Hilfe! Ich werde kritisiert!

Kritik ist ein Riesenthema. Es hat bei mir in der Vergangenheit ALLES in Frage gestellt. Mein jeweiliges Projekt sowieso, aber auch und vor allem meinen Selbstwert. Ich habe grundsätzlich alles persönlich genommen, mir jeden Schuh angezogen. Jemand hat mal gesagt: „Kirstie, wenn man dir ans Bein pinkelt, dann sagst du noch danke und streckst ihm den Fuß entgegen.“ Tja, ein Sensibelchen eben… kann man das jemals ändern? Sich ein „dickes Fell“ wachsen lassen?

Heute weiß ich, dass sensible Menschen oft den Vorteil haben, besonders empathisch auch für andere zu sein. Ganz wird sich diese etwas zartere Konsistenz der Seele wohl nie verändern. Mit Hinblick auf die erhöhte Empfindsamkeit für die feinen Nuancen ist das auch gut so. Wir sind zum Glück nicht lauter Büffel im Umgang miteinander.

Es hilft also ungemein, sich selbst erst einmal so anzunehmen, wie man eben gestrickt ist und sich selbst nicht als „Empfindelchen“ zu verurteilen. Gleichzeitig ist da ein Bedürfnis vorhanden, dass ich mich schützen will und dass ein negatives Urteil eben nicht die oben beschriebene Auswirkung hat. Ich frage mich zuerst einmal: ist derjenige in der Sache überhaupt kompetent, sein Urteil abzugeben? Hat er oder sie vielleicht wirklich mehr Erfahrung oder Wissen zu genau diesem Thema?

Was ist die Absicht meines Kritikers? Will er einen Beitrag leisten und mir helfen, mich zu verbessern? Tut er mir damit wirklich etwas Gutes? Oder will er nur seinen „Senf dazugeben“ und mir vielleicht sogar weh tun?

Meistens haben die Menschen gute Absichten. Und jeder Mensch handelt, um sich damit ein Bedürfnis zu erfüllen. Übrigens ist das auch bei scheinbar selbstloser Hilfe der Fall. Derjenige will sich gut und wichtig fühlen. Dennoch, auch wenn der andere wohlwollend väterlich kritisiert, ich entscheide ganz allein, ob ich mir diese Kritik zu Herzen nehmen will oder nicht. Ob es mich weiterbringt oder mir der andere seine Ansichten überstülpen will. Ich muss nicht jede Kritik ernst nehmen, annehmen und umsetzen. Ich bin nicht auf der Welt, so zu leben und zu handeln, wie andere es von mir erwarten.  Vor allem wenn die Kritik von Autoritäten kommt wie dem Chef oder von älteren Familienmitgliedern, scheinbar weiser und kompetenter, bin ich allzuleicht geneigt, ohne zu überlegen den Erwartungen zu entsprechen und zu „folgen“.

Stop it!!! So weit zum Umgang mit den alten Krittlern. Ich habe nicht um ihren Rat gebeten. „Ungebetene Ratschläge sind auch Schläge“, heißt es nicht umsonst. Wenn ich mir ein Feedback einholen will, dann tue ich es inzwischen ganz gezielt. Am liebsten von jemandem, der das auf einfühlsame Art und Weise versteht.

Es ist viel schöner, wenn man gefragt wird: „Mir fällt da was auf. Willst du einen Vorschlag hören?“

Oder: „Ich hab da eine Idee. Magst du sie hören?“ Manchmal bin ich froh um Hinweise und Verbesserungsvorschläge. Vor allem wenn ich weiß, dass ich von diesem Menschen zu diesem Thema noch einiges lernen kann. Wenn ich jedoch dankend ablehne, ist das auch nicht böse gemeint und bedeutet nicht, dass ich an dessen Kompetenz zweifle. Ich wollte vielleicht einfach nur etwas loswerden, mich nur mitteilen und dabei ganz bei mir bleiben. Mich nicht durch andere Meinungen verunsichern lassen. Ich selbst möchte mich auch immer wieder daran erinnern, nicht ungefragt Ratschläge zu verteilen. Wer gerne einen hätte, möge darum bitten!

 

Deine Kirstie, Lichtfinderin

 

 4 Schritte der GfK : Beobachtung –Gefühl –  Bedürfnis – Bitte!

 

Nächstes Mal: Wie stelle ich eine konkrete Bitte /mit Aussicht auf Erfolg?

 

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