Heute hat mich mein Chef kritisiert. Wie kann mir als Fachfrau auf diesem Gebiet nur so ein Fehler unterlaufen?, meinte er. Ich komme mir klein und schäbig vor. Er scheint meine guten Absichten überhaupt nicht gesehen zu haben. Alles, was gut an meiner Arbeit war, hat er eben mal außen vor gelassen.

Was ist bei mir angekommen? Dass er sich geärgert hat, dass seine Erwartungen enttäuscht wurden, dass er sich Änderungen wünscht. Diese Botschaft ist bei mir angekommen. Auch, dass er mich jetzt nicht mehr so zu schätzen scheint.

Was ist das Resultat dieser Kritik? Ich werde die gewünschten Änderungen vornehmen, ich kann ihm in der Sache zustimmen. Unser Verhältnis jedoch hat einen ziemlichen Riss bekommen. Obwohl er doch scheinbar nach den Regeln vorgegangen ist und mit „Ich habe gesehen…“ begonnen und mit „Ich bitte dich…“ abgeschlossen hat. Doch irgendwas scheint schief gelaufen zu sein, dass unser Verhältnis zueinander gelitten hat.  Ich sehe ihn nämlich plötzlich auch mit anderen Augen und gehe innerlich auf Abstand.

Ein Beziehungs-Riss ist gewiss nicht das, was wir uns nach einem Kritik-Gespräch in der Zusammenarbeit wünschen. Genau dies passiert jedoch täglich. Kritik wird deshalb so sehr gefürchtet und ist den meisten Menschen regelrecht verhasst. Das Wort Kritik wird deshalb gerne vermieden und durch das weniger beängstigende „Feedback“ ersetzt. Wenn jedoch genauso vorgegangen wird wie gehabt, ändert auch das moderne Wort nichts am unglücklichen Resultat.

Gibt es einen Weg, „richtig“ zu kritisieren?

Wenn wir Missstände ansprechen wollen UND die Verbindung zum anderen erhalten bleiben soll, ist es nötig, achtsam zu kommunizieren.

Die „gewaltfreie“ Kommunikation nach Marshall Rosenberg lehrt ganz wunderbar, wie ich mich authentisch in 4 Schritten erkläre. Wie ich ausdrücken kann, worum es mir wirklich geht und wie ich klare Bitten formuliere.

Jedoch auch wenn diese Art der Selbsterklärung schon sehr gut beherrscht wird, dürfen wir niemals das eigentliche Ziel von Kommunikation vergessen: dass nämlich eine Verbindung erhalten bleibt oder sogar eine stärkere Verbindung geschaffen wird.

Wenn ich nur MICH sehe mit meinem Anliegen, dann kann ich es noch so schön in Ich-Botschaften packen und perfekt „gewaltfrei“ formulieren. Mein Gegenüber wird sich nicht gesehen fühlen und deshalb nicht mit dem Herzen bei mir sein. Was folgt ist die „innere Kündigung“.

Deshalb ist es so wichtig, immer zuerst den anderen mit ins Boot zu holen. Ihn erst einmal zu verstehen versuchen und so empathisch abzuholen. Vielleicht ändert dies bereits komplett meine Einschätzung und die vorher überlegte Kritik erübrigt sich schon.

Außerdem sollte man als „Kritiker“ ganz ehrlich mit sich sein, ob ein scheinbar gewaltfrei in 4 Schritten formuliertes Anliegen nicht schon deshalb eine Farce war, weil man innerlich kochte vor Wut und im Grunde gerade gar nicht an einer Verbindung interessiert war, jedenfalls nicht in diesem Moment.

Dann wäre es ratsam, lieber erst abzukühlen und später mit beruhigtem Gemüt das wichtige Thema anzusprechen.

Stimmt nämlich die innere Haltung nicht, spürt das mein Gesprächspartner und erkennt die Aggression hinter der „Methode“.  Meist ist dann auch Schritt 4 keine echte Bitte, sondern tatsächlich eine Forderung gewesen. Am Ende braucht man sich nicht wundern, wenn die „gewaltfreie 4 Schritte Methode“ nicht funktioniert hat und der andere trotzdem beleidigt ist.

Wie lerne ich also, wirklich achtsam Konflikte anzusprechen? Mit echter Brückenkommunikation.

Diese will geübt, geübt und nochmal geübt sein. Die Einstellung im Kopf und im Herzen, die innere Haltung mit dem Ziel „Verbindung“ ist dabei die Essenz. Dann bin grundsätzlich offen für die andere Person. Ich interessiere mich für die Motive ihres Handelns, für ihre Sicht der Dinge, für ihre Werte und Bedürfnisse.

Fühlt sich mein Gesprächspartner von mir so empathisch aufgenommen, fällt meine Sicht der Dinge, (meine „Kritik“) auf fruchtbaren Boden. Die Tür zu ihm/ihr ist so bereits geöffnet. Eine angenehme Zusammenarbeit ist danach sehr viel wahrscheinlicher als im ersten Fall.

Die Brückenkommunikation kennen zu lernen könnte die beste Investition deines Lebens sein. Sie zu praktizieren wird dein Leben und deine Beziehungen unendlich bereichern.

Dabei wirst du nie ausgelernt haben. Doch auch wenn es immer wieder „menschelt“ und alte „Wolfsmuster“ das Verhalten mal wieder beeinflussen, so wird sich die Qualität des Miteinanders in allen Lebensbereichen doch nachhaltig verändern.

Was nützt es, wenn nur ich das lerne?

Selbst wenn andere Menschen davon keine Ahnung haben und dich in  gewohnter „Wolfssprache“ kritisieren, wirst du es weniger persönlich nehmen und den Menschen dahinter erkennen, der gerade nur sich selbst sehen kann.

Die fehlende Empathie für dich kannst du dir dann zum Glück selbst geben. Dann bist du wenigstens in guter Verbindung mit dir. Auch das ist Brückenkommunikation.

Deine Kirstie

https://www.lichtfinder.com/brueckenkommunikation/

„Die Welt ist böse.“ „Die Menschen sind schlecht.“ „Immer trifft es mich.“

Schon wieder wurde das Kind in der Schule vom Lehrer benachteiligt. Es leidet, es fühlt sich hilflos, ohnmächtig der Lehrkraft ausgeliefert. Die es süffisant grinsend abfragt, obwohl es letzte Stunde krank war. Die ihm jedes Mal die schlechtere Note gibt. Die ihm nur das letzte, unbeliebte Referatsthema überlässt. Das ist Mobbing, denke ich mir. Wie gemein! Ich fühle mit. Diese Hilflosigkeit macht einen schier wahnsinnig! Ausgeliefert einer höheren Macht.

So und ähnlich geht es vielen Kindern nicht nur in der Schule, sondern auch in der Arbeitswelt zahlreichen Erwachsenen. Das Gefühl, nichts tun zu können, Opfer zu sein. Es macht Menschen krank.

Doch was tun? Sind wir wirklich so hilflos, wie wir meinen? Manchmal finden wir doch Wege, uns zu wehren, für uns einzustehen. Auch wenn ein Preis dafür zu bezahlen ist. Vielleicht bedeutet es, dass ein Schulwechsel nötig ist oder ein Wechsel der Arbeitsstelle. Dafür gibt es einem jedoch die Selbstachtung zurück und das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Das wiederum ist so wertvoll, dass es fast jeden Preis wert ist zu bezahlen. Alles andere, wie ein weiteres Stillhalten des Kaninchens vor der Schlange, bringt uns unweigerlich ins AUS. Natürlich ist eine so drastische Maßnahme nicht das erste Mittel der Wahl. Gespräche um die Bewusstmachung der Notlage sollten zuerst genutzt werden. Am besten mit einem GfK geschulten Mediator.

Zum einen will ich Lehrer sowie Chefs oder Führungskräfte so gerne aufrütteln und ihnen bewusst machen, was sie mit dergleichem Verhalten eigentlich tun und welch große Verantwortung sie tragen. Hier sollte in Führungsetagen viel mehr darauf geachtet werden, ob diese Person auch menschlich geeignet ist zu führen.

Zum anderen will ich alle vermeintlichen „Opfer“ ermuntern, sich frei zu fühlen. Du entscheidest, wie du umgehst, mit allem, was dir zustößt. Du kannst vieles, was dir im Leben widerfährt, nicht ändern oder rückgängig machen. Immer jedoch hast du die Freiheit, deine Einstellung  zum Geschehenen zu ändern. Im Geist und im Herzen bist du immer frei. Diese wichtige Erkenntnis hatte Viktor Frankl sogar in der Gefangenschaft des Konzentrationslagers!

Du bist kein Opfer, wenn du es nicht zulässt. Lass dich selbst nie zum Opfer machen. Steh für dich ein, hol dir Hilfe und werde aktiv. Für deine Selbstachtung sollte es dir den Preis wert sein.

Wenn du glaubst, gar nichts im Außen ändern zu können, halte es wie Frankl und ändere wenigstens deine Einstellung: Sieh den anderen als Menschen, der scheinbar sehr wichtige Bedürfnisse unerfüllt hat. Er kann dir leid tun. Sein innerer Schmerz muss offenbar so groß sein, dass er ihn als Boshaftigkeit nach außen kehrt. Im Grunde hat sein Verhalten wenig mit dir zu tun. Es sagt aber ganz viel über ihn als Menschen aus.

Das sollte dich etwas erleichtern und du brauchst deinen Selbstwert nicht in Frage zu stellen. Gib dir selbst ganz viel positive Rückmeldung, suche dir gute Freunde, die dich unterstützen und dir vermitteln, dass du in Ordnung bist. Irgendwann strahlst du so viel Positives aus, dass Mobber bei dir keine Chance mehr haben. Sie wollen es vielleicht nicht einmal mehr versuchen.

Und wenn du beobachtest, dass über andere gelästert wird oder sie benachteiligt werden, dann steh für sie ein. Weigere dich, mitzulästern oder auch nur stumm zuzuschauen.

Die Welt ist böse? Du bist ein Teil dieser Welt! Sei du die Veränderung, die du dir wünschst. Sammle das Gute in dir an und um dich herum und es wird sich ausbreiten. Es werden immer mehr „Lichtfinder“. Gemeinsam machen wir die Welt heller.      Kirstie Bee

Manchmal scheinen die Grenzen zu verschwimmen zwischen dir und mir. Ich fühle mich bedrängt, überschwemmt, überwältigt, erstickt. Oder aber ich fühle mich respektlos behandelt.* Weiterlesen

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ aus: Wilhelm Tell   – Friedrich Schiller –

Vor kurzem bekam ich eine email-Anfrage von Martin, dessen Nachbar oberhalb seiner Wohnung mit lauten Schritten durch die Wohnung marschiert. Da Martin als freischaffender Künstler und Autor zu Hause arbeitet, fühlt er sich dadurch extrem gestört, kann sich oft nicht auf seine Arbeit konzentrieren und der Ärger hat sich schon gewaltig in ihm angestaut.

Höchste Zeit für ein klärendes Gespräch, meine ich. Weiterlesen

Kennst du das auch? Was andere sagen, wie sie dich anreden, entscheidet in Windeseile darüber, wie du dich fühlst. Und ganz oft führt es dazu, dass du Gesagtes persönlich nimmst. Dann fühlst du dich gekränkt, zu Unrecht beschuldigt oder auch ganz klein.

Dabei kannst du dich mit dem richtigen „Mindset“ unangreifbar machen. Neugierig?

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