Hilfe, ich kann nicht (mehr) lieben! – Wie dein verletztes Herz wieder fühlen lernt.

Das Herz will sich schützen

Bernd*, 43 Jahre, Scheidung nach 22 Ehejahren, hätte eine neue Freundin, die ganz wunderbar zu ihm passt, doch er fühlt einfach nichts. Jedenfalls keine Liebe, allenfalls Freundschaft.

Dabei ist sie wirklich attraktiv und es fühlt sich gut an mit ihr. Doch Liebe? Keine Ahnung. Er weiß gar nicht mehr, wie sich Liebe anfühlt. Die letzten Jahre in seiner Ehe war auch längst alles abgekühlt gewesen. Sie hatten über die Zeit immer wieder von Trennung gesprochen. Bis herauskam, dass sie einen anderen hatte. Das brach ihm offenbar das Herz. Dabei war doch vorher schon lange keine Liebe mehr da gewesen. Das heißt, eigentlich hatte sich sein Herz schon länger vorher verschlossen.

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Oder Tina*, 36 Jahre, beschrieb ein Taubheitsgefühl in der Brust seit der Trennung von ihrem Freund. Es war so viel Schlimmes vorgefallen, dass sie seitdem nichts mehr fühlen könnte. Nicht einmal mehr die schlechten Gefühle, es war einfach nur taub. Aber ja, die schlechten waren doch noch spürbarer als irgendwelche guten Gefühle.

Wenn ich von traumatisierten Herzen spreche, dann muss gar nicht das große Trauma stattgefunden haben. Es können viele kleine Verletzungen gewesen sein, die dazu geführt haben, dass der Mensch irgendwann beschlossen hat sich schützen zu müssen. Dieser Beschluss war meist kein bewusster, er hat unbewusst stattgefunden.

Wenn zum Beispiel in der Kindheit die Erfahrung gemacht worden ist, dass ein Elternteil die Familie verlassen hat, eine Trennung oder Scheidung erlebt wurde. Oder dass das Kind bestraft wurde für Fehlverhalten mit Liebesentzug.

Dann hat das Kind die Erfahrung gemacht, dass Bindung und Liebe etwas Unsicheres sind. Dass Liebe jederzeit entzogen werden kann.

Brüchiges Beziehungsfundament

Wenn dann in der Partnerschaft immer wieder über Trennung diskutiert wird oder bei heftigem Streit auch wieder Liebe entzogen wird. Durch beleidigten Rückzug, Schmollen, Einschlafen mit zugedrehtem Rücken, nichts mehr miteinander sprechen als das Allernötigste, keine Berührungen mehr… dann wird auch diese Beziehung auf ein brüchiges Fundament gestellt. Es könnte jederzeit einbrechen. Eine Beziehung, der man nicht trauen kann. Wie soll man da lieben? Grade nach den Erfahrungen, die man von früher mitbringt?

Ein traumatisiertes Herz glaubt nicht an sichere Liebe. Es hat Angst, verletzt zu werden. Abermals. Ein bereits früher so verletztes Herz hat begonnen, sich zu schützen. Es wurde ein Panzer herum gebaut, eine dicke Schicht bzw. eine Mauer, die nichts mehr durchlässt. So hat sich das Herz verschlossen.

Nur so fühlt es sich sicher, doch Liebe, Freude und Begeisterung sind durch diesen dicken Panzer hindurch kaum mehr fühlbar.

Nicht lebendig

So ein Panzer ums Herz herum macht uns quasi zu einem Herzzombie. Und so rennen ganz viele Menschen da draußen als Herzzombie durch die Gegend. Ein verschlossenes Herz, das nicht mehr viel fühlen kann. Es ist gut geschützt. Doch besonderen Spaß macht das Leben so nicht. Denn ein Zombie lebt nicht wirklich. Er tut nur so.

Wenn wir wieder zum Leben erwachen wollen, dann müssen wir unser Herz besser verstehen lernen:

Unser Herz ist nicht nur ein wunderbares Organ, das ganz von selbst seine Arbeit verrichtet und uns am Leben erhält. Es ist gleichzeitig eines der schönsten und kraftvollsten Energiezentren, die wir haben. Ein Chakra. Durch unsere Chakren fließt Lebensenergie, in der TXCM wird es das Chi genannt.

Wenn wir uns verlieben, öffnet sich unser Herz weit und die Energie fließt spürbar durch es hindurch. Es wird Liebe und Begeisterung gespürt. Genauso, wenn wir etwas erleben, was wir als „sehr schön“ bewerten. Zum Beispiel ein besonderes Kompliment, einen Liebesbeweis, ein sehr liebevolles Verhalten. Meist gefällt es uns, weil wir uns dadurch wertvoll fühlen.

Ist dir schon mal aufgefallen, dass du deinen Partner dann am meisten liebst und am meisten gute Gefühle für ihn verspürst, wenn du dich selbst gerade toll findest? Oder in welchen Momenten fällt es dir leichter zu lieben?

Wenn es einem gut geht und man sich selber mag – wenigstens einen Moment lang – dann setzt das Glücksgefühle frei und wir könnten sprichwörtlich die ganze Welt umarmen. Dann öffnet sich unser Herz und die Energie fließt. Wir können sie fühlen, alles geht plötzlich leicht, wir haben Lebenskraft.

Doch dann kommt eine dumme Bemerkung von Seiten des Partners, abfällig vielleicht oder kritisch oder er verhält sich nicht so, wie er es doch „sollte“ – was wir sofort als mangelnde Wertschätzung deuten… und schon macht unser Herz wieder dicht. Es verschließt sich und das ist sofort spürbar. Nicht nur für uns selbst, sondern auch für andere.

Wie fühlt sich ein verschlossenes Herz an? Die meisten würden sagen: es fühlt sich eng an , schwer auf der Brust, leer, kalt. Oft spüren wir es bis in den Bauch hinunter, der sich dann auch noch zusammenzieht sodass ein Klumpen in der Magengegend entsteht. Dann hat es sich bis ins Solarplexus-Zentrum hinuntergezogen.

So macht unser Herz immer wieder auf, zu, auf zu.

Doch bei den meisten Erwachsenen öffnet es sich nur selten weit und wenn, dann ist es nach einem kurzen Glücksmoment gleich wieder zu. Je schlechter die Erfahrungen in der Liebe, je schwieriger die Erfahrungen in der Kindheit, je weniger Selbstliebe und Selbstwert da ist, desto verschlossener ist das Herz.

Wer zu mir in die Beratung kommt und eine Trennung hinter sich hat, hat häufig das Problem, nichts mehr zu fühlen, jedenfalls kaum mehr guten Gefühle. Es fühlt sich taub an, abgekühlt. Tatsächlich ist der Kanal verschlossen, versperrt, es fließt keine Liebe mehr hindurch.

Warum? Weil wir beschlossen haben – bewusst oder unbewusst – uns zu schützen. Niemand soll uns jemals mehr so sehr verletzen. Es darf einfach nie mehr so weh tun.

Da ist dann dieser Mensch, mit dem man endlich glücklich werden könnte. So vieles stimmt, es wäre einfach zu lieben, doch das Herz bleibt stumm. Es ist wie betäubt und traut sich nicht mehr zu fühlen.

Das traumatisierte Herz fühlt fast keine Liebe mehr. Es ist einfach zu gefährlich, Liebe zu fühlen. Dazu müsste man den Panzer öffnen, den man sorgsam und lange aufgebaut hat. Ein offenes Herz ist verletzlich.

Kann ich noch lieben?

Vielleicht kennst du das auch, dass du dir immer wieder überlegst, ob du überhaupt lieben kannst. Ob du fähig bist zu lieben. Oder denkst du, es müsste der /die Richtige erst noch kommen und dein Herz retten und die Liebe in dir wecken?

Wie geht das, zu lieben?

Es wäre eigentlich gar nicht schwer. Menschen mit Herzmauern, gut gepanzerten Herzen, machen nämlich durchaus die Entdeckung, dass gelegentliche Öffnungen möglich sind.

Wenn jemand tierlieb ist oder Kinder gerne mag, dann können sie beobachten, dass sie dann plötzlich einen Moment lang aufblühen. Es ist dann sicher, Liebe zu fühlen, wenn man einen Welpen streichelt oder ein friedlich schlafendes Baby betrachtet. Oder wenn man ganz allein in der Natur ist und deren Schönheit bewundert. Dann plötzlich geht das Herz auf, sagt die Redensart und genauso ist es. Dann ist es auf einmal sicher, sich zu öffnen und die Energie fließt wieder.

Michael Singer schreibt in seinem New York Times Bestseller „Die Seele will frei sein“**, dass wir uns einfach entscheiden könnten, unser Herz nicht mehr zu verschließen. Egal was, wir könnten den Weg gehen, es anzunehmen. Alles was kommt. Bemerkungen, die uns nicht gefallen, Krankheit, Verhalten von anderen, das uns nicht gefällt. Wir könnten einfach damit sein und uns entspannen.

So würden wir lernen, das Herz offen zu halten und immer mehr Energie könnte hineinfließen. Es ist ein unerschöpflicher Vorrat an Lebensenergie vorhanden. Dadurch bekommen wir immer mehr Kraft und Energie, jederzeit. So viel, dass wir irgendwann vollkommen damit erfüllt sind und sie sogar aus uns herausfließt. Dann könnten wir sogar für andere ein Quell des Lichts sein. Ein Quell der Liebe.

Ich finde die Idee faszinierend und hab beschlossen, mich einfach darauf einlassen. Jedes Mal, wenn ich von jetzt an merke, dass sich mein Herz wieder verschließt, dann sag ich mir:

Ich will mein Herz offen halten. Es darf so sein. Es ist sicher, Liebe fließen zu lassen.

Traust du dich, es auch immer weiter zu öffnen und offen zu halten?

Wenn wir in uns selbst sicher sind, immer sicher geliebt fühlen in uns drin, dann kann uns kein Mensch so sehr verletzen, dass wir daran zugrunde gehen könnten. Stell dir vor, es ist die Wahrheit: Dein Innerstes, dein Kern, ist sicher. Immer. Unzerstörbar. Denn du bist ein Teil dieser Liebe. Je mehr du hineinströmen lässt, umso mehr bist du wieder in Verbindung mit der Quelle, aus der du kommst. Umso gesünder, umso glücklicher kannst du dein Leben leben.

Wir haben deshalb nichts zu verlieren, wenn wir unser Herz anfangen, wieder zu öffnen. Wir können dabei nur gewinnen.

Ich kenne das selber nur zu gut.  Ich hatte auch ein traumatisiertes Herz, das sich ganz vorsichtig immer mehr öffnet. Ich schwinge heute nicht mehr zu himmelhoch und auch nicht mehr zu tief. Ich bin tatsächlich meist in innerer Gelassenheit, Vertrauen und stabiler Zuversicht.

Herzöffnung für die Liebe

Wenn dir der Gedanke der Herzöffnung gefällt, dann schließe gerne deine Augen und höre/lies und fühle jetzt mit:

Ich öffne mein Herz für mich, nach innen und schicke Liebe in alle Regionen meines Seins. Ich öffne mein Herz für das Leben, in all seinen Schattierungen und Farben, mit allen Erfahrungen.

Ich kann keine Fehler machen. Das bedeutet, auch wenn ich etwas mache, was jemand als nicht gut  oder falsch bewertet, oder was ich selbst nicht in Ordnung finde, ändert das nichts an der Liebe, die für mich da ist. Daher kann ich keine Fehler machen.

Ich mache stattdessen Erfahrungen und ich lerne daraus. Mit unerschütterlicher Liebe im Herzen lebt es sich leichter. Mit sicherer Liebe im Herzen lebt es sich mit Freude und Begeisterung und Mitgefühl für alle Lebewesen.

Es ist sicher, immer mehr Liebe zu fühlen, denn es ist das, was ich bin, was immer für mich da ist, wenn ich es nur wahrnehmen will.

Damit komme ich meinem Wesen und dem Leben selbst immer näher.

Mein Herz darf alles Gefühle fühlen, die traurigen, die schmerzvollen und die schönen, leichten, guten Gefühle. Es hält das aus, denn es ist dafür gemacht. Nur der Glaube, es könnte zerstört werden, hat es möglich gemacht, dass ich so sehr verletzt war. Nur meine Entscheidung, mich zu schützen und zu verschließen, hat es verschlossen.

Ich will glauben, dass nichts – einfach gar nichts – die Liebe in mir zerstören kann. Daher kann ich mich neu entscheiden und so geschieht es dann auch:

Ich halte mein Herz offen und öffne es immer mehr. Denn es ist sicher.

Dein Recht auf Glück

Wenn du glücklichere Beziehungen willst, fang an, dein Herz zu öffnen und offen zu halten. Weigere dich, es wieder zu verschließen, denn das hast du oft und lange genug und es hat dich nicht wirklich ins Glück gebracht.

Warte nicht auf den Retter oder die Retterin für dein gebeuteltes, verängstigtes Herz. Wenn du jemanden gefunden hast, der dir offenbar gut tut, dann fang einfach an zu lieben. Es könnte sonst der oder die Beste für dich direkt vor deiner Nase sein und du empfindest nichts. Trau dich, dein Herz zu öffnen. Lieben ist ein Tunwort, heißt es nicht umsonst. Tu erst mal so als ob du lieben würdest und fühl dich langsam rein. Die Liebe wird wachsen mit jedem Tag, an dem du liebst.

Sollte jetzt immer noch etwas in dir blockieren und die Mauer sicherheitshalber noch verstärken, dann lass uns mal eine besonders Session machen, die dir die Sicherheit zu lieben fühlbar macht. Ich mach das am liebsten vor Ort bei mir in der Praxis. Manche nehmen da auch eine weite Anreise in Kauf. Über Zoom kommen wir jedoch auch ein gutes Stück weiter, dauert vielleicht etwas länger.

Und wenn dir diese Folge gefallen hat: gerne weiter sagen, weiter teilen. Liebe wird mehr, wenn man sie verschenkt…

Ich sehe das Gute in dir.

Deine Kerstin

von Lichtfinder

*Die Namen und Angaben rund um meine Klienten sind verfremdet, so dass keine Rückschlüsse auf echte Personen möglich sind.

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