an den Horizont. Und wie das mit Dingen so ist, die da ganz weit weg hinten am Horizont sind, sie sind ganz klein geworden. Klein und weit weg. Irgendwie unwichtig im Moment.

Du kannst genauso für die eine ungeliebte Aufgabe, die heute ansteht, ein Symbolbild erfinden. Es schwarz-weiß stellen und weit weg schieben in  Gedanken, bis zum Horizont.

Merkst du was?

Der Raum um dich herum ist auf einmal frei geworden. Die Bilder sind weit weg, schwarz-weiß und winzig klein. Du stehst oder sitzt hier und tust gerade – nichts. Genau das. Du tust gerade nichts. Und wenn du nichts tust, hast du gerade  frei und kannst einfach durchatmen. Kannst einfach tief durchatmen. Fühle, dass du jetzt gerade nichts tust und das darf jetzt gerade sein. Genau so. Genieße es ein paar Minuten. Atme und tu mal ganz bewusst gar nichts.

Nun überlege dir, welchen Bereich, du ein kleines Stück näher heranholen möchtest. Und welche eine Aufgabe daraus du dir jetzt holen und angreifen magst. Ja, magst. Denn du tust es , weil es dir irgendwie wichtig ist.

Es hat mal wieder zu tun mit deinen Werten und Bedürfnissen. Darum ging es ja schon ganz viel in den vorherigen Folgen.

Welche eine Aufgabe packst du jetzt an und ziehst sie durch?  Danach kannst du diesen Bereich beruhigt wieder Richtung Horizont schicken. Da ist er gut geparkt. Jeder Mensch kann nämlich immer nur eine Sache tun. Das hast du womöglich schon einmal gehört😉

Und so darfst du dir jetzt eins vornehmen. Eins. Und später ein anderes. Alles schön nacheinander. Und weil du keine Maschine bist und weil du hier nicht in einem Straflager bist, darfst du dir dazwischen kleine Pausen gönnen. Ganz bewusst. Nichts tun. Ja, schon wieder. Und du darfst den Raum um dich herum genießen, im Hier und Jetzt. Alles andere wartet, es läuft dir ganz bestimmt nicht davon. Versprochen. Nicht der Berg Wäsche, nicht die Ablage… Nichts läuft dir davon.

Dann entscheidest du, welcher Bereich als nächstes dran kommt und ziehst dir wieder eine Aufgabe heraus. Nur eine.

Wir tun manchmal so, als müssten wir alles gleichzeitig erledigen können.

Doch wie geht es jemandem, der das auch nur versucht? Ganz ehrlich: Er macht nix gscheit. Nix wirklich gut. Nix wird in Ruhe, nix wird mit Liebe getan. Der Kopf von so einem  Menschen ist logischerweise ein einziges Chaos mit wild durcheinander wirbelnden Gedanken. Drum lass dir Zeit, lass den Sturm sich legen, alle Dinge dürfen sich setzen und warten. Keiner wird am Ende seines Lebens sagen: Ach hätt ich doch mehr Zeit mit Hausarbeit verbracht und noch ordentlicher meine Schränke organisiert. Wenn du Lust drauf hast und du wieder mehr finden willst in deinem Schrank, wirst du dir die Zeit nehmen. Dann hat das mal Priorität. Ansonsten bist du kein schlechter Mensch, wenn nicht alles gleichermaßen tipptopp in deinem Leben ist.

Wer willst du sein? Ein völlig unruhiger Geist, der 20 Dinge gleichzeitig erledigen will? Oder ein entspannter Geist, der den Überblick behält und bewusst eine Aufgabe erledigt und dann bewusst Ruhe genießt. Und später die nächste Aufgabe erledigt.

Das Unperfekte aushalten, ja das will geübt werden. Warum solltest du dich darin üben, Dinge mit Ruhe und einfach unperfekt zu erledigen?

Weil du nicht deine Aufgaben bist.

Du bist nicht deine Aufgaben. Du bist nicht der Haushalt, du bist nicht die Büroarbeit, du bist nicht dein Job, du bist nicht das Fitnessprogramm.

Ja, wer bist du denn?

Du bist dein ICH, das hier steht oder sitzt und in Ruhe wählen kann. Du darfst wählen, was du jetzt machen möchtest. Du darfst dir die Zeit nehmen, die für diese Aufgabe nötig ist. Du darfst Prioritäten setzen und der Aufgabe jetzt Priorität geben, die dir gerade wichtig ist.

Nicht alles muss heute dran sein. Nicht alles muss 100 %ig erledigt werden. Tatsächlich kann das Wenigste überhaupt so genau erledigt werden, wenn du auch noch anderes in deinem Tag tun möchtest.

Wenn du Lust auf Bewegung hast, ist ein 20 minütiger flotter Spaziergang in der Natur besser als sich heute gar nicht mehr zu bewegen.

Also magst du dich mal drauf einlassen, dich mit weniger zufrieden zu geben?

Also nochmal: Du bist nicht deine Aufgaben. Du bist dein ICH und du wählst dir deine Aufgaben. Du wählst die Intensität oder die Genauigkeit, mit der du etwas erledigst. Du wählst, wie viel Zeit dir das wert ist. Wie viel Zeit bist du bereit für xy zu verwenden? Für die Ablage zum Beispiel. Dann mach das heute genau so. Nicht mehr. Nur dann mehr, wenn du plötzlich noch Lust auf mehr hast.

Du bist der Entscheider.

Das Leben darf doch Spaß machen, oder? Oder muss es anstrengend sein???

Ist das Leben für dich ein Kampf? Ein ewiges Hamsterrad?

Dann wird es Zeit für eine neue Metapher.

Denn solange deine Metapher fürs Leben eine Anstrengende ist, wird es leider auch so bleiben.

Wie soll das Leben für dich sein? Welche Metapher magst du deinem Leben geben? Soll es weiterhin wirklich ein Hamsterrad sein? Weiterhin ein Kampf?

Finde gerne eine Metapher, die gut zu deinem Leben passt.

Mein Leben zum Beispiel… soll eine Entwicklung  sein, hin zu immer mehr Frieden im Herzen und so viel Freude wie möglich.

Es gibt Aufgaben, die mehr Energie kosten als andere. Es gibt Menschen, die mehr Energie kosten als andere.

Wähle bewusst deine Aufgaben und deine Zeit mit Menschen so, dass du noch genügend Energie am Abend hast, deine Freizeit zu genießen. Sonst ist es doch kein lebenswertes Leben, oder?

Mach dir die Gestaltung unangenehmer Aufgaben so leicht und so schön wie möglich. Mit Musik dabei oder einem Podcast auf den Ohren geht manches so viel leichter.

Du kannst auch jeden Tag auch Aufgaben wählen, die dir Energie geben.

Gibt es da welche?

Dein Wert als Mensch hängt nicht davon ab, wie gut du deine Aufgaben erledigst. Denn  – ich wiederhole mich – du bist nicht deine Aufgaben. Dein Wert als Mensch ist unabhängig von deiner Leistung.

Wer willst du sein? Was willst du tun? Was ist dir heute und grundsätzlich wichtig? Erlaube dir selber, nur heute, manches einmal weniger genau zu machen – und halte es bitte aus. Warum lege ich dir ans Herz, das auszuprobieren? Weil du vielleicht entspannt Zeit haben möchtest für schöne andere Dinge. Ist das so?

Das Leben darf leicht gehen. Ja tatsächlich, es darf leicht gehen.

Mach deine eine Aufgabe heute gerade gut genug. Du darfst dabei sehr großzügig sein mit dir selbst. Denn du bist nicht deine Aufgabe. Du wählst deine Aufgaben im Leben.

Und wenn du so in aller Ruhe eins nach dem anderen wählst, alles andere weit hinten zum Horizont schickst als kleines schwarz-weiß Bildchen, dann hast du ganz automatisch viel mehr Raum zum Atmen und viel mehr Energie in dir für Aktivitäten, die dich dann nochmal richtig auftanken, weil du sie einfach gerne machst.

Also: Was planst du Schönes für heute? Was planst du Schönes für morgen?

Freu dich drauf. Du gestaltest. Wie es dir gefällt. Alles andere kann warten, da hinten am Horizont.

Was kannst du heute mitnehmen?

Ich bin nicht meine Aufgaben. Die sind weit dort hinten.

Ich bin ich. Hier, mit Raum um mich herum zum Atmen.

Ich wähle, was ich tue.

Ich mache in Ruhe eins nach dem anderen. Es darf wenigstens heute mal unperfekt und gut genug erledigt werden. Vielleicht morgen auch nochmal. Und wenn es mir gefällt, immer öfter.

Welche Metapher möchte ich wählen für mein Leben?

Ich freue mich, dass du bis zum Ende gehört hast. Wenn dir diese Podcastfolge gefallen hat, teile sie bitte weiter an andere, die sie auch gebrauchen könnten.

Über eine Bewertung in der Apple Podcast App oder Castbox würde ich mich sehr freuen. Schreib mir gern auf Instagram, wie dir diese Folge gefallen hat.

Deine Kerstin von Lichtfinder

Regeln und Vorbote, MUSS  und SOLL 

Geht es dir zur Zeit auch so? Jeden Tag kommen neue Meldungen, was man nun „in der Krise“ nicht mehr darf, was alles verboten ist. Eine Beschränkung nach der anderen.

Am meisten belastend empfinde ich dann auch noch Fragestunden im Radio oder die tägliche Seite in der Zeitung, die reserviert ist für „Leser fragen – wir antworten“. Wo sich dann der Pressesprecher des Polizeipräsidiums alle zwei Tage selbst widerspricht. Am Montag hieß es noch „Nein, das Motorrad darf nicht vom Verkäufer abgeholt werden.“ Zwei Tage später wird alles revidiert. Teils schildbürgerlich widersprüchliche Regeln werden aufgestellt. In die fränkische Schweiz zum Wandern zu fahren ist nun doch erlaubt. Reines Spazierenfahren mit dem Auto? Um Gotteswillen, nein!

„Darf ich nun… oder doch nicht?“ „Nein, keinesfalls.“ Kurz darauf. „Na ja, eigentlich nicht. Denn es ist ja nicht unaufschiebbar und auch nicht lebensnotwendig.“

Was lebensnotwendig ist, wird dieser Tage von ganz oben über unsere Köpfe hinweg entschieden.

Die Angst lässt all diese Maßnahmen rechtfertigen und die Mehrheit der Deutschen scheint willig, alle Beschränkungen der Freiheit klaglos zu ertragen. Dient es doch dem Schutz unserer Gesundheit bzw. sogar des nackten Lebens.

Doch es macht etwas mit uns. Mit den einen mehr als den anderen.

Wem Freiheit und Selbstbestimmung ein wichtiges Gut war, der leidet nun definitiv mehr als derjenige, dem Sicherheit und Schutz an oberster Stelle steht. Die Angst der Mehrheit der Deutschen vor Krankheit und Tod ist offenbar groß, damit eng verbunden das Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit. So wird freiwillig alles andere zurückgestellt.

Jeder, der zu Depressionen neigt, wird jedoch umso depressiver, je ohnmächtiger er sich fühlt. Je hilfloser sich der Mensch den Umständen gegenüber ausgeliefert sieht. Dieses Gefühl, nichts tun zu können, fremdbestimmt zu sein, trägt bei zu depressiven Stimmungen.

Menschen mit Depressionen fühlten sich schon vor der Krise als Opfer in ihrem Leben. Die Hände gebunden, unfähig, etwas im eigenen Leben ändern zu können, so geht es ihnen. Daher drehen sich ihre Gedanken im Kreis um all das Negative, all das Unabänderliche.  Weil es die Umstände (scheinbar) nicht zulassen. Weil der Preis für eine echte Veränderung viel zu hoch erscheint und immense Angst macht. Ein vernichtendes Gefühl. Manchmal so vernichtend, dass derjenige resigniert und verzweifelt das eigene Leben vorzeitig beendet.

Wenn er es selbst nicht tut, hilft der Körper nicht selten, durch Krankheit die Selbstvernichtung vorzeitig einzuleiten. Krebs oder Autoimmunerkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen können die Folge sein, wenn Angst und Negativ-Programme über lange Zeit laufen. Unbewusst läuft dann im Körper ein Selbstzerstörungsprogramm ab, um dieses unerträgliche Leben endlich zu beenden.

Dass Depressionen lebensgefährlich sind wegen der Suizidgefahr, das wird mehr und mehr Leuten bekannt. Jedoch sollten auch häufige depressive Verstimmungen, dauerhafte Unzufriedenheit und Gereiztheit nicht unterschätzt werden. Denn sie schaden über kurz oder lang der Gesundheit massiv und sind deshalb tatsächlich ebenso eine Gefahr für Gesundheit und Leben.

Was können wir nun dieser Tage zur Erleichterung tun?

Was können wir tun, wenn wir die aktuellen Einschränkungen, die Polizeipräsenz und den Verbots- und Gebotskatalog als belastend bis unerträglich empfinden?

Zum einen können wir uns bewusst machen, ob wir irgendwie Einfluss nehmen können. Vielleicht über das Teilen entsprechender Beiträge für mehr Freiheit und Selbstverantwortung in den sozialen Medien. Vielleicht durch Wählen bzw. Abwählen von Parteien bei den nächsten Wahlen. Vielleicht durch großzügige Auslegung und Nutzen jeden Spielraums der noch vorhanden ist.

Da ist jedoch auch immer ein Bereich, der sich unserem Einfluss entzieht. Und genau der ist es, der uns schier verrückt machen könnte. Wenn wir es zuließen.

Denn darin liegt nun unsere Macht und unsere Freiheit. Ich denke an den Psychiater Viktor Frankl, der die Zeit im Konzentrationslager überstand, all die fürchterlichen Umstände, indem der plötzlich erkannte, dass, egal was außen herum passiert, wir immer die Freiheit haben zu entscheiden, wie wir darauf reagieren wollen: „Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen…“ „(…) In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“*

Wenn Viktor Frankl das unter den damaligen Zuständen geschafft hat, sich seiner inneren Freiheit des Denkens und Fühlens bewusst zu sein, dann können wir das heute in Corona-Zeiten auch.

Es ist schwer, noch schwerer für uns Freiheit liebende als für andere. Schwer auch, wenn wir so ein tiefes Vertrauen in uns haben, dass wir uns nicht wirklich fürchten vor Krankheit oder Tod. Wenn wir lieber leben würden in allen bunten Facetten als uns vor lauter Angst um unser Leben unter eine Glasglocke zu setzen und uns nicht mehr trauen, dieses Leben zu leben.

So können wir uns nur bewusst werden, was wir tatsächlich aktiv beitragen können zur Veränderung unseres Lebens in die gewünschte Richtung. Darüber hinaus können wir uns unserer inneren Freiheit bewusster werden als sonst. Zu denken und zu fühlen, wie wir uns fühlen wollen. Niemand kann uns diese Freiheit jemals nehmen!

So kommen wir aus der hilflosen Opferrolle heraus in die Rolle des aktiven Gestalters des eigenen Lebens. So gut es nur geht.

Zusätzliche Erleichterung kann es bringen, im Alltag zur Zeit ganz besonders auf Worte wie „muss“ und „soll“ zu verzichten und sie jedes Mal zu ersetzen durch ein „Ich entscheide mich … zu tun, weil mir … wichtig ist.“

Wenn du dieser Tage „eigentlich“ keine Maske tragen willst und dich vom MUSS erdrückt fühlst, du möchtest jedoch trotzdem nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen, dann sag dir zum Beispiel:

Ich tu das jetzt. Ich entscheide mich dafür, weil…

 …mir Harmonie wichtig ist.

…weil ich auf die Rücksicht nehme, die meinen, sie seien dadurch geschützt und sich deshalb sicherer fühlen können.

….weil ich keine Lust habe, Strafen zu bezahlen und mein Geld lieber sinnvoll ausgebe.

Die Tatsache, dass DU dich entscheidest, aus freiem Willen, WEIL, dir etwas wichtig ist. Weil etwas deinen Werten entspricht, auch das macht ein gutes Stück freier.

Atme auch immer wieder bewusst durch, gerade in diesen Tagen. Auch das ist deine Freiheit und kann dir niemand nehmen. Genieße die Leichtigkeit des Atmens und atme Freiheit und Selbstbestimmung ein mit jedem Einatmen. Und mit jedem Ausatmen, kannst du etwas Spannung loslassen…

 

Ich wünsche dir Freiheit im Herzen und im Geist.

Kerstin Bulligan @Lichtfinder

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*Viktor Frankl: „Trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager.“

Da ist sie. Diese Sorgenwolke. Ich spüre sie vor allem in der Bauchgegend. Warum? Ach, sie lässt sich immer mal was Neues einfallen. Mal sind es die Finanzen, oder eine Sache, die wieder kaputt gegangen ist. Mal ist es die Angst, wie wohl etwas bei anderen ankommt. Dieser Beitrag zum Beispiel? 

Hast du Kinder? Wenn ja, kennst du das bestimmt sehr gut, dass man sich so oft um sie sorgt. Wenn du keine hast, dann bin ich mir ziemlich sicher, gibt es ein anderes Wesen, Mensch oder Tier, was dir wichtig ist und du sorgst dich drum. 

Wenn ich mich mal wieder sorge, weiß ich einerseits genau, dass mir das nichts bringt, außer irgendwann Magenschmerzen oder unruhigen Schlaf. Es hilft nichts und niemandem, mich zu sorgen. 

Viele Menschen sorgen sich sozusagen “vorbeugend”, damit nichts passiert. Das ist Bullshit, wirklich. Wer die Macht einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung kennt, weiß, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Also Schluss mit “Schutzpessimismus”!

Ich überlege lieber gezielt, was ich tun kann, um aktiv mögliche Gefahren abzuwenden. Und zwar am Tag (!), zu einer bestimmten Zeit. Dann nehme ich mir Zeit für meine Sorgen, nehme sie ernst und mache Brainstorming, am besten auf Papier. Nun habe ich einen schriftlichen Plan vor mir, was ich selbst tun kann und wen ich eventuell um Rat oder Hilfe bitten kann. 

Wenn da jedoch nichts, was ich jetzt tun kann, dann möchte ich diese dunkle Sorgenwolke einfach vorbei ziehen lassen. 

Geht nicht? 

Dann stell dir das mal vor:

Mit dem nächsten Atemzug löst sich die dunkle Sorgenwolke aus deinem Bauch, … Herz, … Kopf, …

und steigt auf, … zieht allmählich weiter, … zieht weiter, … weit in die Ferne, … bis sie sich völlig auflöst, … in einem klaren, blauen Himmel. Die Sonne scheint.

(Merk es dir und stell es dir mit geschlossenen Augen noch einmal vor.)

Sorgen um das Kind/liebe Menschen

Das folgende mutet vielleicht esoterisch an, ist jedoch sehr wirkungsvoll. Und wenn du an die Kraft der Gedanken glaubst, ist es ein Zaubermittel für alle Beteiligten.

Mein Geheimtipp für alle Mamas: (Und alle Liebenden, dann ersetze “Kind” einfach durch die liebe Person, das Tier…)

Stell dir vor, dein Kind wird überzogen von einem Schutzmantel aus Licht und Liebe. Unsichtbar, doch unendlich kraftvoll ist dieser Schutzmantel. So schickst du es aus dem Haus bzw. auf die Reise. Voll Vertrauen in die Sicherheit und Kraft dieses wunderbaren Mantels, der es vollkommen einhüllt. 

Ich wünsche dir einen leichten, befreiten Tag und eine beruhigte Nacht.

Deine Kerstin   @Lichtfinder   

Kennst du ähnliche Gedanken? „Ich bin sauer, weil meine Freundin mal wieder zu spät kommt.“

„Ich bin traurig, weil ein wichtiger Mensch meinen Geburtstag vergessen hat.“

„Ich bin wütend, weil der Typ mir den Parkplatz weggeschnappt hat.“ „Ich bin frustriert, weil ich so viel gebe und kaum was zurückkommt.“

Denkst du auch oft so? Wir sind überzeugt, ein anderer oder die Umstände verursachen unsere Gefühle, vor allem die unangenehmen. Aber auch das gute Gefühl wird dem schönen Wetter zugeschrieben oder der erfreulichen Nachricht.

Auslöser oder Ursache

Dabei ist wichtig zu wissen, dass es tatsächlich Auslöser gibt. All das oben genannte kann Auslöser sein für ein Gefühl. Oder eben auch nicht… Eine Äußerung oder ein Ereignis löst bei dir heute Ärger aus, ein andermal gehst du gelassen darüber hinweg. Ein Ereignis oder ein Satz löst bei dir an einem Tag Freude aus, ein andermal  erreicht es dich nicht wirklich. Wir selbst reagieren also höchst unterschiedlich auf dasselbe Ereignis oder dieselbe Aktion unsrer Mitmenschen. An manchen Tagen sind wir schnell gereizt, an anderen lächeln wir vieles einfach weg.

Das nächste be-merkens-werte ist: Verschiedene Menschen reagieren höchst unterschiedlich auf denselben Auslöser. Der eine sieht ein Stück halbrohes Fleisch auf dem Teller und empfindet Ekel. Der andere empfindet dasselbe Stück Fleisch als wahre Delikatesse und bezahlt auch noch viel Geld dafür.

Merkst du etwas? Derselbe Auslöser: vollkommen unterschiedliche Gefühle, bei derselben Person zu verschiedenen Zeiten, bei unterschiedlich gestrickten Menschen.

Wer oder was verursacht dein Gefühl?

Es ist also in Wahrheit nicht dieses Ereignis, dieser Umstand, nicht diese Person, die dir dein Gefühl verursacht. Denn: Wo entsteht das Gefühl? Richtig, es entsteht in dir.

Deine Gedanken über die Situation verursachen dein Gefühl. Und wer bestimmt, was du denkst?

Ja genau, das bist auch du. Geprägt von deinen Werten, den Geschichten, die du dir jeden Tag über dich und das Leben erzählst, bewertest du. Und dann kommt noch etwas Wichtiges dazu.

Die Rolle von Bedürfnissen

Wir Menschen haben Bedürfnisse und Werte. Mehr zum Thema Bedürfnisse findest du in meinen anderen Blogbeiträgen. Während unsere Werte verschieden sind, haben wir Menschen alle dieselben Grundbedürfnisse. Nur nicht zur selben Zeit in derselben Ausprägung und Wichtigkeit.

Jedes Gefühl hat einen Sinn

Dein Gefühl ist ein wichtiger Indikator, ein Kontrollämpchen sozusagen, dass gerade ein Bedürfnis besonders gut erfüllt ist oder eben, dass es gefüllt werden möchte. Wenn das Gefühl unangenehm ist, steckt dahinter sozusagen eine Aufforderung: Bitte sorge für dieses wichtige Bedürfnis. Tu was!

Somit gibt es keine negativen Gefühle sondern nur unangenehme Gefühle. Denn etwas kann nicht negativ sein, das so eine wichtige Funktion hat.

Deine Aufgabe ist nun, zu überlegen: Welches Bedürfnis ist denn gerade unerfüllt?

Für Ideen, schau auf die Bedürfnisliste auf meinem Blog  ( https://www.lichtfinder.com/beduerfnisliste/).

Ist es vielleicht der Respekt, den du dir wünschst, wenn deine Freundin zu spät kommt? Oder die Verlässlichkeit? Allein die Verbindung mit deinem Bedürfnis, welches gerade zu kurz kommt, dieses Hineinfühlen, tut schon wahnsinnig gut und sorgt für erste Erleichterung.

Dann könntest du das konkret ansprechen: „Ich will echt planen können und mich verlassen können, dass du zur vereinbarten Zeit kommst.“

Wichtigstes Learning heute: Kein Mensch und keine Situation „macht“ dir deine Gefühle.

Diese machst du dir selbst. Je nachdem, wie du darüber denkst und wertest und welches Bedürfnis gerade vorherrscht bei dir.

Darin liegt deine wunderbare Macht.

  1. Finde dein Bedürfnis und benenne es für dich.
  2. Verbinde dich mit deinem Bedürfnis und atme tief durch.
  3. Entscheide, wie du für dich sorgst und wie du damit umgehen möchtest.
  4. Du bist frei. Wie willst du dich fühlen?

Ich wünsche dir Licht in deinen Gedanken.

Deine Kerstin, Lichtfinder

> Nächste Folge: Du bist nicht dein Gefühl! (Und wie dir diese Erkenntnis in schwierigen Zeiten hilft.)

 

Dazu passt der kurze Beitrag: https://www.lichtfinder.com/wie-fuehle-ich-mich-was-brauche-ich/

Wut und Aggression kommen oft daher, dass wir denken, ein anderer hätte unseren Schmerz verursacht und deshalb verdient derjenige jetzt Strafe. Aus dieser Haltung heraus empfinden wir unseren Ärger in dem Moment als vollkommen gerechtfertigt.

Heute war zum Beispiel das Foto einer verletzten Fundkatze in der Zeitung. Sie musste am Auge operiert werden, das jedoch nicht mehr zu retten war. Jemand hatte offenbar mit einem Luftgewehr auf sie geschossen. Was ging dem wohl voraus?

Die Geschichte könnte sich in etwa so abgespielt haben: (Statistisch gesehen, verüben eher Männer solche Taten, daher nehme ich im Beispiel einen Mann.)

Täglich ärgert sich Herr Hintertupfer über die Katze seines Nachbarn, die ihm in die Blumenbeete ihre Häufchen setzt und zeremoniell vergräbt. Oft hat er bei der Gartenarbeit schon eines dieser Würstchen zwischen seinen Händen gehabt und sich geekelt. Nachts hört er im Frühjahr und Sommer bei offenem Fenster die Schreie der paarungsbereiten Katzen. Es ähnelt jedes Mal einem Babygeschrei und raubt ihm die Nachtruhe. Seine Wut auf Nachbars Katze wächst jedes Mal, wenn er sie wieder dabei entdeckt und eines Tages nimmt er sein Luftgewehr und schießt. Sie schreit jämmerlich und flüchtet getroffen über den Zaun.

Als der Mann ihr Foto in der Zeitung entdeckt, denkt er sich. „Geschieht ihr nur Recht! So wird sie es sich merken.“ Er unterstellt dem Tier gemeine Absicht. Das hat über die Zeit seine Wut dermaßen geschürt, dass er sich schließlich “rächte”.

Herr Vorderseher legt auch Wert auf seine Blumenbeete und ist nicht erfreut über die getigerte Katze, die täglich zu Besuch kommt. Doch er ist ein zufriedener Mensch und mochte Tiere schon immer gerne. Liebevoll verscheucht er die Katze, indem er in die Hände klatscht und ihr zuruft: „Mach mal dein Geschäftchen woanders! Gsch!!!“ „Irgendwo musst du, ich weiß…,“ denkt er sich dann. Wenn sie sich in die Ecke seines Gartens setzt, ist das auch in Ordnung.

Noch vor ein paar Jahren wäre dem Luftgewehr-Schützen die Katze gar nicht aufgefallen. Damals hatte er noch Job, Frau und Familie. Doch jetzt ist alles weg, er sitzt zu Hause, schaut oft aus seinem Fenster und ist voller Frust auf Gott und die Welt. So ist die Katze an sich gar nicht die Ursache für die Entladung seiner Wut gewesen. Wohl aber war sie der Auslöser. Sie war der Tropfen, der das Fass seiner Gefühle zum Überlaufen gebracht hat.

Die Ursache für seine Wut war also nicht die Katze, sondern es waren in dem Moment seine unerfüllten Bedürfnisse. Das soll seine Tat nicht entschuldigen. Wenn dieser Mann es jedoch schaffen würde, zu schauen, was da so unerfüllt ist und sich darum kümmern würde, müsste er seine Wut zukünftig nicht an unschuldigen Tieren oder sogar Menschen abreagieren. Womöglich ist er sehr frustriert und braucht dringend eine neue Aufgabe, einen neuen Sinn in seinem Leben.

In jedem Fall würde ich ihn gerne einladen zu einem Intensiv-Coaching mit Schwerpunkt Gewaltfreier Kommunikation. Er könnte lernen, Dinge gelassener zu sehen, weniger zu bewerten und mehr hinter die Kulissen bei sich und anderen zu schauen. Sich nicht mehr länger als Opfer der Umstände sehen, sondern wieder entdecken, welche Möglichkeiten er selbst hat, sein Leben wieder zum Positiven zu wenden.

Das könnte weiteres Leid vermeiden und ihn wirklich vorwärts bringen in Richtung eines glücklichen, erfüllten Lebens. So ist meine Arbeit auch immer ein Stück Friedensarbeit.

Kennst du jemanden, der so ein Coaching gut gebrauchen könnte?

 

Neulich Abend sind wir mit dem Auto nach Hause gefahren, die Temperaturen waren knapp über dem Gefrierpunkt. Ich saß hinten, der Fahrer fuhr ein recht schneidiges Tempo, hatte dabei offensichtlich Spaß am Ausprobieren seines Leihautos. Für mein Empfinden viel zu schnell fuhr er an Abbiegungen heran, um dann kurz zuvor recht heftig abzubremsen. Ich schluckte eine Weile, dann räusperte ich mich und sagte: „Es ist mir zu schnell.“ Er bremste ab, fuhr deutlich gemächlicher. Ich fühlte mich wohler.

Wie oft meinen wir, uns anpassen zu müssen. Um ja nicht negativ aufzufallen. Um nicht anzuecken. Doch warum sollte ich nicht sagen dürfen, wie es mir mit einer Sache geht? Klar darf ich das, das ist mein gutes Recht. Ich hätte noch eine Bitte anfügen können. Möglichst konkret. Zum Beispiel: “Fahr doch bitte nicht schneller als erlaubt.”

Was passiert, wenn ich meinen Ärger oder meine Besorgnis herunter schlucke? Die Verbindung reißt ab, weil ich die unangenehmen Gefühle in mir einschließe. Der andere kann vielleicht ahnen, wie es mir geht. Er könnte aber auch völlig ahnungslos bleiben. Ich dagegen würde mich unverstanden fühlen und auch irgendwie allein  – trotz Gesellschaft. Die Folge ist tatsächlich ein Bröckeln der Beziehung. Die Gefühle zum anderen kühlen dabei unweigerlich ab, weil ich sie nicht zulasse und einschließe.

Wenn ich jedoch meine Gefühlen äußere und mein Bedürfnis ernst nehme (in diesem Fall war es Sicherheit), dann stärkt das nicht nur mein Selbstwertgefühl, weil ich selbst gut für mich sorge. Es macht mich auch transparenter für mein Gegenüber. Ich zeige mich, bin authentisch. Das ermöglicht Nähe.  Auch wenn dies im ersten Moment nicht so ersichtlich ist und vielleicht sogar die Gefahr eines Streits mit sich bringt.

Die Bitte, die ich stelle, erhöht die Chance, dass ich wirklich bekomme, was ich brauche, um mich wohl zu fühlen. Vielleicht liegt dem anderen auch daran, dass es mir gut geht. Vielleicht trägt er gerne zu meinem Wohlbefinden bei. Oder aber er hat seine Gründe, warum er ablehnt.

In dem Fall wäre ich ehrlich interessiert, was das für Gründe sind. Welches Bedürfnis er sich so gerne erfüllen möchte.

In jedem Fall kommunizieren wir offen und ehrlich über das, was uns wichtig ist. Und das öffnet Tür und Tor für mehr Verbindung zu einander.  

Um die Chance zu erhöhen, dass mein Ansprechen der Störung gut aufgenommen wird, spreche ich nur von mir selbst und wie es mir geht. Ich übernehme die Verantwortung für meine Gefühle. Dadurch fühlt sich niemand auf den Schlips getreten. Ich fühle nun mal so. Was könnte jemand dagegen sagen?

Achte heute doch einmal darauf, wann du dazu neigst, den Mund zu halten und dein Anliegen herunter zu schlucken. Probiere gerne einmal den anderen Weg und schau, was das macht, mit dir und deinen Beziehungen.

Stell dir vor, du beschließt heute, auszusprechen, was dich stört. Dabei sprichst du nur von dir, wie es dir geht, und was du brauchst bzw. was dir wichtig ist. Und du schließt eine ganz konkrete Bitte an.

Wie überrascht wirst du sein, wenn du bemerkst, wie gut es tut, für dich selbst gut zu sorgen. Und womöglich kannst du erleben, wie es deine Verbindung zum anderen stärkt. Mehr und mehr, mit jedem Mal, wo du dich zeigst.

 

(Bild von John Hain auf Pixabay.)

 

Genervt

In einer Online-Gruppe hat vor kurzem eine Frau, nennen wir sie Maria, ihr Problem in etwa so geschildert:

„Ich kann einfach nicht aufhören zu nörgeln und zu jammern. Mein Partner ist schon total genervt und es killt unsere Liebe. Doch ständig ist da wieder etwas, wo ich den Mund einfach nicht halten kann! Dann werfe ich ihm vor, dass ich mich allein gelassen fühle mit dem Haushalt  und den Kindern. Ich ärgere mich, dass er sich nicht mehr einbringt. Oder ich halte ihm einen Vortrag, wenn er mal wieder zu schnell Auto fährt. Und seine Wäsche im Badezimmer verteilt.  Bei der Planung des Wochenendes dagegen bezieht er mich nicht ein. Meine Vorschläge verlaufen im Sand. Ich kann mir vorstellen, dass es uns nicht guttut. Doch ich kann einfach nicht aufhören. Warum ist das so? Wie kann ich das stoppen?“

Bedürfnisse wollen erfüllt werden

Wir wissen aus der Gewaltfreien Kommunikation, dass Menschen sich mit allem, was sie sagen oder tun, ein Bedürfnis erfüllen wollen. Wenn also jemand immer und immer wieder nörgelt und jammert, dann weil ein oder mehrere wichtige Bedürfnisse einfach nicht erfüllt werden. „Erfüllt werden“ bedeutet hier nicht, die Schuld dem Partner zuzuschieben. Nach dem Motto: Weil dieser seiner Partnerin einfach nicht ihre Bedürfnisse erfüllt. Nein!

Jeder ist tatsächlich für die Erfüllung seiner Bedürfnisse selbst verantwortlich.

In Verbindung gehen mit mir selbst

Der erste notwendige Schritt wäre, überhaupt zu erkennen, was in einem selbst vorgeht. Das heißt, den Kontakt zu sich selbst wieder herzustellen. Wie geht es mir eigentlich gerade? Bin ich genervt? Frustriert? Warum ist das so? Welches wichtige Bedürfnis ist unerfüllt und schon so lange zu kurz gekommen? Brauche ich Entlastung? Oder geht es mir um Verbindung und Nähe? Bezüglich der Wochenendplanung geht es mir vielleicht auch darum, dass ich mich einbringen kann?

Was ist gerade lebendig in mir? Welches Gefühl und welches Bedürfnis ist jetzt aktuell und will zuerst gestillt werden? Nehmen wir mal an, Maria sagt: „Entlastung, das ist mir am allerwichtigsten. Und Verbindung zu meinem Partner, denn wir sind schon so weit voneinander entfernt.“

Dann würde ich folgendes vorschlagen: Jedes Mal, wenn bei ihr der Impuls spürbar ist, dass sie sich ärgert, weil sie Entlastung braucht, kann sie kurz innehalten. Durchatmen, vielleicht sich 5 min. zurückziehen (Toilette ist eine einfache Möglichkeit). Und sich dann ein, zwei Minuten mit dem eigenen Gefühl und Bedürfnis verbinden: „Ich bin frustriert, weil mir Unterstützung und Entlastung echt wichtig sind.“ Atmen.

Ich würde Maria außerdem anregen, weg vom Urteilen mit Generalisierungen („Immer diese Schlamperei!“) und  hin zum Beobachten (Socken und T-Shirts auf dem Boden…)  zu gehen. Das nimmt den Zündstoff heraus.

Verbindung zum Gegenüber

Nachdem sie in Verbindung mit sich selbst gekommen ist, kann sie überlegen: Welches Bedürfnis erfüllt sich wohl mein Partner mit dem was er tut? Sie könnte ihn später darauf ansprechen. Sich ehrlich interessieren. „Sag mal, geht es dir um Freiheit? Um Selbstbestimmung?“

Ansprechen des Konfliktes

Dann kann sie das Problem in etwa so ansprechen: „ Wenn ich sehe, dass deine Socken, T-Shirts und Hose auf der Wanne und am Boden liegen, dann ärgere ich mich. Weil ich mich wohl fühlen möchte im Badezimmer. Ich will auch nicht zuständig sein, das hier wegzuräumen. Machst du das bitte in der nächsten halben Stunde, bevor ich ins Bad gehe? Das wäre echt eine Befreiung für mich.“

Maria schreibt auch, dass sie das Gefühl hat, sie müsste etwas sagen, um nicht alles mit sich machen zu lassen. Das klingt für mich nach dem Wunsch, Wertschätzung zu spüren. Vielleicht könnte sie ihrem Partner sagen, was sie braucht, um sich geliebt zu fühlen. Ganz konkrete Bitten auszusprechen wäre dazu ganz wichtig. Also nicht: „Du könntest dich mehr einbringen im Haushalt und mit den Kindern.“ Das wäre viel zu unkonkret. Was bedeutet schon „mehr“ und „im Haushalt“?

Stattdessen:  „Ich fände es ganz wunderbar, wenn du einmal die Woche für uns alle kochen könntest. Zum Beispiel am Donnerstag, wenn ich später von der Arbeit komme. Dann komme ich heim und das Essen ist schon fertig. Das bedeutet Liebe und Unterstützung für mich. Bist du bereit, das zu übernehmen?“

So könnte Maria Schritt für Schritt Wünsche, noch besser konkrete Bitten aussprechen. Doch Achtung: Bitten sind keine Forderungen. Der andere ist frei, abzulehnen. In dem Fall müsste Maria einen Weg suchen, sich die Unterstützung selbst zu organisieren. Letztlich ist sie verantwortlich dafür, dass es ihr gut geht. Wenn sie natürlich die Erfahrung machen sollte, dass ihr Partner so gar nicht bereit ist, auf irgendeine ihrer Bitten einzugehen, kann sie auch die Konsequenzen ziehen und sich notfalls trennen.

Wege wählen, die uns gut tun

In jedem Fall: Was ist wohl besser für die Stimmung und Liebe in der Partnerschaft?  Jammern und Nörgeln tagein tagaus, mit dem Ergebnis, sich wie bei „Täglich grüßt das Murmeltier“ vorzukommen. Oder offen und transparent zu kommunizieren: Beobachtung – Gefühl – Bedürfnis – Bitte (Siehe Blogbeitrag: https://www.lichtfinder.com/die-4-schritte-der-gfk/). Es muss übrigens auch nicht immer starr in diesen vier Schritten ablaufen.

Wichtig ist, die Verbindung zu sich selbst um zum anderen ernst zu nehmen. Und nach dem Sprechen folgt unbedingt das Handeln. Das heißt, aktiv für sich zu sorgen. Wie das geht?  Bitten an sich selbst umzusetzen, realisierbare Bitten auszusprechen und sich und den anderen ernst nehmen.  Auch das hilft, sichtbarer zu werden in einer Partnerschaft und dadurch mehr Verbindung erfahren.

In diese Sinne: Viel Erfolg beim Ausprobieren neuer Wege!    Herzlichst, Kirstie Bee

PS: Falls du mehr lesen möchtest, hierzu ein älterer Artikel https://www.lichtfinder.com/vom-jammern-und-umgang-mit-angriffen/

Eine kleine Einführung in die GFK bekommst du hier: https://www.lichtfinder.com/was-ist-gfk-und-was-will-sie/   Darauf basiert mein Konzept der Brückenkommunikation!