In diese fünf Beziehungsfallen tappen viele – du auch?

Heute geht es um fünf gefährliche Strategien, die uns die Beziehung kosten können, wenn wir sie nicht ändern. Denn die Liebe kühlt dadurch immer mehr ab und irgendwann fragen sich beide, warum sie eigentlich noch zusammen sind.

Tatsächlich ist es oft so dass mit der Zeit die Liebe verschwindet und viele Paare denken dann, na ja, ist doch logisch, wenn man so lange zusammen ist. Es kriselt, man ist gegenseitig genervt voneinander. Doch wann ist das eigentlich losgegangen. Was haben wir falsch gemacht? An welcher Stelle sind wir verkehrt abgebogen? Ich möchte dir ein paar dieser verkehrten Abbiegungen vorstellen. Ein paar typische Fallen, die gar nicht so bekannt sind und doch so weit verbreitet sind. Wenn du diese Fallen kennst, je früher desto besser, dann kannst du bewusst von jetzt ab andere Wege gehen. Wege der Verbindung, Wege , die zueinander führen. Vielleicht lassen sich dann alte Verletzungen auch wieder heilen.

Dies ist ein Skript zur Lichtfinder Podcast Folge 70 . Hier kannst du sie kostenlos hören. Klick.

Hier sind die 5 Beziehungsfallen, die kaum bewusst und bekannt sind:

  1. Konkurrenzkampf

Johanna und Heiner sind von der Feier nach Hause gekommen. Alle Paare aus ihrer Tennisgruppe hatten sich seit langem mal wieder getroffen und zusammen ein Büffet organisiert. Doch Johanna ist stinksauer. Sie kam mal wieder so schlecht weg an diesem Abend. Die Freunde mussten ja den Eindruck haben, dass sie überhaupt nichts täte. Da war die Diskussion aufgekommen, wer zu Hause was tut und Heiner hatte mal wieder laut hinausposaunt, dass er den Zwillingen letzte Woche die Pausenbrote geschmiert hat.

Ja genau, zum zweiten Mal seit Beginn ihrer Schulzeit vor 3 Jahren. Weil sie, Johanna, so eine Bauchverstimmung hatte, dass sie nicht aus dem Bad rausgekommen war. Außerdem hat Heiner sich bei der Party wieder als der große Chefkoch präsentiert, weil er seinen berühmten Nudelsalat beigesteuert hatte und so getan, als würde er auch zu Hause ständig in der Küche stehen.

Dass Nudelsalat und Steaks das einzige waren, was er selbst zubereiten konnte und dass sie, Johanna, tagein tagaus jeden Mittag und Abend fürs Familienessen sorgte, das wurde mit keinem Wort erwähnt.

Heiner wusste überhaupt nicht, was sie den ganzen Tag leistete mit den 9 jährigen Zwillingen, der Sorge um die Hausaufgaben und den Haushalt und ihrem Halbtagsjob im Büro. Für ihn war es eben nur ein Teilzeitjob und sie wüsste ja gar nicht, wie gut sie es hätte, dass sie jeden Mittag heim durfte. Johanna hätte ja keine Ahnung, was echte Arbeit und Verantwortung für Mitarbeiter bedeutete.

Tja – Jeder sieht nur seine Welt. Jeder schaut nur auf die eigene Leistung und die eigene Anstrengung. Jeder der beiden vermisst Wertschätzung vom anderen. Jeder möchte so dringend gesehen werden in seinem Wert für die Familie und für den anderen.

So kommt es immer wieder zum Konkurrenzkampf zwischen den beiden.

Alles dreht sich um die Fragen:

Wer tut mehr? Wer leistet mehr? Dahinter steckt: Wer ist der /die wertvollere von uns beiden? Wer verdient mehr, wer trägt mehr bei für die Familie? Wer ist der/ die Bessere von uns beiden?

Dabei geht es beiden eigentlich um dasselbe. Den Wunsch nach Liebe.

Diese unstillbare Sehnsucht nach Anerkennung kenne ich auch aus der Arbeitswelt. Von den Menschen, die wegen beruflicher Probleme zur mir in die Beratung kommen. Da wird auch allerorts fehlende Wertschätzung und Anerkennung beklagt.

Eigentlich sollte man meinen, müsste doch jeder wissen, wie wichtig es den meisten Menschen ist, dass ihr Wert wahrgenommen und geschätzt wird. Doch so sehr jeder für sich unter dem Mangel an Wertschätzung leidet und selbst gefühlt zu wenig bekommt, so wenig scheinen sie in der Lage zu sein, anderen auch etwas Wertschätzung zu geben.

 

Warum spürt es jeder nur bei sich und ist nicht bereit, dem anderen was zu geben?

Meine Antwort:  Weil jeder so sehr mit sich beschäftigt ist. Mit der eigenen Person. Mit dem eigenen Mangelgefühl. Da geht der Blick für die anderen verloren. Und so lebt jeder in seiner Blase, leidet mehr oder weniger still vor sich hin und beklagt die kalte, interesselose Welt.

 

Hinter der Frage: „Wer leistet mehr?“ steckt meiner Erfahrung nach hauptsächlich ein eigener Mangel an Liebe. Stellen wir uns die Liebe vor als ein Gefäß  mit der Aufschrift Liebe, das gefüllt werden will, so wie andere wichtige essentielle Bedürfnisse wie Essen Trinken oder Schlaf.

Die meisten Menschen haben immer ein Loch in ihrem Bedürfnistopf Liebe. Wenn wir ehrlich sind, kann dieses Loch von außen kaum gestopft werden. Denn wenn dann mal Anerkennung von außen kommt, dann verpufft diese auch gleich wieder und wird kaum wirklich angenommen und geglaubt..

„Ach, das war doch nichts. Dafür nicht. Dafür brauchst du mich nicht loben, das ist doch selbstverständlich. Das war reines Glück, nix Besonderes“, kommt dann als Antwort.

Weil wir zu wenig Liebe in uns spüren. Zu uns selbst, in erster Linie. Außerdem zu wenig Liebe zum Leben generell und zu unserem jetzigen Leben im Besonderen.

Wenn also jemand klagt: Der sieht mich nicht. Ich bekomme zu wenig Wertschätzung von meiner Partnerin / von meinem Partner. – Dann gibt er sich selbst auch zu wenig Liebe und Wertschätzung.

Und weil man anderen nur etwas geben, was man selber hat ist die Folge fehlender Liebe nach innen, dass man anderen auch nicht viel zu geben hat.

Deshalb wäre es schlau und der einzige Weg aus dem Schlamassel heraus, bei sich selbst anzufangen. Sich selbst wertzuschätzen. Die kleinen Dinge. Die scheinbaren Selbstverständlichkeiten. Am besten Tagebuch darüber führen, was alles gelungen ist, worauf du heute stolz sein kannst. Hör nicht auf, bevor du nicht jeden Abend drei Dinge notiert hast.

Was hab ich heute gut gefunden an mir und an meinem Leben?

Abgesehen von einem Mangel an Liebe in sich selbst kann so eine Klage: Ich tu alles und du tust fast nichts – auch aus eigener Überlastung und jeder Menge Frust heraus kommen. Wenn jemand nämlich mit dem eigenen Alltag unzufrieden ist und so dringend Entlastung, Veränderung, Abwechslung bräuchte, mehr Freude, mehr Leichtigkeit bräuchte… aber keinen Weg dorthin sieht… dann ist der Vorwurf „Ich tu alles und du tust fast nichts“ an die anderen in Wirklichkeit ein Hilferuf.

Eigentlich müsste derjenige manches in seinem Leben ändern und gezielt für eben diese wichtigen Bedürfnisse sorgen: Entlastung, Veränderung, Abwechslung bräuchte, mehr Freude, mehr Leichtigkeit.  Und für jedes Bedürfnis, für jedes einzelne, gibt es 1000 Strategien, wenn man mal etwas kreativ und mutig ist.

Wenn man also herausfindet, worum es einem wirklich geht, dann holt man den Partner am besten mit ins Boot und macht gemeinsam Brainstorming zur Strategiefindung: Wie holen wir uns Entlastung in unser Leben. Oder mehr Abwechslung/Spaß?

Also als einer der beiden Partner, der/die diesen Podcast hört… wenn mal wieder der Eindruck entsteht, dein Partner würde sich aufopfern und die Last der Welt auf seinen Schultern tragen, dann könntest du neugierig werden und nach fragen:

Geht es dir um Wertschätzung und Gesehenwerden in dem, was du leistest für mich und uns?  (Das wäre dann die Liebe, nach der sich jemand sehnt)

Oder bist frustriert und würdest gerne was grundlegend ändern – in deinem Leben, in unserem Leben?

Wichtig ist dabei, möglichst genau herauszufinden, was jemand sich wünscht, dass ein Beziehungspartner sagt oder tut. Ich wünsch mir Wertschätzung und Gesehenwerden von dir in meiner Leistung für die Familie. Ja – das ist gut zu wissen. Doch wie konkret könnte das aussehen? Was müsste jemand sagen oder tun, wie oft und wann, damit das auch wirklich als Wertschätzung ankommt?

Unterschätzen wir nicht die Unfähigkeit Gedanken zu lesen. Wirklich hilfreich ist es erst dann, wenn einer so konkret wir möglich sagt, was er sich vom anderen wünschen würde.

Würdest du mich morgens mal kurz in die Arme nehmen und drücken, bevor du das Haus verlässt?

Wärst du bereit, beim Abendessen den Fernseher auszuschalten und dein Handy auf stumm zu stellen, damit wir mal Raum nur für uns beide haben?

Nahtlos geht das über und ist sehr ähnlich dem:

  1. Machtkampf

Die Frage, um die sich alles dreht: Wer hat Recht? Wer weiß es besser? Wir sind so sehr überzeugt, im Recht zu sein. Wir glauben so fest, dass wir doch gut informiert sind und DIE Wahrheit wissen.

Willst du Recht haben oder glücklich sein? So ähnlich geht das Zitat nach Marshall Rosenberg, dem Begründer der Gewaltfreien Kommunikation. „Beides zusammen geht nicht.“

Wenn man mal kapiert hat, dass die Landkarte nicht die Landschaft ist, dass jeder die Welt durch die eigene Brille anschaut und die gefärbt ist von den eigenen Erfahrungen, Denkmustern und Prägungen… dann kann man innerlich einen großen Schritt zurücktreten und weiß: Deine Wahrheit, meine Wahrheit. Beides ist manchmal möglich.

Im Zweifel zu sagen: Du hast Recht – ist gar nicht so unwahrscheinlich und entspannt augenblicklich. Der Klügere gibt eben nach. Dem ist die Beziehung wichtiger als das Beharren auf angeblichem Recht, welches sich manchmal erst viel später doch als Unrecht herausstellt, stimmt’s?

  1. Bloßstellen: Sich beklagen und lustig machen vor anderen

Manche Paare machen sich einen Sport daraus, zumindest einer von den beiden, dass er sich vor Bekannten oder Freunden gerne über den Partner lustig macht. Da genügt schon ein Augenrollen, wenn Sie mal wieder von ihrer Laktoseintoleranz erzählt oder er von seiner Erkältung letztes Wochenende. Oder wenn er vor allen sagt: Ich würde mir echt wünschen, dass ich jeden Abend ein warmes Essen bekäme. – Ach nee, wenn du mal um halb sechs und mal um halb acht kommst, erwartet der Herr, dass ich immer bereit stehe?

Sie vor den Freunden: Er wieder mit seinem Sport. Meint wirklich, er würde den nächsten Marathon gewinnen.

Er: Ach, und du mit deinem Yoga. Das kostet ein Heidengeld und bringt doch eh nichts, wie man sieht.

Wenn du bisher gern gestichelt und gelästert hast, mach es von nun an besser:

Wenn dir was an deiner Beziehung liegt: Es ist ein No Go, den Partner vor anderen schlecht zu machen. Nicht einmal das berühmte Augenrollen ist cool. Es sind gerade diese Mikroverletzungen, die kleine Risse machen und der Beginn eines großen Bruchs sind.

Bist du eher das Opfer dieser öffentlichen Demütigungen? Dann stell deinen Partner mal in einer ruhigen Minute zur Rede und sag ihm, was das mit dir macht. Und dass du es brauchst, dass er vor anderen zu dir steht und nicht gegen dich. Wenn sich das über die Zeit nicht ändert, ist nicht mehr viel Liebe da zwischen euch und du musst überlegen, ob dir diese Beziehung noch überwiegend gut tut.

 

4.Schweigender Rückzug/Bestrafen

Der andere soll büßen, für diese Bemerkung oder dieses Verhalten. ER oder sie hat es nicht verdient, dass ich jetzt nett bin. Sex gibt’s definitiv die nächsten Tage keinen. Wenn ich schweige, wird er schon merken, wie sehr mich das verletzt hat.

Die Mauer zwischen beiden wird immer höher. Sie ist irgendwann kaum mehr einzureißen. Das Herz dahinter ist abgekühlt.

Fazit: Schweigender Rückzug ist höchstens dann eine gute Idee, solange der Ärger frisch ist.

Zeitnah sollte man jedoch darüber sprechen, was einen gestört oder verletzt hat. Schweigen jedoch über längere Zeit ist tatsächlich beziehungstödlich.

Wie? Am besten in dem 4 Schritten der Brückenkommunikation. Darüber erzähle ich euch etwas in meinem kostenfreien Webinar: Ich lass mich nicht mehr ärgern.

 

  1. Selbstverständlich nehmen

Du bist ja immer da. Dir bin ich mir sicher. Bei dir kann ich meinen Frust abladen. Bei dir kann ich endlich ich sein. Bei dir kann ich Dinge sagen, die ich sonst niemandem sagen würde. Zu dir kann ich sogar gemein werden und du bist immer noch da.

Was einerseits ein sehr verstecktes Kompliment ist, ist andererseits auch eine Riesengefahr.

Denn einmal ausgesprochene Worte hinterlassen womöglich Verletzungen, die auch noch nach Jahren weh tun und nie wirklich heilen.

Also gerade wenn uns jemand wichtig ist, gerade wenn wir eine Beziehung nicht gefährden sondern „eigentlich“ behalten wollen, gerade dann sollten wir  auf unsre Worte und unser Verhalten achten und uns nicht wie die Axt im Walde aufführen. Das hat nichts mit Ich selbst sein zu tun.

Der Partner die Partnerin ist kein gefühlloses Stück Holz und muss und wird nicht alles aushalten. Wer das immer noch glaubt, ist echt blauäugig angesichts der Trennungen und Scheidungen außenherum. Selbst zwischen Eltern und Kindern brechen Beziehungen ab und manche Großeltern lernen ihre Enkel niemals kennen.

Deshalb: ungefiltert sollten Frust und Wut auch und gerade bei den Liebsten nicht heraus. Dass das dennoch ein verbreitetes Thema ist, zeigt die Beliebtheit meines Blogartikels. Ganz ehrlich, wenn da draußen die Gemeinheiten gerade in der Partnerschaft und in engen Beziehungen so üblich sind, so selbstverständlich, dann wundert es mich nicht mehr, dass so viel in die Brüche geht.

 

Ein lieber Mensch ist etwas kostbares. Beim Kennenlernen, beim Anbahnen einer Beziehungen, behandelt man den anderen wie einen echten Schatz.

Wenn man das über die Jahre so beibehalten würde, dann wäre das Wort Schatz auch nach Jahrzehnten der Beziehung noch ein ehrlich gemeintes und kein ironisch zynisches.

Gute Verbindungen sind extrem selten, vor allem über längere Zeit, und sie sind es wert, wie echte Schätze behandelt zu werden.

Noch etwas Werbung in eigener Sache:

Damit es in Zukunft weniger kracht in deinen Beziehungen und du dich auch nicht länger still ärgerst, lade ich dich herzlich ein zu meinem live Webinar Vortrag  „Ich lass mich nicht mehr ärgern“. Auf meiner Website: Lichtfinder /Angebot/Kostenloses  kannst du dich Eintragen für den nächsten Termin.

Dort findest du auch den Eintragungslink zum Ebooklet: Going Deep mit der Gefühls- und Bedürfnisliste für mehr Klarheit in dir.

Außerdem gibt es wieder den Magischen Adventskalender für gute Gefühle als Amazon kindle Version. Der etwas andere Adventskalender mit einem hypnotisch wirksamen Text für bessere Gefühle in schwierigen Zeiten.

Wenn diese Folge irgendwie hilfreich für dich war, teile sie gerne weiter. Du kannst sie auch als Blogtext auf meiner Seite nachlesen.

Ich wünsche dir, dass du mögliche Beziehungsfallen jetzt besser wahrnehmen kannst und von jetzt ab, weniger hineintappst sondern immer öfter andere Wege gehst, die euch beide wieder näher zueinander bringen.

Deine Kerstin von Lichtfinder

 

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