Ausmisten im Kopf – für die Gesundheit

Du kannst diesen Text kostenfrei als Podcastfolge hören: Folge 177 im Lichtfinder Podcast  – Lebensfreude und Beziehung

Entrümpeln auf mentaler EbeneIch trenne mich ja auch ganz ungern von alten Dingen. Dabei ist es ja nicht so, dass ich sie noch brauchen würde: die Vase, die ich geschenkt bekommen habe, die ehemals teure Lederjacke, der Schmuck, der mich an meine Jugend erinnert. Nichts davon will ich je wieder in Gebrauch nehmen.

Aber entweder hängen Erinnerungen dran oder es wäre doch noch so gut und viel zu schade zum Wegwerfen. Und jemand anders könnte es vielleicht noch super gebrauchen. Also ich wäre froh, wenn ich etwas brauche und bekomme es dann, so ein seltenes, besonderes Stück.

Und so werden Schubladen und Schränke und der Keller und der Dachboden immer voller im Laufe der Jahre. Der Vorteil:

Wenn ich was Neues sehe, denke ich mir: Ja, wäre schon schön, aber wohin damit? Ich habe keinen Platz mehr.

Ausmisten fürs Feng-Shui

Deshalb muss mich zum Glück immer mal wieder der gesunde Rappel packen und dann miste ich aus. Kennst du vielleicht auch: Es entstehen Flohmarktkisten. Die natürlich wieder den letzten Platz im Keller bekommen, bis zum Flohmarkt, auf den ich irgendwann sicher mal gehen werde.

Ich war einmal vor 5 Jahren auf einem Flohmarkt und habe 80 % wieder mit heimgenommen. Der Rest wurde für geradezu lächerliche Preise verkauft. Schnauf. Die Leute haben ja keine Ahnung, wie wertvoll die Sachen eigentlich waren, in der Anschaffung und ideell.

Jedenfalls mache ich zurzeit mal wieder Schublade für Schublade, Schrank für Schrank.

Es ist Zeit für mehr Raum und Luft, damit ich wieder durchatmen kann.

Vor 11 Jahren hab ich das Buch gelesen: „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ – ein tolles Buch übrigens! – und ich habe daraufhin über 3–4 Monate hinweg gemistet, Kleidung, Spielzeug der Kinder, Bücher, Nippes verschiedenster Art und hab kistenweise ins Sozialkaufhaus und an andere Stellen gebracht.

Es tut einfach gut, wenn wieder mehr Platz ist, und dieses Buch hat mit Sicherheit recht, dass dann die Energie im Haus und in den Zimmern wieder fließt, wo sie zuvor blockiert war von so viel Gerümpel.

Das Aufräumen fällt wieder leichter, weil Schrank oder Schublade nicht mehr überquillt, einfach Platz da ist zum Einräumen. Wie herrlich! Das macht gleich Lust, mehr Ordnung zu halten.

Und wenn die Umgebung luftiger und lockerer, klarer und geordneter ist – mit freien Flächen statt Ablagemuseum –, dann bin ich wieder ein freierer Mensch.

Es fließt auch meine Energie wieder besser und ich hab Lust auf Kreativität und – manchmal auch wieder aufs Bummeln auf einem Flohmarkt. Da gibt es so tolle Schätze Und jetzt wäre ja schließlich wieder Platz.

Ausmisten im Kopf: Was darf weg?

Manchmal braucht es größeres Ausmisten oder Aufräumen auf mehreren Ebenen.

Nicht nur die Wohnumgebung darf mehr Energiefluss zulassen.

Ich bin ja ein Fan davon, bei den Gedanken immer wieder zu prüfen: Dient mir das gerade? Gehört das zu mir? Oder kann das weg?

An nächster Stelle stehen Verhaltensmuster und Gewohnheiten. Denn all das macht einen aus, all das bestimmt das Lebensgefühl.

Deshalb: Körper-Detox nehmen manche ja sehr ernst, Fasttage einlegen, Entgiftungs-Fußbäder und Heilerde fürs Gesicht und den Magen-Darm-Trakt.

Das soll ja gut für die Gesundheit sein.

Aber die wenigsten denken daran, dass es auch bei der Psyche ums Aufräumen und Ausmisten geht.

Was könnte man denn da mal genauer anschauen und prüfen, ob es noch taugt?

Sorgen und belastende Gedanken aufspüren

Wie oft und wie viel machst du dir Sorgen um dich, um deine Beziehung, um deine Gesundheit oder um deine Kinder und deine Haustiere?

Wie viel davon ist ungesund, unnötig und kann weg? Ein gesundes Mindestmaß an Vor-Sorge darf natürlich bleiben. So wie man beim Kleiderausmisten ja auch noch manche übrig behält.

Wie oft und wie sehr machst du dir Gedanken darüber, wie andere gerade auf dich schauen könnten und auf alles, was dich ausmacht? Was sie darüber denken könnten? Ob sie wohl verurteilen würden, wenn sie etwas entdecken, was da nicht 100 % in Ordnung ist?

Wenn das bisher täglich vorkommt – Zeit zum Ausmisten, kann weg!

Hör auf, dir das vorzustellen

Gerade habe ich von Tara Brach eine schöne Geschichte gehört:

Sagt der 11-jährige Sohn zur Mutter: „Mama, stell dir vor, dich umzingeln 10 blutrünstige, riesengroße Tiger. Was würdest du tun?“

Die Mutter sagt: „Puh, keine Ahnung, das wäre ganz schrecklich. Ich weiß es nicht!“

Sohn: „Ganz einfach: Hör auf, dir das vorzustellen!“

Ist es nicht so, dass wir immer wieder Zeit und wertvolle Energie vergeuden, indem wir uns mögliche Katastrophenszenarien ausmalen? Wir könnten damit aufhören, uns das vorzustellen.

Wie? Füttere diesen dunklen Wolf nicht weiter mit immer noch weiteren schlimmen Gedanken.

Stop it!

Gedanken, Stress und der Körper

Ich weiß, das ist gar nicht so einfach. Doch mit den Gedanken beginnt so viel und sie hinterlassen nachweislich Spuren und verändern nicht nur die Stimmung, sondern auch das Körpermilieu. Mit jedem wiederholt und emotional aufgeladenen negativen Gedanken werden Stresshormone ausgeschüttet und es wird dem Gehirn signalisiert: „Gefahr.“ Das verstärkt Entzündungsprozesse im Körper und kann auch unabhängig von Entzündungen chronische Schmerzen erzeugen und aufrechterhalten.

Ich kenne mich aus, denn ich habe seit 18 Jahren mit chronischen Muskelschmerzen zu tun. Ich bin endlich auf dem Weg heraus und werde deshalb noch öfter auf die körperlichen Auswirkungen von innerem Stress eingehen.

In einem guten, ausgeglichenen Körpermilieu kann nichts Böses wachsen. Wer gesund bleiben möchte, darf deshalb anfangen, Gedankenhygiene zu betreiben. Ich bin immerhin seit 18 Jahren krebsfrei und habe nach und nach die Fatigue überwunden.

Doch Schock, alte Ängste, Trauma sitzen im Körper fest und der Körper erinnert sich, das Nervensystem ist hyperwachsam und ist immer im Alarmzustand, was Stress bedeutet.

Wir können anfangen, das Gehirn und Nervensystem umzutrainieren, mit Geduld und Liebe.

Ein Sorgenbüchlein für deine Gedanken

Die erste Aufgabe ist, sich überhaupt bewusst zu machen, dass da Angst und Sorgengedanken beginnen. Manchmal ist es passend und völlig normal, sich angesichts mancher Umstände Ängste und Sorgen zu machen.

Dann schreib sie doch in ein schwarzes Sorgenbüchlein, wenn sie dir wichtig sind. Nimm dir z. B. am Abend vor oder nach dem Abendessen 10 Minuten für deine Sorgen. Dann sind sie darin gut aufgehoben und du brauchst nicht weiter drüber nachzudenken. Du brauchst sie vor allem nicht mit in die Nacht zu nehmen.

Sollte vor der Nacht noch ein dunkler Gedanke auftauchen, schreib ihn noch dazu.

Danach kann man jedem weiteren Gedanken das berühmte „Stop it“ entgegenhalten. Es ist genug gesorgt, die Sorgen und Ängstearbeit ist schon getan, ich will mir das Leben nicht weiter damit vergiften.

Nachrichten, Angst und innerer Stress

Das Ding ist, wir leben mehr denn je in einer Angstgesellschaft. Dadurch, dass wir heutzutage wissen, wenn am anderen Ende der Welt eine Katastrophe passiert ist, holen wir uns das never ending Leid ins Wohnzimmer und füttern damit unsere Stressreaktion im Gehirn.

Viele Menschen schauen oder hören intensiv Nachrichtensendungen aus aller Welt, weiter geht’s mit politischen Talkshows oder aber einem Krimi oder Psychothriller am Abend. Vor der Nacht nochmal kurz gescrollt, was die Zeitung mit den großen roten Buchstaben zu sagen hat.

Schlafstörungen sind heute ein allgegenwärtiges Problem. Die Angst ist oft gar nicht bewusst, aber sie sitzt latent im Körper-Geist-System und sie macht etwas damit. Sie hält unser Nervensystem ständig im Alarmmodus, immer auf dem Sprung, um das eigene Überleben oder das unserer Liebsten zu retten.

Alle möglichen Krankheiten sind die Folge von chronischem Stress und gemeint ist der innere Stress. Denn auch wenn es draußen wild zugeht: Es müsste nicht jedes Mal mit einer Angstreaktion verbunden sein. Man bräuchte dazu gar keinen To-do-Stress zu haben, das geht auch zu Hause sitzend von der Couch aus.

Wobei: Die meisten Menschen haben den Leistungsstress in Beruf und Familie noch obendrauf. Wie gesagt, und am Abend dann dauernde Cortisol-, Adrenalin- und Noradrenalinausschüttung durch Nachrichten und spannende Fernsehunterhaltung oder spannende Buchlektüre.

Brauchen wir wirklich so viele Nachrichten? Würden wir es nicht sowieso erfahren, wenn es was wirklich Wichtiges ist? Braucht es so viel Beschäftigung mit dem Schlimmen in dieser Welt, nur um dann stöhnen zu können: Es ist so furchtbar und die Menschen werden immer blöder.

Ich hab schon lange beschlossen: Ich mach da nicht mehr mit. Es reicht. Es dient nicht meinem Glück. Wird ausgemistet, entsorgt.

Vor allem wenn es wirklich nicht hilfreich ist, sich aufzuregen und endlos zu sorgen – und das ist es nicht, solange ich nichts daran ändern kann, weil ich einfach keinen Einfluss darauf habe.

Den eigenen Beitrag leisten

Ich überlege durchaus immer wieder, ob ich ganz konkret meinen Beitrag leisten kann und will für eine Verbesserung bei einem neuen Problemthema aus der nahen oder weiteren Gesellschaft oder der Welt. Dann tu ich es. Und dann muss es damit gut sein, bis ich wieder was tun kann.

Dazwischen ist Sorgen und Schimpfen und Jammern um die vom Untergang bedrohte Menschheit sinn- und zwecklos. Es schadet nur der Gesundheit und vor allem der Möglichkeit, die Lebenszeit, die wir jetzt haben, bestmöglich zu genießen.

Ich meine, der beste Beitrag, den jeder leisten könnte, für sich selbst, für seine Lieben und für die Welt, ist, mehr Freundlichkeit zu entwickeln, mehr Gefühle von Sicherheit und Verbundenheit zu verbreiten.

Ein Mantra für mehr innere Ruhe

Und wenn wir ehrlich sind: Vieles im eigenen Leben ist doch gut gerade im Moment, genau so wie es ist, manches wenigstens. Und so könnte man immer wieder ein paar gute Gedanken vor sich hin sagen, die durchaus wahr sind und so viel hilfreicher sind:

Ich bin sicher.
Ich bin richtig.
Ich atme ein.
Ich atme aus.

… ist ein ganz wunderbares Mantra, das den Geist beruhigt und alles ins Gleichgewicht bringen kann. Dem Gehirn wird signalisiert: Ja, es ist wirklich gerade sicher.

Die chronischen Symptome lassen nach oder verschwinden mit zunehmender Sicherheit. Das Schöne: Es ist der beste Gesundheitsbeitrag.

Wenn sich Stress körperlich zeigt

Unsere Gesellschaft wird vor allem wegen latentem Dauerstress immer kränker. Die Psyche leidet zuerst, der Körper folgt nach. Oft zeigt es sich aber zuerst über körperliche Symptome.

Man rennt von Arzt zu Arzt, wird kurz gescannt und dann heißt es: „Welches Medikament wollen Sie? Ach, das hilft nicht? Dann können wir leider nichts für Sie tun. Ist vermutlich was Funktionelles, sprich: Wir haben keine Erklärung, wie so etwas entsteht, und auch kein Heilmittel dafür.“

„Da müssen Sie wohl jetzt damit leben.“

Tinnitus, Reizdarmsyndrom, Fibromyalgie, Migräne, rheumatische Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, chronische Fatigue usw. – es gibt so vieles.

Abgrenzung: Was du nicht länger erfüllen willst

Was wir wirklich ausmisten sollten, sind Überzeugungen und Gedanken, die uns stressen, und unnötige Ängste und Sorgen.

Aber auch mehr Abgrenzung ist nötig, damit wir Freiraum bekommen. Abgrenzung zu Forderungen und Erwartungen, die wir nicht länger erfüllen wollen. Auch Abgrenzung von perfektionistischen Ansprüchen, die uns am Ende doch als nie gut genug zurücklassen.

All das darf weg. Mach’s nur nicht zu schnell, nicht alles auf einmal. Aber nach und nach. Ein ganzes Haus räumt sich auch nicht an einem Tag auf.

Aufspüren, was wirklich stresst. Und dann sollten Taten folgen, weil wir und unsere Gesundheit es uns wert sein dürfen. Das heißt konkret:

Ändern, verlassen oder annehmen

Change it, leave it or love it.

  • Ändere, was dich stört und stresst, nach und nach …
  • Verlasse die Situation oder Beziehung, wenn sie sich nicht in deinem Sinne ändern lässt.
  • Und wenn du dennoch bleiben willst und nichts ändern kannst oder willst, dann nimm es an, wie es ist, versuche, dich damit wirklich anzufreunden und das Gute zu schätzen, was es offenbar doch hat.

Vor allem aber ärgere dich nicht länger darüber, komm in Frieden damit, denn es ist schließlich deine Entscheidung, zu bleiben und gerade nichts zu ändern.

Heute ging es ums Ausmisten, und du hast vielleicht den einen oder anderen Impuls mitgenommen. Ich hoffe, dass du etwas weniger Ängste, Sorgen und Stress in deinem Kopf, in deinem Körper und um dich herum brauchen kannst. Und vor allem, dass du etwas dafür tun kannst, dass es allmählich ruhiger und sicherer wird in dir.

Erste Hilfe für die Psyche

Je früher psychische Probleme erkannt werden, umso besser kann man gegensteuern und es muss keine Depression oder Angsterkrankung daraus werden. Durch Wissen um Erste Hilfe für die Psyche kann man der Entstehung von einigen psychischen Krankheiten vorbeugen. Auch Suizide können dadurch verhindert werden, das ist eine große Chance.

Hör dazu gern die letzte Podcastfolge 176: Sinnlos, hoffnungslos? – Suizidalität begegnen

Also: Es ist wichtig, dass immer mehr MENSCHEN wissen, was sie aktiv tun können, wenn es jemandem in ihrer Umgebung schlecht geht: ob in der Familie, im Freundeskreis, im Verein, in der Schule oder im Unternehmen. Jeder kann Erste Hilfe für die Psyche leisten, wenn man einen klaren Handlungsleitfaden hat, die Möglichkeiten der Hilfe und auch die Grenzen kennt. Deshalb merke dir schon mal vor: Mein Buch „Erste Hilfe für die Psyche – Ein Praxisbuch“ ist bereits im Verlag angekommen und wird Anfang 2027 erscheinen. Es ist bereits vorbestellbar bei Amazon. Hier ist der Link zum Buch.

Alles Liebe und Namaste

Ich seh das Göttliche in dir,

Deine Kerstin … von Lichtfinder