Wir reden den ganzen Tag über unablässig mit uns selbst. Du selbst bist dein engster Kommunikationspartner. Im Selbstgespräch sind das angeblich täglich 50.000 Wörter.

Du glaubst es nicht? Ach: „Heute Abend muss ich noch den Wecker stellen.“

„Was kauf ich nochmal alles ein?“  „Ich hasse Spiegelei! Mann, ist das eklig.“ „ Worauf habe ich heute Abend Lust?“ „ Ach, ich könnte Holger anrufen…“ – Das sind Beispiele für ganz normale Konversation mit dir selbst. Also ja, jeder hat eine innere Stimme.

Die Frage ist nur, ob du mit ihr streitest. Wie hört sich diese Stimme in dir an, wenn du etwas falsch gemacht hast? Wenn du nicht zufrieden bist? Wenn dir ein arger Fehler passiert ist?

„Du Depp/ Riesenhornochse/ dumme Nuss! Immer dasselbe! Bringst einfach nichts zustande! Hättest doch gleich wissen können, dass das nix wird…“ Undsoweiterundsofort…

Die Menschen neigen dazu, mit sich selbst äußerst gnadenlos ins Gericht zu gehen. Da wird beschimpft, runtergeputzt, verurteilt, manchmal sogar zerfleischt. Die Psychologie spricht auch von verschiedenen Seelen- oder Persönlichkeitsanteilen, die in einem wohnen. In dem Fall der gnadenlosen Stimme ist es der „innere Kritiker“.

Du  findest vielleicht, der innere Kritiker hat bei dir eine wichtige Aufgabe. Und deshalb lässt du ihn gewähren. Auch wenn es dir nachher richtig sch… geht. Doch warum lässt du ihn so mit dir reden?

Er hat tatsächlich eine gute Absicht. Überlege doch mal, was will er denn?

Meistens ist es so, dass er dich irgendwie verbessern will, auf die richtige Spur bringen, antreiben, motivieren. Die Absicht ist gut, ja?

Doch was erreicht diese scharfe, harte Stimme regelmäßig bei dir? Wie geht es dir anschließend?

Du fühlst dich klein, schlecht, niedergemacht, erdrückt.

Dabei war doch die Absicht die, dass du besser werden sollst…? Also setz dich am besten in einer ruhigen Minute mal mit deinem inneren Kritiker zusammen und gib ihm eine neue Jobbeschreibung und auch -bezeichnung. Wie sollte er am besten mit dir reden, dass du nachher wirklich motiviert bist, ermutigt, zuversichtlich und dich gut und wertvoll fühlst? Stell dir mal vor, wie du mit einem Kind sprechen würdest, dem etwas schief gegangen ist. Oder mit deinem besten Freund. Stell es dir hier wirklich vor…

Es ist eine gute Idee, auch mit sich selbst ab sofort so nett und liebevoll zu sprechen. Gute Worte zu finden, die dich wirklich vorwärts bringen. Der Kritiker wird zum freundlichen Mentor. Oder wie auch immer, du die Stimme nennen willst, den Ratgeber-Teil von dir.

Dein ganzes Fühlen steht und fällt mit dem inneren Dialog in dir. Nicht nur in den ganz  kritischen Momenten ist dieser Dialog zu beobachten, sondern eigentlich immer. Die Buddhisten sprechen auch von „Gedanken-Hygiene“. Jeder Gedanke erzeugt Energie und macht etwas in deinem Körper. Du bist letztlich, was du den ganzen Tag über denkst. Also mal ehrlich, gibt es noch einen Grund, weiterhin in negativen, verurteilenden Gedanken zu schwelgen? Denk dich so, wie du dich haben willst!

Sprich liebevoll mit dir. Immer. Dann kannst du dir selbst vertrauen. Dann erst bist du dein bester Freund. Und strahlst das auch positiv auf deine Umwelt aus. In der GfK sind es „die Giraffenohren nach innen“, als Voraussetzung für den liebevollen inneren Dialog. Anstelle der Wolfsohren. Wenn du mit dir selber schaffst, nachsichtiger umzugehen, dann wirst du automatisch auch weniger gereizt gegenüber deinen Mitmenschen sein. Du wirst ein umgänglicher, freundlicher Zeitgenosse.

Weißt du, Fehler passieren manchmal. Das ist einfach menschlich. Und es braucht keine gnadenlose Stimme, die dich davor schützen würde oder könnte, den nächsten Fehler zu machen. Einzig mit gutem Zuspruch rappelst du dich nach einem Fehler wieder auf und bist in der Energie, weiter durchzustarten.

Probiere es aus, wenn du möchtest und du wirst beobachten, wie sehr sich dein tägliches Fühlen verändert ebenso wie der Umgang mit anderen.

                                                                                                                                     Deine Kirstie, Lichtfinderin

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