Anleitung für eine dicke Elefantenhaut in 7 Schritten (Anti-Ärger-Konzept)

Schnell verärgert und verletzt? So nimmst du die Dinge nicht mehr persönlich

Hier und heute bekommst du mein Anti-Ärgerkonzept in 7 Schritten. Gleichzeitig ist es ein wirksames Schutzschild vor Verletzungen: Es kann dich unangreifbar, unantastbar und unverletzlich machen, stell dir das mal vor…

–  Diesen Text kannst du als Podcastfolge 87 im Lichtfinder Lebensfreude Podcast hören. Weniger Ärgern, weniger persönlich nehmen – mehr innerer Frieden.

Kostenlos und überall, wo es Musik gibt. Mehr dazu. 

Diese Folge ist für jeden, der sich zu viel ärgert über andere oder sich zu oft verletzt fühlt durch das, was andere tun oder sagen.

Es gibt Menschen, die kommen scheinbar mit dünnerer Haut auf die Welt. Sensibelchen, die man ja nicht kritisieren darf, sonst ist gleich das Drama perfekt und der ganze zuvor sonnige Tag ist plötzlich verhagelt. Die alles immer gleich persönlich nehmen. Das ist anstrengend und kräftezehrend für alle Beteiligten. Die Umwelt ist ganz klar genervt und man selber ist aber auch traurig und enttäuscht von so viel Unverständnis und Abwertung. Man fühlt sich dann auch nicht ernst genommen, was gleich noch mehr verletzt. Vielleicht gehörst du zu diesen dünnhäutigen Menschen, die übrigens auch ihre Sensibilität als Stärke verstehen sollten. Denn sie sind sensibler und damit auch empathischer als andere Menschen.

Vielleicht gehörst du aber auch eher zu der Ärgerfraktion, die sich über alles und jeden gleich ärgert und schon körperliche Symptome wie Kopfweh oder Magenschmerzen vor lauter Ärger entwickelt hat.

Beiden gemeinsam ist, dass sie Geschehnisse auf sich beziehen, die Dinge sozusagen persönlich nehmen. Die einen fühlen sich schnell persönlich verletzt, die anderen eher persönlich angegriffen.

Und beides hat miteinander zu tun. In jedem Fall ist der andere schuld daran, dass es mir gerade schlecht geht.

 

Beispiele (sich verletzt fühlen, übergangen, zurückgesetzt, angegriffen)

  • Die Freundin hat deinen Geburtstag vergessen: nicht angerufen, keine Nachricht – nichts!
  • Die Kollegin zickt dich an: „Kannst du nicht mal aufpassen. Immer bist du so gedankenlos!“
  • Dein Kind sagt: „Du bist die böseste Mama, die es gibt!“
  • Die Verkäuferin in der teuren Boutique sagt: „Ich glaub nicht, dass Sie hier das richtige finden.“
  • Erster Besuch einer Freundin in deiner neuen Wohnung: „Also, ich hätte mir deine Wohnung irgendwie schicker vorgestellt.“
  • „Boah, überall Hundehaare. Vielleicht solltest du dir mal nen Saugroboter zulegen?!“
  • Stammtischgeplauder: „Waaas? Du hast noch nie was von ETFs gehört und Blockchain kennst du auch nicht? Also das kennt doch mittlerweile jeder!“
  • Jemand hupt hinter mir im Straßenverkehr. Du denkst: „So ein Idiot! Denkt der, ich seh‘ das nicht, oder was?“
  • Ein Kunde sagt den Termin nun schon zum 2. Mal 1 Stunde vorher ab. Beim 3. Mal kommt er, aber 15 Minuten zu spät. Du denkst: „Mit mir kann man’s ja machen.“
  • Der Hund hört nicht. Alfons – komm! Doch der Dackel schaut gelangweilt, dreht den Kopf in die andere Richtung und beginnt, Gras zu fressen. Du denkst: „Ich bin dem Hund offenbar egal, ich hab keine Autorität, kann mich nicht durchsetzen. Wenn er mich mögen würde, würde er sofort schwanzwedelnd herkommen.“
  • Die Freundin sagt das gemeinsame Essengehen ab. Sie fühlt sich nicht danach. Du denkst: „Na, toll. Doch keine Lust, mit mir Zeit zu verbringen?“
  • Sonntag Mittag, nach mühevollem Kochen, dein Partner: „Also…bei meiner Mutter schmeckt der Sauerbraten anders…“. (das vegane Sushi-Gericht)

 

Das waren nun Beispiele mit offensichtlich unschönen Bemerkungen oder augenscheinlich unhöflichem Verhalten und Beispiele, wo wir einfach hineininterpretieren in ein Ereignis und dabei wirklich nicht wissen können, ob es sich gegen uns richtet. Doch das ist bei sensiblen, verletzlichen Menschen und den „Vielärgerern“ die 1. Vermutung: „Es geht gegen mich!“

 

Wohlmeinende Freunde kommen dann mit „guten“ Ratschlägen:

„Nimm’s einfach nicht so persönlich. Schüttel‘ dich einfach ab, der meint das doch nicht so. Du brauchst ein dickeres Fell, Mädel. Lass es dir endlich mal wachsen.“

Diese guten Ratschläge sind so hilfreich wie weitere Schläge. Sie helfen einfach gar nicht weiter. Denn, wie soll das schon gehen? Dann hört man nur wieder heraus: „Bist halt ein Weichei, ein Sensibelchen, eine Pussy. Zu zart besaitet für diese Welt…“.

 

Hier also endlich die

Anleitung für eine dicke Elefantenhaut 

(Elefanten sind ja übrigens auch ganz sensible Tiere und sehr liebevoll mit ihrer Familie.)

Anti-Ärgerkonzept von Kerstin Bulligan in 7 Schritten

 

  1. Stopp die Negativ-Interpretation

Zum einen können wir aufhören, sofort vom Schlechten auszugehen. Sofort einen Angriff zu vermuten oder eine versteckte Beleidigung.

Denn: Du kannst es nicht zu 100% sicher wissen. Du kannst nämlich keine Gedanken lesen. Es könnte genauso gut anders sein. Die Wahrscheinlichkeit ist sogar groß, dass derjenige dir gar nicht absichtlich weh tun will.

Wahrscheinlich ist: Du nimmst dich zu wichtig und denkst, die ganze Welt macht sich ständig Gedanken über dich und will dir was Böses.

Dabei wärst du überrascht zu erfahren, dass die allermeisten Menschen sich kaum um andere scheren und die meiste Zeit nur mit sich, ihren Gedanken, ihren Zielen und ihren Wünschen beschäftigt sind – und keineswegs an dich dabei denken oder gar daran, dir schaden zu wollen. Das sind vielleicht nur ca. 3 % der Bevölkerung, die Sozio- und Psychopathen. Die Wahrscheinlichkeit, so jemandem zu begegnen ist nicht sehr groß. Also eher unwahrscheinlich.

Und: Solange du von negativer, böser Absicht dir gegenüber ausgehst: was macht das mit dir? Mit deinen Gefühlen, wie geht es dir dann? Mit deinem Verhalten, wie verhältst du dich dann?

Es geht dir schlecht, du fühlst dich als Opfer, du sinnst vielleicht selbst nach Rache… . Merkst du was?

Es ist dein Bild vom anderen, was deine Gedanken, deine Gefühle und dein Verhalten auslösen.

Willst du also wirklich an diesem Bild/Satz festhalten: Die Menschen wollen mir was Böses?

Wie wäre es, stattdessen ein neues Bild im Kopf zu kreieren:  Das ist ein Mensch. Mit Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen unter der Oberfläche.  Was ist bloß gerade los mit ihm?

Das verändert deinen Fokus. Deshalb:

 

2. Verändere deinen Fokus: Von der vermeintlich bösen Absicht hin auf den anderen in seiner unvollkommenen Menschlichkeit.

 

Das was jemand macht oder sagt, hat mit diesem Menschen selbst zu tun. Wir können nicht wirklich wissen, was ihn motiviert. Doch es hat seinen Grund und dieser Grund liegt in ihm.

 

3. Seine Reaktion hat mit ihm zu tun:

„Sein Zirkus, sein Affe.“ 

Dieser Satz ist besonders hilfreich in Zusammenhang mit ziemlich eindeutigen Angriffen, Gemeinheiten, ungehobeltem Verhalten, Unhöflichkeiten und Grobheiten.

Er bedeutet: sein Thema, sein Problem, sein Trigger, seine enge Sicht von der Welt, von den Menschen, sein Bild von mir und allem drumherum. Der Satz dient mir dazu, mich innerlich abzugrenzen. Ich lass es bei ihm.

 

4. Es hat nicht wirklich mit mir zu tun

Es kann etwas ganz Banales die Erklärung sein, warum jemand nicht anruft, nicht zurückschreibt, sich nicht meldet, den Geburtstag vergessen hat.

Zum Beispiel wissen wir nicht, ob das Handy verlegt oder verloren wurde, ob gerade in dem Moment, wo diejenige den Geburtstagsgruß schreiben oder antworten wollte, das Kind sich eine Beule geholt hat und plötzlich riesengroßes Geschrei war, mit anschließendem Arztbesuch. Danach ist so eine Antwort schnell auch mal vergessen.

Oder wir wissen nicht, ob der Kunde, der seine Termine kurz zuvor absagt, gerade sehr durcheinander ist, weil er einen plötzlichen Todesfall verkraften muss. Deshalb kriegt er gerade gar nichts auf die Reihe und an Termine zu denken ist fast unmöglich.

Wir können auch nicht wissen, ob nicht gerade jemand gedankenlos in uns hineingerempelt ist, weil eben seine Freundin sich getrennt hat. Der arme Kerl ist völlig neben sich und hat uns schlichtweg übersehen.

All diese Fälle haben eins gemeinsam: Sie haben nichts mit dir zu tun.

In all diesen Fällen sind die Menschen so sehr mit sich beschäftigt, mit dem eigenen Leben, den eigenen Gedanken und Gefühlen, dass entweder gerade einfach keine Kapazität für dich da ist, dass sie auch mal an dich denken könnten. Oder aber du kriegst gerade den Frust und den Ärger über Gott und die Welt ab, weil du eben gerade in der Schusslinie bist. So wie bei der Kollegin, die sich am Morgen über ihren Freund geärgert hat, der offensichtlich ihren 5. Jahrestag vergessen hat und statt Blumen oder Schmuck gab’s nur den Anpfiff, dass sie vergessen hat, Butter zu kaufen. Muffelig wie eh und je war er. Gedankenlos, wie kann man nur so sein, hatte sie sich schon vor der Arbeit gedacht und nun bist du ihr gerade recht gekommen und sie hat den Frust erstmal abgelassen. Blöd natürlich für dich, du kannst ja nichts dafür.  Unfair? Ja! Doch es braucht dich deshalb nicht zu verletzen. Du kannst es bei ihr lassen.

 

(Sorry. Da war im Audio der  Nummerierungswurm drin! Der Podcast ist aufgenommen. Wie komm ich da raus?… Ich hab hier neu nummeriert! Und du bekommst eine Zusammenfassung der 7 Schritte am Ende.)

 

 5. Meine Reaktion hat mit mir zu tun:

Die Verletzung/ der Schmerz, den ich fühle, hat mit mir zu tun:

Mein Gefühl entsteht in mir. Es ist mein Ärger, den ich mir mache. Weil es bei mir auf einen wunden Punkt trifft. Aufgrund meiner Geschichte, Meiner Erfahrungen, meiner Überzeugungen von mir und der Welt.

Ich kann mich reinsteigern, den Ärger oder den Schmerz, der damit verbunden ist, größer machen. Durch noch mehr Gedanken in diese Richtung: Abwärtsspirale, zieht mich runter.

Ich kann meine Reaktion wählen. Vielleicht muss ich mich dazu – um diese Freiheit der Wahl zu bekommen – mit meinen wunden Punkten auseinandersetzen und sie heilen. Es wäre zum Beispiel heilsam, wenn ich glauben könnte, dass ich ein guter, wertvoller Mensch bin. Dass ich viele gute Fähigkeiten habe und viel zu geben. Dass ich für mich selbst gut genug bin, zufrieden mit mir, mich wohl fühle mit mir.

Wenn dem nicht so ist, dass ist es Zeit, an den eigenen Schmerzpunkten zu arbeiten und anzufangen.

Du weißt schon, das ist der Punkt, wo ich ins Spiel komme. Natürlich gibt es auch andere Hilfen da draußen, gute Therapeuten und Coaches. Die Chemie muss stimmen, dann ist der Erfolg auch wahrscheinlich. Für deine wunden Punkte jedenfalls bist du verantwortlich, dich zu kümmern und dir Unterstützung zu holen.

Wenn du also von jetzt an aufhörst, negativ hineinzuinterpretieren, dann kannst du stattdessen die Chance nutzen, aus all diesen Situationen zu lernen und zu wachsen.

Tritt also einen Schritt zurück.

 

6. Begreife Trigger als Chancen zum Lernen

Fokussiere dich auf die Sachinformation einer Bemerkung oder die Sachebene des Geschehenen.

Wenn deine Ohren nur die Sachinformation hören, kannst du objektiv nach dem Wahrheitsgehalt forschen:

Ist das denn wirklich wahr was er da sagt?

Ist das denn wirklich wahr, was ich darüber denke?

Wenn du zu dem Schluss kommst, dass durchaus was Wahres daran ist, z.B. an der Bemerkung: „Immer soll es nur nach deiner Nase gehen!“ Vielleicht möchtest du dir dann vornehmen, mal mehr nachzufragen, was der andere gerade gerne hätte, mehr eingehen auf ihn oder sie.

Oder du denkst, ja richtig, ich könnte wirklich mal Schwiegermutter nach ihrem veganen Sauerbratenrezept fragen…

Dann könntest du es als wichtige Information nehmen, um zu wachsen, dich zu entwickeln und daraus zu lernen. Frag dich:

Kann ich etwas daraus lernen (für mich, für mein Leben, für Beziehungen, über den anderen? )

Im Grunde kannst du jedes Erlebnis, das dich triggert, das dich scheinbar verletzt, als wichtige Lernerfahrung nehmen und daran wachsen.

Indem du bei dir bleibst. Indem du neugierig bist, was in diesem anderen Menschen gerade so los ist. Eine offene, neugierige Haltung baut Brücken zueinander. Und wie froh sind die Menschen, wenn sich jemand mal wirklich dafür interessiert, wie es ihnen geht, was gerade los ist!

 

7. Triff die Entscheidung für deinen Frieden

Hilfreiche Mantras/Mantren zur Festigung deiner Entscheidung.

Ich lass es bei dir. Ich bleibe bei mir.“

„Ich kann mich immer für Frieden entscheiden.“

 

Hier nochmal zusammengefasst die 7 Schritte des Anti-Ärger-Konzepts = Anleitung für deine dicke Elefantenhaut:

  1.  Stopp die Negativ-Interpretation
  2. Verändere deinen Fokus: Das ist ein Mensch
  3. „Sein Zirkus, sein Affe.“ Seine Reaktion hat mit ihm zu tun.
  4. Es hat nicht wirklich mit mir zu tun
  5.  Meine Reaktion hat mit mir zu tun
  6. Begreife Trigger als Chancen zum Lernen
  7. Triff die Entscheidung für deinen Frieden

 

Mit diesem Anti-Ärger-Konzept von mir (wenn du das immer mehr verinnerlichst) und deinen heilenden Triggerpunkten gehst du stark und quasi unverwundbar durchs Leben. Jedenfalls brauchst du dich wirklich nicht mehr unnötig ärgern und verletzt zu fühlen.

 

Weniger Ärger gibt mehr Raum für Freude und gute Gefühle.

Deine Kerstin

von Lichtfinder

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