Erwartungen und Beziehungsprobleme

Wusstest du, dass Erwartungen oft unglücklich machen? Zu viele, zu große, zu hohe oder ganz verkehrte Erwartungen? Manchmal erwarten wir zu viel oder etwas anderes, als es dann gibt oder andere Menschen entsprechen nicht unseren Erwartungen. Das führt dann meist zu Beziehungsproblemen.

Das Recht auf Erwartungen

Deine Erwartungen sind DEINE Erwartungen. Sie gehören dir und sie dürfen bei dir bleiben.

Wichtig ist: Du kannst sie gerne aussprechen und es ist auch nur fair, transparent und offen zu sein über die eigenen Erwartungen bzw. Wünsche. Je konkreter und genauer wir sie beschreiben können, umso berechenbarer sind wir als Beziehungspartner.

Doch will sich niemand Erwartungen überstülpen lassen. Sonst wird aus einer Bitte oder einem Wunsch eben ganz schnell eine Forderung. Und bei Forderungen gehen im privaten Bereich innerlich die Türen zu. Reicht es schon, wenn wir beruflich immer wieder Anforderungen erfüllen müssen, ohne gefragt zu werden, ob und wie es gerade passt.

Für Führungskräfte und Chefs wichtig zu bedenken: Selbst im beruflichen Bereich erfüllt jemand übrigens weitaus lieber die Anforderungen, wenn es einen gewissen Spielraum für die eigenen Entscheidungen gibt. Innerhalb der konkreten Anforderungen, die wichtig sind.

Also reden wir mal Tacheles. Du hast selbstverständlich ein Recht auf deine Erwartungen, denn sie entstehen in dir.

Deine Erwartungen sind Wünsche und die darfst du haben, doch wenn du sie an mich heranträgst, lass mir die Freiheit zu entscheiden, was davon – und ob überhaupt –  ich etwas davon erfüllen will und kann.

Niemand ist verantwortlich, dir deine Erwartungen zu erfüllen.

 

Enttäuschte Erwartungen

Wenn deine Erwartungen enttäuscht werden, wenn dir ein Wunsch abgeschlagen wird, jemand absagt oder du ein Nein bekommst, wie geht es dir dann?

Kannst du dann verstehen, dass dieser Mensch seine eigenen Gründe und auch ein Recht auf seine Entscheidung hat – unabhängig von der Zuneigung zu dir?

Oder bist du so drauf, dass du denkst: „Wenn er/sie mich gern hätte oder lieben würde, dann müsste er/sie doch das für mich tun.“ Noch schlimmer: „Dann müsste der/diejenige doch einfach merken, (nach alle den Jahren!) was ich will und brauche!“ Die Kunst des Gedankenlesens wird leider ganz oft erwartet und für garantiert angenommen.

 

Eine Haltung, mit der du nur unglücklich wirst:

  • Ablehnungen persönlich nehmen
  • sie sofort als fehlenden Liebesbeweis interpretieren
  • annehmen, jemand müsste Gedanken lesen können

 

Ein berühmtes Zitat von Mo Gawdat passt dazu. Er hat die Formel für Glück so definiert:

Glück ist Realität minus Erwartungen.

Liebe und Zuneigung lassen sich niemals erzwingen. Im Gegenteil. Ist Druck spürbar und Zwang, zieht sich die Liebe erschrocken zurück. Liebe wird immer frei gegeben oder gar nicht.

Jeder Mensch trägt gerne zum Leben anderer bei, wenn ihm die Freiheit gelassen wird, sich dafür zu entscheiden.

Wird eine Bitte abgelehnt, so wird dieser Mensch seine Gründe dafür haben. Und sie haben zu 99% nur mit ihm selbst zu tun und kaum etwas mit dir.

Je stärker ein Mensch in seiner Lebenskraft ist, je mehr er hat an inneren Ressourcen, umso mehr kann er geben. Wenn jemand nichts geben kann, hat das dann mit dir zu tun?

Wenn du es schaffst, Ablehnungen als das Thema desjenigen anderen zu sehen, dann hast du weniger Stress und Ärger.

Sollten sich Vorfälle häufen, wo du deiner Meinung nach zu kurz kommst, kannst du mindestens zwei Dinge tun:

  • Überprüfe deine Erwartungen, ob sie realistisch und erfüllbar sind. (für diesen Menschen zu diesem Zeitpunkt?)
  • Prüfe für dich, ob du dir deine wichtigen Bedürfnisse (denn die stecken hinter den Erwartungen) auch anderweitig erfüllen kannst.
  • Wenn nicht: reduziere den Kontakt oder kündige ihn sogar auf, denn dann tut er dir womöglich auf Dauer nicht gut.

 

Erfüllte Bedürfnisse für ein erfülltes Leben

Natürlich brauchst auch du was. Wertschätzung, Respekt, Hilfe und Unterstützung zum Beispiel? Dann sorge gut für dich und hol dir anderweitig Unterstützung. Es gibt mehr als die eine Lieblingsstrategie.

Natürlich ist es so, dass manchmal berechtigte Erwartungen der einen Seite einfach nicht erfüllt werden, niemals wirklich gestillt werden und diese jedoch in den Bereich einer intimen oder privaten, erfüllten Beziehung hineingehören. Dann hilft nur, offen darüber zu reden, gemeinsam nach möglichen anderen Strategien zu suchen.

Wenn es über die Dauer unvereinbare Bedürfnisse der beiden Beziehungspartner gibt, dann bleibt nur eine einvernehmliche Trennung mit der Erkenntnis, dass die Unterschiede in den Charakteren, den Werten – der Wellenlänge sozusagen – zu groß sind.

Hör auf, zu erwarten, dass andere dir ihre Liebe beweisen. Gib die Liebe frei. Sie kommt wie ein scheues Reh, wenn man im Herzen offen bleibt.

UND such dir Menschen, die zu dir passen. Ähnliche Werte, ähnliche Wellenlängen ermöglichen leichtere und erfülltere Beziehungen.

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