So viele Beziehungen zerbrechen heutzutage, werden weggeworfen nach kurzer Zeit, auf der Suche nach dem Partner, der endlich besser zu einem passt. Der es schafft, uns glücklich zu machen.

Genauso viele verharren jahrelang in einer emotional abgekühlten Beziehung, in angespannter Atmosphäre. Doch woran scheitern viele Beziehungen? Oder was ist es, das uns lange unglücklich nebeneinander her leben lässt? Warum gibt es immer wieder solchen Streit, der dann stundenlanges, eisiges Schweigen zur Folge hat. Manchmal in tagelange Funkstille mündet und dabei kostbare Lebenszeit verstreichen lässt?

Dieses Thema füllt ganze Bücher, beschäftigt Paartherapeuten, Psychologen und Scheidungsanwälte. Kinder, die beim Aufwachsen ein derartiges Beziehungsklima miterleben, werden meist selbst nicht fähig, eigene beglückende Beziehungen zu leben, Konflikte friedlich zu lösen.

Ich werde dieses Thema hier nicht erschöpfend behandeln können, möchte jedoch ein paar Denkanstöße geben. Erstens haben wir natürlich von unseren Eltern, diese wiederum von ihren Großeltern und so weiter… eine bestimmte Beziehungs- und Streitkultur erlernt.

Wir haben sozusagen ein Verhaltensmuster in uns abgespeichert, das meist auf Generationen zurückgeht. Und im Ernstfall, wenn die Gefühle hochkochen, genügt ein kleiner Reiz, damit die altbekannte Reaktion ausgelöst wird. Wir werden getriggert, wie es heutzutage heißt.

Jedoch, und das ist die gute Nachricht: Du kannst diese Reiz-Reaktions-Kette unterbrechen. Du kannst die Kette der Generationen-Verhaltensmuster ab jetzt sofort unterbrechen! Du musst nicht mehr so reagieren wie bisher. – Lass das bitte mal wirken.-

Du hast nämlich die Wahl. Es ist dein freier Wille, dich ab sofort so zu verhalten, wie du gerne sein möchtest. Ein Beziehungs- und Familienklima zu schaffen, in dem du dich wohl fühlst und gerne lebst. In dem du andere so behandelst, wie du selbst gerne behandelt werden möchtest. Es ist nicht ganz leicht, zugegeben.

Doch du hast ein paar Sekunden Zeit, dich neu zu entscheiden und dein Verhalten ab sofort auf Frieden und Verbundenheit zu programmieren – wenn du das möchtest! Es ist diese Lücke – neudeutsch GAP- zwischen Reiz und Reaktion. In genau dieser Zeit, wenn du sie bewusst wahrnimmst, kannst du dich neu orientieren. Hier findet Lernen und Entwicklung statt.

Worauf ist dein Fokus in deiner Familie, deiner Partnerschaft, gegenüber deinen Kindern? Siehst du sie als Menschen mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen? Kannst du noch die guten Dinge sehen, die euer Miteinander wertvoll machen? Weißt du noch, warum ihr euch füreinander entschieden habt?

Oder siehst du den anderen zur Zeit nur noch in seiner Rolle? Darin, was er eigentlich für dich leisten müsste, um dir zu gefallen, um deiner Liebe wert zu sein? Das wird nicht funktionieren. Wer möchte schon geliebt werden nur für seine Leistung? Da geht ganz schnell das Gefühl füreinander verloren. Bis zum Kleinkrieg in der eigenen Familie.

Und obwohl wir es immer und immer wieder erleben, dass es uns nicht glücklich macht, ändern wir  – …nichts!

Wir warten nur darauf, dass sich der Partner endlich ändert, oder unser Kind. Wenn der andere nur mal das und das täte oder soundso wäre… ja dann… Wir können natürlich weiter darauf warten, Tag für Tag, Jahr um Jahr. Und die anderen über unsere Zufriedenheit entscheiden lassen. Damit geben wir ihnen und nur ihnen die Macht über unser Glück.

Wenn du das nicht abwarten willst, dann frag dich mal: Was ist mit dir selbst? Wo ist DEIN Anteil?

Wenn einer in der Beziehung/Familie sich ändert, verändert sich das ganze System!

Das ist eine altbekannte Tatsache aus der systemischen Psychologie. Also, wie wunderbar: wir haben tatsächlich einen größeren Einfluss, als wir vielleicht denken. Warum nicht bei uns selbst anfangen? Und sehen, was passiert.

Freundlich, höflich, zuvorkommen, liebevoll, das Positive sehen und ansprechen…wann haben wir uns das letzte Mal so unseren Lieben gegenüber benommen? Wie man in den Wald hineinruft… ja, tatsächlich! Was, wenn es funktioniert?

Es ist in Wirklichkeit so, dass ganz viele Menschen den eigenen Partner, die eigenen Kinder so behandeln, wie sie niemals – und wirklich NIEMALS!- ihren besten Freund behandeln würden!

Und selbst würden sie so auch nicht mit sich sprechen lassen wollen. Beurteilend, verurteilend, moralisierend, im Befehlston, fordernd, erpressend.  Genau so sieht es in vielen Familien und Partnerschaften aus.

Warum? Weil wir uns der anderen viel zu  sicher sind. Den ganzen Tag in der Arbeit oder vor Freunden haben wir „eine Rolle gespielt“, so denken wir. Jetzt wollen wir uns zu Hause mal richtig „gehen lassen“ können. Wir selbst sein. Aha…. Mögen Sie sich denn so, wie Sie da manchmal sind? Bist du wirklich so – oder ist das nicht nur deine frustrierte, schlechteste Seite, die du zu Hause offen zur Schau stellst?

Wir tun dann einfach so, als wären diese lieben Menschen alle unser Eigentum, über das wir einfach verfügen dürften. Uns aufführen, wie uns eben gerade danach ist. Doch halt!

Jedes einzelne Mal wird dabei „Porzellan zerschlagen“ und die Liebe zerbröckelt jedes Mal wieder ein bisschen mehr, bis nichts mehr davon da ist. Doch wieso glauben wir, dass wir das Recht hätten, den anderen so zu behandeln?

Verschließen wir die Augen, dass auch wir eines Tages allein dastehen könnten, wenn wir so weitermachen? So viele Scheidungen und Trennungen außen herum. Aber UNS, nein, uns würde das nicht passieren! Doch glücklich sind wir trotzdem nicht.

Also lieber Verharren in der Sicherheit dieser gefühlskalten Beziehung. Nur zu! Es ist DEINE Entscheidung. Und glaub mir, nicht der neue Partner bringt das endlich ersehnte Heil. Sondern DEINE Einstellung. Deine innere Haltung. Der Wille zur wertschätzenden, friedvollen Partnerschaft.

Es ist vielleicht ein neuer Pfad, auf dem du dich bewegst, womöglich als Erste/Erster in deiner ganzen Ahnenreihe. Doch das ist es wert!

Betrachte deinen Partner und auch deine Kinder als Geschenk.

Als jemanden, der freiwillig und gerne bei dir sein möchte. Und dann behandle sie auch so. Mit Freundlichkeit, Höflichkeit, Angeboten, Einladungen und ganz viel Großzügigkeit.

Das wichtigste ist der Respekt voreinander. Das Berücksichtigen der Tatsache, dass der andere genauso Wünsche, Gefühle, Bedürfnisse hat. Dann, und nur dann, kann die Liebe wieder wachsen.

PS: Konflikte gibt es immer, auch in guten, funktionierenden Beziehungen. Wie du sie friedlich und doch sehr klar ansprechen kannst (ohne Porzellan dabei zu zerschlagen!), das darfst du mich gerne fragen. Schick mir eine E-Mail! Und nun viel Spaß beim Neu-Entscheiden für erfüllende, schöne Beziehungen in deinem Leben!

                                                                                                                             Deine Kirstie, Lichtfinderin

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