Chronische Krankheiten und psychosomatische Beschwerden

„Sag du’s ihm“

Unterhielten sich die Seele und der Körper über den Menschen:

„Sag du’s ihm“, sprach die Seele zum Körper. „Auf mich hört er ja nicht.“

Und so kamen Kopfschmerzen, Verspannungen, Heiserkeit, Sodbrennen und Magendrücken, Durchfall und Hautausschläge des Wegs… Gelegentlich muss dabei eine Migräne her oder sogar ein Knochenbruch, um den Menschen mal eine Weile aus dem Verkehr zu ziehen.

Alzheimer lässt vergessen, was nicht mehr erinnert werden will. Herz und Nieren werden schwach, weil zu lange zu vieles zu nahe ging.

Wenn die Seele nicht gehört wird, dann schreit der Körper. Solange, bis wir die Botschaft endlich verstehen.

Chronisch krank, nicht ohne Grund

Bei chronischen Krankheiten schreit die Seele sozusagen über den Körper.

Keine Krankheit kommt ohne Grund zu uns. Wir müssen im Gegenteil sogar ziemlich hart daran arbeiten, diese Krankheit entstehen zu lassen: Migräne, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-  oder Verdauungsbeschwerden, Diabetes Typ II… All das kommt genauso wenig „angeflogen“ wie eine Depression, auch wenn es demjenigen so erscheint.

Leider behandelt die Schulmedizin fast ausschließlich das jeweilige Symptom, das an der Oberfläche in Erscheinung tritt. Mit der Folge, dass halbwegs damit gelebt werden kann, jedoch keine wirkliche Gesundung eintritt.

Während die Schulmedizin in manchen Bereichen wie der Chirurgie vermutlich unverzichtbar ist, so ist sie in den Feldern der chronischen Krankheiten gerade mal ein Pflaster-Draufkleber. Das ist ungefähr so, wie wenn im Auto das Öllämpchen aufleuchtet und wir machen einen Smiley-Aufkleber drüber.

Meine eigene Krankheitsgeschichte

Ich hatte schon jahrelang allerlei psychosomatische Beschwerden, eine ganze Palette davon. Magen-Darmbeschwerden, Allergien, Hautreaktionen, starke Verspannungen. Dann kam der Schilddrüsenkrebs.

Nach der Krebsbehandlung machte ich im Grunde weiter wie zu vor und bekam bald darauf chronische Muskel- und Sehnenschmerzen, die an schlimmen Tagen wie schwere Gliederschmerzen bei einer Grippe in den ganzen Körper ausstrahlten. Dazu ein großes Schwäche- und Erschöpfungsgefühl. Eine somatisierte Depression, wurde mir gesagt.

Unheilbar, das Schmerzgedächtnis ließe sich heutzutage noch nicht zurückdrehen. Dies wurde mir von mehreren Seiten diagnostiziert. Dabei arbeitete ich all die Jahre weiter, nicht Vollzeit, doch ich wollte funktionieren, als Mutter meiner Töchter, als Klassenlehrerin meiner Grundschüler, als gute Kollegin, als Ehefrau etc..

7 Jahre lang suchte ich nach Ärzten und Heilern aller Art, die mich befreien sollten von diesen Symptomen. Die Akte mit Befunden füllte mittlerweile einen Ordner. Bis nach München, über 2 Autostunden weg fuhr ich zur Atlaskorrektur bzw. zur chinesischen Schmerztherapie.

Die Hoffnung war anfangs immer groß gewesen, bei jedem neuen Heilungsversuch. Erstaunlicherweise ging es oft direkt nach einem Arztbesuch, der mir Hoffnung machte, wenigstens einen halben Tag lang besser. Tja, was Hoffnung ausmacht. Am nächsten Morgen jedoch war alles wieder beim Alten.

Ich hatte auch zugegebenermaßen kein langes Durchhaltevermögen. Wenig Geduld. Zu viel schon ausprobiert, nix hatte geholfen. Wenn es nach einer Woche nicht ein kleines Stück besser war, gab ich resigniert auf.

Der Neurologe wollte die Schmerzsymptomatik unbedingt mit Psychopharmaka lösen. Mein persönlicher Höllentrip. Vier Monate lang probierte ich verschiedenste Tropfen und Tabletten aus. Starke Nebenwirkungen waren die Folge, jedoch fast keine Wirkung, außer eine Dämpfung meiner gesamten Gefühlswelt.

„Sie brauchen was, damit sie gut schlafen können.“, sind mir die Worte des Arztes noch im Ohr.

Dabei war ich eigentlich immer sofort eingeschlafen, denn die Nacht war kurz, ich ging spät ins Bett, arbeitete oft bis 23 Uhr am Schreibtisch, manchmal noch länger. Danach wollte ich noch lesen, um wenigstens noch ein bisschen Freizeit zu haben. Meist wurde als halb eins, bis das Licht ausging. Dann schlief ich bis kurz vor 6.

Doch ich ließ mich überreden zu den Medikamenten. Nun war ich jedoch am Morgen so müde, dass ich nicht mehr richtig wach wurde. Also der Arzt: „Sie brauchen was zum Wachwerden am Morgen.“

Wie ein Zombie lief ich bald durch den Tag. Ich wundere mich heute, wie ich dennoch die meiste Zeit funktionierte. Die Arbeitszeit reduzierte ich so weit ich konnte und stand es irgendwie durch. Spritzen ergänzten das wunderbare Behandlungsprogramm des Neurologen und die Empfehlung:

„Wenn es immer noch nicht wirkt, müssen wir die Dosis erhöhen.“

Bis ich bei der Beerdigung einer Kollegin da saß und keine Träne weinen konnte, weil meine Gefühle so stark gedämpft waren. Ich, die schon immer bei einem Lassie Film zuverlässig in Tränen ausgebrochen ist, so nah am Wasser war ich immer gebaut gewesen.

Ich beschloss mit der neurologischen Behandlung aufzuhören. Bei manchen Menschen scheinen Antidepressiva auch nicht zu wirken, sagte mir Google. Doch war ich überhaupt depressiv gewesen?

Anfangs hätte ich das klar verneint. Ich fühlte mich nicht depressiv. Doch mein Körper schrie. Erst der Krebs, dann die Schmerzen. Ich verstand nicht, was das bedeuten sollte. Ich wollte einfach nur wieder funktionieren. Wieder Energie haben und mich gut fühlen. Stattdessen wurde es eher schlechter.

Irgendwann kam ich dann tatsächlich in eine schwere Depression. Das war kein Burnout mehr. Über Jahre hinweg ein Schmerz-Therapieversuch nach dem anderen  – und nichts hatte geholfen. Ständig diese Muskelschmerzen, nicht wirklich leistungsfähig, dabei Arbeit ohne Ende: eigene Kinder, Schulklasse und Leitungsaufgaben, Haus, Garten, großer Hund etc. etc.

Ich verstand die Botschaft meines Körpers nicht.

Als immer mehr Beschwerden hinzukamen, begab ich mich für mehrere Wochen in eine psychosomatische Klinik. Mein Körper spielte offenbar verrückt. Das sollte endlich aufhören.

Erst nach Jahren der Leidenszeit und Heilungssuche wurde es mir in dieser Klinik etwas deutlicher gemacht: die Gedanken, die ich denke, spielen eine Rolle, lernte ich. Nein sagen und Grenzen setzen wären wichtige Themen für mich. Ich sollte mich nicht auf den Schmerz konzentrieren an den schlimmen Tagen, sondern mich ablenken.

Ich nahm viele Anregungen auf. Während des Klinikaufenthalts blühte ich direkt auf, war wenige Tage sogar gänzlich schmerzfrei, zum ersten Mal seit 7 Jahren.

Doch als es gegen Ende der Reha-Zeit ging, wurden die Schmerzen wieder stärker. Zu Hause war schnell alles beim Alten.

Ich war in mein altes Umfeld zurückgekehrt, in die unglückliche Ehe, in den Beruf, der mir mehr Kräfte abverlangte als ich hatte.

Ich unternahm irgendwann einen weiteren Versuch mit Antidepressiva, diesmal sehr vorsichtig dosiert, das ging besser. Doch die Belastungen in Schule und Privatleben waren so groß, dass der nächste Zusammenbruch folgte. Wochenlang kam ich nicht hoch, hatte null Kraft mehr.

Daraufhin stieg ich aus, aus meinem Beruf, der mir immer so wichtig gewesen war.

Ich war Lehrerin mit Leib und Seele gewesen. Es war eine Berufung gewesen, ich hatte die Kinder sehr gern, fast wie meine eigenen. Doch der Lärm, die Anstrengung, für Ruhe zu sorgen, die fehlende Kraft, streng und konsequent zu sein, machten mir die Unterrichtsvormittage immer wieder zur Hölle.

Ich konnte nicht mehr, schon gar nicht in diesem System, in diesem engen Korsett, ohne Auszeiten zwischen den Stunden, immer am Präsentierteller zu sein. An den Tagen der Pausenaufsicht war tatsächlich nicht einmal Zeit, um auf die Toilette zu gehen. Wenn es denn sein musste, so schnell wie möglich, denn währenddessen war die Klasse ja unbeaufsichtigt.

Über die Missstände in unserem Schulsystem könnte ich vieles schreiben. Sie erleichtern den Lehrern nicht gerade ihre ohnehin höchst anspruchsvolle Aufgabe, zu erziehen und zu unterrichten. Sie befeuern tatsächlich die Notlage und führen dazu, dass der Großteil der Pädagogen weit vor dem Ruhestandsalter keine Kraft mehr hat. In meiner Dienstzeit erlebte ich selbst den vorzeitigen Tod zweier meiner Schulleiter und zweier Kollegen rund ums 60. Lebensjahr.

Also die ruhige Kugel schieben sieht definitiv anders aus. Doch das ist ein anderes Thema und könnte ein Buch füllen.

Zurück zu den psychosomatischen Beschwerden:

Erst als ich verstand, mit der Zeit, was mein Körper mir sagen will, was meine Seele wirklich braucht und welchen Einfluss ich selbst auf die Gestaltung meines Lebens habe, begann die Heilung.

Ich setzte mich sozusagen mit meinen Schatten auseinander.

Ich begriff, dass es manchmal nicht genügt, immer nur an sich selbst und seiner Einstellung zu arbeiten.

Das hatte ich bereits jahrelang versucht. Doch krampfhaft positives Denken, verdrängen des Seelenschmerzes und der Versuch „happy life“ zu spielen, hatte mich genau dahin gebracht, wo ich war: in die chronischen Schmerzen und die wiederkehrende Depression.

Das Prinzip des „Fake it until you make it“ – das “So tun als ob” ist manchmal zwar wirklich sehr hilfreich. Doch wenn der ganze Lebensentwurf zum FAKE wird, dann muss schließlich der Körper schreien, damit das Ich endlich die Kurve kriegt und einen anderen Weg einschlägt.

So setzte ich mich ausführlich mit den folgenden Fragen auseinander und machte eine Ausbildung nach der anderen zu diesen Themen:

  • Was brauche ich jetzt wirklich?
  • Welche Menschen tun mir gut, welche ziehen mir Energie?
  • Welches Arbeitsumfeld schadet mir, welches würde mich beflügeln?
  • Welche Denkmuster sind hilfreich, welche nicht?
  • Welche Sprachmuster sind hilfreich, welche nicht?
  • Worum geht es mir in meinem Leben? Was sind meine Werte und Prioritäten?
  • Wovon brauche ich mehr in meinem Leben, wovon weniger?
  • Was kann ich jetzt tun, damit es mir besser geht?

Das ist Salutogenese, das ist der Weg zur Gesundwerdung.

Ich bin diesen Weg selbst gegangen, hab die Fragen für mich beantwortet und in die Tat umgesetzt. Nach und nach heile ich, immer mehr. Ich habe die Schmerzen heute so gut im Griff, dass ich mehrere Stunden pro Woche arbeiten kann. In dieser Zeit kann ich schreiben, podcasten und anderen im Coaching helfen, bei ihrer Selbst-Heilung.

Was ich für dich tun kann

Mit diesen Fragen arbeite ich heute. Mit erwachsenen Menschen, die freiwillig zu mir kommen, die sich verändern wollen, in ruhiger Umgebung (zur Zeit vor allem online). Das hilft nicht nur meiner eigenen Gesundheit, das gibt mir auch eine sinnhafte Arbeit. Ich darf einen Beitrag leisten, dass Menschen (wieder) glücklich werden.

„Licht und Schatten“ ist das Prinzip, nach dem ich arbeite. Wir finden die Schatten heraus und lernen sie zu verstehen.

Wir verdrängen nicht länger den „Schmerz“ bzw. die unangenehmen Gefühle. Wir hören die Botschaft des Körpers und lassen sie bei uns ankommen.

Sobald wir anfangen, sie zu verstehen, erkennen wir unseren Einfluss auf unser Wohlbefinden und es wird heller.

Und das Licht in uns heilt. Je mehr wir das Licht in uns entdecken und strahlen lassen, umso mehr heilen wir.

Wir entdecken unsere Macht, Einfluss darauf zu nehmen, wie es uns geht. Trotz Diagnose “chronische Krankheit”.

Mehr Licht ins Leben zu lassen vertreibt die Schatten. Das ist der Weg zum Glück.

Ankommen? Im Jetzt. Nicht erst irgendwann.

Das Leben bewusst gestalten UND vertrauen, geschehen lassen. Das sind nur scheinbare Widersprüche. Doch beides ist wichtig.

Lass uns spielen. Deine Schatten annehmen und verstehen. Dein Licht entdecken.

Deine Kerstin von Lichtfinder

PS: Diesen Text gibt es als Podcastfolge zum Hören. Über alle Podcast-Portale, Links auf der Homepage oder auf YouTube. Hier geht’s direkt zum Kanal.

 

Ich wünsche mir die wahre Liebe! Das ist seit jeher der Traum der Menschheit. Davon wird erzählt und gesungen seit Anbeginn der Zeit. Die überwiegende Mehrheit der Filme und Lieder handelt heute wie vor x Jahren tatsächlich von romantischen Liebesgeschichten. Immer geht es darum, die echte, wahre und einzige Liebe zu finden. Nur dann gibt es ein Happy End.

Doch was bedeutet wahre Liebe denn eigentlich?

Wahre Liebe = „Ich brauche dich“?

„Du bist der wichtigste Mensch!“ „Ich kann ohne dich nicht leben!“

Wir neigen dazu „Ich brauche dich“ mit wahrer Liebe zu verwechseln. Dann laufen wir herum wie die unvollständige Hälfte eines Ganzen, auf der Suche nach unserem Gegenstück. Auf der Suche nach dem, der uns ganz macht. Der andere soll das Loch in unserem Herzen stopfen, das sich so sehr sehnt nach Liebe. Der andere soll uns heil machen. Wir brauchen so dringend einen Partner, eine Partnerin!

Doch das Ding ist, der/die andere läuft genauso unvollständig herum, auf der Suche nach dem Retter, der Retterin seiner Seele. Und so treffen sich am Ende zwei unvollständige, hungrige Menschen, die selbst zu wenig haben, um dem anderen auch noch etwas geben zu können.

Verliebtsein = Liebe?

Die nächste Falle ist es, Verliebtheit mit Liebe gleichzusetzen.

Verliebtsein ist ein wunderschönes Gefühl, das die meisten Menschen nicht oft im Leben verspüren. Es ist dieses Flattern der Schmetterlinge im Bauch, diese rosarote Aufregung des Neuen, sich zu sehen, sich zu berühren. Am liebsten würden wir dieses Gefühl für immer festhalten. Deswegen sind manche Menschen ein Leben lang immer wieder auf der Suche danach. Sie wünschen sich dieses Gefühl zurück und vermissen es in ihrer Langzeitbeziehung. Sie glauben, die Liebe wäre verloren gegangen.

Dabei ist es von der Natur her so eingerichtet, dass die Verliebtheit nicht lange anhält. Genau genommen zwischen ca. 3 Monaten und maximal einem Jahr. Das ist einerseits schade und andererseits gut so. Wir könnten uns ja sonst auf nichts anderes mehr konzentrieren!

Die rosarote Brille färbt eine ganze Weile unsere Wahrnehmung und lässt uns nur die positiven Seiten des/der Angebeteten sehen.

Bei glücklichen Paaren folgt auf die Phase der Verliebtheit irgendwann ein tieferes Gefühl der Verbundenheit und des gemeinsamen Glücks. Das ist es, was wir Liebe nennen. Sie kann von Dauer sein – ein ganzes Leben lang und darüber hinaus.

Die Suche nach dem Märchenprinzen

Der Märchenprinz wird gewünscht. Das Gesamtpaket: reich, schön, unterhaltsam, gut im Bett…

Auf der anderen Seite die Märchenprinzessin. Und sie lebten glücklich bis an ihr Ende…😉

Nun ja, wie der Name schon sagt, so was gibt es praktisch nur im Märchen. Sinnlos, danach weiter zu suchen… und doch ist die Vorstellung aus unseren Köpfen so schwer zu verbannen. Der Partner entpuppt sich nach der ersten Verliebtheit plötzlich als Mensch mit nicht wenigen Fehlern und Schwächen. Und er gibt uns eigentlich nie genug, von dem, was wir brauchen.

(Zu dem Thema gibt es übrigens einen eigenen Blogartikel/Podcastfolge: „Der Perfekte Partner/die perfekte Partnerin.“ Hier die Links: Zum Blogartikel / Zur Podcastfolge

Immer wenn das Thema „nicht genug“ auftritt, geht es eigentlich um ein Loch in uns, einen Mangel in uns selbst. Der Partner/die Partnerin soll es stopfen, heil machen. Doch es erscheint wie ein schwarzes Loch, das ins Unendliche geht. Kein Partner der Welt könnte diesen Mangel je beheben.

Wer dann, magst du dich fragen? Ein Therapeut, ein Coach? Vielleicht. Ein guter Begleiter kann dir dabei helfen, selbst gut für dich zu sorgen, ganz und heil zu werden.

Die Liebe wie im Märchen werden wir mit einem Loch im eigenen Herzen nie finden. Dennoch ist die wahre Liebe für jeden erreichbar und fühlbar.

Also, was ist nun die wahre Liebe?

Wahre Liebe ist bedingungslose, reine Liebe. So wie die (gesunde) Mutter ihr kleines Baby liebt.

So wie wir Menschen uns einfach so geliebt fühlen könnten, denn wir wurden mit dem Leben beschenkt. Bedingungslos beschenkt. Spirituelle Menschen sagen, das Universum, die Quelle des Lebens, ist reine Liebe – sonst nichts.

Doch gibt es wahre, reine Liebe überhaupt in Beziehungen? Ist es nicht immer so, dass wir die Paarbeziehung als ein Geben und Nehmen betrachten?

Bedingungslose Liebe einem Menschen gegenüber ist etwas Seltenes. Ich wage zu behaupten, dass diese nur möglich ist, wenn man selbst genügend Liebe in sich hat.

Das würde zum Beispiel bedeuten, den Partner frei zu geben in ein „anderes Leben“, in eine neue Beziehung, aber auch in ein Auslandsjahr. Selbst auf die Gefahr hin, ihn zu verlieren. Dann ist dir dieser Mensch und sein Glück so wichtig, dass du ihn sogar loslassen kannst, auch wenn es schmerzt.

Nach meinem Verständnis ist die eine wahre Liebe selten in Beziehungen zu finden. Danach zu suchen ist ein sinnloses Unterfangen. Stattdessen können wir sie erschaffen:

Indem wir unsere Erwartungen herunterschrauben auf ein realistisches Maß und uns selbst weiter entwickeln, uns selbst heilen und ganz machen.

Frag dich: Wie viel Liebe habe ich in mir – zu mir selbst, zum Leben, zu den Menschen?

Darin kannst du dich üben und somit heilen:

  • an der eigenen Selbstliebe bzw. -freundschaft
  • an der Achtsamkeit im Alltag
  • der Wertschätzung von kleinen Dingen
  • der Freude an der Natur und
  • am Mitgefühl mit anderen Menschen

All das vergrößert die Fähigkeit, ein Mensch voller Freude und Liebe zu werden.

Ein Mensch zu werden, der genug Liebe in sich hat, um davon auch noch etwas herzugeben.

Ein Mensch, der ein guter Partner sein kann, weil er mit sich selbst gut auskommt und mit dem Leben versöhnt ist.

Wenn wir selbst sozusagen gut angefüllt sind mit Liebe, dann ist die Chance groß, dass wir auch den richtigen Partner/ die richtige Partnerin anziehen. Jemanden, den wir nicht unbedingt bräuchten, doch den wir wollen. Weil es einfach noch schöner ist, etwas gemeinsam zu erleben und Schönes miteinander zu teilen.

Dann ist echte, wahre Liebe in einer Beziehung möglich.

Doch im Grunde brauchst du keinen Partner, um diese Liebe in dir zu finden und zu fühlen.

Autorin: Kerstin Bulligan von Lichtfinder

Website: www.lichtfinder.com

 

In dieser Folge 40 des Lichtfinder Podcasts und in der nächsten geht es um Perfektion – Perfektsein – perfektes Habenwollen. Zum Auftakt lese ich euch die Geschichte von Mullah Nasrudin vor, dem orientalischen Eulenspiegel. Gefunden hab ich sie auf dem Menschenfreund-Blog von Georg Kirschstein.

(Klicken zum Anhören)

Hättest du den perfekten Mann/die perfekte Frau

Wir sind selbst nicht perfekt und das ist gut so. Da ist einfach menschlich. Stell dir vor, du hättest nun den perfekten Mann oder die perfekte Frau. Und du selbst bist aber eben NICHT perfekt.

Das wäre doch auch irgendwie seltsam, oder? So ein Ungleichgewicht.

Man würde sich immer etwas minderwertig vorkommen. Also es ist gut, dass wir alle nicht perfekt sind! Dadurch ist ein gewisses Gleichgewicht da, eine gewisse Gerechtigkeit.

Hohe Erwartungen

Unsere Erwartungen sind aber auch einfach oft viel zu hoch und wenn wir mit so hohen Erwartungen durchs Leben laufen und auf der Partnersuche sind, dann geht es uns wie dem Nasrudin und wir werden irgendwann alt sein und haben nie denjenigen gefunden, der wirklich Hundertprozent unseren Erwartungen entspricht – weil’s den einfach nicht gibt!

Es gibt zwar vielleicht ganz, ganz selten so Partnerschaften wo alle beide sagen: „Es stimmt einfach alles bei uns – wirklich alles!“ Aber ganz ehrlich – kennst du so jemanden? Ich kenn es vielleicht aus dem Fernsehen oder aus irgendwelchen Zeitschriften, Interviews oder Erzählungen. Aber in echt? Ehrlich gesagt, ich kenn niemanden, der sagt: „Ich lebe in einer absolut perfekten Partnerschaft. Mein Partner/meine Partnerin ist perfekt.“

Dadurch können wir uns wirklich mal an der eigenen Nase fassen, an unseren Erwartungen(!)und wirklich mal überlegen und ins Denken kommen:

Was haben wir eigentlich für hohe Erwartungen? In allen Bereichen! Das Aussehen soll stimmen, der Sex soll stimmen, das Geld soll stimmen, der Status, die Interessen. Alles mögliche! Die Ehrlichkeit, die Treue.

Und bitte jetzt keine falschen Schlüsse ziehen, die Reihenfolge war gerade völlig willkürlich gewählt..😉 Aber alles und noch viel mehr soll stimmen! Er soll

  • die gleichen Werte haben in Bezug auf Tierschutz, Umwelt
  • soll politisch gleich oder ähnlich ausgerichtet sein
  • soll sich möglichst ähnlich ernähren
  • die Freunde soll man mögen
  • er soll Zeit haben, andererseits auch genügend Geld verdienen und
  • man möchte stolz auf denjenigen sein

Eigentlich verrückt  

Manches widerspricht sich auch, wenn man so drüber nachdenkt, ja? Also wer hat schon viel Zeit und gleichzeitig viel Geld. Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz!

Wenn jemand dann wieder zu ehrlich ist, das ist auch nicht recht, dann ist er unsensibel, und sagt einem die Wahrheit knallhart ins Gesicht – also unsere Erwartungen sind wahnsinnig hoch.

Was uns stattdessen weiterbringt

Die Frage ist: Wäre es nicht auch möglich, dass wir uns doch auch mal mit ein bisschen weniger zufrieden geben?

Ich glaube, das wichtigste ist, dass wir uns im Klaren darüber werden (irgendwann), was uns einfach wichtig ist bei einem Partner oder einer Partnerin. Welche Werte und Bereiche einfach ganz oben auf der Prioritätenliste stehen.

Was ist mir der aller-allerwichtigste Wert? Was kommt als zweites, was kommt als drittes? Und bei diesem allerwichtigsten, da möchte ich auch keine Kompromisse machen – könntest du dir so vornehmen.

Weil das einfach für dich zur Essenz der Partnerschaft gehört. Bei Punkt 2 kannst du vielleicht schon kleine Abstriche machen, bei Punkt 3 noch ein bisschen mehr und wenn die Liste dann noch länger ist, dann ist es, glaub ich, schlau, die Abstriche einfach immer größer werden zu lassen. Und dann letztendlich immer großzügiger zu werden in den Kriterien für die Partnerwahl.

Und denk immer dran: Der andere hat auch seine Kriterien!

Und… Wie bist du denn so in all diesen Bereichen oder wie stehst du denn da?

Ich glaub, das Ziel, was wir uns selber setzen sollten, ist, dass wir selbst zum idealen Partner werden für den, den wir uns wünschen. Dass wir selber uns überlegen:

Wie müsste ich sein oder wie will ich sein, dass ich zu meinem idealen Partner gut passe?

Ganz viel hat außerdem damit zu tun, dass man auch gut mit sich allein zurecht kommt bzw. mit sich gut allein zurecht kommen würde. Dass man mit sich selbst zufrieden ist, mit sich selbst im Einklang ist, sich selber mag und gut findet. Und  nicht unbedingt die Bestätigung und die Liebe vom anderen braucht, um sich nur halbwegs wertvoll zu fühlen.

Weil … das wär keine gute Voraussetzung für eine Partnerschaft. Also, lass uns selbst zum idealen Partner werden und lass uns darüber im Klaren werden, was wir wirklich wichtig finden an einem Partner (das er uns mitbringt oder das er uns zeigt) und das sollte man dann auch deutlich aussprechen. Also das sollte von Anfang an schon geklärt sein, dieses Thema.

Ich glaub, dann hat die Partnerschaft auch eine viel größere Chance, dass sie schön wird, dass sie gelingt und gedeiht. Wenn das, was einem wirklich wichtig ist, von Anfang an gut zusammen-schwingt.

Perfekt werden wir dabei selbst niemals werden und den perfekten Partner auch selbst niemals finden. Doch annähern können wir uns bestimmt an unser Ideal und uns einfach immer wieder zum Ziel nehmen, selber, ein möglichst guter Partner/eine möglichst gute Partnerin zu sein.

Und wie immer gilt: Was wir aussenden, kommt auch zu uns zurück –  auch in diesem Fall!

Was du jetzt tun kannst

Ich wünsche dir ganz viel Glück bei der Partnersuche ganz viel Freude über deinen Partner, wenn du ihn schon gefunden hast:

Dass du auf all das Gute schauen kannst, auf alles, was funktioniert bei euch auf all die Werte, die dir wirklich wichtig sind und die erfüllt werden in dieser Partnerschaft.

Und solltest du gerade noch keinen Partner haben und auf der Suche sein…

… dann nutz doch jetzt schon mal die Zeit, um selbst zu idealen Partner zu werden.

Das heißt, dir selber auch ganz viel Selbstliebe zu geben, ganz viel Anerkennung, ganz viel Wertschätzung und mit dir allein sein zu können, mit dir allein gut zurecht zu kommen und dann ist eine Partnerschaft, die da obendrauf kommt, ein echtes Geschenk und eine echte Bereicherung.

Wenn dich das Thema Perfektion interessiert, dann hör unbedingt in die nächste Folge auch noch rein. Denn da geht es weiter um Perfektion, um den Wert des Menschen an sich und in Zusammenhang mit seiner Leistung.

Diese Folge ist als Podcast zu Hören im Lichtfinder Lebensfreude Podcast, Folge 40.

Licht und Liebe, deine Kerstin von Lichtfinder