Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Wir wünschen uns oft so sehr nichts anderes als die Aufmerksamkeit eines anderen Menschen. Am liebsten von jemandem, der uns etwas bedeutet. Dabei erleben wir tagtäglich leider das Gegenteil. Die Menschen, mit denen wir uns unterhalten, interessieren sich zu allererst für sich selbst. Sie wollen sich darstellen, etwas erzählen, toll rüberkommen, uns die Welt erklären. Kaum dass ich einen Satz sage, grätscht der andere schon hinein und nimmt es zum Stichwort für seine nächste ausführliche Geschichte. Manche Leute erzählen wirklich sehr unterhaltsam und die introvertierteren Zeitgenossen (zu denen ich mich meist zähle) hören durchaus sehr gerne und mit Begeisterung eine ganze Weile zu. Nur, liebe Extrovertierten unter euch, vergesst bitte nicht, dass ein anderes Wort für „Kommunikation“ auch „Austausch“ ist. Das bedeutet, es ist ein echtes Geben und Nehmen im Dialog.

Dazu sollte jeder auch bereit sein, dem anderen immer wieder Raum zu geben. Pausen zu ertragen fällt euch vielleicht leichter, wenn ihr sie nutzt, um sich eine Frage ans Gegenüber zu überlegen. Kleiner Tipp: Keine mit Ja/Nein zu beantwortende Frage. Geheimtipp: „Was genau meinst du damit?“ – das eröffnet Gesprächsräume!

Und Raum geben bedeutet, dass der andere auch mal länger am Stück dran sein darf. Ja, wirklich! Das größte Geschenk, das du einem Menschen machen kannst, ist es, sich für ihn zu interessieren. Echtes Interesse am anderen, ist das wirklich so schwer? Wünschen wir uns das nicht alle für uns selbst? Dazu, lieber Vielredner, gehört zum Beispiel auch mal weiter und weiter nachzufragen, mit voller Aufmerksamkeit einfach mal nur zuhören.

Wie auch immer, mit diesem Beitrag habe ich innerhalb meines Einflussbereichs etwas getan. Vielleicht gibt er dem einen oder anderen zu denken. Im realen Gespräch GEBE ich am besten erst mal, was ich mir selbst wünsche. Ich stelle mir ein Schild vor, über dem Kopf des Gesprächspartners, wer auch immer das gerade ist. Darauf steht: DU BIST WICHTIG. Und so verhalte ich mich im Laufe des Gesprächs. So kann Nähe entstehen, eine echte Verbindung.

Irgendwann würde ich mich jedoch wahnsinnig freuen, dasselbe umgekehrt zu erleben, denn auch ich habe das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Es bedeutet Wertschätzung des anderen Menschen. Wer wünscht sich das nicht?

Mit Hilfe von GfK bzw. Brückenkommunikation spreche ich es durchaus an, wenn die Kommunikation über weite Strecken immer wieder einseitig ist und kann vielleicht dadurch eine Veränderung der Beziehung bewirken. Würde ich es nicht tun, baut sich ein immer größerer Frust auf und irgendwann ziehe ich mich von dieser Person zurück, weil es mir nicht gut tut und ich zu kurz komme.

In jedem Fall habe ich, indem ich es anspreche, meine Bedürfnisse nach einem echten Austausch, nach Aufmerksamkeit und Interesse einmal kund getan und dadurch auch ein Stück Selbstachtung zurück erobert.  Denn ich selbst habe die Verantwortung für die Erfüllung meiner Bedürfnisse übernommen.

Übrigens: Kinder, die zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, sorgen oft durch auffälliges Verhalten wenigstens für negative Aufmerksamkeit. Das könnte uns auch zu denken geben. Vorbeugen, durch einen regelmäßigen Vorschuss an positiver Aufmerksamkeit: Das Gute wahrnehmen und würdigen. Auch in der Partnerschaft sicher keine schlechte Idee;)

Wenn du mehr über die Brückenkommunikation wissen willst, Hilfe beim Vorbereiten schwieriger Konflikt-gespräche brauchst oder Konflikte dein Leben zu oft „versauen“, dann wende dich gerne an mich für ein persönliches Coaching Gespräch (gerne auch via Skype) oder nimm an einem meiner nächsten Seminare teil.

Deine Kirstie

 

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