Mein Partner ist gemein – Perspektivenwechsel

Kennst du das auch? Was andere sagen, wie sie dich anreden, entscheidet in Windeseile darüber, wie du dich fühlst. Und ganz oft führt es dazu, dass du Gesagtes persönlich nimmst. Dann fühlst du dich gekränkt, zu Unrecht beschuldigt oder auch ganz klein.

Dabei kannst du dich mit dem richtigen „Mindset“ unangreifbar machen. Neugierig?

Es war ein Tag, an dem mir mal wieder alles weh tat. Der Nacken, der Rücken. Dann hat es mich noch gefroren und ich bekam Kopfweh. Was tat ich? Ich jammerte in alter Manier. Und mein Partner antwortete kühl „Mimimimi….! Jammer halt…“

Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Ich fühlte mich abgewiesen. Es tat weh. Diesmal von innen. Der Wolf tanzte auch in mir: „So was Gemeines! Das interessiert ihn überhaupt nicht? Und das soll Liebe sein? Wie redet der denn mit mir!“

Dann schaltete ich mein Hirn dazu, das irgendwann mal was von „verbindender“ Kommunikation gehört hatte (grins…).

Was ist los in mir? Was fühle ich? Was brauche ich? Ich wollte es analysieren und für mich lösen. Das Modell der 4 Schritte nach Marshall Rosenberg ist das passende Tool dazu:

Beobachtung  – Gefühl  – Bedürfnis – Bitte

  • Beobachtung: Ich habe in etwas weinerlichem Ton gesagt, dass mir alles weh tut und ich mich nicht wohl fühle. Es kam eine Antwort, mit der ich nicht gerechnet hatte.
  • Gefühl: Ich bin verletzt,…
  • Bedürfnis: … weil ich Verständnis Ich wünsche mir auch Interesse an meinem Befinden.

Ich hatte jedoch keine Lust, eine Bitte auszusprechen. Stattdessen stellte ich mich (gedanklich) in die Schuhe meines Partners. Er scheint genervt (Gefühl) zu sein. Ich weiß, dass ich immer wieder diese Schmerzen habe. Er will das scheinbar nicht so oft hören. Verstehe ich auch irgendwie. Ich weiß auch, dass er überzeugt ist, Jammern macht den Schmerz noch schlimmer. Er wollte mir also womöglich sogar helfen. Das heißt, ihm liegt ganz viel an mir. Er will mir nachhaltig raushelfen aus dem Jammertal der chronischen Schmerzen. Und auch wenn es hart geklungen hat. Der Effekt war vielleicht gar nicht so schlecht.

Er hat mich absichtlich gegen eine Wand laufen lassen. Damit ich die Richtung wechsle. Was für ein Freund! Einer der weiß, dass es einen sekundären Krankheitsgewinn gibt.  Und dass man Menschen nicht hilft, wenn man sie im Dauerjammern noch bestärkt und bemitleidet.

Aha! Meine neue Perspektive ändert ruckzuck meine Gefühle. Die sind ihm gegenüber jetzt wieder direkt warm. Sein Bedürfnis war wohl gar nicht, seine Ruhe zu haben. Vielmehr wollte er „beitragen“. Zu meiner Gesundung, auf etwas ungewöhnliche Art.

Danke dafür !

Das war kein ganz alltägliches Beispiel dafür, wenn man sich „dumm angemacht“ fühlt, dafür ganz aktuell und authentisch.  Und es zeigt, was es für einen Unterschied macht, wenn man sich die Mühe macht, einmal die Perspektive des anderen einzunehmen. Sich in seine Schuhe zu stellen.

Und dennoch… jetzt fallen mir wieder Bitten ein. Eine an mich selbst: Nächstes Mal sage ich statt zu jammern ganz konkret, was ich mir wünsche. Zum Beispiel eine Nacken-Massage. Oder einfach mal festgehalten zu werden. Und das wäre dann gleich die Bitte an meinen Partner. Denn so einfach kommt er mir auch nicht davon…

                                                                                                                              Deine Kerstin, Lichtfinderin

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